{"id":249,"date":"2007-11-16T22:00:42","date_gmt":"2007-11-16T20:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/festival"},"modified":"2010-09-23T17:10:04","modified_gmt":"2010-09-23T15:10:04","slug":"festival","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/festival\/","title":{"rendered":"Festival"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/festival.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Grimpeur<br \/>Autor: Shinsuke Yamagami &#038; TCD <br \/>Spieleranzahl: 4-5<br \/>Alter: ab 10 Jahre<br \/>Spieldauer: 20 Minuten<\/p>\n<p>Es ist kein Geheimnis, dass ich seit dem letzten Jahr ein Fan von japanischen Kartenspielen bin: <i>Traders of Carthage<\/i> gewann den Sylvester, <i>R-Eco<\/i> geh\u00f6rt immer noch zu meinen Lieblings-Absackern. Hinzu kommt noch das etwas \u00e4ltere <i>Fairy Tale<\/i>, das ebenfalls ein sehr ansprechender Vertreter seiner Gattung ist, bei dem allerdings die vielen, vielen Vernetzungen und Karteneffekte f\u00fcr eine (f\u00fcr einen Absacker) etwas hohe Einstiegsh\u00fcrde sorgen. <br \/>So ist es kein Wunder, dass ich mich auch dieses Jahr f\u00fcr die japanischen Vertreter der Kartenspielgattung interessiere. Leider konnte ich bislang nur eines spielen, das aber ausreichend oft f\u00fcr eine Rezension: <br \/><i>Festival<\/i> erweckt auf den ersten Blick den Eindruck eines <i>Fairy-Tale<\/i>-Light, denn auch hier werden Karten in einem (vereinfachten) Draftmechanismus ausgeteilt. Die Effekte sind aber deutlich \u00fcberschaubarer. Wenn sich dieser erste Eindruck verdichten w\u00fcrde, w\u00e4re das eine tolle Sache&#8230; <\/p>\n<p>Der Startspieler zieht auf jeden Fall eine Karte mehr als Spieler teilnehmen, sieht sich alle Karten an, sucht sich eine aus und gibt den Rest weiter. Der n\u00e4chste sucht sich seinerseits eine aus etc. Der letzte hat logischerweise die Auswahl zwischen zwei Karten. Ist das was schlechtes? Erst einmal nicht. Die Karten unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Farbe (es gibt deren f\u00fcnf) und in zweiter Linie in ihrem Punktwert, der ein oder zwei Sterne betr\u00e4gt. Au\u00dferdem haben die Karten noch eine Zahl zwischen 1 und 9, doch dazu gleich mehr. Zur\u00fcck zur Frage: <br \/>Nein, am Anfang ist es ziemlich egal, welche Karte man nimmt. Am Ende irgendwann nicht mehr, denn man m\u00f6chte m\u00f6glichst alle 5 Farben mindestens einmal haben, von einigen (m\u00f6glichst vielen) Farben mehr Sterne haben, als die Mitspieler und dabei sollten nicht so viele Doppelsternkarten dabei sein. Genau dann n\u00e4mlich maximiert man seine Punkte (Es gibt Punkte f\u00fcr verschiedene Farben, f\u00fcr Mehrheiten und zweite Pl\u00e4tze in Farben und Punktabzug f\u00fcr Doppelsterne). <\/p>\n<p>Da man in der ersten Runde aber noch nicht wei\u00df, was noch kommt, ist die Kartenwahl egal. Klar ist jedoch, dass es im Laufe des Spieles immer mehr darauf ankommt, die Karten zu ziehen, die man wirklich braucht &#8211; die fehlende Farbe oder ein fehlender Stern in einer bestimmten Farbe, in der man um die Mehrheit k\u00e4mpft. Zum Gl\u00fcck kann man beeinflussen, wann man Karten ziehen kann: <br \/>W\u00e4hlt man n\u00e4mlich eine Karte aus, darf diese verdeckt oder offen abgelegt werden. Klar, wer die Karte verdeckt ablegt, hat den Vorteil, dass die Mitspieler nicht wissen, welche Karten man sammelt. Wer offen ausspielt hat aber den Vorteil, dass man zuerst ausw\u00e4hlen darf: Neuer Startspieler wird n\u00e4mlich der Spieler, dessen Karte die kleinste Zahl zeigt &#8211; und um das zu nutzen, muss man die Karten offen spielen. Der Startspieler kann dann die Karten an den Spieler seiner Wahl weitergeben. Dabei m\u00fcssen aber erst Spieler bedient werden, die in der letzten Runde Karten offen gelegt haben. <br \/>Zusammengefasst gilt also: Wer seine Karte offen legt, verr\u00e4t was er gerne h\u00e4tte, hat aber generell mehr Auswahl. Wer sie verdeckt legt, h\u00e4lt seine W\u00fcnsche geheim, muss aber auch mit dem auskommen, was \u00fcbrig bleibt. Eigentlich ein ganz nettes Dilemma. <\/p>\n<p>Leider bleibt es letztlich bei \u201eeigentlich\u201c. In der Praxis spielt sich <i>Festival<\/i> etwas <i>zu<\/i> simpel &#8211; selbst f\u00fcr ein Absackerspiel fehlt Substanz. Dabei ist das Grundprinzip gar nicht schlecht, aber der Bonus f\u00fcr alle 5 Farben ist so hoch, dass sich kein Spieler erlauben kann, darauf zu verzichten &#8211; durch die verdeckten Karten ist es aber (besonders zu f\u00fcnft wo mehr Karten vergeben werden) fast unm\u00f6glich einen Spieler gezielt von der fehlenden Farbe fern zu halten. Und die Mehrheiten sind so knapp und so zuf\u00e4llig, dass wirklich fieses oder auch nur gezieltes Spielen schwer f\u00e4llt. Das ist umso bedauerlicher, als dass Grundgedanke und Auswahlmechanismus durchaus gefallen k\u00f6nnen &#8211; Vielleicht h\u00e4tte eine sechste Farbe gut getan, und zum Ausgleich ein paar Drei-Sterne-Karten (die dann noch mehr Punktabzug bringen als die Doppelsterne). <br \/>In der vorliegenden Form ist Festival aber ein ziemliches Durchschnittsspiel, dass man spielen kann, aber beileibe nicht muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: GrimpeurAutor: Shinsuke Yamagami &#038; TCD Spieleranzahl: 4-5Alter: ab 10 JahreSpieldauer: 20 Minuten Es ist kein Geheimnis, dass ich seit dem letzten Jahr ein Fan von japanischen Kartenspielen bin: Traders of Carthage gewann den Sylvester, R-Eco geh\u00f6rt immer noch zu meinen Lieblings-Absackern. 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