{"id":21366,"date":"2021-01-24T15:30:57","date_gmt":"2021-01-24T13:30:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=21366"},"modified":"2021-04-19T02:02:39","modified_gmt":"2021-04-19T00:02:39","slug":"sock-monsters","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/sock-monsters\/","title":{"rendered":"Sock Monsters"},"content":{"rendered":"<p><b>Verlag<\/b>: Lifestyle Boardgames (deutsche, ver\u00e4nderte Version bei Asmodee als <em>Sockenmonster<\/em>)<br \/>\n<b>Autor<\/b>: Liesbeth Bos und Anja Dreier-Bruckner<br \/>\n<b>Grafik<\/b>: Irina Pechenkina, Anastasia Durova<br \/>\n<b>Spielerzahl<\/b>: 2-4<br \/>\n<b>Alter<\/b>: ab 6 Jahren<br \/>\n<b>Dauer<\/b>: 15-20 Minuten<\/p>\n<p><b>Nachtrag (19.04.2021)<\/b> &#8211;<i> In der f\u00fcr den deutschen Markt lokalisierten Fassung des Spiels wurden wohl einige Elemente des Spiels entfernt. Darunter auch das schrittweise Einf\u00fchren neuer Regeln und Komponenten. Leider geht dem Spielreiz so viel verloren. Diese Kritik bezieht sich auf die von Lifestyle Boardgames zur Verf\u00fcgung gestellte Version des Spiels.<\/i><\/p>\n<p>Wenn man lange genug Filme gesehen hat, fallen einem gro\u00dfartigen Filme nicht deshalb auf, weil sie so sch\u00f6n sind; sondern weil sie so gut gemacht sind. Es ist das Handwerkliche selbst, weshalb ein Film so gut funktioniert. Sock Monsters ist ein Kinderspiel von Liesbeth Bos und Anja Dreier-Bruckner, mit Illustrationen von Irina Pechenkina.<\/p>\n<p>Darin spielt man eifrige Hauselfen bzw. Heinzelwesen, die durch das Haus einer unbescholtenen und ungesehenen Familie streifen, um dort Sockenpaare einzusammeln. Die titelgebenden Sockenmonster schnappen sich gelegentlich unsortierte Socken von Spielenden, um diese unter dem Bett zu verstecken. Wie diese Beschreibung schon vermuten l\u00e4sst, zielt das Spiel vor allem auf Kinder und ihre Familien. Die Aufmachung ist farbenfroh und trotz der wichtigen Rolle, die die Monster unter dem Bett einnehmen, ist alles sehr freundlich, lustig und einladend aufgemacht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sock-Monsters-Spielfeld-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-21370\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sock-Monsters-Spielfeld-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Ulkige Grafiken sind in solchen Spielen oft schon die halbe Miete. Die Kinder sind am\u00fcsiert und k\u00f6nnen mit dem Material herumspielen. Ich kann best\u00e4tigen, dass nach den ersten Partien auch bei uns wilde Geschichten \u00fcber die Figuren, ihre Erlebnisse und ihr Aufeinandertreffen mit den Sockenmonstern erz\u00e4hlt und nachgestellt wurden. Das liegt jedoch weniger an Grafik und Pr\u00e4sentation des Spiels, sondern am makellosen Design, welches ihnen zu Grunde liegt.<\/p>\n<p>Jede Runde erforschen die Spielenden das Spielbrett in dem sie die Pl\u00e4ttchen aufdecken, auf denen sie ihren Zug beenden. Landen sie auf den richtigen, d\u00fcrfen sie Socken aus dem Beutel ziehen. Dabei kann man im Vorfeld die Monster nutzen, um u.a. Informationen \u00fcber einzelne, verdeckte Pl\u00e4ttchen zu sammeln. Man kann die Monster aber auch einsetzen, um noch unsortierte Socken von Mitspielenden zu stibitzen. Kinder werden damit mit einer der wichtigsten Entscheidungen in Spielen konfrontiert: \u00e4rgere ich andere, um einen Vorteil zu gewinnen \u2013 auch wenn Schwester, Bruder oder Papa dann weinen &#8211; oder hole ich mir geheime Informationen und wahre die gute Laune am Tisch? Eine Frage, die immer dringender wird, je n\u00e4her das Spielende r\u00fcckt.<\/p>\n<p>Viele Elemente von Sock Monsters sind mit einem starken Gl\u00fcckselement angereichert. So werden die Bodenpl\u00e4ttchen zum Spielbeginn zuf\u00e4llig verteilt. Man zieht Socken aus einem Beutel in der Hoffnung irgendwann ein Paar zusammenstellen zu k\u00f6nnen. Auch die Aktionen der Monster h\u00e4ngen vom W\u00fcrfel darunter ab. Wie ein umgedrehter W\u00fcrfelbecher schiebt man sie \u00fcber die Spielfl\u00e4che. Sobald man eine Abgrenzung \u00fcberschreitet wird, dreht sich der W\u00fcrfel darin auf eine andere Seite. Es ist eine Kleinigkeit, ein Gimmick fast, aber symptomatisch daf\u00fcr wie durchdacht und wohl\u00fcberlegt das gesamte Spiel ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sock-Monsters-Spielmaterial-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21369\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sock-Monsters-Spielmaterial-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Socken sammeln gibt den Spielenden eine klare Aufgabe vor. Der Rundenablauf umrei\u00dft dabei die n\u00f6tigen Schritte, um die Aufgabe zu erf\u00fcllen. Durch das Spielen sammelt man das n\u00f6tige Wissen, um kluge und vern\u00fcnftige Entscheidungen zu f\u00e4llen. Alles das ist zug\u00e4nglich pr\u00e4sentiert und in etwa 20 Minuten zu Ende. Nicht zu lang um die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder zu \u00fcberfordern, oder die Geduld der Eltern zu strapazieren.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung mit der Sock Monsters aufwartet, beeindruckt vielleicht nur Vielspielende, die mit Pandemic Legacy oder <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/my-city\/\">My City<\/a> genau einen Mechanismus verbinden. In der unscheinbaren Schachtel steckt eine Umsetzung des Legacy-Konzepts, welche so praktikabel, pragmatisch und verspielt ist, wie kaum ein anderes.<\/p>\n<p>In der Spielverpackung, welches ein Ein-Familien-Haus darstellt, befinden sich weitere Schachteln, die einzelne Zimmer repr\u00e4sentieren. Nach einigen Partien darf man sie nacheinander betreten und \u2013 ohne Spoiler \u2013 neues Spielmaterial und neue Spielregeln nutzen. Dabei sind diese \u00c4nderungen an das Spiel in diesem Raum gebunden. Das hei\u00dft, hat man sich daran satt gespielt, kann man den Raum und seine neuen Regeln hinter sich lassen und zu den Grundregeln zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>So bleibt Sock Monsters auch in seiner 14. Partie noch angenehm schlank und einfach spielbar. Es verbraucht sich auch nicht, sondern h\u00e4lt am Ende des Regelhefts sogar Vorschl\u00e4ge bereit, wie man die unterschiedlichen Regelkomponenten kombinieren kann, wenn man das m\u00f6chte. Es wirkt als w\u00e4ren s\u00e4mtliche Entscheidungen bei der Spielentwicklung mit Hinblick darauf getroffen worden, wie das Spiel tats\u00e4chlich gespielt und genutzt wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_21368\" aria-describedby=\"caption-attachment-21368\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sock-Monsters-Innenansicht-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-21368\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sock-Monsters-Innenansicht-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21368\" class=\"wp-caption-text\">Monsterpolonaise im Hausflur<\/figcaption><\/figure>\n<p>Statt einer disjunkten Erz\u00e4hlung, die in St\u00f6\u00dfen und Sch\u00fcben vorgelesen wird, ist die Geschichte des Spiels das was man spielt und erlebt. Es sind Hauselfen, die Socken sammeln und versuchen Monstern aus dem Weg zu gehen. Mehr ist es nicht und mehr braucht es nicht. Daf\u00fcr wird im Laufe der Partien viel ausprobiert und geklebt. Diese unterhaltsame Spielerfahrung reicht meist aus, um die Vorstellungskraft anzukurbeln. Schon bald erz\u00e4hlt man am Tisch von den Abenteuern und Hobbies der Hauselfen und ihrer Suche nach Sockenpaaren.<\/p>\n<p>Die handwerkliche Leistung in Sock Monsters ist ein Genuss, der sich nicht vor vermeintlich gro\u00dfen Namen verstecken braucht. Viele h\u00e4ngen der \u00dcberzeugung an, dass ein gro\u00dfartiges Spiel originell und innovativ sein muss. Aber das ist ein Irrtum. Ein gro\u00dfartiges Spiel l\u00e4dt zum Spielen ein, weil sich jemand die M\u00fche gemacht hat, sich um die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse und Erlebnisse der Spielenden zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Sock Monsters ist ein gro\u00dfartiges Spiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Lifestyle Boardgames (deutsche, ver\u00e4nderte Version bei Asmodee als Sockenmonster) Autor: Liesbeth Bos und Anja Dreier-Bruckner Grafik: Irina Pechenkina, Anastasia Durova Spielerzahl: 2-4 Alter: ab 6 Jahren Dauer: 15-20 Minuten Nachtrag (19.04.2021) &#8211; In der f\u00fcr den deutschen Markt lokalisierten Fassung des Spiels wurden wohl einige Elemente des Spiels entfernt. 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