{"id":22275,"date":"2021-08-30T10:12:53","date_gmt":"2021-08-30T08:12:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=22275"},"modified":"2021-08-30T10:25:21","modified_gmt":"2021-08-30T08:25:21","slug":"brass-birmingham","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/brass-birmingham\/","title":{"rendered":"Brass: Birmingham"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>: Roxley Games \/ Giant Roc<br \/>\n<strong>Autoren<\/strong>: Martin Wallace, Gavan Brown, Matt Tolman<br \/>\n<strong>Spielerzahl<\/strong>: 2-4 Spielende<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 14 Jahren<br \/>\n<strong>Dauer<\/strong>: 60-120 Minuten<\/p>\n<p>Brass: Birmingham spielt w\u00e4hrend der industriellen Revolution im England des 19. Jahrhunderts: der Bl\u00fctezeit des Kapitalismus. Als Gro\u00dfindustrieller er\u00f6ffnet man neue M\u00e4rkte in dem man in die Infrastruktur des Landes investiert. Daf\u00fcr braucht es Kohle und Stahl. Pfiffig ist, wer schnell die steigende Nachfrage nach diesen Rohstoffen bemerkt. Denn dann positioniert man sich so, dass man davon profitiert, dass andere Englands Wirtschaft aufbauen. Im Idealfall macht man mit den eigenen Fabriken Geld und profitiert gleichzeitig davon, dass andere die ihren aufziehen.<\/p>\n<p>Diese Verflechtung aus Angebot und Nachfrage an Ressourcen auf Anhieb zu durchschauen ist nicht einfach. Es wird sogar dadurch erschwert, dass mehrere Industriearten gegr\u00fcndet und weiterentwickelt werden wollen. Jede davon mit anderen finanziellen Anreizen. Zus\u00e4tzlich muss man geografische Einschr\u00e4nkungen und Gewichtungen auf dem Spielbrett im Auge behalten. Eine feine Unterscheidung, die man erst mit mehr Spielerfahrung richtig einordnen kann. Zus\u00e4tzlich muss man auch beachten welche Ver\u00e4nderungen und M\u00f6glichkeiten sich ergeben, wenn jemand neue Vertriebswege zwischen Orten baut. Man muss wissen welche Ressourcen und Aktionen \u00fcber fremde Anbindungen m\u00f6glich sind und welche nicht. Man muss beachten unter welchen Bedingungen Ressourcen vom Markt gekauft werden m\u00fcssen, d\u00fcrfen und wann nicht. Zu guter Letzt muss man auch beachten wann man gezwungen ist Ressourcen der Konkurrenz zu verbrauchen (und damit f\u00fcr andere Profit generiert) und wann das nicht der Fall ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_22285\" aria-describedby=\"caption-attachment-22285\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Brass-Birmingham-Tableau-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-22285\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Brass-Birmingham-Tableau-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22285\" class=\"wp-caption-text\">Diese Auslage soll der \u00dcbersichtlichkeit dienen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Alles das sind die Grundlagen des Spiels. Taktische Feinheiten bauen erst sp\u00e4ter darauf auf. Strategische Tiefe sollte man sich erst nach wiederholtem Spiel zutrauen.<\/p>\n<p>Darum kann man sich der anspruchsvollen und komplexen Herausforderung des Spiels nicht schon nach der ersten Partie stellen. Meine durchaus erfahrene Spielrunde brachte trotz der (formal umfassenden, aber didaktisch sehr eigent\u00fcmlichen) Anleitung den Spieleinstieg nur mit M\u00fche und Verwirrung hinter sich. Wer mit weniger Spielerfahrung startet und den einen oder anderen Regelmechanismus zum ersten Mal kennenlernt, wird mehrere Abende ben\u00f6tigen, um das Spiel erstmals fehlerfrei abzuwickeln.<\/p>\n<p>Brass: Birmingham ist ein Spiel f\u00fcr Leute, die sich von einem ausschweifenden Regelwerk nicht unterkriegen lassen. Ein gro\u00dfer Ruf eilt dem Spiel voraus, denn es wird auch gerade in der Szene \u2013 hier repr\u00e4sentiert durch die Boardgame Geek Bestenliste auf der Brass: Birmingham derzeit Platz 3 von \u00fcber 30,000 einnimmt \u2013 hoch gesch\u00e4tzt. Es ist die Modernisierung des Designs, mit dem Martin Wallaces Ruf als herausragender Spielemacher zementiert wurde. Selbst 10 Jahre nach Erscheinen wei\u00df es abgebr\u00fchte und knallharte \u201eExperten-Spieler\u201c zu begeistern und zu faszinieren. Man muss sich aber durch einige unruhige Spielrunden bei\u00dfen, um herauszufinden warum das so ist.<\/p>\n<p>Das gelingt trotz einer unverzichtbar langen Lernkurve, was eine Kardinals\u00fcnde ist, wenn es um gutes Spieldesign geht. Komplizierte und verschachtelte Regelkonstrukte zu erlernen ist nur selten den Aufwand wert, wenn man am Ende eigentlich einfache Strategien anwenden muss, um zielorientiert spielen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu hat sich Brass: Birmingham seine Lernkurve aufrichtig verdient. Durch die Aktionen der Mitspielenden entsteht schnell ein dynamisches und faszinierendes Geflecht an Chancen, Anreizen und Risiken. Es gilt Investitionsm\u00f6glichtkeiten, Gesch\u00e4ftsfelder und Synergieeffekte fr\u00fchzeitig zu erkennen und sich zu eigen zu machen.<\/p>\n<p>Wenn jemand am Tisch unerwartet eine Mine er\u00f6ffnet oder zwei St\u00e4dte miteinander verbindet, verschieben sich subtil, aber nachhaltig Absatzm\u00e4rkte und Zulieferer. Brass: Birmingham gelingt es hier Ehrgeiz und Eitelkeit zugleich anzusprechen. Aber es ist nicht allein der banale Wettstreit um den h\u00f6chsten Punktestand, der uns packt. Wir ertappen uns bald dabei das Spiel als solches bezwingen zu wollen. Schon nach kurzer Zeit will man einfach nur die eigenen Pl\u00e4ne gegen die sich st\u00e4ndig neu entwickelnde Spielsituation durchsetzen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_22284\" aria-describedby=\"caption-attachment-22284\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Brass-Birmingham-Spielbrett-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-22284\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Brass-Birmingham-Spielbrett-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22284\" class=\"wp-caption-text\">Hinter diesen Pl\u00e4ttchen und W\u00fcrfeln steckt viel Kopfarbeit<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nat\u00fcrlich erlaubt und antizipiert das Spiel darin auch eine sehr viel kompetitivere Spielart. Aber zumindest in der Anfangsphase ist das Wegschnappen von Ressourcen oder Vordr\u00e4ngeln bei der Errichtung einer neuen Industrie eher ein Streich, den man sich spielt als eine strategisch durchdachte Entscheidung.<\/p>\n<p>Hat man die ersten Partien hinter sich gebracht, versucht man das Handeln der Konkurrenz vorauszusehen. Durch die Enge und N\u00e4he auf dem Spielbrett kommt man sich unweigerlich in die Quere. Die Frustmomente, wenn ein Zugang zu einem Markt pl\u00f6tzlich versperrt wird, lassen nicht lange auf sich warten. Aber auch hier kann mehr Spielerfahrung dazu f\u00fchren R\u00fcckschl\u00e4ge schnell zu \u00fcberwinden und sich nach neuen Chancen f\u00fcr Profit umzusehen.<\/p>\n<p>F\u00fchlt man sich auch auf diesem Spielniveau wohl, beginnt die n\u00e4chste Stufe. Pl\u00e4ne werden immer l\u00e4nger angelegt und in der ersten H\u00e4lfte des Spiels bereitet man bereits vor, wie man in die zweite H\u00e4lfte starten will. Strategien werden mit Hilfe der eigenen Kartenhand formuliert und im Kopf durchgespielt. Kleine Synergien werden entdeckt und wandern ins eigene taktische Repertoire. Die anf\u00e4nglich obskuren, b\u00fcrokratischen und kleinlich wirkenden Regeleinschr\u00e4nkungen entpuppen sich als kleinteilige Stellschrauben, die es filigran zu bedienen gilt, um sich clever Vorteile zu sichern.<\/p>\n<p>Das \u00fcberwuchernde Regelgeflecht hat System und dieses System geschickt zu bedienen stellt eines der gr\u00f6\u00dften Erfolgserlebnisse in Brass: Birmingham dar.<\/p>\n<p>Aber der Reflex gewinnen zu wollen, schl\u00e4ngelt sich auch wieder ins Spiel zur\u00fcck. Das Potential f\u00fcr Frust, \u00c4rgernis und Schadenfreude ist in einem solchen Spiel enorm. An diesem Punkt zeigt sich Brass: Birmingham vielleicht von seiner unreifsten Seite. Wenn man sich im patzigen Hick-Hack und Platzierungsgerangel verliert, wird man schnell daran erinnert, dass man nur ein Spiel spielt.<\/p>\n<p>Denn erkennt man ein Spiel nicht auch daran, dass es am Ende Gewinner und Verlierer geben muss? Wom\u00f6glich ist diese Weltanschauung der Grund weshalb der gew\u00e4hlte Hintergrund von Brass: Birmingham so gut mit den Spielmechanismen einher geht.<\/p>\n<p>Eine der modernen Ans\u00e4tze in der Spielkritik nimmt sich gerne dem Thema eines Spiels genauer an und entwickelt elaborierte, mit historischen Anekdoten angereicherte und ausschweifende Erkl\u00e4rungen was denn das alles bedeutet. Leider bin ich kein Historiker, sondern lediglich Brettspieler. Als solches sehe ich in Brass: Birmingham vorerst ein Brettspiel in dem es um Wirtschaft geht und nicht um die Geschichte Englands.<\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Fall welche Aspekte des Hintergrundes durch Regelmechanismen f\u00fcr die Spielenden Relevanz verliehen bekommen, und welche nicht. So ist die arbeitende Bev\u00f6lkerung Englands bei Brass: Birmingham ann\u00e4hernd so stark vertreten wie es Bewohner fremder Kontinente in Kolonialismus-Spielen sind.<\/p>\n<p>Sie existieren als Idee in den K\u00f6pfen der Leute, die mit der Industriegeschichte Britanniens zumindest grob vertraut sind. Innerhalb unserer Spielentscheidungen und damit f\u00fcr unser Spielerlebnis gibt es sie nicht. Wir investieren nicht ihretwegen. Noch spielen sie in unseren Profit\u00fcberlegungen eine Rolle. Auch wenn sie auf den Kartenillustrationen \u2013 bei der k\u00f6rperlichen Arbeit f\u00fcr uns &#8211; zu sehen sind, existieren sie lediglich als stimmungsvolle Ausschm\u00fcckung des Ambientes.<\/p>\n<p>Aber genau das bildet den kapitalistischen Blick auf M\u00e4rkte treffend ab. Ein Land mit Bewohnern, Gemeinden, einer Geschichte und Kultur wird auf eine ausbauf\u00e4hige Infrastruktur reduziert, die der Profitgenerierung dient und als solche genutzt wird. Daf\u00fcr ist ein Land da und nur dahingehend ist es f\u00fcr uns relevant.<\/p>\n<p>Man mag sich herbeifantasieren, dass eine neu errichtete Fabrik Arbeitspl\u00e4tze in der Gegend schaffen wird, oder dass man die Region durch eine solche neue Fabrik finanziell unterst\u00fctzt. Aber das ist im Rahmen der Spielmechanik wie auch im realen Leben v\u00f6llig belanglos. Investitionen sind lediglich Fixkosten, die sich m\u00f6glichst bald durch Profit amortisieren sollen.<\/p>\n<p>Eine Fabrik schafft Produkte f\u00fcr den Markt und wenn man diese absetzen kann, rentiert sich die Investition. Dann erh\u00f6hen sich die Rendite und im Wettlauf wer den gr\u00f6\u00dften\u2026 ich meine\u2026 wer den profitabelsten\u2026 ich meine wer der beste Gesch\u00e4ftsmann ist, steigt man weiter nach oben. Man stelle sich nur den Frust vor, wenn die Arbeiter:innen pl\u00f6tzlich faire L\u00f6hne verlangen w\u00fcrden, bessere Arbeitsbedingungen oder ihren Anteil am Profit! Man mag es sich gar nicht vorstellen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_22283\" aria-describedby=\"caption-attachment-22283\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Brass-Birmingham-Charaktere-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-22283\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Brass-Birmingham-Charaktere-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"183\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22283\" class=\"wp-caption-text\">Die Freude l\u00e4sst sich an ihren Gesichtern erkennen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber genau das passiert nicht und deshalb macht Brass: Birmingham sehr viel Spa\u00df. Die Spielsituation richtig zu analysieren, die n\u00e4chsten Schritte der Konkurrenten richtig einzusch\u00e4tzen und sich an Hand der verf\u00fcgbaren Mittel so zu positionieren, dass man profitiert, sch\u00fcttet Gl\u00fcckshormone ohne Ende aus. Brass: Birmingham ist mehr als nur eine ungelenke Kopfrechen-\u00dcbung, anders als viele andere Spiele dieser Art.<\/p>\n<p>Hier muss man sich in andere Menschen hineinversetzen, ihr Tun verstehen um es zu antizipieren und sich so Profit zu sichern. Man muss auch mal mutig vorpreschen und darauf bauen, dass eine Investition sich erst viel sp\u00e4ter im Spiel auszahlen wird. Oder auch einfach nur die Pl\u00e4ne der anderen st\u00f6ren, damit diese ja nicht an einem vorbeiziehen. Das Zusammenspiel dieser Aufgaben und Herausforderungen macht schlicht und ergreifend Spa\u00df. Das liegt auch nicht zuletzt daran, dass man bei Brass: Birmingham nicht verlieren kann.<\/p>\n<p>Mir ist klar, dass dieser Satz ein kurze Erkl\u00e4rung ben\u00f6tigt. Es ist nat\u00fcrlich m\u00f6glich das Spiel nicht zu gewinnen. Am Ende gibt es nur eine Person, die mehr Geld gescheffelt hat als alle anderen. Mit diesem Vergleich schlie\u00dft das Spiel immer ab. Aber man ist zu keinem Zeitpunkt dem Risiko ausgesetzt aus dem Spiel auszuscheiden. Der gr\u00f6\u00dfte Schicksalsschlag in Brass: Birmingham hei\u00dft weniger Profit zu machen als die Konkurrenz. Das ist alles.<\/p>\n<p>Man mag nun anmerken, dass es sich dabei um eine notwendige Abstraktion handelt um den Erwartungen an moderne Spieledesigns zu entsprechen. Dass das vielschichtige, real-weltliche Wirtschaftssystem Kapitalismus vereinfacht wurde, um unterhaltsam zu sein. Nat\u00fcrlich ist das nicht ganz falsch. Brass: Birmingham ist ein Spiel. Wir spielen es um Spa\u00df zu haben und uns vielleicht miteinander zu messen.<\/p>\n<p>Aber es f\u00e4ngt dennoch die Lebensrealit\u00e4t von Menschen wie Julio Gonzalez ein: seines Zeichens CEO einer Steuerberatungs-Firma und Eigent\u00fcmer von 24 Mietgrundst\u00fccken. In <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.com\/landlord-eviction-moratorium-extension-biden-cdc-renters-evict-julio-gonzalez-2021-8\">einem Artikel<\/a> klagt er dar\u00fcber, dass seine Profite um 15% gesunken sind, seitdem er s\u00e4umige Mieter nicht mehr auf die Stra\u00dfe setzen kann. Merke: es geht nicht um sein Einkommen, sondern den \u201eerwirtschafteten\u201c Gewinn. Es gibt &#8211; gerade jetzt &#8211; wahrlich nichts schlimmeres, als etwas weniger Geld zu machen als jemand anderes.<\/p>\n<p>Brass: Birmingham ist ein beeindruckendes Spiel. Trotz seiner Komplexit\u00e4t und Lernkurve wartet ein \u00fcppiges, anspruchsvolles Spielerlebnis auf alle, die gewillt sind sich einzuarbeiten. Aber noch beeindruckender ist, wie es auf gro\u00dfartige Weise vorf\u00fchrt warum Kapitalismus Spa\u00df macht und wem es so viel Spa\u00df macht.<\/p>\n<p>Es sind alle die Menschen, die nur um ihre Profite bangen m\u00fcssen, aber nicht um ihre Lebensgrundlage. Die Abstraktion durch das Spieldesign vereinfacht diese wirtschaftlichen Rollen nicht, sondern reduziert sie auf ihre Essenz. Es macht Spa\u00df Gro\u00dfindustrieller zu sein, wenn man sich nicht um die Menschen k\u00fcmmern muss, die f\u00fcr einen arbeiten m\u00fcssen und das Schlimmste was einem passieren kann, ein kurzfristig angeknackstes Ego ist.<\/p>\n<p>Als Wettbewerb darum wer die Gunst der Punkteleiste erringen kann, ist Brass: Birmingham aufgrund seiner Komplexit\u00e4t, ein anspruchsvolles und auch gediegenes Spielerlebnis. Man r\u00e4tselt gerade nicht welcher der cleverste und beeindruckendste Zug ist, den man machen kann. Man besch\u00e4ftigt sich stattdessen mit Sorgfalt, Bedacht und weitsichtiger Planung mit einer Aufgabe, die es zu erf\u00fcllen gilt. Der Spielgenuss er\u00f6ffnet sich durch die Genugtuung richtig gut \u201egearbeitet\u201c zu haben. Die Punktewertung am Ende dient als Ma\u00dfstab, um das eigene K\u00f6nnen einzuordnen.<\/p>\n<p>Das ist Spieldesign, das auch etwas mehr Aufwand von Spielenden einfordern darf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Roxley Games \/ Giant Roc Autoren: Martin Wallace, Gavan Brown, Matt Tolman Spielerzahl: 2-4 Spielende Alter: ab 14 Jahren Dauer: 60-120 Minuten Brass: Birmingham spielt w\u00e4hrend der industriellen Revolution im England des 19. Jahrhunderts: der Bl\u00fctezeit des Kapitalismus. Als Gro\u00dfindustrieller er\u00f6ffnet man neue M\u00e4rkte in dem man in die Infrastruktur des Landes investiert. 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