{"id":21763,"date":"2021-04-18T15:53:26","date_gmt":"2021-04-18T13:53:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=21763"},"modified":"2021-04-18T23:16:40","modified_gmt":"2021-04-18T21:16:40","slug":"showdown-tactics","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/showdown-tactics\/","title":{"rendered":"Showdown Tactics"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Korea Boardgames<br \/>\nAutor: Paul JH Bang<br \/>\nSpieleranzahl: 2<br \/>\nAlter: ab 8 Jahren (vermutlich auch schon ab 6, wenn die Kinder den Zahlenraum bis 10 beherrschen)<br \/>\nSpieldauer: 15 Minuten<\/p>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2021\/03\/27\/21684\/\">100. Folge von Die Zwei<\/a> spreche ich (ACHTUNG SPOILER!) \u00fcber das alte Ravensburger-Spiel <em>Shogun<\/em>. Ohne alles wiederholen zu wollen, was ich dort gesagt habe: <em>Shogun<\/em> mochte ich auch deswegen als Kind, weil es sich anf\u00fchlt, wie ein klassisches, abstraktes Spiel, bei dem aber jegliche Strategie in Taktik umgewandelt wurde. Es musste nichts vorrausgeplant werden und so k\u00f6nnen Kinder ihre Eltern besiegen und lernen dabei Grundkonzepte wie &#8220;decken&#8221; oder &#8220;Figuren entwickeln&#8221;. Im Zentrum des Spieles steht zudem ein cooles Gimmick (Die Bewegungsweite der Figuren \u00e4ndert sich per Magnetscheibe), das zum spielen animiert.<\/p>\n<p><em>Showdown Tactics<\/em> k\u00f6nnte nun (eine passende Verf\u00fcgbarrkeit vorrausgesetzt) das <em>Shogun<\/em> des 21. Jahrhunderts werden &#8211; mit dem Unterschied, dass <em>Showdown Tactics<\/em> trotz des Titels klar im Bluff\/Deduktionsgenre angesiedelt ist. Auch hier erinnert die Aufmachung an klassische Spiele (genauer gesagt an Mah-jongg) und auch hier steht ein Gimmick im Mittelpunkt: Ein Computer liest die Steine aus. Ohne den w\u00fcrde das Spiel nicht funktionieren: Jeder spielt n\u00e4mlich verdeckt einen Stein, der eine Zahl zwischen (inkl.) 1 und 9 zeigt und der Computer verk\u00fcndet den Gewinner &#8211; der mit der h\u00f6heren Zahl (mit der Ausnahme der 1, welche die 9 schl\u00e4gt). Dank des Computers m\u00fcssen die Steine nicht aufgedeckt werden, so dass man im unsicheren verbleibt, welche Steine schon gespielt wurden. Damit das ganze nicht kompletter Zufall ist, sind alle Steine aber markiert: Ungerade Steine sind wei\u00df, gerade sind schwarz. So lassen sich schon R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen, welche Steine der Gegner schon gespielt hat und welche noch gespielt werden m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich gewinnt einen Satz, wer mehr Begegnungen zwischen zwei Steinen gewinnen konnte und in der Regel wird man auf zwei Gewinns\u00e4tze spielen. Das sind tats\u00e4chlich schon alle Regeln!<\/p>\n<p>(<em>Einschub: Wem das vage bekannt vorkommt: Dasselbe Spiel wurde mindestens zweimal in der koreanischen Show <\/em>The Genius<em> gespielt &#8211; dies ist die lizensierte Ausgabe f\u00fcr den Hausgebrauch)<\/em><\/p>\n<p>Genau wie bei <em>Shogun<\/em> haben Erwachsene gegen\u00fcber Kindern keinen Vorteil: Es ist klar was zu tun ist und es sind keine komplizierten \u00dcberlegungen n\u00f6tig. Auch wenn es ein paar grunds\u00e4tzliche Taktiken gibt, beherrscht eine Mischung aus Bluff und Informationsbeschaffung das Spiel: Geht es mit einem mittleren Stein los und der Gegner setzt einen anderen mittleren Stein anderer Farbe ein, k\u00f6nnen beide einiges an R\u00fcckschk\u00fcssen f\u00fcr die k\u00fcnftige Partie ziehen. Ob es etwas n\u00fctzt sei dahingestellt, aber <em>es f\u00fchlt sich so an<\/em>, als k\u00f6nnte man kluge \u00dcberlegungen anstellen und das reizt auch Kinder, die so auch an vergleichbare Spieler etwas h\u00f6herer Komplexit\u00e4t herangef\u00fchrt werden. Mit mehreren Partien schl\u00e4gt auch das Metaspiel durch: Meine Tochter hat bald gelernt, dass ich mich darauf einstelle, wenn sie die 9 immer m\u00f6glichst sp\u00e4t einsetzt. Mittlerweile ist das Matchverh\u00e4ltnis zwischen mir und meiner j\u00fcngeren ziemlich ausgeglichen und das motiviert sie ungemein. Kaum ein Spiel, wollte sie in den letzten Wochen so oft spielen wie<em> Showdown Tactic<\/em>s! Es wird hier vieles richtig gemacht: Aufmachung is topp, die Steine machen Spa\u00df anzufassen und das Gimmick ist mehr als das: Es ist sinnvoll in das Spiel intergriert. Allerdings muss man auch wissen: Das Spiel tendiert zum Unentschieden: Ein gutes Drittel der Partien endet Remis, das empfinde ich als etwas unbefriedgend &#8211; aber da mag der Vielspieler aus mir sprechen. Da ein einzelner Satz nur wenige Minuten dauert, ist ein Unentschieden jetzt aber auch nicht so dramatisch &#8211; die Entscheidungspartie kann auf dem Fu\u00dfe folgen.<\/p>\n<p>Von der aktuellen Verf\u00fcgbarkeit abgesehen ist das einzige Problem des Spieles seine Gr\u00f6\u00dfe: F\u00fcr ein so kurzes und einfaches Spiel ist der materielle Aufwand -und damit Schachtelgr\u00f6\u00dfe und Preis &#8211; doch recht hoch. Das war bei <em>Shogun<\/em> auch nicht anders, aber das wurde sogar mit Fernsehwerbung beworben und konnte so den Weg in viele Familien finden. Ob das auch bei <em>Showdown Tactics<\/em> gelingt ist zumindest f\u00fcr den Deutschen Sprachraum fraglich. Als Vielspieler finde ich das nicht tragisch, als Vater aber schon ein bisschen. Und vielleivht taucht es ja mal bei <em>Schlag den Star<\/em> auf &#8211; da w\u00fcrde es auch gut reinpassen. Falls es die Sendung \u00fcberhaupt noch gibt&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Korea Boardgames Autor: Paul JH Bang Spieleranzahl: 2 Alter: ab 8 Jahren (vermutlich auch schon ab 6, wenn die Kinder den Zahlenraum bis 10 beherrschen) Spieldauer: 15 Minuten In der 100. Folge von Die Zwei spreche ich (ACHTUNG SPOILER!) \u00fcber das alte Ravensburger-Spiel Shogun. 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