{"id":20013,"date":"2020-06-07T21:02:03","date_gmt":"2020-06-07T19:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=20013"},"modified":"2020-06-11T16:30:58","modified_gmt":"2020-06-11T14:30:58","slug":"four-gardens","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/four-gardens\/","title":{"rendered":"Four Gardens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>: Korea Boardgames<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>: Martin Dole\u1e91al<br \/>\n<strong> Spieleranzahl<\/strong>: 2-4<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 10 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 45-60 Minuten<\/p>\n<p>Manche Spiele sind deshalb Familienspiele, weil man sie nicht mit Vielspielern spielen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Four Gardens<\/em> ist auf den ersten Blick ein einfaches Spiel: Man spielt Karten. Die Karten zeigen Rohstoffe, wenn man die Rohstoffe abgibt, darf die zuvor gespielte Karte umgedreht und damit gewertet werden. Ein ganz klarer \u201eAuftragserledigung\u201c-Kern also.<\/p>\n<p>Die Wertung ist &#8211; wie oft in diesem Genre &#8211; trickreich angelegt, denn einerseits bekommt man einen kleinen Bonus f\u00fcr das Fertigstellen von Sets aus Auftragskarten, auf der anderen Seite wertet man jede Karte aus einem Set erneut, wenn eine weitere Karte aus dem Set fertig gestellt wird. Die eine Regel beg\u00fcnstigt das bauen von kleinen Sets, die andere von gro\u00dfen. Brutal wird\u2019s dadurch, dass jede der vier Farben getrennt gewertet wird und obwohl die maximale Anzahl an Punkte pro Farbe gedeckelt ist, darf man mehr in einer fertigen Farbe erneut punkten &#8211; dann setzen die anderen Spieler auf der jeweiligen Leiste <em>r\u00fcckw\u00e4rts<\/em> und fallen ggf sogar aus der Wertung. Wer da in einer Farbe zu sp\u00e4t reagiert, kann oft nicht mehr gegensteuern.<\/p>\n<p>Das ist alles sauber designed, aber auch nichts, was sich gro\u00dfartig anders spielen w\u00fcrde, als vergleichbare Spiele.<\/p>\n<p>Das besondere ist jetzt die Art und Weise wie Rohstoffe gewonnen werden: Dazu m\u00fcssen wir den Blick auf die gro\u00dfe, vierst\u00f6ckige Pagode wenden (was zugegeben nicht schwer f\u00e4llt, ist sie doch wirklich gro\u00df) Jedes Stockwerk der Pagode zeigt jedem Spieler auf \u201eseiner\u201c Tischseite 0-3 St\u00fcck eines (jeweils anderen) Rohstoffes. Die Stockwerke sind frei drehbar und drehen jeweils die weiter oben liegenden Stockwerke mit.<\/p>\n<p>Und jetzt kommen wir zum trickreichen Aspekt: Alles in diesem Spiel wird mit den Handkarten gemacht &#8211; sie sind es, die wir in die Auslage legen und mit Rohstoffen best\u00fccken wollen. Sie m\u00fcssen wir abwerfen, um Rohstoffe aus dem eigenen Vorrat auf die Auftragskarten zu spielen. Manche von ihnen kann man nutzen, um einen Rohstoff direkt aus dem allgemeinen Vorrat auf eine Auftragskarte zu spielen, aber das ist die Ausnahme. Mit den meisten Karten darf man die Pagode bedienen: Dabei zeigt die Karte an, welches Stockwerk gedreht werden muss und vor allem wie man Rohstoff erntet: Von oben nach unten oder umgekehrt. Es m\u00fcssen n\u00e4mlich in der angegeben Reihenfolge alle Rohstoffe genommen werden, sofern m\u00f6glich. Der Platz ist (bei Spielbeginn) auf 4 Rohstoffe begrenzt. Wer bereits 3 Wassersteine aus dem obersten Stockwerk nehmen muss, kann aus dem zweiten Stockwerk nur noch einen bekommen und an die unteren Rohstoffe kommt er dann mangelns Platz gar nicht mehr ran.<\/p>\n<p>Also will das spielen einer Karte wohl\u00fcberlegt sein: Spiele ich die eine, bekomme ich einen Rohstoff nicht, weil ich Dinge nehmen muss, die ich nicht will. Spiele ich die andere, bekomme ich den Rohstoff aber auch nicht, weil meine Seite dann die 0 zeigt und ich das Stockwerk mit dieser Karte nicht drehen kann &#8211; Argh!<\/p>\n<p><em>Four Gardens<\/em> verlangt hier viel Hirnakrobatik von seinen Spielern und gerade in den ersten Partien werden viele Z\u00fcge zur\u00fcckgenommen, weil es aus dem einen oder anderen Grunde nicht so ging mit der Logistik, wie im Kopf vorher angedacht. Von allen Spielen, die ich bereits von dem Verlag gespielt habe, ist dies mit Abstand das Spiel mit dem h\u00f6chsten Verwirrfaktor, mit dem l\u00e4ngsten Weg zwischen \u201eRegeln verstehen\u201c und \u201eRegeln sicher beherrschen\u201c.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man argumentieren, dass <em>Four Gardens<\/em> daher eher im Vielspieler- zumindest aber im Kennerbereich situiert ist. Das ist jedoch nicht der Fall.<\/p>\n<p>Ja, es fordert Familienspieler, sicherlich, wenn auch weniger auf der reinen Regelverst\u00e4ndnisebene, sondern auf der \u201eWie erreiche ich mein Ziel\u201c-Ebene. Aber diese Zielgruppe bastelt in Ruhe vor sich hin und mag die mentalen Optimierungsarbeiten genie\u00dfen &#8211; die Ausgangstellung ist ja angenehm klar. Wenn Vielspieler es spielen besteht dagegen die Gefahr, dass sich die Spieler auch f\u00fcr die Mitspieler interessieren und dann wird\u2019s schnell z\u00e4h. Wird mit Kratzen &#038; Bei\u00dfen gespielt, muss genau aufgepasst werden, wer welche Farben nimmt, nehmen kann und nehmen m\u00f6chte. Wer welche Sets auf gar keinen Fall vollbekommen darf, wem welche Rohstoffe verweigert werden sollten, welche Vorlagen man lieber nicht geben sollte. Das alles l\u00e4sst sich theoretisch bestimmen und in die eigenen \u00dcberlegungen einflie\u00dfen. Das alles erh\u00f6ht den Spielspa\u00df aber nicht, sondern lediglich die Spieldauer (die mir eh schon einen kleinen Tick zu hoch ist) und den Frustfaktor. <em>Four Gardens<\/em> spielt sich dann angenehm, wenn es flutscht, wenn der Rhythmus gefunden ist. Und das ist dann der Fall, wenn jeder seine eigene Logistikaufgabe ganz f\u00fcr sich l\u00f6st und allenfalls mal darauf achtet, in den Leisten nicht abgedr\u00e4ngt zu werden.<\/p>\n<p>Manche Spiele sind eben deshalb Familienspiele, weil man sie nicht unbedingt mit Vielspielern spielen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Korea Boardgames Autor: Martin Dole\u1e91al Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 10 Jahren Spieldauer: 45-60 Minuten Manche Spiele sind deshalb Familienspiele, weil man sie nicht mit Vielspielern spielen m\u00f6chte. &nbsp; Four Gardens ist auf den ersten Blick ein einfaches Spiel: Man spielt Karten. 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