{"id":242,"date":"2007-10-17T21:23:52","date_gmt":"2007-10-17T19:23:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/akkon"},"modified":"2010-09-22T21:15:44","modified_gmt":"2010-09-22T19:15:44","slug":"akkon","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/akkon\/","title":{"rendered":"Akkon"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/akkon.jpg\" align=\"left\"\/>Verlag: Goldsieber Spiele<br \/>Autor: Christian Fiore und Knut Happel<br \/>Spieleranzahl: 2-5<br \/>Alter: ab 10 Jahre<br \/>Spieldauer: 60-90 Minuten<\/p>\n<p><center><i>\u201cDrei Schritte vor und zwei zur\u00fcck. <br \/>Alle bewegen sich im Einheitsschritt\u201c<br \/>-Einheitsschritt von isecs<\/i><\/center><\/p>\n<p>Rezensieren ist ja weitestgehend eine dankbare Aufgabe: Ein Spiel ein paar mal in verschiedenen Besetzungen spielen. Ein paar Zeilen verfassen. Online stellen und auf die Rezensionsexemplare warten, die jeden Moment zur T\u00fcr reinkommen&#8230; <br \/>Naja, mit den Rezensionsexemplaren klappt es nicht immer so &#8211; bislang schickt mir nur Goldsieber Spiele und die auch nur, wenn ich sie auch rezensiere. Aber man kann nicht immer gewinnen. <br \/>Knifflig wird\u2019s wenn man ein Spiel rezensieren soll, das &#8230;\u00e4h&#8230; nicht so richtig begeisterungsw\u00fcrdig ist. Das schwierige ist dabei weniger sich zu \u00fcberwinden, die Graupe noch einmal auszupacken, sondern das schlechte Gewissen, das einsetzt, wenn man ein Spiel, das die ersten Male schon keinen Spa\u00df gemacht hat, seinen ahnungslosen Mitspielern mit den Worten andrehen muss: \u201eWir k\u00f6nnen das ja mal spielen. Ich glaub, das k\u00f6nnte ganz gut sein.\u201c&#8230; <\/p>\n<p>So, nach dieser &#8211; nat\u00fcrlich absolut bedeutungslosen &#8211; Einleitung kommen wir zu der eigentlichen Rezension der Goldsieber-Essen-Neuheit <i>Akkon<\/i>. Wer es nicht wusste (wie ich): Akkon ist eine Stadt, die bei den Kreuzz\u00fcgen eine wichtige Rolle spielt. Es geht also um Tempelritter und Kreuzz\u00fcge. Und um Glauben, Macht, Ansehen und Gold. <\/p>\n<p>Oder auch nicht, denn im Prinzip geht es nur darum auf vier Punkteleisten m\u00f6glichst weit nach vorne zu wandern. Um das zu erreichen, bedarf es Karten. Diese sind sehr sch\u00f6n gestaltet (\u00e4hnlich denen aus \u201e<i>S\u00e4ulen von Venedig<\/i>\u201c) und kommen in verschiedenen Sorten. Unterscheiden tun sie sich aber eigentlich nur darin, welche Leiste betroffen ist, um wie viele Felder es geht und ob jemand anderes auch betroffen ist. Allerdings ist nichts umsonst und die Karten sind keine Ausnahme: Zum einen m\u00fcssen sie erst erworben werden (dazu gleich mehr), zum anderen haben sie auch laufende Kosten. Diese werden mit Kl\u00f6tzen bezahlt, die f\u00fcr die erw\u00e4hnten Tempelritter stehen und belaufen sich zwischen 1-3, wobei unter Umst\u00e4nden ein Rabatt drin ist. <br \/>Gemeinerweise ben\u00f6tigt man diese Tempelritter auch um die Karten \u00fcberhaupt zu bekommen &#8211; und das ist der Kernmechanismus des Spiels. Jede Runde beginnt damit, dass die Spieler die Tempelritter verdeckt zu den 6 Kartenstapeln spielen. Haben alle gepasst, wird aufgedeckt (die Ritter haben unterschiedliche Werte. Hinzu kommen 3 Spezialritter) und die oberste Karte jeden Stapels geht an den Punktbesten vor Ort. Bei Gleichstand gehen alle dort leer aus, was &#8211; nebenbei bemerkt &#8211; den F\u00fchrenden beg\u00fcnstigt. Die nicht verwendeten Ritter werden dann benutzt, um die Karten durchzuf\u00fchren. Wer sich also auf den Erwerb von Karten konzentriert kann wenig durchf\u00fchren und umgekehrt. <\/p>\n<p>Das klingt vielleicht etwas abstrakt und mechanisch, aber&#8230; Nicht aber! Das Spiel IST abstrakt und mechanisch und hat au\u00dfer den Kartennamen nichts mit dem Thema am Hut. Das w\u00e4re nicht weiter schlimm, doch es hat auch ein paar ernsthafte Macken. So geht es wirklich nur darum auf den Leisten nach vorne zu gehen und die Gegner zur\u00fcck zu schicken. Gez\u00e4hlt wird erst bei Spielende &#8211; bis dahin wandern die Spieler vor und zur\u00fcck, ohne kurzfristiges Ziel. Zwar gilt es jede Runde Bonusgegenst\u00e4nde abzugreifen, aber das beseitigt das Problem nicht, es versch\u00e4rft es eher: Zu dritt ist es schwer einen F\u00fchrenden zu stoppen, denn besonders die Vorteile Macht und Gold resultieren praktisch einmal in dem automatischen Gewinn einer Karte und einmal in einer zus\u00e4tzlichen Aktion. Zu viert k\u00f6nnen die Karten den aktuell F\u00fchrenden leichter zu Fall bringen. Das Resultat ist ein uninspirierendes Hin- und Hergeschiebe, das an das o.g. Zitat erinnert: Der F\u00fchrende geht 2 Schritte vor, der n\u00e4chste setzt ihn 2 zur\u00fcck, der dritte tauscht mit ihm die Pl\u00e4tze und n\u00e4chste Runde geht alles mit dem neuen F\u00fchrenden von vorne los. Manchmal kann sich einer absetzen, aber das hat eher mit Gl\u00fcck als mit K\u00f6nnen zu tun: Wie bei Blind-Bidding-Spielen oft der Fall, ist der Ausgang einer Versteigerung nicht vorhersehbar. Zu dritt d\u00fcrfte jeder irgendwo gewinnen (wenn sich nicht gerade zwei \u00fcberall streiten &#8211; wobei sich der dritte folgerichtig freut), bei gr\u00f6\u00dferen Spielerzahlen ist das Gewinn einer Karte auch Gl\u00fcckssache. Und wer sich in seiner Runde auf das Ersteigern von Karten konzentriert hat, nur um \u00fcberall zu verlieren oder ausgepattet zu werden, kann sich zurecht gespielt f\u00fchlen. Hier fehlt das Spiel, das zu dem Kartenversteigerungsmechanismus passt. Jede Runde passiert dasselbe, wenn auch anderen Spielern. Es gibt keine echte Progression, keinen nennenswerten Spannungbogen, nur die wage Hoffnung, bei Spielende hat sich zuf\u00e4llig eine Konstellation ergeben, bei der ich der Punktbeste Spieler bin. <\/p>\n<p>Das alles w\u00e4re nicht weiter schlimm, wenn Akkon in die Pecunia non olet &#8211; Kerbe schlagen w\u00fcrde. Aber Akkon ist erst beendet, wenn einer der Stapel aufgebraucht ist und das dauert selbst in kleiner, schnell spielender Runde eine Stunde, was etwa 30-40 Minuten zu lang ist. Zu viert dauert es naturgem\u00e4\u00df l\u00e4nger, zumal durch das dann h\u00e4ufigere Auspatten die Kartenstapel langsamer schmelzen. Und zu f\u00fcnft? In Vollbesetzung ist das Spiel in der vorliegenden Fassung schlicht unspielbar: Der f\u00fcnfte Spieler muss n\u00e4mlich die schwarzen Steine nehmen, die mit &#8211; ACHTUNG! &#8211; schwarzen Zahlen und Symbolen bedruckt sind. Die Lampe, bei deren Licht man die Steine unterscheiden kann, muss noch erfunden werden. Auch der blaue Spieler braucht gute Augen, aber zu viert w\u00fcrde ich Akkon eh nicht empfehlen. Allerdings w\u00fcrde ich es GAR nicht empfehlen wollen (Ich w\u00fcrde eher empfehlen etwas anderes zu kaufen), aber zu dritt ist es noch am ertr\u00e4glichsten. <br \/>Vermutlich nicht das Votum, was der Verlag gerne h\u00f6ren w\u00fcrde, aber was solls. <\/p>\n<p>Nach dem soliden Pecunia non olet und dem wirklich guten S\u00e4ulen von Venedig nun ein sehr unterdurchschnittliches Spiel, das ich ohne Rezensionsverpflichtung nach einer Partie verkauft h\u00e4tte. Schade!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Goldsieber SpieleAutor: Christian Fiore und Knut HappelSpieleranzahl: 2-5Alter: ab 10 JahreSpieldauer: 60-90 Minuten \u201cDrei Schritte vor und zwei zur\u00fcck. Alle bewegen sich im Einheitsschritt\u201c-Einheitsschritt von isecs Rezensieren ist ja weitestgehend eine dankbare Aufgabe: Ein Spiel ein paar mal in verschiedenen Besetzungen spielen. 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