{"id":19970,"date":"2020-05-31T17:11:56","date_gmt":"2020-05-31T15:11:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=19970"},"modified":"2020-06-03T09:28:22","modified_gmt":"2020-06-03T07:28:22","slug":"andor-junior","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/andor-junior\/","title":{"rendered":"Andor Junior"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>: Kosmos<br \/>\n<strong>Autoren<\/strong>: Inka und Markus Brand<br \/>\n<strong>Spieleranzahl<\/strong>: 2-4<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 7 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong> 20-45 Minuten<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/talisman-legendaere-abenteuer\/\">Talisman: Legend\u00e4re Abenteuer<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/der-herr-der-traeume\">Herr der Tr\u00e4ume<\/a> und, wenn man so will, auch <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/zombie-kidz-evolution\/\">Zombie Kidz Evolution<\/a>: Kooperative Abenteuerspiele f\u00fcr Kinder sind gerade voll im Trend. Vielleicht keine ganz gro\u00dfe \u00dcberraschung, schlie\u00dflich tauchen die Kinder ja auch ohne Brettspiele in ihre eigenen Abenteuerwelten ab. Gemeinsam &#8211; vielleicht sogar gemeinsam mit Papi und\/oder Mami &#8211; dann erst recht. Und wenn das Spiel dann noch \u00dcberraschungen bietet\u2026<\/p>\n<p>Meine jedenfalls haben <em>Talisman LA<\/em> schon zum dritten Mal durchgespielt und die \u00e4ltere steht sogar auf mein altes <em>HeroQuest<\/em>. Da muss <em>Andor Junior<\/em> doch gut passen, oder?<\/p>\n<p>Optisch macht das Spiel auf jeden Fall Lust! Auch wenn Andor wohl gerade eine l\u00e4ngere Trockenzeit hinter sich hat (der Spielplan ist im wesentlichen braun) sind die Charaktere doch kindgerecht gestaltet &#8211; und bieten alle Charaktere in beiden Geschlechtern an, was meinen T\u00f6chtern tats\u00e4chlich gar nicht so unwichtig ist. Auch sieht man sofort, was die vier Personen so k\u00f6nnen: Waldl\u00e4ufer*in kann lange aufbleiben, Krieger*in kriegt nat\u00fcrlich die Monster vorgesetzt, Zauber*in hat einen Spezialw\u00fcrfel und Zwerg*in ist vor allem gut in der Unterwelt unterwegs (gut das sieht man tats\u00e4chlich nicht auf Anhieb, das merkt man erst bei der Erkl\u00e4rung).<\/p>\n<p>Spielerisch ist <em>Andor Jr<\/em>. in zwei Teile unterteilt: Erst m\u00fcssen zwei Aufgaben erf\u00fcllt werden, die in jeder Partie variieren. Dann m\u00fcssen zwei Wolfsjungen gefunden werden, die sich in den Minen verlaufen haben. Jedes Mal wieder. Die d\u00fcmmsten Wolfsjungen der Welt?<\/p>\n<p>Um diese Ziele zu erreichen, bewegen sich die Helden \u00fcber das Brett, lange Wege macht die Helden m\u00fcde, denn jeder Schritt kostet einen Aktionspunkt und wenn die alle sind, legt sich der Held schlafen. Neben ein paar besonderen Sehensw\u00fcrdigkeiten wie Brunnen, die neue Aktionspunkte bringen und Gegner, die bek\u00e4mpft werden d\u00fcrfen, herrscht vor allem Nebel und wer auf einem Nebelfeld landet, dreht ein Pl\u00e4ttchen um und irgendwas passiert oder man findet etwas. Ja das ist Zufall.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist her viel Zufall im Spiel: Neben den verdeckten Pl\u00e4ttchen muss viel gew\u00fcrfelt werden &#8211; sowohl beim K\u00e4mpfen als auch beim Finden der Worfsjungen. Au\u00dferdem bewegt sich der eigentliche Gegner &#8211; ein Drache, der nicht direkt bek\u00e4mpft werden kann &#8211; per W\u00fcrfelwurf vor. W\u00fcrfeln die Spieler schlecht, kostet dies den gemeinsamen Spielsieg.<\/p>\n<p>Nun ist ein hoher Zufallsfaktor in einem kooperativen Abenteuerspiel nicht per se was schlechtes: Alle vorgenannten Spiele haben einen hohen Zufallsfaktor und auch bei <em>HeroQuest<\/em> wird ununterbrochen gew\u00fcrfelt. Allerdings beschr\u00e4nkt sich hier der zweite Akt einzig und allein darauf gut zu w\u00fcrfeln, um die bl\u00f6den Wolfsjungen zu finden, bevor der Drache das Schloss erreicht. Ja, der kann auch zur\u00fcckgesetzt werden, wenn man die Monster angreift (die \u00e4hnlich dem Urspiel eigentlich nichts weiter machen als in der Gegend rumstehen und sich vermehren und erst dann ein Problem darstellen, wenn es zu viele sind), aber auch das ist Gew\u00fcrfel. Hinzu kommt, dass die Anzahl an Monstern, die dazukommen an die Position des Drachens gekoppelt ist &#8211; Ist der Drache kurz vor seinem Ziel kommen sehr viele Monster, ist eh schon alles im gr\u00fcnen Bereich, sind auch die Monster tr\u00e4ge. Dadurch wird der Gl\u00fccksfaktor noch einmal potenziert. Bei <em>Talisman<\/em> sorgte dagegen der gelungene Bag Building &#8211; Mechanismus f\u00fcr zumindest das <em>Gef\u00fchl<\/em> von Spielkontrolle. Auch werden die Helden*innen bei <em>Talisman<\/em> im Laufe des Spieles immer besser, eine solche Progression findet bei <em>Andor Junior <\/em>fast nicht statt (es gibt ein, zwei Gegenst\u00e4nde, die gefunden werden k\u00f6nnen, welche die Sache etwas erleichtern, aber die fallen wenig ins Gewicht). Dadurch wirkt <em>Andor Junior<\/em> insgesamt etwas beliebiger.<\/p>\n<p>Wichtiger als solche mechanischen \u00dcberlegungen ist hier aber die Frage: Erleben die Kinder sch\u00f6ne Abenteuer? Und die Antwort: Durchaus. Allerdings st\u00f6ren sich meine Kinder -verw\u00f6hnt durch die wechselnden Aufgaben bei <em>Talisman<\/em>, <em>HeroQuest<\/em> oder <em>Herr der Tr\u00e4ume<\/em> &#8211; an der immer gleichen Ausgangslage: Hier Drache &#8211; Dort Wolfsjungen. Das gilt insbesondere auch deswegen, weil gerade das Herumsuchen in den Minen nicht gerade der interessanteste Teil des Spieles ist. Die wechselnden Aufgaben sind da durchaus abwechslungsreicher, zumal auch thematisch und mit ein paar Zeilen \u201eFlavour Text\u201c versehen. Aber diese Aufgaben sind eben nur ein Hindernis auf dem Weg zum eigentlichen Ziel und der Anspruch ist, diese H\u00fcrde m\u00f6glichst schnell hinter sich zu lassen &#8211; zumindest meine Kinder haben immer den direktesten Weg angesteuert, sofern das m\u00f6glich war. Das ergibt auch Sinn, denn je schneller dieser Teil abgeschlossen wird, desto schneller k\u00f6nnen die Pl\u00e4ttchen in den Minen aufgedeckt werden und desto gr\u00f6\u00dfer die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Spielsieg. Das hat aber zur Folge, dass oft gef\u00fchlt die H\u00e4lfte des Brettes ungenutzt blieb. Rein psychologisch f\u00fchlen sich die Abenteuer dadurch weniger rund an als die der Konkurrenz &#8211; der Schwerpunkt liegt hier zu sehr auf dem Teil, der das eigentliche Abenteuer nur verkompliziert, nicht auf dem eigentlichen Abenteuer selbst (bzw. auf dem Teil, den die Gechichte des Spieles als den entscheidenden Teil deklariert).<\/p>\n<p>Dabei m\u00f6gen die drei Kinder (8, 12, 14), mit denen ich Andor gespielt habe, das Spiel durchaus &#8211; Zielstrebigkeit ist auch eine Tugend und <em>Andor Junior<\/em> ist solide und definitiv nicht unbefriedigende Kost. Allerdings: Von sich aus kamen sie immer wieder mit <em>Talisman<\/em>, <em>Herr der Tr\u00e4ume<\/em> und <em>HeroQuest<\/em> an und nicht mit <em>Andor Junior<\/em>. Das Bessere ist hier der Feind des Guten &#8211; nicht irgendwelche Drachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Kosmos Autoren: Inka und Markus Brand Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 7 Jahren Spieldauer 20-45 Minuten Talisman: Legend\u00e4re Abenteuer, Herr der Tr\u00e4ume und, wenn man so will, auch Zombie Kidz Evolution: Kooperative Abenteuerspiele f\u00fcr Kinder sind gerade voll im Trend. 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