{"id":27112,"date":"2026-04-27T17:18:48","date_gmt":"2026-04-27T15:18:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=27112"},"modified":"2026-04-27T17:18:48","modified_gmt":"2026-04-27T15:18:48","slug":"fixer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/fixer\/","title":{"rendered":"Fixer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autor<\/strong>: Iida Takaaki<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong> Jelly Jelly Games<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 2-4 Personen <strong>ab<\/strong> 10 Jahren (eher 2-3 Personen)<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 15 Minuten<\/p>\n<p><em>Can you fix it?<\/em> Das ist doch nicht die Frage. Die Frage ist: Ist <em>Fixer<\/em> ein Stichspiel? Als solches wird es im Verlag bezeichnet und ich verstehe durchaus warum: <em>Fixer<\/em> nimmt ein relativ herk\u00f6mmliches Stichspiel, um es dann komplett zu dekonstruieren: Statt eine Karte in den Stich zu spielen, spielt man eine Karte an eine Ausspielfl\u00e4che &#8211; diese teilt man sich mit allen Nachbarn &#8211; Zu dritt etwa hat man zwei Ausspielfl\u00e4chen zwischen sich und der Person links und ebenso viele zwischen sich und der Person rechts. Zu viert hat man eine weitere Fl\u00e4che mit der Person gegen\u00fcber &#8211; alle gegen alle, jeder gegen jeden. Aber wie bei <em>Tekken<\/em> am Ende doch letztendlich immer nur Eins gegen Eins.<\/p>\n<figure id=\"attachment_27104\" aria-describedby=\"caption-attachment-27104\" style=\"width: 287px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-27104 size-medium\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-287x300.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-287x300.jpg 287w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-669x700.jpg 669w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-143x150.jpg 143w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-768x804.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-1467x1536.jpg 1467w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-1956x2048.jpg 1956w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-370x387.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-270x283.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-570x597.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-478x500.jpg 478w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140307-740x775.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27104\" class=\"wp-caption-text\"><em>Statt blau zu bedienen, spiele ich einmal rot vor. Die sechsecke sagen mir, wie oft an dieser Fl\u00e4che noch gestritten werden darf.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Das hei\u00dft in der Praxis: Ich spiele eine Karte an eine Ausspielfl\u00e4che. Liegt dort bereits eine, muss ich Farbe bedienen. In dem Fall gewinnt die Seite mit der h\u00f6heren Zahl die Karte &#8211; sie z\u00e4hlt ihren Wert in Siegpunkte. Die Gewinnerkarte kann von der unterlegenden Person auf die Hand genommen oder abgeworfen werden. Man kann so sein Blatt verbessern, ohne wirklich schmerzhaftes abgeben zu m\u00fcssen &#8211; man wirft einfach die Luschen ab.<\/p>\n<p>Interessant wird es, wenn man nicht bedienen kann: Die Farben sind nicht-transitiv, das hei\u00dft, wie bei <em>Schere-Stein-Papier<\/em> schl\u00e4gt jede Farbe eine andere (Das ist thematisch sch\u00f6n gemacht: Das Volk schl\u00e4gt die Politiker, die Politiker schlagen das Geld, das Geld schl\u00e4gt die Medien und die wieder das Volk). Gewinne ich so, gibt es nicht nur die unterlegende Karte, sondern auch noch 4 Bonuspunkte oben drauf. Sich \u201eblank\u201c spielen ist also potentiell gut &#8211; aber nur, wenn ich auch Karten der jeweils st\u00e4rkeren Farbe halte, sonst bin ich gezwungen Karten zu verschenken, statt sie zu gewinnen. Und auch wenn ich dann sp\u00e4ter Karten auf die Hand bekommen w\u00fcrde, darf ich nie wieder eine Farbe aufnehmen, in der ich einmal blank war. Eine Entscheidung f\u00fcrs Leben!<\/p>\n<p>Das klingt doch nach einem Stichspiel, oder? Karten spielen, Farbe bedienen, sich blank spielen, gelegentlich \u201etrumpfen\u201c, Hand management\u2026 Stichspiel! Nur ist da die Kleinigkeit, dass die Stiche nicht wie sonst reihum ausgespielt werden, sondern semi-parallel zu einander &#8211; mal bediene ich links, mal biete ich rechts was an, mal weiche ich einem Konflikt erst einmal aus, um zu hoffen, dass ich mich vorher blank gespielt bekomme\u2026 Dass mehr als ein Stich gleichzeitig bespielt wird, ist dabei nicht das besondere &#8211; das gab es schon im Klassiker <em>Hot Dog<\/em>. Der entscheidende Unterschied ist, dass <em>Fixer<\/em> die normale Stichspielrunde so stark aufbricht, dass eben nicht mehr <em>alle<\/em> Spielenden am jeweiligen Stich beteiligt sind, sondern nur immer genau zwei. Und alle anderen nicht. Dadurch \u00e4ndert sich die Dynamik komplett: Ich kann auf bestimmte Karten nicht reagieren, weil die gar nicht erst gegen mich gespielt wurden, sondern irgendwo anders Verwendung finden. Umgekehrt kann und muss ich nicht nur \u00fcberlegen <em>wann<\/em> ich <em>welche<\/em> Karten spiele, sondern auch gegen <em>wen<\/em>. Das \u00e4ndert das typische Stichspielgef\u00fchl komplett in etwas anderes um (zu zweit etwas weniger, aber da sorgt die Sonderregel, dass man sofort gewinnt, wenn man die Stiche an bestimmten Ausspielfl\u00e4chen gewinnt f\u00fcr eine vergleichbare Dynamik). Der Stichspielgedanke ist noch erkennbar, aber das Spiel f\u00fchlt sich mehr an, wie ein Kartenkonfliktspiel \u00e1 la <em>Schottentotten<\/em> oder so &#8211; nur nicht mit wachsenden Auslagen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_27103\" aria-describedby=\"caption-attachment-27103\" style=\"width: 207px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-27103\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-207x300.jpg 207w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-483x700.jpg 483w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-104x150.jpg 104w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-768x1112.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-1061x1536.jpg 1061w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-1414x2048.jpg 1414w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-370x536.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-270x391.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-570x825.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-345x500.jpg 345w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-740x1072.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260425_140314-scaled.jpg 1768w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27103\" class=\"wp-caption-text\"><em>Schere-Stein-Papier-Spock quasi<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Tats\u00e4chlich ist <em>Fixers<\/em> Dynamik auf eine hypnotische Art faszinierend: Es ist f\u00fcr mich auch nach einer zweistelligen Anzahl von Partien unberechenbar, in dem Sinne, dass ich nicht wei\u00df, was ein Blatt am Ende wert sein wird. Niedrige Karten sind schlecht, weil man mit denen keine Stiche macht. Hohe Karten sind schlecht, weil sie viele Punkte wert sind, wenn sie \u00fcber die Farb-Tr\u00fcmpfe verlorengehen (was im Laufe des Spieles immer wahrscheinlicher wird, insbesondere zu zweit) und sonst vermutlich nur niedrigste Karten gewinnen. Und mittlere Karten sind nat\u00fcrlich ebenfalls schlecht, da sie schnell \u00fcberboten werden UND ordentlich Punkte fabrizieren UND wenig Planungssicherheit erlauben. Keine Ahnung, was ein gutes Blatt ist, woran man es erkennt oder wie man \u00fcberhaupt sein Blatt liest. Das resultiert aber zum Gl\u00fcck nicht in einem beliebigem Spiel, sondern sorgt daf\u00fcr, dass man bei jeder ausgespielten Karte zittert, dass jeder Kampf spannend ist, dass man hofft, die anderen m\u00f6gen doch bitte auch mal etwas anbieten (\u201eDie anderen\u201c sind maximal zwei andere. Zu viert hat man eine Ausspielm\u00f6glichkeit zu wenig und das Spiel kann an einem komplett vorbeilaufen). Es mag kein Stichspiel sein, aber es ist <em>etwas<\/em>. Sehr viel <em>etwas<\/em>.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich w\u00fcnschte ich mir fast, <em>Fixer<\/em> w\u00e4re noch etwas gr\u00f6\u00dfer. Die Welt von <em>Fixer<\/em> (also \u201eDie Welt\u201c) bietet viel Atmosph\u00e4re und die Kartenk\u00e4mpfe passen sehr gut dazu, aber es ist denkbar, dass hier noch mehr geschehen k\u00f6nnte, als nur K\u00e4mpfe &#8211; vielleicht noch Bauwerke, Projekte, Computerviren, Cyberpunkt. Irgendwo auf halben Wege zwischen <em>Fixer<\/em> und <em>Android<\/em> steckt vielleicht das ideale <em>Neuromancer<\/em>-Brettspiel. Aber vielleicht denke ich da zu gro\u00df. <em>Fixer<\/em> ist auch so etwas besonderes. Auch wenn ich nicht genau fassen kann, was eigentlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: Iida Takaaki Verlag Jelly Jelly Games F\u00fcr 2-4 Personen ab 10 Jahren (eher 2-3 Personen) Spieldauer: 15 Minuten Can you fix it? Das ist doch nicht die Frage. 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