{"id":23157,"date":"2022-05-08T13:04:09","date_gmt":"2022-05-08T11:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=23157"},"modified":"2022-05-15T12:32:15","modified_gmt":"2022-05-15T10:32:15","slug":"imagenius","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/imagenius\/","title":{"rendered":"Imagenius"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>: Piatnik<br \/>\n<strong>Autoren<\/strong>: Oliver Mahy<br \/>\n<strong>Spieleranzahl<\/strong>: 2-4<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 8 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 20 Minuten<\/p>\n<p>Wenn zwei das Gleiche\u00a0 machen, ist es noch lange nicht dasselbe. Sowohl Oliver Mahy als auch Jay Cormier\/Chase Disher hatten die Idee, das \u201ePunkt-zu-Punkt\u201c-System, also das Entstehen von Bildern durch verbinden von aufsteigenden Zahlen, f\u00fcr ein Brettspiel zu nutzen. Die Ergebnisse sind <em>Imagenius<\/em> und <em>Draw the line<\/em> und liegen spielerisch doch sehr weit auseinder (vermute ich. <em>Draw the line<\/em> ist leider immer noch nicht verf\u00fcgbar, so dass ich jetzt doch nur <em>Imagenius<\/em> bespreche):<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23159\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220508_122846-300x247.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"247\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Tats\u00e4chlich die besten Verbindungsb\u00fccher, mit z.T. zweiseitigen Bildern die bis 1000 (und dar\u00fcber hinaus) gehen. <\/em><\/p>\n<p>Bei <em>Draw the line <\/em>liegt der Schwerpunkt darauf (bzw. wird der Schwerpunkt darauf liegen, glaube ich), den Teammitgliedern per Pantomime die Symbole, die verbunden werden sollen darzustellen. Weder Pantomime noch Teams noch selbst gemalte Bilder gibt es bei <em>Imagenius<\/em>. Vielmehr handelt es sich hier um ein \u201eAlle suchen gleichzeitig\u201c-Spiel wie etwa <em>5er finden<\/em>. Aber eben mit dem Kniff, dass das Suchen kein Selbstzweck darstellt.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich funktioniert <em>Imagenius<\/em> mit einer Art Auftragskarte. Die geben an, welche Symbole miteinander verbunden werden m\u00fcssen, ohne irgendeinen Hinweis\u00a0 zu deren Lage zu geben. Die Spielenenden versuchen nun m\u00f6glichst schnell diese Symbole auf ihren Tableaus zu finden und entsprechend zu verbinden. Soweit erst einmal nichts neues, aber richtig verbunden entsteht eine Skizze von irgendetwas. Und genau dieses \u201eEtwas\u201c gilt es zu raten &#8211; wer zuerst r\u00e4t bekommt ggf. einen Bonuspunkt und dreht die Sanduhr um. Alle anderen erhalten also noch eine Chance.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom Kernmechanismus ist diese Wertung schon sehr solide designend, denn sie verhindert Frust. Ein Punkt Vorsprung ist nicht viel (zumal man riskiert beim Falsch raten einen Punkt zu verlieren), so dass sich notorische Schnecken nicht vollends abgeh\u00e4ngt f\u00fchlen m\u00fcssen (siehe <em><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/durchblick\/\">Durchblick<\/a><\/em>). Aber er gibt gen\u00fcgend Anreiz eben doch ein bisschen schneller zu raten, als vielleicht gut w\u00e4re &#8211; man muss n\u00e4mlich gar nicht alle Symbole verbunden haben, bevor ein Rateversuch abgegeben werden darf.<\/p>\n<p>Allerdings ist das auch eine etwas theoretische M\u00f6glichkeit, denn die Skizzen bestehen naturgem\u00e4\u00df aus wenigen Strichen und wenn man da ein paar von wegl\u00e4sst, wird es schon schwierig. Umgekehrt ist das Aha-Erlebnis bei diesem Spiel schon sehr pr\u00e4sent, gerade wenn der entscheidende Strich gesetzt wurde oder man sieht, dass das Bild umgedreht werden muss, um einen Sinn zu ergeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23160\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/20220508_125959-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Was mag das nur sein?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>(Kein Spoiler, nur ne Kritzelei von mir)<\/em><\/p>\n<p>Was die Wertung aber nur teilweise kaschieren kann, ist dass <em>Imagenius<\/em> gelernt werden kann. Wer h\u00e4ufig spielt, hat einen Vorteil gegen\u00fcber jemanden, der nicht einmal eine rudiment\u00e4re Ahnung davon hat, wo die Symbole liegen k\u00f6nnten. Au\u00dferdem gibt es Symbole, die nicht verbunden, sondern umkurvt werden sollen, was besser gelingt, wenn man das schon mal gemacht hat. Auf der anderen Seite ist <em>Imagenius<\/em> eben klar als Familienspiel ausgelegt, in dem die Kinder durchaus gegen die Erwachsenen gewinnen k\u00f6nnen, weil sie schneller gucken (aber schlechter raten). Die meisten spielenden Erwachsenen finden an zeitbasierten Suchspielen schon aufgrund von Altersweitsichtigkeit potentiell etwas weniger Freude. Und nat\u00fcrlich sind die Auftragskarten begrenzt &#8211; aber nicht sehr. Imagenius ist das aktuelle Lieblingsspiel meiner j\u00fcngeren Tochter und wir haben dennoch gerade einmal etwa die H\u00e4lfte der Karten durch. Das ist in der Praxis also kein Problem, wenn man nicht in einer Almh\u00fctte eingeschlossen ist oder so.<\/p>\n<p><em>Imagenius<\/em> und <em>Draw the line<\/em> zeigen aber auch wie wenig eine Idee an sich wert ist: Die Idee &#8220;Punkte verbindenm, um ein Bild raten zu k\u00f6nnen&#8221; ist klarer Ausgangspunkt bei der Entwicklung beider Spiele gewesen, die Kernidee also. Von dieser Idee gingen die Entwicklungen in v\u00f6llig unterschiedliche Richtungen (jaja, hier der Disclaimer von oben einf\u00fcgen). Eine Idee ist eben noch kein Werk und auch wenn die Schritte bei einfachen Spielen wie <em>Imagenius<\/em> auch klein sein m\u00f6gen, so m\u00fcssen sie eben gemacht werden. Wenn zwei das Gleiche machen, ist es eben noch lange nicht dasselbe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Piatnik Autoren: Oliver Mahy Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 8 Jahren Spieldauer: 20 Minuten Wenn zwei das Gleiche\u00a0 machen, ist es noch lange nicht dasselbe. 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