{"id":267,"date":"2008-01-19T19:02:03","date_gmt":"2008-01-19T18:02:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/race-for-the-galaxy"},"modified":"2010-09-23T17:58:50","modified_gmt":"2010-09-23T15:58:50","slug":"race-for-the-galaxy","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/race-for-the-galaxy\/","title":{"rendered":"Race for the Galaxy"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/raceforthegalaxy.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Abacusspiele<br \/>Autor: Tom Lehmann<br \/>Spieleranzahl: 2-4<br \/>Alter: ab 12 Jahre<br \/>Spieldauer: 30-60 Minuten<\/p>\n<p>Der Weltraum. Unendliche Weiten. Irgendwo in einer Galaxie, weit, weit entfernt liegt <i>Epsilon Eridani<\/i>, eine recht durchschnittliche Welt ohne wichtige Rohstoffe aber einer gut funktionierenden Handelsstruktur. Also konzentrierte sich die Regierung (eine Tyrannei, bei der ein Individuum alle Entscheidungen traf) erst einmal auf den Bau eines Besiedlungsschiffes. Mit Hilfe des Schiffes und einer auf Expansion ausgerichteten Politik hatten sich die Bewohner Epsilon Eridanis bald auf mehrere Planeten ausgebreitet, wo sie flei\u00dfig neue Dinge erfanden und Gentechnik betrieben. Dank einer ausgekl\u00fcgelten Handelsmaschine konnten sie diese bald und zahlreich in Prestige umtauschen und beendeten ihre Existenz als das angesehenste Volk diesseits der Milchstrasse &#8211; sehr zum Unbill der Neu-Spartaner die mit ihrer Milit\u00e4rmaschine zwar viele Planeten bezwingen konnten, aber leider nicht genug, um am Ende die Nase vorne zu haben. <\/p>\n<p>Und so gewinnt das Gute! <\/p>\n<p>Vorausgesetzt das Gute spielt geschickt und wei\u00df die Karten richtig einzusetzen. Die Galaxie besteht n\u00e4mlich aus 114 Karten, die meisten davon Unikate (es gibt nun einmal nur eine Erde). In der Galaxie findet man viele Planeten (auf einigen kann regelm\u00e4\u00dfig etwas produziert werden, auf anderen nur manchmal, auf wieder anderen niemals etwas) und eine ganze Reihe anderer Dinge, wie Kriegsmaschinerie, praktische Gegenst\u00e4nde oder Handelsvereinigungen (im Spiel kurzerhand \u201eEntwicklungen\u201c genannt). Fast alles bringt ein wenig Prestige und\/oder bestimmte Vorteile f\u00fcr ihren Besitzer. Und weil das Universum flexibel ist, dienen Karten nicht nur zur Verbesserung des eigenen Reiches sondern auch als Zahlungsmittel und als Ware.<\/p>\n<p>Der Anf\u00fchrer jedes Volkes kann sich jede Runde neu entscheiden ob er <\/p>\n<ul>\n<li><b>Erkundet<\/b> (neue Karten zieht), <\/li>\n<li><b>Entwickelt<\/b> (eine Entwicklungskarte spielt und die Kosten mit anderen Handkarten bezahlt), <\/li>\n<li><b>Siedelt<\/b> (wie entwickeln, aber mit Planetenkarten. Alternativ kann man einige Planeten auch kostenlos milit\u00e4risch erobern, Vorraussetzung ist aber eine bestimmte milit\u00e4rische Mindestst\u00e4rke &#8211; auch die bekommt man durch Kartenauslagen), <\/li>\n<li><b>Verbraucht<\/b> (produzierte G\u00fcter mit entsprechenden Planeten oder Entwicklungen in Siegpunkte umwandeln) oder <\/li>\n<li><b>Produziert<\/b> (erkl\u00e4rt sich wohl von selbst). <\/li>\n<\/ul>\n<p> Anschlie\u00dfend durchlaufen alle Spieler genau die Phasen, die von mindestens einem Anf\u00fchrer (respektive Spieler) gew\u00e4hlt worden sind &#8211; alle anderen Phasen finden nicht statt. Hier gilt es also einzusch\u00e4tzen: Was muss ich wirklich machen? Wird jemand anderes diese Phase w\u00e4hlen? Dann brauch ich das nicht zu tun! Dieses Dilemma wird dadurch verst\u00e4rkt, dass der Spieler, der sich f\u00fcr eine bestimmte Phase entscheidet, einen Bonus bekommt (in zwei Phasen hat er sogar noch die Wahl des Bonus). <br \/>Das Spiel ist also vom Ablauf her nicht schwer: <\/p>\n<ul>\n<li>Entscheiden, was gemacht werden soll. <\/li>\n<li>Jeder deckt auf. <\/li>\n<li>Die Phasen werden entsprechend durchgef\u00fchrt. <\/li>\n<li>N\u00e4chste Runde. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Wirklich nicht schwer. Allerdings hat <i>jede<\/i> Karte irgendwelche Auswirkungen auf das Spiel und dadurch wird es f\u00fcr Anf\u00e4nger schnell un\u00fcbersichtlich: Was bedeutet noch einmal dieses Symbol? Was konnte ich in der Phase tun? Und nat\u00fcrlich: Was ist sinnvoll? Da eine Partie selten wirklich l\u00e4nger als 40 Minuten dauert (zu zweit geht\u2019s auch schon mal in 20) kann man die erste Partie getrost als Probespiel verbuchen. Am Ende einer Partie ist man dann schlauer und geht die n\u00e4chste schon viel zielstrebiger an. <\/p>\n<p>Und es gibt &#8211; eben wegen der angesprochenen Kartenvarianz &#8211; viele Siegstrategien: Man kann sich auf das Erhandeln von Siegpunkten konzentrieren (siehe <i>Epsilon Eridani<\/i>), man kann viele Planeten erobern und so \u00fcber die Planetenpunkte gewinnen (die punktetr\u00e4chtigsten Planeten k\u00f6nnen nur erobert werden), man kann \u00fcber Sondersiegpunktkarten gewinnen, z.B. in dem man die \u201eAlien-Technologie\u201c-G\u00fcter mit dem \u201eAlien-Tech Institut\u201c koppelt. Und und und. <\/p>\n<p>Keine Partie gleicht der n\u00e4chsten. <\/p>\n<p>Es ist kein Geheimnis, dass <i>Race for the Galaxy<\/i> urspr\u00fcnglich als Puerto-Rico-Kartenspiel entwickelt wurde und tats\u00e4chlich viele Parallelen zu <i>San Juan<\/i> aufweist. Die spielerischen Unterschiede zwischen den beiden sind vor allem das gleichzeitige Spielen der Karten, das Erobern von Welten und die M\u00f6glichkeit, Waren gegen Siegpunkte zu tauschen. Dadurch bietet <i>Race for the Galaxy<\/i> allerdings klar deutlich mehr m\u00f6gliche Strategien und Spielraum f\u00fcr \u00dcberraschungen. Findet jeder bei <i>San Juan<\/i> fr\u00fcher oder sp\u00e4ter seine Lieblingsstrategie die mehr oder minder in jeder Partie verfolgt wird, starten selbst versierte Spieler bei <i>Race for the Galaxy<\/i> jedes Mal wieder bei Null. Vor allem aber ist <i>San Juan<\/i> ein Br\u00fcckenspiel &#8211; ideal um interessierten Wenigspielern zu zeigen, dass anspruchsvolle Kost nicht kompliziert sein muss &#8211; w\u00e4hrend <i>Race for the Galaxy<\/i> ein echtes und deutlich komplexeres Vielspielerspiel ist. <\/p>\n<p>Kein Geheimnis ist auch, dass ich ein sehr begeisterter <i>Race for the Galaxy<\/i>-Spieler bin (immerhin habe ich ihm den <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/12\/31\/260\">Sylvester in Gold<\/a> verliehen). Ich mag die Geschichte die durch die thematisch schl\u00fcssigen Karten entsteht. Ich mag die hohe Variabilit\u00e4t, die immer wieder f\u00fcr neue Situationen sorgt. Und ich mag die sich ergebene Spannung bei der Rollenwahl. Vor allem aber mag ich, dass viel Spiel in einer kurzen Spieldauer steckt. Schon lange hat mir kein Vielspielerspiel mehr so zugesagt. Ich mag auch das Thema, das aber wohl genauso viele Anh\u00e4nger wie Gegner hat. Und wem das Thema nicht zusagt, muss das Spiel auf seine abstrakten Karten reduzieren und dann verliert das Spiel viel Flair. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem kann man dem Spiel zu Recht vorwerfen, dass jeder nur f\u00fcr sich spielt. Abgesehen von der gleichzeitigen Rollenwahl ist Interaktion Fehlanzeige. Die Reiche entstehen nebeneinander her &#8211; vermutlich in verschiedenen Galaxien. Diesem Manko soll aber mit der bereits angek\u00fcndigten Erweiterung abgeholfen werden. Und nat\u00fcrlich: Die Einstiegsh\u00fcrde ist hoch. Wer sich nicht auf das Spiel einlassen will (oder mangels Englischkenntnissen kann) braucht es gar nicht in die Hand zu nehmen. Die erste Viertelstunde eines <i>Race for the Galaxy<\/i>-Neulings ist deutlich mehr Arbeit als Spiel. Danach aber geht es aufw\u00e4rts. Und das nicht zu knapp! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: AbacusspieleAutor: Tom LehmannSpieleranzahl: 2-4Alter: ab 12 JahreSpieldauer: 30-60 Minuten Der Weltraum. 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