{"id":24175,"date":"2023-05-02T14:36:54","date_gmt":"2023-05-02T12:36:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=24175"},"modified":"2023-05-02T14:36:54","modified_gmt":"2023-05-02T12:36:54","slug":"pacifica","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/pacifica\/","title":{"rendered":"Pacifica"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autoren<\/strong>: Martin Kallenborn, Matthias Prinz<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: Kosmos<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 2 Spielende <strong>ab<\/strong> 10 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 15-30 Minuten<\/p>\n<p>Die Kosmos-Zweipersonenreihe ist legend\u00e4r. Kosmos hatte in den neunziger Jahren, als so ziemlich erster Verlag, Spiele f\u00fcr zwei Personen herausgebracht, die keinen abstrakten Strategiespiele waren. Stattdessen boten sie neben einem Thema auch moderne Mechanismen, waren Kartenbasiert. Das Qualit\u00e4tsniveau war gerade in der Anfangszeit extrem hoch und zudem wurde eine enorme spielerische Bandbreite abgedeckt (ich habe die sogar mal gesammelt, allerdings wurde der Output irgendwann zu hoch f\u00fcr mich, zumal dann auch nicht mehr alle Spiele Br\u00fcller waren). Seit einiger Zeit erscheinen nun nur noch sporadisch Spiele in dieser Reihe. Die Ahnengalerie der Reihe -mit Spielen wie dem <em>Siedler Kartenspiel<\/em>, <em>Kahuna<\/em>, <em>Targi<\/em>, <em>Lost Cities<\/em> oder <em>Blue Moon<\/em> &#8211; sorgt f\u00fcr eine enorme Erwartungshaltung auf die wenigen Titel, die schon handverlesen sein m\u00fcssen, um dieser Haltung gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Bei <em>Pacifica<\/em> kommt nun hinzu, dass es auf dem ersten Blick aussieht wie ein Kartentauziehen &#8211; jenem Genre, bei dem beide Seiten Karten auf ihre Seite spielen, in der Hoffnung, ein \u00dcbergewicht zu generieren. Dieser Designspace ist geradezu aufgef\u00fcllt mit Spielen, die als Vorbilder in Sachen \u201eelegantem Design\u201c gelten und in der jedes neue Spiel sich mit den absolut besten messen lassen muss. Gleichzeitig sind hier gro\u00dfe Innvationen Fehlanzeige, der Designspace gilt als weitestgehend ausgereizt.<\/p>\n<p>Bei so viel Gep\u00e4ck kommt <em>Pacifica<\/em> beim informierten Spielendem nicht ohne Vorbehalte auf den Tisch; Wie soll dieses Spiel mit der etwas mischmaschigen Graphik und nichtssagendem Thema (Atlantis aber im Pazifik oder so. W\u00e4re aber ne Gelegenheit gewesedn, das <em>Carcassonne S\u00fcdsee<\/em> zu nennen) gegen die Geschichte bestehen?<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck f\u00fcr <em>Pacifica<\/em> versucht es gar nicht den Weg anderer Tauziehen zu gehen, sondern setzt auf sehr viel weniger Konfrontation. Zwar gibt es auch hier sehr viele Schaupl\u00e4tze (Genauer Gesagt ganze Sieben.\u00a0 Plus den \u201e\u00dcberall-Vertreten-Sein\u201c-Bonusschauplatz macht summasumarum Acht) und wer f\u00fcnf davon gewinnt, gewinnt. Aber dies geschieht mehr im Stile eines klassischen Euros, als im Stile eines Kampspieles \u00e1 la <em>Riftforce<\/em>: Karten werden ausgespielt und aktiviert und wer eine bestimmte Anzahl davon bei einem Schauplatz liegen hat, erh\u00e4lt den Punkt, der aber verloren gehen kann, wenn die andere Person die n\u00e4chste Zielzahl erreicht. Das Interessante ist jetzt, wie unterschiedlich die Kartenstapel sind: Einige Stapel enthalten \u00fcberwiegend bereits vor-aktivierte Karten, die einfach ausgelegt werden k\u00f6nnen. Andere enthalten Karten, die, wenn sie erf\u00fcllt sind, Bedingungen anderer Karten erf\u00fcllen (und auch erst dann f\u00fcr die Zielzahl z\u00e4hlen. Und die starken Karten haben zwar viele Bedingungen, bringen aber nette Effekte mit sich, die das Spiel entscheiden k\u00f6nnen. Je nachdem wo sich die Spielenden bekriegen, aber auch je nach dem wo welche Karten gezogen werden (in einer Partie spielt nur ein Bruchsteil der Karten eine Rolle), gibt es sehr unterschiedliche Partien. Dabei ist <em>Pacifica<\/em> eher taktisch als strategisch: Werden viele vorausgef\u00fcllten Karten gezogen, gibt es ggf einen \u00dcberbietungswettkampf auf wenigen Positionen. Wer\u00a0 hier kein Land sieht, wird aber schnell zu den Kombokarten wechseln, die mehr Geduld beim Aufbauen erfordern, dann aber das Potential haben, geballt zuschlagen zu k\u00f6nnen &#8211; wenn man sie rechtzeitig fertig bekommt. Oder es ergibt sich, dass \u00fcberall ein bisschen gebaut wird, so dass der Bonus-Schauplatz getriggert wird.<\/p>\n<p>Dabei ist das Aufbauen konstruktiv: Es gehen keine Karten verloren (au\u00dfer gelegentliches Abwerfen von Rohstoffen) und so steuert <em>Pacifica<\/em> zielsicher auf ein Spielende hin &#8211; manchmal klarer und vorhersehbarer, manchmal h\u00e4ngt es an einer gl\u00fccklich gezogenen Karte. Dadurch spielt sich <em>Pacifica<\/em> sehr locker weg. Die Ketteneffekte k\u00f6nnen richtig verzwickt sein und einen herrlich treiben: Ich m\u00f6chte Karte A spielen, muss aber daf\u00fcr eine Karte vom roten Stapel aktivieren, die wiederrum eine aktivierte Karte vom Lila Stapel ben\u00f6tigt, wo ich aber nur Karten habe, die ihrerseits Karten vom braunen bedingen\u2026 Ist es Wert der Karte so hinterherzulaufen, kann ich die ben\u00f6tigten Karten auch sonst irgendwie gebrauchen oder w\u00e4re der daf\u00fcr ben\u00f6tigte Tempoverlust gegen\u00fcber meiner Nemesis auf der anderen Tischseite zu gro\u00df?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-24172\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-700x449.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-150x96.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-768x493.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-1536x986.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-2048x1314.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-370x237.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-270x173.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-570x366.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-779x500.jpg 779w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230501_175224-740x475.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Den Geldsack gibt es f\u00fcr lau (gr\u00fcner Haken).<\/em><em> Die Kiste braucht eine Bev\u00f6lkerung zum Heben, wenn ich die rote Karte aktivieren will, brauche ich Geld, das ich aber ja dank des Sackes schon habe. Es gibt zudem einen Soforteffekt (Blitz)<\/em><\/p>\n<p>Allerdings wirken die 7 Stapel auf mich als w\u00e4re mindestens einer zu viel, so als w\u00e4re eine Erweiterung schon mit im Spiel drin. Einige Stapel haben eine klar unterschiedliche Ausrichtung und erlauben entsprechende Spielweisen. Andere Stapel sind aber eher leichte Abwandlungen anderer und scheinen nur im Spiel zu sein, damit man sich l\u00e4nger aus dem Weg gehen kann und so bleiben einige Stapel regelm\u00e4\u00dfig fast ungenutzt.Ich unterstelle den Autoren schon, dass sie wissen, was sie tun und die Stapel haben bestimmt ihren sinn &#8211; vermutlich w\u00e4re es mit weniger zu ratzfatz entschieden. Aber so ganz \u00e4sthetisch befriedigend ist das f\u00fcr mich nicht; habe ich so doch immer das Gef\u00fchl ich w\u00fcrde einen kleineren Teil des Spieles nutzen, als eigentlich vorgesehen (selbst wenn ich gewinne) und nur die Stapel nutzen, weil mich die Karten gelegentlich dazu treiben, nicht weil ich es will. Das ist ein merkw\u00fcrdiger Kritikpunkt, ich wei\u00df, aber spielerische H\u00fcrden sollten sich in einem Spiel wie Herausforderungen anf\u00fchlen und nicht wie Holzbarrikaden oder Verwaltungsvorschriften. Pacifica sagt gelegentlich: Tut mir Leid, aber da muss ein Zaunpfahl hin, auch wenn sie gar keinen Zaun bauen wollen, ist das Vorschrift! Und dann muss man sich einen Zaunpfahl besorgen. Das macht den Hausbau nicht spannender oder herausfordernder, es ist nur eine weitere Bedingung die erf\u00fcllt werden muss. Zwar sch\u00f6pft <em>Pacifica<\/em> seinen Spielspa\u00df durchaus aus dem Spannungsfeld zwischen &#8220;schnell Karten legen&#8221; und &#8220;Karten erf\u00fcllen, um andere Karten zu erf\u00fcllen&#8221; und ganz ohne dieses Element w\u00fcrde das Spiel auch nicht funktionieren, aber ganz abgeschmeckt wirkt das auf mich noch nicht.<\/p>\n<p>Im globalen ganzen<em> Pacifica<\/em> kann damit sicherlich nicht bei den ganz gro\u00dfen Titeln der Kosmos Zweier-Reihe mitspielen. Selbst die positiven Aspekte des Spieles, also die niedrige Einstiegsh\u00fcrde, das fluffige Spielgef\u00fchl und die angenehme Spieldauer wurden bereits bei anderen Titeln der Reihe abgedeckt und das zum Teil\u00a0 mit clevereren Spielen (aber auch mit deutlich d\u00e4mlicheren) . Aber nat\u00fcrlich haben nicht alle Leute, die zu zweit spielen, alle anderen Spiele der Reihe. Als Startpunkt ist <em>Pacifica<\/em> durchaus ad\u00e4quat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autoren: Martin Kallenborn, Matthias Prinz Verlag: Kosmos F\u00fcr 2 Spielende ab 10 Jahren Spieldauer: 15-30 Minuten Die Kosmos-Zweipersonenreihe ist legend\u00e4r. Kosmos hatte in den neunziger Jahren, als so ziemlich erster Verlag, Spiele f\u00fcr zwei Personen herausgebracht, die keinen abstrakten Strategiespiele waren. Stattdessen boten sie neben einem Thema auch moderne Mechanismen, waren Kartenbasiert. 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