{"id":22660,"date":"2021-12-22T10:46:52","date_gmt":"2021-12-22T08:46:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=22660"},"modified":"2022-01-12T18:10:57","modified_gmt":"2022-01-12T16:10:57","slug":"tiefenrausch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/tiefenrausch\/","title":{"rendered":"Tiefenrausch"},"content":{"rendered":"<p><b>Verlag:<\/b> Noctis Verlag<br \/>\n<b>Autoren:<\/b> Lukas Setzke, Martin Student, Verena Wiechens<br \/>\n<b>Spieleranzahl:<\/b> 1-5<br \/>\n<b>Alter:<\/b> ab 14 Jahren<br \/>\n<b>Spieldauer:<\/b> 3-4 Stunden (laut Schachtel, wir haben knappe 3 Stunden gebraucht)<\/p>\n<p>In der Rezension zum Vorg\u00e4nger von <em>Tiefenrausch<\/em> schrieb ich, dass <em><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/vendetta\/\">Vendetta<\/a><\/em> nach langer Zeit mal wieder ein Krimispiel war, dass kompetent gemacht war. Da kann es nat\u00fcrlich passieren, dass ich es allein wegen der fehlenden Konkurrenz etwas h\u00f6her bewertet habe. Diese These l\u00e4sst sich jetzt mit <em>Tiefenrausch<\/em> \u00fcberpr\u00fcfen &#8211; gleiche Macher und zwischen den beiden habe ich nur ein paar <em>Sherlock<\/em>-F\u00e4lle innerhalb des Genres gespielt.<\/p>\n<p>Wie auch bei <em>Vendetta<\/em>, verk\u00f6rpert man auch bei <em>Tiefenrausch<\/em> nicht etwa den Arm des Gesetzes sondern, \u00e4h\u2026 den Bein des Ungesetzes oder so; Bei <em>Vendetta<\/em> l\u00f6ste man einen Fall als Mafiosi, um dem Paten zu dienen, hier ist man ein Drogenlord, der den Fall l\u00f6sen m\u00f6chte, bevor Interpol auftaucht und die eigenen Machenschaften gef\u00e4hrdet. Auch wenn mir der Rollenwechsel nach wie vor gef\u00e4llt: Das ist hier doch noch etwas konstruierter als im ersten Teil. Ich muss aber gestehen, dass ich ob des Settings leichte Bauchschmerzen habe; \u201eMafiosi in New York\u201c &#8211; das war inhaltlich wie optisch klar im Filmklischee-Bereich \u00e1 la <em>Der Pate<\/em>. Bei \u201eDrogendealer in der S\u00fcdsee\u201c bin ich unsicher, ob das jetzt ebenso eine Film-Schablone ist oder doch schon Vorurteil. Generell ist es nicht immer leicht einzusch\u00e4tzen, wann ein Spiel problematische Vorurteile reproduziert und wann es sich so offensichtlichen Klischees bedient, die eher dazu dienen, eben jene Trennung zwischen Realit\u00e4t und Setting sch\u00e4rfer stellen zu lassen. Auf der anderen Seite, haben die Figuren in Sachen Diversit\u00e4t gegen\u00fcber dem ersten Fall deutlich dazugewonnen. Auch ist es durch die Verbrecherrolle, die man schl\u00fcpft, relativ klar, dass hier nichts verherrlicht werden soll &#8211; es wird deutlich, dass der Rollenwechsel stattfindet, damit man sich nicht mit ethischen Fragen der Ermittlungsarbeit (wie der Notwendigkeit von Durchsuchungsbefehle) belasten muss.<\/p>\n<p>Der Fall selber spielt, wie oben angedeutet, an einer S\u00fcdseeinsel und dreht sich um einen Popstar. Ob die \u00c4hnlichkeiten mit Rhianna\/Barbados nur in den K\u00f6pfen unserer Spielerunde existierte, vermag ich nicht zu sagen. Diese Rolle erkl\u00e4rt auch die sexualisierte Darstellung auf dem Cover, die genau an das Musikbusiness erinnert.\u00a0 Was nun genau passiert ist und so, m\u00f6chte ich nicht spoilern &#8211; genau das herauszufinden, ist ja das Ziel. \u00c4hnlich wie bei <em>Vendetta<\/em> ist auch <em>Tiefenrausch<\/em> Kartengesteuert, wobei die Spielenden relativ viele Entscheidungen treffen m\u00fcssen, die durchaus beeinflussen, was sie wann zu sehen bekommen. Auch Internet und Telefon werden eingebunden, sogar ein Musikvideo wurde produziert. Das ist alles schon sehr solide und stimmig. Zwar hat <em>Tiefenrausch<\/em> nicht ganz die freie Ermittlungsarbeit wie etwa <em>Das Feuer von Adlerstein<\/em>, aber es ist schon sehr viel immersiver als normale Escape Rooms &#8211; man ermittelt schon recht konkret. Die Variabilit\u00e4t der R\u00e4tsel ist zudem wieder recht hoch. <em>Vendetta<\/em> fand ich vom Handlungsbogen her etwas interessanter und klarer strukturiert, aber da reden wir schon \u00fcber Nachkommastellen der (bei uns nicht vorhandenen) Wertung. Der Schwierigkeitsgrad ist zudem recht angenehm; das Sternesystem ist sehr gro\u00dfz\u00fcgig und daher motivierend (obwohl wir den leisen Verdacht hatten, dass es sehr schwer ist, nur die H\u00e4lfte der m\u00f6glichen Punkte zu <em>nicht<\/em> zu bekommen). Anders als bei <em>Crime Storys<\/em> muss man zudem keine angst haben, wirklich essentielle Infos zu verpassen &#8211; man macht es sich ggf. nur ein bisschen schwerer oder leichter, wenn man eine ung\u00fcnstige Option w\u00e4hlt. Ich habe allerdings auch hier das Gef\u00fchl, dass die Entscheidungen bei <em>Vendetta<\/em> noch etwas mehr Gewicht hatten &#8211; weniger f\u00fcr den Hauptfall, aber f\u00fcr die Nebenstorys schon.<\/p>\n<p>Was ist jetzt also aus meiner oben stehenden These geworden? Nun, sowohl <em>Vendetta<\/em> als auch <em>Tiefenrausch<\/em> sind sehr solide Krimipuzzle. Insbesondere merkt\u00a0 man, dass Story und R\u00e4tsel eine Einheit bilden und nicht nebeneinander herlaufen oder dass die Story gar nur Vehikel f\u00fcr abstrakte Logikr\u00e4tsel sind. Nach wie vor, bin ich von dem System sehr angetan und auch wenn mir <em>Vendetta<\/em> ein \u03bc besser gef\u00e4llt, kann ich doch beide empfehlen. Man kann die Spiele sogar weitergeben, wenn man nichts mit Notizen vollmalt &#8211; was will man mehr?<\/p>\n<p>Ich jedenfalls freue mich auf den dritten Teil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Noctis Verlag Autoren: Lukas Setzke, Martin Student, Verena Wiechens Spieleranzahl: 1-5 Alter: ab 14 Jahren Spieldauer: 3-4 Stunden (laut Schachtel, wir haben knappe 3 Stunden gebraucht) In der Rezension zum Vorg\u00e4nger von Tiefenrausch schrieb ich, dass Vendetta nach langer Zeit mal wieder ein Krimispiel war, dass kompetent gemacht war. 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