{"id":25058,"date":"2024-02-13T18:18:31","date_gmt":"2024-02-13T16:18:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=25058"},"modified":"2024-02-13T18:18:31","modified_gmt":"2024-02-13T16:18:31","slug":"drachentanz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/drachentanz\/","title":{"rendered":"Drachentanz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autor<\/strong>: DuGuWei<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: frechverlag<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 2-6 Spielende <strong>ab<\/strong> 7 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 15-30 Minuten<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/verlagsuebersicht-fractal-juegos-mit-expedicion-a-5x-und-nebula\/\">Neulich<\/a> hatte ich verlautbaren lassen, dass \u201eGleichzeitig eine Karte aussuchen, spielen und hoffen dass ich nicht dasselbe denke, wie alle anderen\u201c nicht so mein Lieblingsmechanismus w\u00e4re. Das hei\u00dft aber nicht, dass ich dieser Spielegattung grunds\u00e4tzlich negativ gegen\u00fcber eingestellt w\u00e4re: <em>6 Nimmt!<\/em> ist eines meiner Lieblingsspiele, <em>Edel, Stein &amp; Reich<\/em> mag ich alle drei sehr. Die Frage: Wann gef\u00e4llt mir dieser Mechanismus und wann nicht? Die Frage ist durchaus relevant f\u00fcr die Besprechung von <em>Drachentanz<\/em>, denn &#8211; \u00dcberraschung! &#8211; alle spielen gleichzeitig eine Karte aus und hoffen, dass sie nicht dasselbe gedacht haben, wie alle anderen.<\/p>\n<p>Ein Faktor ist die Einfachheit: Ich m\u00f6chte mich schnell entscheiden k\u00f6nnen, ich m\u00f6chte nicht erst alle m\u00f6glichen anderen Karten der anderen absch\u00e4tzen m\u00fcssen und im Kopf ein gro\u00dfes Flussdiagramm entlangfahren. Ich m\u00f6chte schnell und aus dem Bauch heraus eine Entscheidung treffen. Das ist bei <em>Drachentanz<\/em> schon deswegen der Fall, weil nur drei Karten zur Auswahl stehen &#8211; die Auswahl geht also flott.<\/p>\n<p>Obwohl ich keine tiefgreifenden Analysen betreiben will, \u00a0m\u00f6chte ich einigerma\u00dfen gezielt spielen; Karten einfach abzulegen ist auf Dauer eint\u00f6nig, vor allem wenn die Auswahl mehr oder minder zuf\u00e4llig geschieht. In der von mir favorisierten <em>6 Nimmt<\/em> &#8211; Variante, bei der die Karten, die im Spiel sind, bekannt sind, kann ich recht gut absch\u00e4tzen, wie riskant eine bestimmte Karte ist: Liegt in der Auslage eine 22 als dritte Karte, so kann ich die 24 einigerma\u00dfen sicher spielen. Anders ausgedr\u00fcckt: <em>6 Nimmt<\/em> ist bei aller Unsicherheit und Zock <em>transparent<\/em>. \u00c4hnliches l\u00e4sst sich auch \u00fcber <em>Drachentanz<\/em> sagen: Die gespielten Karten werden in aufsteigernder Reihenfolge unter die Punktekarten gelegt. Wird dann ein bestimmter Wert mit allen drunterliegenden Karten erreicht, gewinnt man die Punktekarte, sonst bleibt die Karte wirkungslos bis zur n\u00e4chsten Runde liegen. Da die Handkarten Werte bis maximal 10 haben, sind die Spielr\u00e4ume \u00fcberschaubar. Mit einer sehr niedrigen Karte, werde ich wahrscheinlich auf die erste Punktekarte zugreifen, mit einer sehr hohen auf die letzte. In der Mitte ist die Unsch\u00e4rfe naturgem\u00e4\u00df gr\u00f6\u00dfer. Da aber transparent ist, wie hoch die Karte sein muss, um die Punktekarte, wenn ich sie denn an die richtige Stelle legen darf, auch tats\u00e4chlich \u00a0zu bekommen, kann ich gezielt auf bestimmte Werte zocken oder die Auslage f\u00fcr diese Runde verloren geben und die versuchen die n\u00e4chste Runde vorzubereiten.<\/p>\n<p>Trotz aller Transparenz: Wenn in einem Spiel die \u00dcberraschungen fehlen, verflacht das Spielerlebnis bald und verkommt zur Routine. Bei <em>6 Nimmt<\/em> haben wir einen kleinen Spielbruch, wenn pl\u00f6tzlich eine besonders niedrige Zahl gespielt wird und dadurch eine Reihe verschwindet, mit der niemand gerechnet hat. Das sorgt f\u00fcr Emotionen, Gegrummel und Gel\u00e4chter am Tisch, weil eben etwas nicht vorhersehbares geschehen ist. Das Unvorhersehbare wirkt dabei aber nicht willk\u00fcrlich, denn das Damoklesschwert der genommenen Reihe schwebt ja die ganze Zeit \u00fcber einem. Man neigt nur dazu, es geflissentlich zu ignorieren.<\/p>\n<p><em>Drachentanz<\/em> hat ein \u00e4hnliches Element: Wer eine Zwei spielt, spielt die am Ende an eine beliebige Reihe. Da dadurch die anderen ihre Karten zuerst ausspielen, bleibt eine Punktekarte am Ende frei (es sind immer so viele Punktekarten wie Mitspielenden im Spiel). Eine sicher geglaubte Karte auf der letzten Position, oder ein sicheres \u00fcberspringen einer b\u00f6sen Vier (die Minuspunkte bringt, aber eben schon mit jeder Karte mit einem Wert \u00fcber drei gewonnen wird) wird pl\u00f6tzlich zur selbst gestellten Stolperfalle. Diese taucht selten genug auf, dass es nicht willk\u00fcrlich wirkt, aber oft genug, um zu unterhalten, um das Spiel pfiffig zu halten und Routine zu vermeiden.<\/p>\n<p>Man sieht, dass <em>Drachentanz<\/em> durchaus zu den \u201egleichzeitig eine Karte spielen\u201c &#8211; Spielen geh\u00f6rt, die mir gefallen: Es hat die Einfachheit, die ein Absacker braucht, es hat die Transparenz und die \u00dcberraschungen, die n\u00f6tig sind, um das Spiel fesselnd und nicht beliebig oder repetitiv werden zu lassen. Und man spielt mehrere Durchg\u00e4nge, so dass sich auch vollkommen unpassende Kartenh\u00e4nde kompensieren lassen.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Es ist ein gutes Design.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DuGuWei Verlag: frechverlag F\u00fcr 2-6 Spielende ab 7 Jahren Spieldauer: 15-30 Minuten Neulich hatte ich verlautbaren lassen, dass \u201eGleichzeitig eine Karte aussuchen, spielen und hoffen dass ich nicht dasselbe denke, wie alle anderen\u201c nicht so mein Lieblingsmechanismus w\u00e4re. 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