{"id":25135,"date":"2024-03-04T20:24:50","date_gmt":"2024-03-04T18:24:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=25135"},"modified":"2024-03-05T10:51:34","modified_gmt":"2024-03-05T08:51:34","slug":"mlem-die-astrokatzen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/mlem-die-astrokatzen\/","title":{"rendered":"Mlem -Die Astrokatzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autor<\/strong>: Reiner Knizia<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: Rebel \/ Asmodee<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 2-5 Spielende <strong>ab<\/strong> 8 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 30-60 Minuten<\/p>\n<p>Die <em>spielbar<\/em> mit Katzencontent! Die Astrokatzen aus <em>Mlem<\/em> sind in Berlin gelandet, wo sie ihre schwierigste Mission bew\u00e4ltigen m\u00fcssen: Gegen <em>Can\u00b4t Stop<\/em> zu bestehen.<\/p>\n<p>Georgios hatte vor kurzem beklagt, dass Spiele zu oft mit anderen Spielen verglichen werden, statt sich darauf zu konzentrieren, was die die Spiele eigentlich auf den Tisch bringen. Ich stimme dem theoretisch zu, ignoriere das aber aus Prinzip trotzdem. Wenn ein Spiel mit einem <em>Can\u00b4t Stop<\/em> &#8211; Mechanismus auftaucht, m\u00f6chte ich schon wissen, warum ich nicht einfach <em>Can\u00b4t Stop<\/em> spielen soll. Au\u00dferdem bieten <em>Can\u00b4t -Stop<\/em>&#8211; Spiele sowieso immer und grunds\u00e4tzlich alles dasselbe: Man wird verleitet zu \u00fcberbieten, man macht mehr, als man eigentlich sollte und dann <em>B\u00e4m!<\/em>&#8211; Schl\u00e4gt das Schicksal zu und Schadenfreude und so. Oder umgekehrt: Es klappt wider Erwarten und <em>B\u00e4m!<\/em> &#8211; man hat einen gro\u00dfen Coup gelandet. H\u00e4h\u00e4- Nehmt das Mitspielende!<\/p>\n<p>Mechanisch orientiert sich <em>Mlem<\/em> aber nun nicht nur am Namensgeber des Genres (W\u00fcrfel werfen und rechtzeitig aussteigen, sonst verliert man alles in der Runde erreichte), sondern vor allem auch an <em>Celestia\/Cloud 9<\/em> (das wiederrum aus <em>Diamant<\/em> und <em>Game of Greed<\/em> entstanden ist). Das bedeutet vor allem, dass man nicht nur f\u00fcr sich alleine w\u00fcrfelt, sondern dass immer alle mitgenommen werden und das eine wesentliche Spielentscheidung darin liegt, wann man aussteigt bzw. wie lange man dem aktuell W\u00fcrfelenden vertraut, den Karren (bzw das Raumschiff) voranzubringen: Wenn keine passende Zahl gew\u00fcrfelt wird, st\u00fcrzen alle ab. Ausgestiegende verbleiben aber da, wo sie ausgestiegen sind. Ja, diese Struktur ist schon sehr dich an <em>Celestia<\/em> dran (sorry, Georgios).<\/p>\n<p>Auch von der Ausstattung her erinnert <em>Mlem<\/em> an <em>Celestia <\/em>(Sorry, Georgios): In beiden F\u00e4llen haben wir es mit einem eigentlich einfachen \u201eHoffen&amp;Bangen\u201c-Spiel zu tun, dass f\u00fcr Puristen eigentlich mehr als Genug Emotion und Zock beinhaltet, dass jedoch mit einer Menge Zeugs und einer Menge Material vermeidlich aufgewertet wird. Das Zeugs erschwert den Zugang zum Spiel etwas, zum Gl\u00fcck \u00a0wurde die gute Entscheidung getroffen, einen Teil der Regel in optionale Module auszulagern. Das Grundspiel ist erst einmal solide genug, um Lust auf mehr (ergo: Die Module) zu machen, ohne sich selbst im Wege zu stehen.<\/p>\n<p>Das Material ist nat\u00fcrlich schick, kommt aber ebenso nat\u00fcrlich mit einem Preis. Gut, dank hoher Auflage liegt dieser unter 40\u20ac, aber so ganz kann man den Eindruck nicht absch\u00fctteln, dass die Spielidee auch in eine sehr viel kleinere, unauff\u00e4lligere Schachtel gepasst h\u00e4tte, wo sie eventuell eher von der Zielgruppe mitgenommen worden w\u00e4re &#8211; So wie es die <em>Heckmeck<\/em>-Reihe bei Zoch geschafft hat (Sorry, Georgios). Die Gefahr einer gro\u00dfen Schachtel mit viel Material und vielen (wenn auch z.T. optionalen) Regeln ist immer, dass auch ein entsprechend schweres Spiel hinter dem Material erwartet wird- was <em>Mlem<\/em> nun definitiv nicht ist. Tats\u00e4chlich ist <em>Mlem<\/em> ziemlich genau das, was man sich ein <em>Celestia<\/em>&#8211;<em>Cant-Stop-<\/em>Spiel (Sorry, Georgios) von Reiner Knizia vorstellt:<\/p>\n<p>Alle fahren mit, aber alle d\u00fcrfen entscheiden mit <em>welcher<\/em> Katze sie mitfahren und alle haben leicht unterschiedliche Eigenschaften\u00a0 (die Katzen, nicht die Mitspielenden).<\/p>\n<p>Captain Katze w\u00fcrfelt und versucht bestimmte Zahlen zu treffen. Gelingt das: Juchu! Das Raumschiff bewegt sich vorw\u00e4rts, aber die entsprechenden W\u00fcrfel gehen weg. Au\u00dfer die eine besondere Zahl, die W\u00fcrfel nicht verschwinden l\u00e4sst. Das sorgt nicht nur f\u00fcr Spannung, sondern auch f\u00fcr bemerkenswert unterschiedliche Verl\u00e4ufe: Manch Kater kommt kaum aus dem Muspott, der n\u00e4chsten Katze gelingt dagegen alles, ohne dass W\u00fcrfel verloren gehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25137\" aria-describedby=\"caption-attachment-25137\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-25137\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-300x300.jpg\" alt=\"Mlem Spielsituation, Rakete auf erstem Feld es werden 4 Einsen gew\u00fcrfelt.\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-700x700.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-2048x2048.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-370x370.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-270x270.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-570x570.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-500x500.jpg 500w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/20240304_185259-740x740.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-25137\" class=\"wp-caption-text\"><em>Wir wollen hoch hinaus, aber wir verlieren gleich vier W\u00fcrfel um lediglich 4 Felder zu schaffen. Das reicht nicht mal, um die Umlaufbahn zu verlassen!<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Siegpunkte gibt es f\u00fcr erreichte und auch tats\u00e4chlich betretende Ziele, manche sofort, manche erm\u00f6glichen das Erf\u00fcllen von Auftr\u00e4gen und bei Spielende gibt es noch eine Mehrheitenwertung f\u00fcr Planetenbesucher. Das ergibt insbesondere f\u00fcr eine geringe Mitspielendenanzahl keinen ganz eng sitzenden Wertungsanzug, sondern wirkt ein paar Nummern zu gro\u00df. Nicht weil es zu kompliziert f\u00fcr diese Art Spiel w\u00e4re (die Wertungen sind einfacher als einige der Sonderf\u00e4higkeiten bei \u00e4hnlichen Spielen), sondern weil vieles kaum oder gar nicht richtig genutzt wird. Selten kommt es tats\u00e4chlich zu einem Wettkampf auf einem Planeten, nicht alle Auftr\u00e4ge werden erf\u00fcllt und auch die Katzenf\u00e4higkeiten kommen z.T. deutlich weniger zu tragen, als erwartet. So wirken die Regeln nicht passgenau &#8211; f\u00fcr ein Kniziaspiel schon ungew\u00f6hnlich. Vor allem aber trennt das Spiel die Emotion von der Endwertung. So sch\u00f6n die Punktechips auch sind, so un\u00fcbersichtlich sind diese und daher endet das Spiel mit einem l\u00e4ngeren Zusammenz\u00e4hlen von Punkten. Eine schlichte Siegpunktleiste h\u00e4tte die Dramaturgie bis zum Ende halten k\u00f6nnen (gerade weil die Planeten erst am Ende Punkte abwerfen, f\u00fchlt man sich nicht wirklich abgeh\u00e4ngt), so wie es ist,\u00a0 folgt auf die Emotionsachterbahn des Spieles eine reine Buchhaltungsphase. Selbst wenn man sich f\u00fcr das eigene Abschneiden interessiert, ist das Ausrufen der Punktest\u00e4nde am Ende antiklimatisch. Das ist so als w\u00fcrde die Achterbahn der Gef\u00fchle nicht mit einer Steilkurve enden, sondern mit einer langen Geraden, in der man 10 Minuten lang im Schritttempo vor sich hin tuckert, bevor man aussteigen darf.Das Zusammenz\u00e4hlen von extrem un\u00fcbersichtlichen Punktechips passt mMn nicht zum emotionalem Spiel davor. Hier haben wir wirklich den\u00a0 Bruch zwischen Spiel und Spielendewertung, der so gerne bei Eurogames bem\u00e4ngelt wird (dort aber eher passt, weil diese Spiele ja eh auf Punkteoptimierung ausgelegt wurden). Meist sind die Punkteabst\u00e4nde gering (logisch, weil ja alle zusammen auf <del>Kaper<\/del>Raumfahrt fahren), aber da man w\u00e4hrend der Partie aufgrund der Streuwertung keine Ahnung hat, wo man steht, werden die Punkte eher zur Kenntnis genommen, anstelle dass man der Wertung entgegenfiebert. Ein &#8220;Schaff ichs noch?&#8221; \u00e1 la Cant Stop (Sorry Georgios), fehlt hier deswegen.<\/p>\n<p>Dieser emotionale Bruch mag zwar mein gr\u00f6\u00dfter Kritikpunkt an <em>Mlem<\/em> sein, aber es ist kein Dealbreaker, Knizia hat wieder durchaus solides abgeliefert. Allerdings fragt man sich schon ein\u00a0 wenig, warum die Module einfach nur &#8220;More of the same sind&#8221;: Geheime Auftr\u00e4ge, zus\u00e4tzlich zu den offenen oder Pl\u00e4ttchen, die auf bestimmten Feldern Sondereffekte oder Siegpunkte bringen, wenn man dort landet, vergr\u00f6\u00dfern den Siegpunktsalat zwar, verfeinern ihn aber nicht. Nur durch das Ufo werden die Ausgangslagen vor den einfachen Fl\u00fcgen etwas (sic) asymmetrischer, was dem Spiel guttut.<\/p>\n<p>Mich am\u00fcsiert \u00fcbrigens enorm, dass der Titel nirgendwo aufgel\u00f6st wird (nein, es ist NICHT die Organsiation, die Katzen ins Weltall jagd). Hier hilft nur Captain Suchmaschine!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: Reiner Knizia Verlag: Rebel \/ Asmodee F\u00fcr 2-5 Spielende ab 8 Jahren Spieldauer: 30-60 Minuten Die spielbar mit Katzencontent! Die Astrokatzen aus Mlem sind in Berlin gelandet, wo sie ihre schwierigste Mission bew\u00e4ltigen m\u00fcssen: Gegen Can\u00b4t Stop zu bestehen. 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