{"id":23836,"date":"2022-12-21T14:25:31","date_gmt":"2022-12-21T12:25:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=23836"},"modified":"2022-12-21T14:25:31","modified_gmt":"2022-12-21T12:25:31","slug":"akropolis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/akropolis\/","title":{"rendered":"Akropolis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag: <\/strong>Gigamic<br \/>\n<strong>Autor: <\/strong>Jules Messaud<br \/>\n<strong>F\u00fcr<\/strong> 2-4 <strong>Spieler*innen<\/strong><br \/>\n<strong>Alter:<\/strong> ab 8 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer:<\/strong> etwa 25 Minuten<\/p>\n<p>Es gibt eine Daumenregel, die lautet: ein Design ist gut, wenn der Nutzer es nicht bemerkt. Selbst oder gerade bei Brettspielen, die Spieler*innen vor Herausforderungen stellen, sticht gutes Design hervor, wenn es unbemerkt bleibt. Gutes Design ebnet den Weg zur Aufgabe, ohne die Spielgruppe zu g\u00e4ngeln und immer wieder in Sackgassen laufen zu lassen.<\/p>\n<p>Um das zu erreichen, gibt es meist zwei M\u00f6glichkeiten. Entweder man nutzt alle Handwerkskniffe, die man kennt, um grafisch, sprachlich und haptisch Anreize zu schaffen, die ohne lange Erkl\u00e4rungen verstanden werden. Oder man pr\u00e4sentiert Konzepte und Ideen, die vertraut und bekannt sind.<\/p>\n<p>Akropolis neigt oft zu letzterem, aber wei\u00df an den richtigen Stellen auch etwas subtiler zu sein. Das ist vielleicht der Grund weshalb es zu gefallen wei\u00df, ohne das man sofort erkennen kann warum dem eigentlich so ist.<\/p>\n<p>Der Spielablauf ist denkbar einfach gehalten. Man w\u00e4hlt Pl\u00e4ttchen aus einer Auslage und legt diese vor sich zusammen. Farbliche Unterschiede bedeuten unterschiedliche Punktebedingungen, die man am Ende des Spiels erf\u00fcllen muss. Werden einzelne Teile der Pl\u00e4ttchen verdeckt, werden die verdeckten Farben ignoriert, aber daf\u00fcr erh\u00e4lt man andere Vorteile.<\/p>\n<p>Etwas berauschend Innovatives wird hier niemand entdecken, der mehr als drei Spielautor*innen beim Namen nennen kann. Aber diese Vertrautheit f\u00fchrt nicht nur zu einem schnellen Einstieg, sie hat auch zur Folge, dass sich die insgesamt elf Spielrunden entspannt herunterspielen lassen. Der Weg zum Spiel bleibt ohne b\u00f6se Wendungen oder hinterlistige Schlagl\u00f6cher. Es ist ein Design, das so eben ist, dass man fast Curling darauf spielen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aber dann besitzt Akropolis doch subtile Details, die es reizvoll genug machen, um eben nicht zu langweilen. Da ist zum einen die Form der Spielpl\u00e4ttchen. Sie h\u00e4tten quadratisch sein k\u00f6nnen. Aber das h\u00e4tte zur Folge, dass die Farbverteilung auf dem Pl\u00e4ttchen mit einem Blick entschl\u00fcsselt werden kann. Es dauert nur Sekundenbruchteile, um zu merken wie die eigene Auslage von einem Pl\u00e4ttchen profitieren w\u00fcrde. In 4 Gods sind die Pl\u00e4ttchen quadratisch und darum wird dort in Echtzeit gespielt. Denn w\u00fcrde man es wie bei Akropolis in Z\u00fcgen spielen, w\u00e4ren die \u00dcberlegungen zu kurz und die Entscheidungen trivial. Die vielen Ecken der Spielpl\u00e4ttchen in Akropolis laden ein sie im Kopf wie auch in der Hand zu drehen und abzuw\u00e4gen, welche M\u00f6glichkeiten sich durch das Anlegen an dieser oder jener Stelle ergeben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_23839\" aria-describedby=\"caption-attachment-23839\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-23839\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-700x523.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-768x574.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-1536x1147.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-2048x1530.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-370x276.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-270x202.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-570x426.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-669x500.jpg 669w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-740x553.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Akropolis-Stadt-80x60.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23839\" class=\"wp-caption-text\">Eine wachsende Polis<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn sich die Pl\u00e4ttchen dann sogar nahtlos und exakt zusammenf\u00fcgen, ist der kurze Endorphinschub gesichert. Wie ein lang gesuchtes Puzzleteil, das nun endlich seine Heimat gefunden hat, schlie\u00dft man L\u00fccken in der eigenen Auslage. Dieser unterschwellige Ordnungs-Kick wird auch in der Schachtel selbst weiter gedacht, in der man s\u00e4mtliche Pl\u00e4ttchen wohl sortiert einordnen kann. Inklusive einer Aussparung f\u00fcr Punktewerteblock, Regel\u00fcbersicht und die anders geformten Startpl\u00e4ttchen.<\/p>\n<p>Ein weiteres, unscheinbares Detail ist die Dicke der Pl\u00e4ttchen selbst. Seit Splendor sollte bekannt sein, dass Spielmaterial, welches einige Gramm extra hat, den Spielzug sowohl wertvoller als auch substantieller erscheinen l\u00e4sst. W\u00fcrde man statt gewichteter Chips lediglich d\u00fcnne Pappscheiben oder Papiergeld nutzen, dann w\u00fcrde Splendor kaum noch Erw\u00e4hnung finden. Die dicken Pl\u00e4ttchen in Akropolis verleihen den eigenen Entscheidungen zumindest unterbewusst \u2013 und man m\u00f6ge mir das unvermeidliche Wortspiel verzeihen \u2013 Gewicht.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re reine Eitelkeit als Kritiker jedes dieser Details einem genialen Plan der Autoren anzudichten. Ebenso w\u00e4re es vermessen, sie als belanglose Nebens\u00e4chlichkeit abzutun. Ein Spiel wirkt immer als ganzes auf uns. Von den Regeln, zu den Illustrationen bis hin zum Material. Dabei ist es unerheblich, ob hinter all diesem eine bewusste Absicht steht oder nicht. Am Ende nehmen wir Spieler*innen alle Facetten des Spiels wahr, egal wessen Kopf sie entsprungen sind. Selbst wenn wir manchmal versuchen unsere Einsch\u00e4tzung des Spiels auf einzelne Momente, Eigenschaften oder Regeldetails zu reduzieren; es ist der Gesamteindruck, der z\u00e4hlt. Dieser ist bei Akropolis vielleicht nicht spektakul\u00e4r und herausragend; aber er ist gut.<\/p>\n<p>Akropolis erfindet das Rad nicht neu. Aber es ist in exakt dieser Kombination und mit genau dieser Beschaffenheit eben doch etwas eigenes. Es ist ein gutes Design, welches \u00fcber seine Regeln Vertrautheit schafft und \u00fcber seine Pr\u00e4sentation zu gefallen wei\u00df. Damit kehrt es die Erwartungshaltung um, die viele an ein Spiel herantragen. Dort muss die Pr\u00e4sentation vertraut sein, aber die Regeln f\u00fcr Wohlgefallen sorgen. Es kann gut sein, dass Akropolis deshalb in manchen Runden durchfallen wird. Aber wer den Spielcharakter an einem Brettspiel genie\u00dfen kann, wird sich wohlf\u00fchlen. Manchmal ist es genau das, was man an einer Spielerfahrung sch\u00e4tzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Gigamic Autor: Jules Messaud F\u00fcr 2-4 Spieler*innen Alter: ab 8 Jahren Spieldauer: etwa 25 Minuten Es gibt eine Daumenregel, die lautet: ein Design ist gut, wenn der Nutzer es nicht bemerkt. Selbst oder gerade bei Brettspielen, die Spieler*innen vor Herausforderungen stellen, sticht gutes Design hervor, wenn es unbemerkt bleibt. Gutes Design ebnet den Weg [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":23838,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-23836","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23836","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23836"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23836\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23840,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23836\/revisions\/23840"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23838"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}