{"id":22154,"date":"2021-08-03T17:50:13","date_gmt":"2021-08-03T15:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=22154"},"modified":"2021-08-03T20:20:43","modified_gmt":"2021-08-03T18:20:43","slug":"verlinkt-feinschmecker-und-verlinkt-auf-reisen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/verlinkt-feinschmecker-und-verlinkt-auf-reisen\/","title":{"rendered":"Verlinkt: Feinschmecker und Verlinkt: Auf Reisen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>: Randolph \/Asmodee<br \/>\n<strong>Autoren<\/strong>: Jo\u00ebl Gagnon und Marie-Eve Lupien<br \/>\n<strong>Spielerzahl<\/strong>: 1-10 (eher 1-4)<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: 10 (Level 1 geht auch fr\u00fcher, zumindest bei <em>Feinschmecker<\/em>)<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 30-45 Minuten<\/p>\n<p>Quizspiele haben sich, wie alle anderen Genres auch, sehr stark gewandelt in den letzten 20\u00a0Jahren. In keinem anderen Genre dominierte \u201eRoll &amp; Move\u201c so lange wie hier- \u201ewer nicht so viel wei\u00df, soll wenigstens Gl\u00fcck haben k\u00f6nnen\u201c lautete wohl die Maxime, was nicht selten f\u00fcr Frust sorgte. Dann kamen die Sch\u00e4tzspiele \u00e1 la <em>Anno Domini<\/em> auf und zeigten, dass das entscheidende bei Quizspielen, das Suchen der L\u00f6sung ist, nicht das reine Wissen irgendwelcher kleiner Details. Bald zeigten auch die Quizspiele eine gr\u00f6\u00dfere Varianz was Mechanismen betrifft, oft wurden sie mit Bluff-, Cant Stop- \u00a0oder Sch\u00e4tzelementen erweitert. Einen gro\u00dfen Boom erlebte das Genre zumindest in Deutschland dann durch das <em>Kneipenquiz<\/em>, bei dem kooperativ gequizzt werden durfte. Quizzen im Team macht einfach mehr Spa\u00df als alleine, weil sich keiner als Idiot f\u00fchlen muss, wenn er ein paar Fragen als einziger nicht wei\u00df und zudem jeder das Gef\u00fchl hat, am Sieg etwas beisteuern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei <em>Verlinkt<\/em> wird diese Idee mechanisch mit einem R\u00e4tselspiel \u00e1 la <em>Exit<\/em> verkn\u00fcpft: Statt Fragen gegen virtuelle Mitspieler oder einen Kartenstapel zu beantworten, versuchen die Spieler hier Paare aus Begriffs- und Hinweiskarten zu bilden: So k\u00f6nnte auf einer Karte der Hinweis \u201eMaki\u201c stehen, was auf die Begriffskarte \u201eSushi\u201c hindeutet. Ziel ist es alle Paare zu finden, wobei eine ungepaarte Begriffskarte \u00fcbrig bleibt &#8211; war es die richtige (was mittels Code spoilerfrei ermittelt werden kann), ist das R\u00e4tsel gel\u00f6st. Ansonsten muss man seine bisherigen Antworten noch einmal hinterfragen. Dies kann etwas m\u00fchselig werden, denn das Codesystem hat einen Nachteil: Es erlaubt lediglich die Kontrolle ob eine <em>bestimmte<\/em> Kombination aus zwei Karten korrekt ist, aber es gibt keine konkrete L\u00f6sung f\u00fcr die Hinweise, bei denen man \u00fcberhaupt keine Idee hat. Da muss dann die Internetsuchmaschine des Vertrauens bem\u00fcht werden (zugegebenerma\u00dfen etwas unbefriedigend).<\/p>\n<p>Von diesem kleinen Problem abgesehen, spielt sich <em>Verlinkt<\/em> fast wie eine Patience, was bedeutet, dass man es prinzipiell auch alleine spielen kann. Das gilt zwar f\u00fcr die meisten kooperativen Quizspiele, aber hier hat man dann wenigstens eher das Gef\u00fchl ein Kreuzwortr\u00e4tsel zu l\u00f6sen, als einen Allgemeinbildungstest auszuf\u00fcllen. Wie bei Escape Games auch, macht das L\u00f6sen im Verbund aber auch hier mehr Spa\u00df, weil man sich wie oben beschrieben, wunderbar erg\u00e4nzen und L\u00f6sungensvorschl\u00e4ge ausdiskutieren kann. Dabei werden 5 Schwierigkeitsgrade angeboten und die sind tats\u00e4chlich sch\u00f6n gesteigert, die ersten beiden funktionierten mit kleinen Hilfen auch mit meinen Kindern, drei ist f\u00fcr mich alleine schon eine mittlere Herausforderung, bei 4 und 5 mussten wir im Verbund schon ganz sch\u00f6n knobeln. Dabei ist <em>Feinschmecker<\/em> homogener gehalten, weil es bei den Antworten naturgem\u00e4\u00df um Lebensmittel geht und die kennt man zumindest grob alle und damit sind die Schwierigkeitsgrade auch homogen. Bei <em>Auf Reisen<\/em> variieren die Begriffe zwischen konkreten Orten (wie London oder die Cheops- Pyramide), Gegenst\u00e4nden (Taschenmesser), Fortbewegungsmitteln und anderem Krams (wie \u201eWeltumrundung\u201c oder \u201eStrand\u201c) und zwar kann man dann aus den Hinweisen oft erkennen, aus welchen Bereich etwas stammt, aber die Chance ist hier gr\u00f6\u00dfer, mit einigen Karten gar nichts anfangen zu k\u00f6nnen &#8211; etwa \u201eCouchsurfing\u201c. F\u00fcr Kinder ist dieses Set definitiv die gr\u00f6\u00dfere Herausforderung, schon weil sie die Orte nicht so gut kennen d\u00fcrften (Montreal ist wohl auch eher enthalten, weil die Autoren von dort stammen, f\u00fcr uns Europ\u00e4er sicherlich eine eher herausfordernde Wahl). Man merkt hier auch, dass es den Autoren deutlich schwerer gefallen ist, f\u00fcr einige Begriffskarten \u00fcberhaupt mittelschwere Hinweise zu finden; selbst auf h\u00f6chstem Niveau sind einige Fragen sehr einfach und auf einfachsten Niveau sind zwei, drei eher nach Ausschlussverfahren l\u00f6sbar.<\/p>\n<p>Doch letztlich sind das Details. Diese kleinen Boxen erg\u00e4nzen das Quizspielgenre auf angenehme Art und Weise und die Kombination mit dem R\u00e4tselgenre wirkt hier organischer als beim Quiz-Escape-Spiel von moses. Ich hoffe auf die Kreativit\u00e4t der Autoren, also auf weitere K\u00e4stchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Randolph \/Asmodee Autoren: Jo\u00ebl Gagnon und Marie-Eve Lupien Spielerzahl: 1-10 (eher 1-4) Alter: 10 (Level 1 geht auch fr\u00fcher, zumindest bei Feinschmecker) Spieldauer: 30-45 Minuten Quizspiele haben sich, wie alle anderen Genres auch, sehr stark gewandelt in den letzten 20\u00a0Jahren. 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