{"id":22681,"date":"2021-12-30T21:19:06","date_gmt":"2021-12-30T19:19:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=22681"},"modified":"2022-01-12T18:11:48","modified_gmt":"2022-01-12T16:11:48","slug":"echoes-der-cocktail","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/echoes-der-cocktail\/","title":{"rendered":"echoes: Der Cocktail"},"content":{"rendered":"<p><b>Verlag:<\/b> Ravensburger<br \/>\n<b>Autoren:<\/b> Dave Neale und Matthew Dunstan<br \/>\n<b>Spieleranzahl:<\/b> 1-6<br \/>\n<b>Alter:<\/b> ab 14 Jahren<br \/>\n<b>Spieldauer:<\/b> 60 Minuten<\/p>\n<p><em>echoes<\/em> (wird klein geschrieben. Warum auch immer) bezeichnet sich selbst als &#8220;Audio Mystery Spiel&#8221; und das ist sicherlich korrekt, aber nur partiell hilfreich: Ja, Audio spielt eine gro\u00dfe Rolle. &#8220;Mystery&#8221; ist aber zumindest doppeldeutig: Gibt es \u00fcbersinnliche Elemente? Nur in soweit, als dass die Rolle der Spielenden in der Spielwelt auf diese Art erkl\u00e4rt wird, innerhalb der Spielinternen Narrative aber eigentlich nicht. Ich vermute hier soll &#8220;Mystery&#8221; eher &#8220;Hier gibt es ein Geheimnis zu l\u00f6sen!&#8221; signalisieren. Damit umgeht Ravensburger das Problem, dass mit der Bezeichnung &#8220;Escape-Game&#8221; einhergeht, denn hier wird nicht entkommen. Generell ist diese Bezeichnung kritisch, denn viele Krimispiele und Escape-Games einigt doch einiges. &#8220;Einmal-Spiele&#8221; ist aber negativ konnotiert und will sich sicherlich kein Verlag auf die Packung schreiben &#8211; aber abgesehen davon, denke ich eh, dass die Bezeichnung verwirrt, ist doch (von der <em>Exit<\/em>-Reihe vielleicht abgesehen) das Einmal-Konzept eher eine in Kauf genommene Nebenwirkung denn ein Zentralmechanismus. Ich benutze die Bezeichnung &#8220;R\u00e4tselspiele&#8221;, denn es geht darum ein oder mehrere R\u00e4tsel zu l\u00f6sen. Und darum geht es auch hier in <em>echoes<\/em>. <em>Nicht<\/em> aber um das L\u00f6sen eines Krimis.<\/p>\n<p>Im Prinzip haben wir hier ein Audiobook einer Krimi-Kurzgeschichte. Die wurde in einzelnde Teile geschnitten. Die meisten Schnipsel sind mit bestimmten Bildern verkn\u00fcpft. So h\u00f6rt man bei Bild A vielleicht das Ende eines Telefongespr\u00e4ches und bei Bild B wie jemand geschlagen wird. Die Aufgabe der Spielenden ist es jetzt erst einmal diese Schnipsel in Kapitel einzuordnen, also heruaszufinden, was zusammengeh\u00f6rt. Anschlie\u00dfend m\u00fcssen noch alle Kapitel in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Insofern wird hier nicht wirklich ein Fall <em>gel\u00f6st<\/em>, sondern es geht prim\u00e4r um mittels Mustererkennung die Geschichte zu rekonstruieren. Nat\u00fcrlich muss durchaus das eine oder andere logisch geschlossen werden: Hier ist die eine Figur noch da, hier ist sie weg, daher kommt das sp\u00e4ter. Hier wird der Gegenstand genutzt, der vorher geholt werden soll etc. Das ist alles durchaus logisch aber nat\u00fcrlich auch nicht gerade bockeschwer. Das ist aber hier auch nicht gewollt. Ich kenne nur diesen Fall, daher kann ich \u00fcber die Sto\u00dfrichtung der Reihe nur aus dem <em>Cocktail<\/em> ableiten, aber es geht hier wirklich eher darum \u00fcber die Geschichte und die Figuren zu spekulieren, als tats\u00e4chliche Deduktionsarbeit zu leisten. Ich w\u00fcrde <em>echoes<\/em> daher eher mit der <em>Undo<\/em>-Reihe vergleichen, die auch ihre St\u00e4rke eher in den Diskussionen und dem Spekulieren hat, als in der echten Detektivarbeit. Das merkt man auch daran, dass hier keinerlei Fragen am Ende gestellt werden, die man beantworten m\u00fcsste. Ich fand es sogar etwas entt\u00e4uschend, dass bestimmte Hinweise gar nicht abgefragt werden, sondern, dass diese lediglich im Epilog <strong>erkl\u00e4rt <\/strong>werden. Bei einem zweiten Fall w\u00fcsste ich, dass es darum gar nicht geht, sondern eben darum, sich gemeinsam eine Geschichte zusammenzupuzzlen. Ein bisschen wie die Sach-Comic, die man in der Schule zusammenpuzzlen soll, nur eben sehr viel interessanter und unterhaltsamer gemacht.<\/p>\n<p><em>echoes<\/em> gro\u00dfer Trumpf ist dabei die Produkitionsqualit\u00e4t: Nicht nur sind die Karten (das einzige Spielmaterial) wirklich hochwertig und enorm gut gezeichnet, vor allem hat die Geschichte wirklich H\u00f6rbuch-Qualit\u00e4t. Bei einem solchen Spiel macht das eine Menge aus &#8211; ich erinnere mich an <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2021\/09\/10\/22320\/\">Instacrime<\/a>, dass genau an der nicht ausreichenden Qualit\u00e4t der Photos scheiterte. Inhaltlich darf man kein Tolstoi erwarten, immerhin leben diese Krimigeschichten ja auch ein St\u00fcckweit davon, dass sie sich bekannter Motive bedienen, damit die Spielenden diese auch l\u00f6sen k\u00f6nnen. Sie ist gut genug, dass die Spielenden motiviert sind, sie sich komplett und noch einmal in der Zusammenfassung anh\u00f6ren zu k\u00f6nnen &#8211; das ist schon in Ordnung.<\/p>\n<p>Ohne die Geschichten der anderen <em>echoes<\/em> zu kennen: Ravensburger erg\u00e4nzt den R\u00e4tselspielbereich um eine neue Facette. Statt die hunderste Variante des Escape-Themas oder ein herk\u00f6mmliches Krimispiel auf den Markt zu werfen, hat man hier das Gef\u00fchl, wirklich mal wieder etwas neues zu tun. Auch wenn das neue, das man tut, lediglich das Ordnen einiger Soundschnipsel ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Ravensburger Autoren: Dave Neale und Matthew Dunstan Spieleranzahl: 1-6 Alter: ab 14 Jahren Spieldauer: 60 Minuten echoes (wird klein geschrieben. Warum auch immer) bezeichnet sich selbst als &#8220;Audio Mystery Spiel&#8221; und das ist sicherlich korrekt, aber nur partiell hilfreich: Ja, Audio spielt eine gro\u00dfe Rolle. &#8220;Mystery&#8221; ist aber zumindest doppeldeutig: Gibt es \u00fcbersinnliche Elemente? [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22682,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-22681","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22681","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22681"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22681\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22722,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22681\/revisions\/22722"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22682"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}