{"id":24735,"date":"2023-12-11T19:35:37","date_gmt":"2023-12-11T17:35:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=24735"},"modified":"2023-12-11T19:35:54","modified_gmt":"2023-12-11T17:35:54","slug":"verlagsuebersicht-play-with-us-design-cheers-vita-mors-vita-mors-conspiro","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/verlagsuebersicht-play-with-us-design-cheers-vita-mors-vita-mors-conspiro\/","title":{"rendered":"Verlags\u00fcbersicht Play with us Design : Cheers, VITA MORS, Vita Mors: Conspiro"},"content":{"rendered":"<p><em>Play with us Design<\/em> ist ein Verlag aus Taiwan, der Spiele des Taiwanesischen Autoren Shi Chen ver\u00f6ffentlicht. Doch das ist nicht das einzige gemeinsame Merkmal der Spiele: Zumindest die drei Spiele, die ich in Essen mitgenommen habe, basieren alle auf dem Umgang mit Informationen. Wie das geschieht ist jeweils unterschiedlich, aber stets ungew\u00f6hnlich. Da ist es ein bisschen Schade, dass die Spielregeln diesen Punkt nicht richtig herausarbeiten. Zudem erschwert das Format und die Schriftgr\u00f6\u00dfe (die vermutlich eigens f\u00fcr diese Spielereihe erfunden wurde) das Lernen der Regeln. In alle drei Spiele muss man sich daher in das jeweilige Spiel reinarbeiten, idealerweise mit offenen Proberunden. Dabei geht es nicht nur um das pure Regelverst\u00e4ndnis (bereits eine gewisse H\u00fcrde), sondern nicht zuletzt auch ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr <em>Was<\/em> man eigentlich <em>Wie<\/em> und <em>Warum<\/em> tut.<\/p>\n<p>Ob sich der Aufwand lohnt? Das h\u00e4ngt davon ab, was man will. Ungew\u00f6hnlich sind die Spiele allemal, man wird also zumindest etwas neues kennenlernen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-24736\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-700x700.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-2048x2048.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-370x370.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-270x270.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-570x570.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-500x500.jpg 500w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182215-740x740.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Cheers<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 3-6 Spielende ab 6 Jahren (sinnvoll eher ab 8)<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 15-25 Minuten<\/p>\n<p><em>Cheers<\/em> ist in erster Linie ein Partnerspiel (mit Varianten f\u00fcr ungeraden Spielerzahlen) bei dem es darum geht ein Rezept aus 5 Drinks nachzubauen. Dazu muss man die erforderlichen Getr\u00e4nkekarten auf der Hand haben, ohne dass falsche Getr\u00e4nke dabei sind. Man darf also gerne zu viele Karten der geforderten Arten haben (Mehr Rum ist immer gut!), aber eben nichts falsches (Aber blo\u00df keinen Eierlik\u00f6r da reinkippen!) Getr\u00e4nke(karten) bekommt man vor allem von den anderen. Wer in einer Partnerschaft den Auftrag erf\u00fcllt spielt keine Rolle, so ist es sinnvoll wenn einer eher sammelt und der andere ihm die Drinks zuschustert. Wie in der Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Nun ist das nicht so einfach, wenn man die Karten der anderen Person nicht kennt und da kommen wir zu den erw\u00e4hnten Informationen:<\/p>\n<p>Wer einfach nur eine Karte <em>\u00fcbergibt<\/em>, wei\u00df nicht, ob das jetzt sinnvoll war oder nicht &#8211; hatte mein gegen\u00fcber diesen Drink schon? Bin ich n\u00fctzlich gewesen oder habe ich nur wertvolle Zeit vertr\u00f6delt?<\/p>\n<p>Daher gibt es die M\u00f6glichkeit eine Karte zu <em>spielen<\/em>: Jede Karte zeigt neben dem Drink noch ein kleines Bild einer anderen Flasche. Hat die angespielte Person diese Flasche auf der Hand, wird angesto\u00dfen und beide beteiligten Karten m\u00fcssen an <strong>verschiedene<\/strong> Personen abgegeben werden. So kann man nicht nur seinem Gegen\u00fcber helfen nicht ben\u00f6tigten Fuel loszuwerden, sondern auch Informationen sammeln, wer welche Karten \u00fcberhaupt hat. Das ist trotz einfacher Regeln recht ungew\u00f6hnlich und vor allem ein bisschen \u00fcber Bande gespielt: Man testet mit einer Karte ob eine andere Karte im Deck ist und gleichzeitig werden beide Karten zu anderen Personen bewegt. Welches Spielen da wann sinnvoll ist, wird nur langsam klar. Vieles ist experimentell und dieser Eindruck wird durch den Zufallsfaktor noch verst\u00e4rkt: Gerade am Anfang spielt man noch relativ blind Karten und wenn dadurch ein Team gewinnt, ist das unbefriedigend. Erst wenn die Spieldauer etwas l\u00e4nger dauert, kann man etwas gezielter gegen ungewollte Karten vorgehen (auch gegen eigene, denn man darf eine Karte auch auf sich selbst spielen). Allerdings bleibt das Nachziehgl\u00fcck Nachziehgl\u00fcck.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist <em>Cheers<\/em> noch etwas zu wenig strukturiert, Zufallseffekte lassen sich kaum von Gewolltem unterscheiden. Es ist irgendwo interessant, aber es fehlt genauso irgendwo auch noch ein Puzzleteil.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-24737\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-192x300.jpg\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-192x300.jpg 192w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-449x700.jpg 449w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-96x150.jpg 96w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-768x1197.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-985x1536.jpg 985w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-1314x2048.jpg 1314w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-370x577.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-270x421.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-570x889.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-321x500.jpg 321w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-740x1154.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182307-scaled.jpg 1642w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VITA MORS<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 3-6 Spielende ab 10 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 15-25 Minuten<\/p>\n<p>\u201eSocial Deduction\u201c ist ein merkw\u00fcrdige Genrebezeichnung, denn wirkliche \u201eDeduktion\u201c findet in den wenigsten Spielen dieses Genres statt. Die meisten Social Deduction &#8211; Spiele sind eigentlich Bluffspiele mit geheimen Teams. Oft ist das Erraten der Teams implizit oder explizit das einzige Ziel dieser Spiele.<\/p>\n<p><em>Vita Mors<\/em> ist in diesem Sinne eigentlich kein Social Deduction &#8211; Spiel; Zwar gibt es auch hier eben jede traditionellen geheimen Teams, aber die Teamzugeh\u00f6rigkeit ist bis auf eine gewisse \u00a0Unsicherheit schnell zumindest grob bekannt: Um ihr Ziel zu erreichen, gibt es nicht viele M\u00f6glichkeiten, als im offensichtlich besten Interesse des Teams zu agieren. Einzig eine Person versucht zu verhindern, dass kein Team gewinnt und so daf\u00fcr sorgt, dass man die Teamzusammensetzung eben nicht zu 100% bestimmen kann. Diese Restunsicherheit ist alles was das Spiel braucht, weil die soziale Deduktion hier eben kein reiner Selbstzweck ist: Beide Teams m\u00fcssen durch Abstimmung erreichen, dass bestimmte Karten f\u00fcr die jeweilige Seite gew\u00e4hlt werden. Die ersten ein, zwei Runden dienen daher zur Informationssuche, wer vermutlich auf der eigenen Seite ist und wer nicht. Denn dann kann man gezielt seine (einmaligen) F\u00e4higkeiten einsetzen, um Stimmen zu verdoppeln oder Leute zu blockieren oder \u00e4hnliches. Da in jeder Runde jede Person nur einmal Ziel einer solchen Aktion sein darf, spielt zudem die Reihenfolge in der agiert wird, eine gro\u00dfe Rolle. Dadurch wird <em>Vita Mors<\/em> sehr taktisch: \u201eSpiele ich eine schwache Sonderf\u00e4higeit auf mich selbst, damit mich niemand blockiert? Oder soll ich verhindern, dass die Startspielerin ihren Verdoppler auf sich selbst einsetzt, in dem ich sie blockiere? Aber wenn die n\u00e4chste Runde eine wichtigere Karte kommt, fehlt mir die Blockadeeigenschaft \u2026 Eine der F\u00e4higkeiten ist zudem \u201eDrehe die Stimme des Zieles ins Gegenteil!\u201c was f\u00fcr sch\u00f6ne \u201eEr denkt, dass ich denke\u201c-Momente sorgen kann.<\/p>\n<p>Da zudem die Karten, \u00fcber die man abstimmt auch Sonderf\u00e4higkeiten haben, die aber erst sichtbar sind, wenn \u00fcber sie abgestimmt wird, muss st\u00e4ndig improvisiert werden. Das Spiel steht dadurch sp\u00e4testens von Runde Drei an st\u00e4ndig auf Messers Schneide. Obwohl es \u201enur\u201c um Abstimmen und den etwaigen Einsatz einer kleinen Sonderf\u00e4higkeit geht, ist <em>Vita Mors<\/em> unglaublich spannend. Und weil es eben trotz der geheimen Teams kein Social Deduction &#8211; Spiel darstellt, gilt das auch bei kleineren Spieleranzahlen.<\/p>\n<p>Allerdings: Die Person, die auf Zeit spielen muss, hat bei uns kein einziges Mal gewinnen k\u00f6nnen. Es ist (vermutlich) nicht unm\u00f6glich, aber eben sehr schwierig. Die Rolle ist f\u00fcr die Dynamik sehr wichtig, erfordert aber mehr Spielerfahrung als die normale Teamzugeh\u00f6rigkeit. Spa\u00df machte sie mir dennoch. <em>Vita Mors<\/em> ist eines der Spiele, die man nach einer Partie sofort noch einmal spielen muss, weil man erst dann wei\u00df, woher und wohin der Hase l\u00e4uft und wem er den Most mitbringt. Zum Gl\u00fcck ist <em>Vita Mors<\/em> kurz genug, dass diese Zweitpartie auch problemlos folgen kann. Und dann eine dritte\u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-24738\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-700x700.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-2048x2048.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-370x370.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-270x270.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-570x570.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-500x500.jpg 500w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/20231208_182446-740x740.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vitamors: Conspiro<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 5-10 Spielende ab 15 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 30-60 Minuten<\/p>\n<p><em>Conspiro<\/em> ist dagegen ein &#8220;echtes&#8221; Social Deduction Spiel. Aber eines was mit dem Informationsmanagement umgeht, wie kaum ein anderes. Man k\u00f6nnte es in dieser Hinsicht als Ergebnis der Progression ansehen, die mit dem eher zuf\u00e4lligen <em>Cheers<\/em> begann und mit dem sehr sorgf\u00e4ltigen Informationshaushalt von <em>Vita Mors<\/em> weitergef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Auch hier gibt es zwei Teams (aber keine neutralen Spielenden), wie bei dem <em>Wiederstand<\/em> kennt sich eines davon. Wie bei <em>Vita Mors<\/em> muss auch hier eine bestimmte Kombination aus Personenkarten per Abstimmung auf eine Seite gezogen werden, damit das eigene Team gewinnt. Wie auch beim <em>Wiederstand<\/em> ist ein Team hier in der Minderheit und so eigentlich kaum in der Lage, alleine Abstimmungen zu gewinnen.<\/p>\n<p>Alles andere macht <em>Conspiro<\/em> anders, als andere Social Deduction &#8211; Spiele; Hier geht es nicht darum, lautstark die eigene Unschuldigkeit zu beteuern, um die anderen zu Fehlern zu zwingen. Hier geht es darum, <em>\u00a0Informationen zu<\/em> <em>manipulieren<\/em>:<\/p>\n<p>Der Kniff, mit dem dies gelingt, ist der: Damit die Mehrheit \u00fcberhaupt gewinnen kann, muss sie mindestens vier Abstimmungen <em>verlieren<\/em>. Also, mit Absicht. Welche Abstimmungen verliert man denn freiwillig? Was braucht man nicht? Und sehen das die anderen in meinem Team genauso? Und wer ist das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Der zweite Kniff ist, dass alle Personenkarten ausschlie\u00dflich verdeckt gespielt werden und erst mit dem Spielende aufgedeckt werden. Wie bei <em>Vita Mors<\/em> gibt die R\u00fcckseite zwar eine grobe Richtung vor, aber nur dahingehend \u00a0dass dargestellt wird, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Karte welche Person darstellt.<\/p>\n<p>Wer eine Karte spielt, kennt diese nat\u00fcrlich, aber eben als einzige*r und kontrolliert somit den Informationsfluss mit (und kann nat\u00fcrlich auch l\u00fcgen). Alle haben lediglich einmal pro Spiel die M\u00f6glichkeit sich eine gespielte Karte anzusehen &#8211; aber nur eine Person kann dies pro Runde tun und es besteht eine Chance, dass dabei sogar Informationen verloren gehen. Der Informationsfluss ist also wohltemperiert. Das sorgt f\u00fcr Unsicherheit und Spannung, weil die Wahrscheinlichkeiten schnell erfasst werden k\u00f6nnen und alle am Tisch unterschiedliche Karten kennen &#8211; aber niemand alle Informationen hat (anders als bei Spielen wie <em>Wiederstand<\/em> oder <em>Werw\u00f6lfe<\/em>). Wo sich die soziale Deduktion woanders darauf beschr\u00e4nkt, herauszufinden, wer denn jetzt \u201edie B\u00f6sen\u201c sind, ist die Identit\u00e4tsfrage hier bestenfalls Mittel zum Zweck. Hier ist die Kernfrage ob die \u201egewonnenen\u201c Karten \u00fcberhaupt wichtig f\u00fcr das jeweilige Team waren und wie unsicher ein etwaiger Sieg wohl w\u00e4re. Das h\u00e4ngt schon damit zu tun, wer eigentlich f\u00fcr die eigene Seite spielt, aber eben nur mittelbar.<\/p>\n<p>Ob jemand gewonnen hat, entscheidet sich erst, wenn mindestens zwei Personen das Spielende einl\u00e4uten wollen . Sie k\u00f6nnen das aber nur tun, wenn beide Seiten gen\u00fcgend Karten gesammelt haben, um theoretisch gewinnen zu k\u00f6nnen. Und wer einen Spielsieg fordert, muss den auch erreichen, sonst verliert man! Aber manchmal kann man nicht warten, weil das andere Team voraussichtlich die ben\u00f6tigten Karten in der n\u00e4chsten Runde bekommt &#8211; oder doch nicht?<\/p>\n<p>Obwohl <em>Conspiro<\/em> ein klassisches Social Deduction &#8211; Spiel ist, ist die Dynamik doch eine v\u00f6llig andere als in vergleichbaren Spielen. Gerade weil mehr erreicht werden muss, als die \u201eB\u00f6sen\u201c ausfindig zu machen, f\u00fchlt sich <em>Conspiro<\/em> frisch an. Die Dynamik bedeutet aber auch, dass man <em>Conspiro<\/em> mehrfach spielen muss. Erst beim Spielen kristallisiert sich heraus, welchen Sinn die m\u00f6glichen Handlungen haben und wie man mit den Informationen umgehen sollte. Das ist ausgesprochen reizvoll, braucht aber einen l\u00e4ngeren Atem als vergleichbare Spiele.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>#Spiel23<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Play with us Design ist ein Verlag aus Taiwan, der Spiele des Taiwanesischen Autoren Shi Chen ver\u00f6ffentlicht. Doch das ist nicht das einzige gemeinsame Merkmal der Spiele: Zumindest die drei Spiele, die ich in Essen mitgenommen habe, basieren alle auf dem Umgang mit Informationen. Wie das geschieht ist jeweils unterschiedlich, aber stets ungew\u00f6hnlich. 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