{"id":300,"date":"2008-04-26T19:58:30","date_gmt":"2008-04-26T18:58:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=300"},"modified":"2010-09-23T17:51:45","modified_gmt":"2010-09-23T15:51:45","slug":"metropolys","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/metropolys\/","title":{"rendered":"Metropolys"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/metropolys.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Ystari (Vertrieb durch Huch &#038; Friends)<br \/>\nAutor: S\u00e9bastien Pauchon<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 8 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 30-60 Minuten (stark abh\u00e4ngig von der Mitspieleranzahl)<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, was sie geh\u00f6rt haben, und sie sollten das schnell wieder vergessen: Wie man auch immer \u00fcber <em>Metropolys<\/em> denken mag, es ist definitiv kein <em>Spiel-des-Jahres<\/em>-Material.<br \/>\nDerartige Behauptungen wurden im Vorfeld gerne von Leuten ge\u00e4u\u00dfert, die auch nach nunmehr fast 30 Jahren SdJ-Geschichte immer noch denken, ein Spiel mit einfachen Regeln, w\u00e4re automatisch auch familientauglich. Eine Partie <em>Metropolys<\/em> sollte einen jedoch schnell vom Gegenteil \u00fcberzeugen!<br \/>\nDoch da es der Sinn einer Rezension ja nun einmal ist, sich diese Probepartie potentiell sparen zu k\u00f6nnen, f\u00fchren sie wir im folgenden virtuell durch:<\/p>\n<p>Als erstes wird der Spielplan aufgedeckt, der in einem recht eigent\u00fcmlichen Stil eine futuristische Stadt zeigt (Mir gef\u00e4llts. Aber die Reaktionen reichen von \u201eWahnsinn!\u201c bis \u201eIst der Graphiker wahnsinnig?\u201c). Die Anzahl der Stadtviertel entspricht der Spieleranzahl. Die Stadtviertel sind ihrerseits in verschiedene Gebiete unterschiedlicher Gestaltung unterteilt, auf der diverse Chips liegen. In der Regel wird man die \u201eProfiversion\u201c bevorzugen, denn die spielt sich de facto wie das Grundspiel, nur die Wertung ist etwas raffinierter (= besser) und dann bekommt man bestimmte Gebietsfarben und Kombinationen zugeteilt, f\u00fcr die es bei Spielende Punkte gibt (Diese Auftr\u00e4ge gibt\u2019s im Grundspiel auch, nur nicht ganz so diffizil).<br \/>\nAch und nat\u00fcrlich bekommt jeder Spieler die wichtigsten Utensilien: Die 13 Geb\u00e4ude (entsprechend durchnummeriert).<\/p>\n<p>Der Startspieler sucht sich jetzt irgendeinen Platz auf den Plan aus und setzt ein beliebiges Geb\u00e4ude dort hin. Reihum darf nun jeder Spieler eines seiner Geb\u00e4ude mit h\u00f6herer Nummer auf ein benachbartes freies Feld stellen. Allerdings bleibt nur ein Geb\u00e4ude stehen und zwar das jeweils letzte. Mit anderen Worten: Wir haben es mit einer Art architektonisches Bieten zu tun: Reihum bieten die Spieler mit ihren Geb\u00e4uden, wobei das Gebot auch gleich den Bauplatz bestimmt. Und noch raffinierter: Gibt es keinen benachbarten Bauplatz mehr, so kann auch keiner mehr \u00fcberbieten. Das bedeutet nat\u00fcrlich dass der Startspieler u.U. ein Geb\u00e4ude sofort einsetzen kann. Sie es weil er die h\u00f6chste noch im Spiel verbleibende Nummer h\u00e4lt (die anderen also nicht zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberbieten k\u00f6nnen), sei es weil er sein Gebotsgeb\u00e4ude zwischen besetzten Feldern platziert (die anderen also nicht topologisch \u00fcberbieten k\u00f6nnen). Das war\u2019s auch schon mit <em>Metropolys<\/em>; Der Rest ist Punktez\u00e4hlen am Schluss: Punkte f\u00fcr Auftr\u00e4ge und Punkte f\u00fcr gesammelte Chips und Punkte f\u00fcr die h\u00f6chsten Geb\u00e4ude in den Vierteln. Dass die Regeln einfach sind, hab ich ja bereits gesagt!<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich liegt der Pfiff darin, so zu bauen, dass man m\u00f6glichst viele Gebiete ohne Gegenwehr bekommt \u2013 und das ist in erster Linie eine Timingfrage. Als Startspieler kann man im sp\u00e4teren Drittel der Partie locker 2-4 Geb\u00e4ude bauen, ohne dass da jemand anderes eingreifen k\u00f6nnte und das kann zum Sieg ausreichen (zumal das Spiel sofort endet, wenn ein Spieler seinen letzten Turm verbaut). Mehr ist nicht. Und hier liegt St\u00e4rke und Schw\u00e4che von <em>Metropolys<\/em> zugleich: Einerseits besticht es durch seine Einfachheit und dem originellen Hauptmechanismus, zum anderen bietet es eben auch nur diesen einen Versteigerungsmechanismus. Wer damit nichts anzufangen mag oder kann, wird <em>Metropolys<\/em> in die Ecke legen. Und er wird gute Argumente gegen das Spiel ins Feld f\u00fchren k\u00f6nnen (und die sind auch Argumente gegen eine SdJ-Nominierung): Es ist sehr gr\u00fcblerisch, die Abrechnung ist genau das, n\u00e4mlich eine echte AbRECHNUNG (Hier w\u00e4re eine Kramerleiste tats\u00e4chlich hilfreich gewesen, obwohl es nur eine Wertung gibt) und vor allem: Zu viert dauert es zu lange bis das Spiel in Gang kommt.<br \/>\nDie Startphase ist n\u00e4mlich recht beliebig \u2013 so lange man eine Versteigerung nicht durch die topologische Komponente gewinnen kann, ist das Spiel nur bedingt kontrollierbar. Und zu viert denken nicht nur mehr Leute mit, der Plan ist auch deutlich gr\u00f6\u00dfer, so dass es deutlich l\u00e4nger dauert bis das \u201eeigentliche\u201c Spiel beginnt und der Mechanismus seine St\u00e4rken ausspielen kann. Zu dritt geht\u2019s (dank der abgeriegelten Stadtviertel) deutlich schneller zur Sache. Und zu zweit hat <em>Metropolys<\/em> fast schon den Charakter eines abstrakten Zweipersonen-Setzspieles. Und zu zweit kann es \u2013 bei ungleichen Spielpartnern \u2013 auch verdammt schnell zur Sache gehen. Ich hab einmal eine Partie beendet, bei der mein Gegner noch 6 der 13 Geb\u00e4ude hatte. Da fehlt mir pers\u00f6nlich schon wieder das spielerische, Freunde von abstrakten Denkspielen, d\u00fcrften es aber durchaus m\u00f6gen. Ich pers\u00f6nlich halte das Spiel zu dritt f\u00fcr die beste <em>Metropolys<\/em>-Besetzung. Besonders wenn alle in etwa gleich stark sind, denn ein Neuling liefert seinem erfahrenen Sitznachbar so manche Steilvorlage. <\/p>\n<p>Und apropos \u201eIch pers\u00f6nlich\u201c: Ich pers\u00f6nlich mag <em>Metropolys<\/em>. Ich sch\u00e4tze den neuartigen Versteigerungsmechanismus. Ich bin sogar mit der Graphik im reinen. Aber all diese Punkte sind mehr noch als bei anderen Spielen vor allem eines: <em>Geschmackssache<\/em>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Ystari (Vertrieb durch Huch &#038; Friends) Autor: S\u00e9bastien Pauchon Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 8 Jahre Spieldauer: 30-60 Minuten (stark abh\u00e4ngig von der Mitspieleranzahl) Ich wei\u00df, was sie geh\u00f6rt haben, und sie sollten das schnell wieder vergessen: Wie man auch immer \u00fcber Metropolys denken mag, es ist definitiv kein Spiel-des-Jahres-Material. 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