{"id":20313,"date":"2020-07-31T18:40:42","date_gmt":"2020-07-31T16:40:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=20313"},"modified":"2020-07-31T18:40:42","modified_gmt":"2020-07-31T16:40:42","slug":"spirits-of-the-wild","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/spirits-of-the-wild\/","title":{"rendered":"Spirits of the wild"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Mattel<br \/>\nAutor: Nick Hayes<br \/>\nSpieleranzahl: 2<br \/>\nAlter: ab 10 Jahren (ab 7 geht auch schon, wenn die Texte erst mal verstanden sind)<br \/>\nSpieldauer: 10-20 Minuten<\/p>\n<p>Der \u201eWiederspielreiz\u201c ist nat\u00fcrlich die Metrik des Rezensenten von Welt &#8211; was anders als der Reiz, das Spiel erneut aus dem Schrank zu holen, k\u00f6nnte f\u00fcr ein Urteil f\u00fcr die G\u00fcte eines Spieles von Bedeutung sein?<\/p>\n<p>Doch bei n\u00e4herer Betrachtung f\u00e4llt auf: So einfach ist das nicht. Was ist z.B. mit Spielen, die man nur einmal spielen kann, wie Escape Games? Oder was ist mit <em>Spirits of the wild<\/em>? Wenn \u00fcber \u201eWiederspielreiz\u201c geredet wird, dann ist oft eigentlich gemeint: Wie oft kann man das Spiel spielen, bis man \u201ealles gesehen hat\u201c? Also wie lange das Spiel \u00dcberraschungen, neue Wendungen und\/oder Strategien bereit h\u00e4lt. Von dieser Warte aus, hat Spirits keinen hohen Wiederspielreiz, denn nach zwei, sp\u00e4testens nach drei Partien wird man feststellen, dass das Geschehen immer in sehr engen Bahnen verl\u00e4uft:<\/p>\n<p>Ziel ist es, wertvolle Kombinationen von Steinen auf seinem Tableau abzulegen: Also Farb-Mehrlinge oder m\u00f6glichst viele verschiedene Farben &#8211; das \u00fcbliche halt. Entsprechend befassen sich die meisten Aktionen mit dem Nehmen von Steinen oder dem Nachziehen des gemeinsamen Vorrats, wenn dort nichts brauchbares (oder auch schlicht gar nichts) liegt. Jede Aktion kann nur einmal gew\u00e4hlt werden, also muss man seine Aktionen regelm\u00e4\u00dfig \u201eUntappen\u201c was hier einen Sonderzug erlaubt, der zudem st\u00e4ndig wechselt. Die \u00a0dritte Aktion ist das Versetzen des Kojoten zum Gegner, der einen Teil des Tableaus dort blockiert.<\/p>\n<p>Zwar h\u00e4ngen die konkreten Aktionen nat\u00fcrlich in erster Linie von dem Angebot der Steine ab, aber schnell kristallisieren sich Standardz\u00fcge heraus, genauso wie Kombinationen, die eher bespielt werden als andere. Auch das Timing des Kojoten wird sich schnell auf einen speziellen Rhythmus einpendeln, denn das Umsetzen der Blockade macht nur Sinn, wenn der Gegner diesen nicht unmittelbar returnieren kann (oder will). Gro\u00dfe \u00dcberraschungen erwarte ich in keiner Partie mehr.<\/p>\n<p>Ist also der Wiederspielreiz gering?<\/p>\n<p>Ich beantworte die Frage mit einer Gegenfrage: Ist <em>Das f\u00fcnfte Element<\/em> ein besserer Film als <em>The sixth sense<\/em>? Letzterer werde ich mir vermutlich nie wieder ansehen, ersterer habe ich bestimmt schon 30 mal gesehen. Trotz mangelnden Wiedersehreiz gilt letzterer aber als der bessere Film. Warum?<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Kurzer Schnitt auf den K\u00fcchentisch. Meine Tochter und ich warten darauf, dass das Essen fertig ist. Das wird etwa eine Viertelstunde dauern. Wir spielen <\/em>Spirits of the wild<em>, um uns die Zeit zu vertreiben. Wie die Tage zuvor schon auch. Tats\u00e4chlich haben wir in der vergangenen Woche bereits sechs Mal <\/em>Spirits<em>\u2026 gespielt. An Alternativen w\u00fcrde es nicht mangeln<\/em><\/p>\n<p>Verwirrt? Ist der Wiederspielreiz doch hoch? Habe ich gelogen?<\/p>\n<p>Nein, es ist nur so, dass \u201eWir spielen das oft\u201c und \u201eDie Partien \u00e4hneln sich sehr\u201c beide wahr sein k\u00f6nnen. So wie Filme aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden gefallen k\u00f6nnen, so k\u00f6nnen auch Spiele aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden gut sein &#8211; manches Spiel lockt durch \u00dcberraschungen und ist \u201eimmer wieder neu\u201c, locken also unsere Neugier, andere Spiele locken durch besondere geistige Herausforderungen Und wieder andere locken dadurch, dass man sie schnell und immer wieder zwischendurch schnell spielen kann, weil die Partie knackig sind, gerade auch weil man genau absch\u00e4tzen kann, was ungef\u00e4hr passieren wird &#8211; aber nicht wem. Gelingt es mir beim Kojoten ins Offensivspiel zu kommen? Wie viele gleiche Steine kann ich im entsprechenden Tableau-Bereich sammeln? Wer bekommt die Verdopplungssteine, die Bereiche sperren, dort aber f\u00fcr doppelte Punkte sorgen? Und wann? Am Anfang wenn sie nix n\u00fctzen oder dann wenn man sie braucht? Da ist genug Unsicherheit drin, um Spannung zu generieren, gen\u00fcgend Mikroentscheidungen, um sich mit dem was man macht zu identifizieren, ohne dass es aber belastet. Die H\u00fcrde zwischen \u201eSchrank\u201c und \u201eTisch\u201c ist <em>bei Spirits of the wild<\/em> extrem niedrig.<\/p>\n<p>Nicht jedes Spiel muss \u00fcberraschende Spielverl\u00e4ufe bieten. Nicht jedes Spiel muss man viermal hintereinander spielen k\u00f6nnen. Ich w\u00fcrde sogar sagen, dass von meinen sieben mit 10 bei BGG bewerteten Spielen nicht einmal die H\u00e4lfte Spiele sind, die ich zweimal direkt hintereinander auf den Tisch bringen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wer epische Schlachte am Spieltisch erwartet, an die man sich noch in Jahren erinnern wird, liegt bei <em>Spirits of the wild<\/em> falsch. Dies ist kein Spiel, \u00fcber das man in zehn Jahren noch ehrf\u00fcrchtig sprechen wird. Wenn meine Leser aber einen \u00e4hnlichen Schrankdurchsatz bez\u00fcglich ihrer Spiele haben, wie ich, stellt sich die Frage, ob man da Anspr\u00fcche erhebt, die eigentlich gar nicht erf\u00fcllt werden m\u00fcssen, Fragen stellt, deren Antwort niemanden interessiert.<\/p>\n<p>Wer kleine Zweipersonen-L\u00fcckenf\u00fcller sucht, die man schnell runterkloppt, w\u00e4hrend Windows die neuesten Updates installiert, k\u00f6nnte es bedeutend schlechter treffen als mit den abstrakt-spirituellen Ausflug in die Wildnis\/Steine Ziehens<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Mattel Autor: Nick Hayes Spieleranzahl: 2 Alter: ab 10 Jahren (ab 7 geht auch schon, wenn die Texte erst mal verstanden sind) Spieldauer: 10-20 Minuten Der \u201eWiederspielreiz\u201c ist nat\u00fcrlich die Metrik des Rezensenten von Welt &#8211; was anders als der Reiz, das Spiel erneut aus dem Schrank zu holen, k\u00f6nnte f\u00fcr ein Urteil f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20314,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-20313","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20313"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20318,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20313\/revisions\/20318"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}