{"id":25486,"date":"2024-06-25T16:02:14","date_gmt":"2024-06-25T14:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=25486"},"modified":"2024-06-25T16:02:14","modified_gmt":"2024-06-25T14:02:14","slug":"plutocracy-passengers","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/plutocracy-passengers\/","title":{"rendered":"Plutocracy: Passengers"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: Doppeldenkspiele<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>: Claudio Bierig<br \/>\n<strong>Spielerzahl<\/strong>: 1-4 Spielende (Besser 1-3)<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 12 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 70-120 Minuten (mehr Optionen hei\u00dft mehr Zugtiefe)<\/p>\n<p><em>Ich habe nicht nachgez\u00e4hlt, aber ich glaube die folgende Rezension ist l\u00e4nger als die Regeln zu du der Mini-Erweiterung, die ich bespreche. <\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/plutocracy\/\"><em>Plutocracy<\/em> <\/a>ist ein Spiel dessen Schw\u00e4chen bei steigender Mitspieleranzahl immer st\u00e4rker zu Vorschein kommen. Insofern passt es, dass diese Erweiterung zur H\u00e4lfte aus einer Solovariante besteht.<\/p>\n<p>Die andere H\u00e4lfte dagegen wurde bestimmt explizit dazu entwickelt, um meine Kritikpunkte zu neutralisieren: <em>Plutocracy<\/em> ist in der Wirtschaftsabfolge etwas zu eindimensional und damit zu berechenbar. Das resultiert gerade in Vollbesetzung dazu, dass u.U. schon weit vor Spielende feststeht, wer sich noch Siegchancen ausrechnen kann und wer dazu verdonnert ist, wirkungslos hinterherzuhecheln. Die Dynamik des Spieles funktioniert dann gut, wenn alle einigerma\u00dfen schnell spielen und vor allem: Wenn alle anfangs mehr Wert auf Investment legen. Wer zu fr\u00fch zu viel Geld in die Siegpunkte steckt, kommt anschlie\u00dfend nicht mehr aus dem Knick. Spielen alle suboptimal (und dass das suboptimal ist, lernt man erst, nach einer verkorksten Partie), ist das Geld so knapp, dass sich\u00a0 <em>Plutocracy<\/em> sogar z\u00e4h anf\u00fchlt. \u00dcberraschungen sind praktisch unm\u00f6glich, da es keinen Zufall und nur eine \u00fcberschaubare Menge an m\u00f6glichen Z\u00fcgen gibt. Da ist es dann Schade um die sch\u00f6ne Kernidee!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/plutocracy\/\">Gew\u00fcnscht habe ich mir daher<\/a> \u201e<em>eine gr\u00f6\u00dfere Erweiterung (\u2026), eine Erweiterung, die eine weitere M\u00f6glichkeit ins Spiel bringt, optimale Zugfolgen zu unterbrechen, eine Erweiterung, die eine Alternative bietet, falls der gerade Weg geradewegs ins Verderben f\u00fchrt, eine Erweiterung, die &#8211; ja, ich sag es ganz offen &#8211; auch ein klein wenig <\/em><em><strong>Un<\/strong><\/em><em>berechenbarkeit ins Spiel bringt.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>\u201eGro\u00df\u201c ist die Erweiterung nicht, sie besteht lediglich aus 30 Karten. Aber sie bringt tats\u00e4chlich etwas Unberechenbarkeit hinein und sie bietet eine gew\u00fcnschte Alternative zur linearen Verschiffungskette des Grundspieles.<\/p>\n<p>Diese Alternative sind die namensgebenden Passagiere: Sie k\u00f6nnen (einzeln, es gibt wohl nur eine Kabine auf den Raumschiffen) zus\u00e4tzlich zu den G\u00fctern transportiert werden und wollen auch irgendwohin. Wer von wo nach wo will, ist zuf\u00e4llig und dadurch ist das Spiel zumindest nicht durch die Startaufstellung vorherbestimmt. Es bleibt allerdings dennoch sehr berechenbar, denn der Durchsatz an Passagieren \u00e4ndert sich nur, wenn irgendwo einer aufgenommen wird. Das ist \u00fcberschaubar, zumal es keinen Grund gibt, einen Passagier nicht aufzunehmen, wenn der nur so ungef\u00e4hr in die Richtung m\u00f6chte, in die man ohnehin fliegt(Ansonsten nicht, da man die Passagiere nicht einfach auf dem falschen Bahnhof aussetzen kann &#8211; Wir sind ja nicht die Deutsche Bahn!). Da man ohnehin selten viel weiter als bis zum n\u00e4chsten Planetenumschwung plant, spielt dieser Zufallsfaktor selten eine entscheidene Rolle und schl\u00e4gt nicht in einen Gl\u00fccksfaktor um.<\/p>\n<p>Der Lohn der M\u00fche ist dann aber nicht etwa Geld, sondern sogenannte <em>Favors<\/em>. also Gefallen, also einmalig einzusetzende Spezialeffekte. Jeder Favor bleibt so lange im Besitz einer Person, bis er eingel\u00f6st oder ein anderer Favor aufgenommen wird. Auch das schafft eine leichte Unberechenbarkeit, da andere eventuell vor einem den Lieblingsgefallen nehmen. Ironischerweise erh\u00f6ht diese Unsicherheit aber das Gedenke, denn in diesem Falle muss man alle \u00dcberlegungen von vorne beginnen. Ein gr\u00f6\u00dferer Kritikpunkt sind die Favors an sich, die von der Spannbreite her doch sehr stark variieren. Besonders unangenehm ist ein Effekt, dessen St\u00e4rke nach dem Erwerb mit einem W12 (!) ausgew\u00fcrfelt wird. Hier sieht man besonders deutlich, dass ein Gl\u00fccksfaktor auch zum Spiel passen muss. Bei einem solchen deterministischen Spiel wie es <em>Plutocracy<\/em> ist, kann der W\u00fcrfelwurf einen praktisch uneinholbaren Vor- aber auch Nachteil bedeuten; Gl\u00fccksfaktor und Spiel passen hier nicht zueinander, das Ergebnis eines Nicht-mittleren Ergebnisses ist Frust &#8211; je nachdem bei sich oder bei anderen (Die L\u00f6sung ist zweimal zu w\u00fcrfeln und den h\u00f6heren Wert nehmen, wodurch dieser Favor aber recht stark werden kann).<\/p>\n<p>Insgesamt aber ist das Zusammenspiel von Passagieren von Favors (von denen man sich gl\u00fccklicherweise aussuchen kann, welche sich im Spiel befinden) recht ordentlich, so dass sie unbedingt ins Spiel geh\u00f6ren, weil sie f\u00fcr dringend ben\u00f6tigte Varianz sorgen und das Puzzlespiel erweitern.<\/p>\n<p>Sie sind aber leider keineswegs ausreichend, um meine Kritikpunkte tats\u00e4chlich zu beseitigen. Sie erh\u00f6hen aber die Denktiefe und damit die Spieldauer. Das liegt auch an dem Bezahlsystem: Wer einen Favor will, nimmt sich die Karte und etwaigen darauf liegenden M\u00fcnzen und <strong>legt dann aus eigener Tasche<\/strong> auf alle noch ausliegenden Favors M\u00fcnzen. Der Mechanismus ist aus anderen Spielen bekannt und ist potentiell gut geeignet, auch unattraktivere Favors irgendwann attraktiv zu machen. Doch in diesem Fall wird die im Spiel befindliche Geldmenge ja nicht erh\u00f6ht. Dadurch sind Taxifahrten wenig lukrativ &#8211; der Spezialeffekt ist selten auch nur ann\u00e4hernd so viel wert, wie ein erfolgreicher Handel. Mehr noch, wenn nur\u00a0 weniger attraktive Favors im Spiel sind, wird die keiner nehmen wollen, weil man dann die Favors f\u00fcr die anderen billiger (es liegt eine Karte, die bezahlt werden muss, weniger aus) UND attraktiver. Der Impact der Favors ist dann noch geringer als ohnehin schon. Auf mich pers\u00f6nlich wirkt das System auch etwas klobig und nicht so richtig elegant. Ich habe nicht ausprobiert, was passiert, wenn das Geld einfach aus dem Vorrat kommt, aber das w\u00e4re zumindest die nat\u00fcrlichere L\u00f6sung gewesen. Den Grund f\u00fcr das System konnte ich dem Spieldesign jedenfalls nicht entlocken.<\/p>\n<p>Doch vor allem habe ich ein wenig das Gef\u00fchl, dass hier insgesamt der Mut fehlte, <em>wirklich<\/em> in das Spielgeschehen einzugreifen. Die Passagiere sind eine nette Idee, aber keine Alternative zum (nach wie vor linearen) Handel. Die Favors sind gerade f\u00fcr Einmaleffekte zu schwach und im Erwerb tats\u00e4chlich manchmal sogar zu teuer, um wirklich mehr zu sein, als ein kleines Schr\u00e4ubchen. Mehr Geld zus\u00e4tzlich zu den Favors w\u00e4re auch gut gewesen. Ich w\u00e4re auch begeisteter, wenn die Favors origineller w\u00e4ren, aber ich vermute daf\u00fcr gibt es im Grundspiel zu wenig Variablen, mit denen man herumspielen kann. Vielleicht soll die Erweiterung auch nur ein kleines Schmankerl sein, wie der Brite sagt, und eben keine gro\u00dfe Erweiterung, die am Motor wesentliches \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Vielleicht kommt die Gro\u00dfe Erweiterung ja noch, die Kleine ist jedenfalls wenig mehr als eine Variante &#8211; au\u00dfer man m\u00f6chte Solo spielen.<\/p>\n<p>Das <strong>Solo-Spiel<\/strong> ist insofern ein anderer Schnack, weil es sich auf das Taxifahren beschr\u00e4nkt: Handelssystem, Ratssitze, Favors und die Auftr\u00e4ge auf der Erde spielen allesamt nicht mit. Wir m\u00fcssen lediglich Passagiere von A nach B transportieren, ohne dass diese zu lange warten m\u00fcssen. Wer einen Planeten zu lange nicht anf\u00e4hrt verliert ebenso wie faule Transportunternehmen, die insgesamt zu wenig Passagiere bedienen. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe l\u00e4sst sich einstellen, h\u00e4ngt aber vor allem vom Losgl\u00fcck ab: Wenn die Passagiere bl\u00f6de kommen, hat man kaum eine Chance.<\/p>\n<p>Doch ist das genau die Unsicherheit, die ein Solospiel braucht, wenn es mehr sein m\u00f6chte, als eine durchrechenbare R\u00e4tselaufgabe! Mehr noch: Die Solovariante konzentriert sich auf die Dinge, die bei <em>Plutocracy<\/em> Spa\u00df machen: Das nutzen der Planetenbewegungen und der Zeitleiste. Nat\u00fcrlich hilft es, dass es alleine keine Downtime gibt und das Spiel zu Ende ist, wenn man sich verkalkuliert hat, aber dennoch: In dieser Form sieht man wie cool ein Pick up &amp; Deliver mit flexiblem Spielplan (!) und Zeitleiste, die steuert, wann bestimmte Dinge passieren, eigentlich sein kann. Ob eine reine Taxisimulation auch im Mehrpersonenspiel auf Dauer genug bieten w\u00fcrde, wei\u00df ich nicht, aber das Spielgef\u00fchl der Solovariante ist genau das, was ich von einem Pick up&amp; Deliver erwarte.<\/p>\n<p>Vielleicht fahre ich aber auch einfach gerne Space Taxis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"lslide active aligncenter\" src=\"https:\/\/www.lemonamiga.com\/games\/media\/screens\/full\/space_taxi\/space_taxi_04.png\" alt=\"Space Taxi 3 screenshot\" width=\"320\" height=\"256\" data-thumb=\"\/games\/media\/screens\/small\/space_taxi\/space_taxi_04.png\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Verlag: Doppeldenkspiele Autor: Claudio Bierig Spielerzahl: 1-4 Spielende (Besser 1-3) Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: 70-120 Minuten (mehr Optionen hei\u00dft mehr Zugtiefe) Ich habe nicht nachgez\u00e4hlt, aber ich glaube die folgende Rezension ist l\u00e4nger als die Regeln zu du der Mini-Erweiterung, die ich bespreche. 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