{"id":3141,"date":"2012-08-23T11:51:11","date_gmt":"2012-08-23T09:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=3141"},"modified":"2012-08-23T11:58:20","modified_gmt":"2012-08-23T09:58:20","slug":"strasbourg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/strasbourg\/","title":{"rendered":"Strasbourg"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/strasbourg.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" hspace=\"10\" \/>Verlag: Pegasus<br \/>\nAutor: Stefan Feld<br \/>\nSpieleranzahl: 3-5<br \/>\nAlter: ab 12 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 60-90 Minuten<\/p>\n<p>Irgendwo m\u00fcssen Spieleverlage eine Namensliste f\u00fcr Euros liegen haben, insbesondere f\u00fcr Euros, die thematisch &#8220;irgendwo, irgendwann im Mittelalter&#8221; angesiedelt sind und bei denen die Warensorten das Thema bestimmen. Diese Namen m\u00fcssen gut klingen und sollten nicht allzu viele Assiziationen wecken &#8211; Das Setting ist ja egal. &#8220;Burgund&#8221; z.B. ist sch\u00f6n oder &#8220;Hawaii&#8221; oder &#8220;Kreta&#8221; oder &#8220;Piranensi&#8221; oder&#8230; &#8220;Strasbourg&#8221;?<\/p>\n<p>Ja, sicherlich &#8211; <em>Strasbourg<\/em> passt schon. Wissen Sie etwas \u00fcber Strasbourg? Au\u00dfer dass es im Elsa\u00df liegt und die Altstadt Weltkulturerbe war? Ich nicht! Und das letzte wei\u00df ich auch nur, weil ich eben kurz bei Wikipedia vorbeigesurft bin&#8230; Aber auch wenn der Name passt, halte ich es f\u00fcr eine grobe Verfehlung des Verlages, einen Namen zu w\u00e4hlen, bei dem ein eigentlich wohlmeinender Rezensent st\u00e4ndig nachschauen muss, ob es jetzt Stra\u00dfburg, Strassburg, Strasbourgh oder gar Strasbourg hei\u00dft. Und der k\u00f6nnte geneigt sein zur Strafe den Namen in seiner Rezi ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr zu kontrollieren! (Gut, <em>Carcassonne<\/em> hatte dasselbe Problem und es hat ihm nicht geschadet&#8230;)<\/p>\n<p>Doch genug des inhaltlosen Geschwafels, denn <em>Strassebuorg<\/em> bietet mehr als nur kein (nennenswertes) Thema! Zum Beispiel einen h\u00f6chst originellen Bietmodus: Jede Runde darf ich beliebig viele meiner Handkarten aufnehmen und nach Gusto zu kleinen Stapeln zusammenpacken &#8211; und &#8220;nach Gusto&#8221; meint &#8220;nach Gusto&#8221;! Die Anzahl der Karten die ich nehme ist mir \u00fcberlassen (wobei mein Kartenvorrat allerdings die 5 Runden, die das Spiel dauert, halten sollte), ebenso ob ich viele kleine Stapel mache oder wenige &#8220;gro\u00dfe&#8221; (ergo mit vielen Karten). Diese Stapel dienen in den folgenden 7 Phasen als Bietmasse: Beginnend beim Startspieler decke ich EINEN Stapel komplett auf oder passe. Der Spieler mit der h\u00f6chsten aufgedeckten Kartensumme darf etwas machen, manchmal bekommen auch der zweite oder gar der dritte noch eine schw\u00e4chere Aktion. Das sorgt fast f\u00fcr Poker-Athmosph\u00e4re, nur das schon die Vorbereitung knifflig ist: Mache ich viele kleine Stapel, kann ich jede Phase etwas aufdecken, werde aber kaum mal was gewinnen und muss mit Brosamen vorlieb nehmen. Mache ich gro\u00dfe Stapel bin ich unflexibel und generell weniger dran. Und \u00e4rgere mich noch mehr, wenn ein anderer Spieler mich sogar noch \u00fcberbietet und in der fast identischen n\u00e4chsten Phase eine popelige 1 ausgereicht h\u00e4tte. Dieses Dilemma wird noch dadurch versch\u00e4rft, dass es in den eben erw\u00e4hnten sieben Phasen um unterschiedliche Dinge geht und dass bestimmte Aktionen gar nicht in allen Runden zur Verf\u00fcgung stehen und es ergo lebenswichtig sein kann, in einer bestimmten Phase die ber\u00fchmte Nase vorne sein zu k\u00f6nnen! Dieser Mechanismus ist insgesamt so klasse, dass ich den Rest des Spieles gar nicht erkl\u00e4ren m\u00fcsste &#8211; bereits hier sollte sich jeder, der mit Eurogames etwas anfangen kann, den Kauf wagen!<\/p>\n<p>Aber ich nehme an, meine Leserschaft n\u00e4hme mir das \u00fcbel, also kurz worum es eigentlich geht, in diesen eben erw\u00e4hnten Phasen: Zum einen geht es darum, in bestimmten Spielplanteilen die Mehrheit zu ergattern (wozu man Steine einsetzen muss, wozu man tunlichst die entsprechende Phase gewinnen sollte). Daf\u00fcr gibt es Siegpunkte (ja, darum geht&#8217;s) und das Privileg Kircht\u00fcrme oder Geb\u00e4ude auf den Plan zu setzen, wof\u00fcr es bei Spielende indirekt wieder Siegpunkte gibt (dazu gleich mehr). Au\u00dferdem kommt man an Geld und das wird f\u00fcr die wichtigste Aktion gebraucht: P\u00f6ppel auf Spielplanteile stellen. Diese Aktion darf sogar von den ersten drei Gewinnern gemacht werden, aber perfiderweise ist besagter Plan in verschiedene &#8220;Z\u00fcnfte&#8221; unterteilt (ja, hier findet sich das Thema wieder) und besagte Aktion ist in jeder Phase immer nur in einer bestimmten Zunft m\u00f6glich. Und jeder Spielplanteil (respektive jede Zunft) kann nur dreimal pro Spiel &#8220;besiedelt&#8221; werden. \u00dcberlebenswichtig, ich sagte es bereits.<\/p>\n<p>Siegpunkte gibt es n\u00e4mlich vor allem f\u00fcr das Erf\u00fcllen von Auftr\u00e4gen und diese sind nicht selten zunftbezogen. Wer drei Leute bei den Schuhmachern unterbringen will, muss in den drei Auktionen jeweils mindestens dritter werden, sonst kann er den Auftrag schon einmal abschreiben. Und selbst wer nur Eckfelder besetzen will oder ein 2&#215;2 Quadrat in irgendeiner Ecke stellt bald fest, dass ihm die Pl\u00e4tze ausgehen, wenn er nicht schleungst ganz bestimmte Versteigerungen gewinnt. Spannung pur!<\/p>\n<p>Am Ende gibt es wie bei Feld \u00fcblich noch tonnenweise Siegpunkte f\u00fcr allerlei Krams, wie P\u00f6ppel in verschiedenen Stadtgebieten oder P\u00f6ppel, die neben Kapellen stehen oder P\u00f6ppel, die w\u00e4hrend des Spieles umgefallen sind oder versehentlich aufgegessen wurden (OK, letzteres bringt vielleicht doch keine Punkte sondern nur eine gest\u00f6rte Verdauung, aber will das anschlie\u00dfend noch wer wissen?).<\/p>\n<p><em>Stressbrug<\/em> hatte ich bereits unter <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2011\/12\/31\/2481\">die drei besten Spielen des letzten Jahres<\/a> gew\u00e4hlt und jetzt wo ich (dank gro\u00dfz\u00fcgiger Spende seitens Pegasus) endlich ein eigenes Exemplar mein Eigen nenne, das ich flei\u00dfig bespielen konnte (die Wahl zum Sylvester vollzog sich nach nur zwei Partien), ist es mit wachsender Erfahrung in meinen Augen eher noch besser geworden. Es ist spannend, es ist originell und wer Feld-Spielen sonst kritisch gegen\u00fcbersteht, darf sich freuen, dass es nicht so kleinteilig ist &#8211; im Gegenteil, sogar recht elegant &#8211; und dass auf Wertungsorgien verzichtet wurde. Das einzige, was den einen oder anderen abschrecken k\u00f6nnte, sind die Auftr\u00e4ge, bei denen man sich (wie bei <em>Zug um Zug<\/em>) vor der Partie entscheiden muss, ob und welche man annehmen will. Das ist ein gro\u00dfer Nachteil f\u00fcr Neulinge, denn das Einsch\u00e4tzen ist <em>nach<\/em> der ersten Partie deutlich leichter &#8211; aber mich hat das nicht abgeschreckt, Sie sollte das auch nicht abeschrecken und \u00fcberhaupt sollten alle viel h\u00e4ufiger <em>Starsbourg<\/em> spielen!<\/p>\n<p>Oder wie man das auch immer schreiben mag!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Pegasus Autor: Stefan Feld Spieleranzahl: 3-5 Alter: ab 12 Jahre Spieldauer: 60-90 Minuten Irgendwo m\u00fcssen Spieleverlage eine Namensliste f\u00fcr Euros liegen haben, insbesondere f\u00fcr Euros, die thematisch &#8220;irgendwo, irgendwann im Mittelalter&#8221; angesiedelt sind und bei denen die Warensorten das Thema bestimmen. Diese Namen m\u00fcssen gut klingen und sollten nicht allzu viele Assiziationen wecken &#8211; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3141","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3141"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3146,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3141\/revisions\/3146"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}