{"id":229,"date":"2007-07-26T18:48:20","date_gmt":"2007-07-26T16:48:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/ubongo-2"},"modified":"2007-07-26T19:00:06","modified_gmt":"2007-07-26T17:00:06","slug":"ubongo-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/ubongo-2\/","title":{"rendered":"Ubongo-Vergleich"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/ubongo.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Kosmos<br \/>Autor: Grzegorz Rejchtman<br \/>Spieleranzahl: 2-4 (gro\u00df); 1-4 (klein)<br \/>Alter: ab 8 Jahren (gro\u00df); ab 7 Jahren (klein)<br \/>Spieldauer: ca. 30 Minuten (gro\u00df); 10 Minuten (klein) <\/p>\n<p>Ja, David gegen Goliath, die klassische Begegnung. Gro\u00dfer Bruder gegen Kleiner Bruder. Schr\u00f6der gegen Merkel. Doping gegen Radsport. <i>Ubongo<\/i> gegen&#8230; <i>Ubongo<\/i>? Ja genau. <i>Ubongo<\/i>, das Spiel mit dem Swahili-Titel gegen den kleinen Bruder gleichen Namens aus der neuen <i>Bring-Mich-Mit<\/i>-Reihe in der auch z.B. eine kleine Version von <i>K\u00f6nnen Schweine fliegen?<\/i> erschienen ist. <\/p>\n<p>Fangen wir mit dem \u201eechten\u201c, dem gro\u00dfen <i>Ubongo<\/i> an. <\/p>\n<p>Alle Bez\u00fcge zu Afrika kann man mit dem \u00d6ffnen der Schachtel \u00fcbrigens hoffnungslos vergessen. Das Thema ist nicht aufgepappt, es ist nicht vorhanden. \u201e<i>Ubongo<\/i>\u201c ist eigentlich ein Titel wie \u201e<i>Quibbix<\/i>\u201c &#8211; ein Fantasywort.  Dass es zuf\u00e4llig dem Afrikanischen entstammt ist unwichtig. Themen verst\u00f6ren nur in Partyspieldenkpuzzleland. Jedenfalls mich. <\/p>\n<p>Wir \u00f6ffnen also die Schachtel ohne an \u201eAfrika\u201c zu denken und finden einige Tafeln und dazugeh\u00f6rige \u201eTetrissteine\u201c vor. Jeder Spieler bekommt einen Satz dieser Steine und einige Tafeln. Ein Spieler bestimmt per W\u00fcrfel die zu l\u00f6sende Aufgabe und alle puzzeln in der von einer Sanduhr bestimmten Zeit drauflos.<br \/>Moment, Puzzeln? <\/p>\n<p>Ja. Jeder Spieler hat eine andere Aufgabe. Die zeigt eine Fl\u00e4che in der (je nach vorher abgemachten Schwierigkeitsgrad 4 oder 5 Tetrissteine eingepasst werden m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich darf nichts \u00fcberstehen und nat\u00fcrlich d\u00fcrfen keine L\u00fccken bleiben und nat\u00fcrlich ist das in der Praxis viel schwieriger als es sich anh\u00f6rt. Und gegen die Zeit sowieso. Und jetzt nicht st\u00f6ren, bitte. Wo kommt jetzt dieses verdammte L-St\u00fcck hin? Das passt nirgendwo. Das Spiel ist kaputt, das geht nicht. Das kann nicht gehen. Oh, doch, ich muss es nur anders herum da in die Ecke setzen. Ach ja, geht doch. Opps, Letzter. Naja, n\u00e4chstes Puzzle bitte! <\/p>\n<p>Es gibt nur zwei Sorten von Menschen: Leute, die knackiges Gepuzzel auf Zeit (wenn\u2019s gut gemacht ist) m\u00f6gen und solche die es nicht tun. Letztere haben die Zeit verschwendet, bis hierhin zu lesen. <\/p>\n<p>Und erstere? Bis hierhin klingt alles ganz euphorisch. Ich liebe <i>Maniki<\/i> oder <i>Flickwerk\/Turbo-Taxi<\/i>. <i>Ubongo<\/i> spielt eigentlich in derselben Liga. <\/p>\n<p>Eigentlich. <\/p>\n<p>Leider habe ich bislang nur die H\u00e4lfte des Spieles erkl\u00e4rt. Denn anders als bei ebengenannten bekommt nicht einfach der Schnellste einen Punkt. Stattdessen gibt es ein \u201eSpiel-im-Spiel\u201c mit dem die Punkte verteilt werden.<br \/>Dazu werden vor Spielbeginn Edelsteine in 6 Farben zuf\u00e4llig auf die 6 Reihen des Spielbrettes verteilt. Jeder hat einen Spielstein, der am Fu\u00df einer Reihe liegt. Wer als erstes das Puzzle gel\u00f6st hat darf seinen P\u00f6ppel um bis zu drei Reihen verschieben und dann die n\u00e4chsten 2 Steine der neuen Reihe nehmen. Der Spieler, der das Puzzle als zweiter gel\u00f6st hat darf um 2 Reihen verschieben und seine Steine nehmen und dann der Spieler der als dritter dran war um 1 Reihe. Der Rest darf nicht verschieben (und auch nur nehmen, wenn das Puzzle in der Zeit gel\u00f6st wurde). Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Steinen in einer Farbe. <\/p>\n<p>Hier wollte jemand mit Gewalt eine originelle Wertung in das Spiel reinbringen. Dadurch muss man sich in der zu schnell vergehender Zeit nun auch noch den Edelsteinreihen widmen &#8211; eine zweite Denkaufgabe, v\u00f6llig anders als die erste. Mich st\u00f6rt das ein wenig, aber das k\u00f6nnte noch als \u201eBiathlon-Effekt\u201c durchgehen: Der Versuch zwei v\u00f6llig unterschiedliche F\u00e4higkeiten fast gleichzeitig abrufen zu k\u00f6nnen. Das eigentliche Problem liegt aber woanders: Gegen Ende liegen die Steine in der favorisierten Farbe oftmals nicht in Reichweite. Dann m\u00fcsste man theoretisch jemand anderen mit Absicht vorlassen. Ein guter Ubongo-Puzzlel\u00f6ser wird also nicht belohnt, sondern muss sich &#8211; wenn er gewinnen will &#8211; selbst zur\u00fcckhalten. Das passt nicht zum Spiel. Ein bisschen ist das so, als w\u00fcrde man bei Schach sagen: \u201eDu hast mich zwar Mattgesetzt, aber damit nicht gewonnen &#8211; erst musst du jetzt noch 2 Figuren opfern. Wenn ich vorher drei Figuren opfere, habe ich gewonnen.\u201c <br \/>Nicht selten gewinnt so nicht der Spieler, der am besten die eigentliche Spielaufgabe gel\u00f6st hat, sondern derjenige, der am meisten Gl\u00fcck mit den Steinen hatte und zumindest ganz ordentlich puzzelte (wer nichts l\u00f6st wird in jedem Fall Letzter). <br \/>Ich empfehle zumindest die beiden besten Sorten zusammenzuz\u00e4hlen, um den Sieger zu ermitteln. Dann bleibt es genauso spannend, das Brett wird irgendwo genutzt und ein guter Puzzler hat eine h\u00f6here Chance das Spiel zu gewinnen. <\/p>\n<p>Ein produktionstechnischer Nachteil der Wertung ist zudem, dass die Steine und das Brett zwar schick aussehen, das Spiel aber ziemlich verteuern. Um die 25\u20ac (z.T- sogar mehr) muss man hinbl\u00e4ttern. Ein bisschen viel f\u00fcr die eigentliche Spielidee, wie ich finde (aber das muss jeder mit sich selbst abmachen). <br \/>Aber daf\u00fcr gibt es ja die kleine Ausgabe &#8211; die kostet ziemlich genau 20\u20ac weniger. Ein sehr fairer Preis, da darf das Material schon mal spartanisch sein. <br \/>Gespart wurde zum einen das ganze Wertungssystem. Zum anderen die Sanduhr. Die Spielerpuzzles sind jetzt Karten. Dort ist weniger Platz drauf und entsprechend brauchen bei den Aufgaben nur noch 2 oder 3 Steine platziert werden. Um den Schwierigkeitsgrad ein bisschen hoch zu halten, d\u00fcrfen die Teile nun aber nicht mehr umgedreht werden. Dadurch sind zumindest die 3-Figuren-Aufgaben tats\u00e4chlich einigerma\u00dfen anspruchsvoll geblieben. Die Zweier sind bis auf weniger Ausnahmen aber tats\u00e4chlich eher sehr leichte Kost. Auf jeder Karte sind pro Schwierigkeitsstufe auch nur 1 R\u00e4tsel abgebildet (statt 6 wie im Grundspiel), damit \u201everbraucht\u201c sich das Spiel deutlich schneller. Ist eben nur eine \u201eReinschnupper-Ausgabe\u201c<\/p>\n<p>Aus Sicht des <i>Ubongo<\/i>-Puzzle-Liebhabers kann man mit den Aufgaben gut leben, bedenkt man vor allem den Preis des Mitbringspieles und die reisetaugliche Kompaktheit der Schachtel. <br \/>\nAus Spieler- und Rezensentensicht herrscht aber auch hier jenseits der Aufgaben nicht gerade heiter Sonnenschein. Zum einen wird das Fehlen der Sanduhr kompensiert, indem der erste bis 20 z\u00e4hlt (die Regel selbst schl\u00e4gt vor, diese Zeit abzuk\u00fcrzen und das kann ich nur unterst\u00fctzen &#8211; Die Aufgaben sind so leicht, dass 20 Sekunden einfach zu viel sind). Solches Abz\u00e4hlen ist immer irgendwie unbefriedigend, denn der eine z\u00e4hlt schneller als der andere. Faires Z\u00e4hlen ist also gefragt. Unelegant aber zu verkraften.<br \/>Zum anderen ist die Wertung nicht gerade top: Wer bis 20 nicht fertig geworden ist, muss seine Karte abgeben, der Rest beh\u00e4lt sie und die Karten z\u00e4hlen am Ende Siegpunkte. Diese Wertung macht nur zu viert richtig Sinn, bei weniger Spielern kommt es schnell mal zu Gleichst\u00e4nden. Erst die Profiregel schl\u00e4gt vor, was bei anderen Spielen dieser Machart Standard ist: Nur der F\u00fchrende beh\u00e4lt seine Karte. Laut Regel darf der Rest noch weiterpuzzeln, ich denke aber, die Karte sollte schnell weg. Sonst sind die Karten zu schnell bekannt. <br \/>Vielleicht ist sogar ein Kompromiss die beste L\u00f6sung: Bis 10 (oder 5) z\u00e4hlen und dann bekommen alle, die noch fertig sind, einen Punkt. Der F\u00fchrende bekommt 2 Punkte. So bleibt es spannend und einigerma\u00dfen gerecht. Noch besser ist es aber eine Sanduhr aus einem anderen Spiel zu nehmen und dann 2 Punkte f\u00fcr den ersten und 1 f\u00fcr alle anderen zu vergeben. Die Laufzeit sollte sich nach den eigenen F\u00e4higkeiten richten. <\/p>\n<p>Und unterm Strich? <\/p>\n<p>Beide Kontrahenten leben von ihrer Grundidee. Das Puzzeln macht wirklich Spa\u00df (wenn man diese Art von Denkspielen denn mag) und die Aufgaben sind knifflig genug um zu fesseln. Das Drumherum ist in beiden Ausgaben, gelinde gesagt, suboptimal gel\u00f6st. Der kleinen Ausgabe mag man noch den unschlagbar g\u00fcnstigen Preis zugute halten, die gro\u00dfe Ausgabe leidet in dieser Form leider etwas an der unausgegorenen Wertung. <br \/>Die kleine mag keine Preise gewinnen, ja nicht einmal dauerhaft auf den Spieltisch kommen, doch sie vermag ihre Idee gut zu verkaufen und neugierig auf das gro\u00dfe Spiel zu machen. Das Klassenziel ist somit erreicht. Besitzer der gro\u00dfen Ausgabe brauchen die kleine aber nicht unbedingt &#8211; h\u00f6chstens zum Aufgabennachschub. <\/p>\n<p>Umgekehrt k\u00f6nnen sich die Fans der kleinen Ausgabe  die gro\u00dfe durchaus zulegen (wenn der Preis nicht abschreckt) &#8211; und entweder mit modifizierter Wertung oder pur genie\u00dfen &#8211; also ohne Steine und Brett, nach der Wertung des kleinen Bruders. <br \/>Oder nach <i>Turbo-Taxi<\/i> oder <i>Maniki<\/i> Ausschau halten. Oder sich <i>Rasende Roboter<\/i> besorgen. Leider sind alle drei Spieler derzeit \u201eout of print\u201c. Also doch <i>Ubongo<\/i>?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: KosmosAutor: Grzegorz RejchtmanSpieleranzahl: 2-4 (gro\u00df); 1-4 (klein)Alter: ab 8 Jahren (gro\u00df); ab 7 Jahren (klein)Spieldauer: ca. 30 Minuten (gro\u00df); 10 Minuten (klein) Ja, David gegen Goliath, die klassische Begegnung. Gro\u00dfer Bruder gegen Kleiner Bruder. Schr\u00f6der gegen Merkel. Doping gegen Radsport. 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