{"id":1993,"date":"2011-01-11T16:58:19","date_gmt":"2011-01-11T14:58:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress"},"modified":"2011-01-11T17:04:04","modified_gmt":"2011-01-11T15:04:04","slug":"krawall-vorm-stall","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/krawall-vorm-stall\/","title":{"rendered":"Krawall vorm Stall"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/krawallvormstall.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Ravensburger<br \/>\nAutor: Michael Feldk\u00f6tter<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 8 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 30-60 Minuten (offiziell sind\u00b4s nur 30)<\/p>\n<p>Es mag ja sein, dass man als Rezensent manchmal das Ohr zur Zielgruppe verliert. Aber findet tats\u00e4chlich jemand den Titel \u201eKrawall vorm Stall\u201c ansprechend? Oder die Schachtelgraphik? Oder das Thema \u201eH\u00fchner\u201c? Ich dachte pseudowitzige Schachtelgraphiken sind seit \u201eUm Reifensbreite\u201c out? Aber vielleicht irre ich mich ja auch und die Familien entscheiden sich reihenweise lieber f\u00fcr Krawall im Stall als f\u00fcr ein deutlich sch\u00f6neres Spiel. Z.B. alle anderen im Regal. Und dann spielen sie das vermutlich auf dem Mond und es herrscht Weltfrieden.<\/p>\n<p>Worum geht es denn eigentlich? Wir spielen ein paar H\u00fchner (die aussehen wie G\u00e4nse) und laufen den H\u00fcgel \u2013 nein nicht den Misthaufen , ausdr\u00fccklich den H\u00fcgel, auch wenn der Plan anderes  suggeriert- hinauf und wer seine beiden H\u00fchner die Spitze des dreidimensionalen Misth\u00fcgels erreichen l\u00e4sst hat gewonnen.<\/p>\n<p>(Nur eine kleine Zwischenfrage: Mag die Zielgruppe dreidimensionale Spielpl\u00e4ne aus Plastik eigentlich wirklich? Und wenn ja: St\u00f6rt es sie gar nicht, wenn der Plan total h\u00e4sslich ist? Mir w\u00e4re ein wirklich schicker flacher Plan lieber gewesen, aber was wei\u00df ich schon?)<\/p>\n<p>Um die H\u00fchner zu bewegen, ben\u00f6tigen wir Karten. Die bekommen wir \u00fcber einen Sondermechanismus: Wer am Zug ist, kann w\u00fcrfeln. Dazu w\u00fcrfelt er erst einmal mit drei W\u00fcrfeln. Auf die gew\u00fcrfelten Felder kann er nun K\u00fcken legen (die \u00fcbrigens wirklich ganz nett aussehen) oder er bildet Summen mit dem W\u00fcrfel und legt dort K\u00fcken drauf \u2013 ein bisschen wie \u201eAlle Neune\u201c\/\u201cShut the Box\u201c, aber mit dem Ziel irgendwann 3 K\u00fcken auf einem Feld zu versammeln, denn dann bekommt man die danebenliegende Karte, deren Wert im Schnitt mit der H\u00f6he des passenden Feldes steigt. Die Karte f\u00fcr das Feld mit der Nummer 9 ist also h\u00f6her als die Karte mit der Nummer 1. Ist auch sinnvoll, ist ja viel schwieriger zu erreichen. Gemeinerweise werden bei einer Wertung alle anderen K\u00fcken dort mit einger\u00e4umt und so hat man ein Zockelement. Dann wiederholt man \u00fcbrigens die Prozedur mit 2 und mit nur 1 W\u00fcrfel und darf dann sogar noch ein Huhn bewegen, so man denn will. <\/p>\n<p>H\u00fchner bewegt man \u2013 wie erw\u00e4hnt   mit Karten. Die Zahl auf der Karte gibt an, wie weit man setzen muss. Ist das Zielfeld besetzt, schickt man das Huhn den H\u00fcgel hinab auf\u00b4s n\u00e4chsttiefere freie Feld, was durchaus das Startfeld sein kann, wenn viele H\u00fchner unterwegs sind. Was bei Spielende der Fall ist. Ein paar Felder sind auch blockiert, die Anzahl h\u00e4ngt mit der Mitspielerzahl zusammen, so wird garantiert, dass das Spiel auch bei wenig Mitspielern kaum ein Ende findet, \u00e4h, Spannung aufkommt, wollt ich sagen. Das Problem ist n\u00e4mlich evident: Selbst auf dem Zielfeld kann man runtergeschupst werden. Man braucht dort aber zwei H\u00fchner zum Gewinnen. Wenn am Ende alles voll steht, wird ein Huhn dort im Zweifelsfall immer wenn\u00b4s irgend geht wieder runter gesto\u00dfen. Also sieht der Zieleinlauf so aus: Gelb setzt ins Ziel. Blau schmei\u00dft Gelb runter. Rot schmei\u00dft blau runter. Gr\u00fcn macht nichts. Gelb schmei\u00dft rot runter. Blau schmei\u00dft Rot noch runterer. Rot kommt nicht ins Ziel. Gr\u00fcn schmei\u00dft Gelb runter. Die Kinder verlassen gelangweilt den Spieltisch, die Erwachsenen wollen das Spiel aber noch zu Ende bringen und fesseln ihre Spr\u00f6sslinge oder schimpfen die aus oder spielen alleine weiter bis zuf\u00e4llig a) der verbleibende noch eine passende Karte hat und b) die anderen alle gleichzeitig nicht. Das kann sich ziehen. Da n\u00fctzt auch die im Ansatz gute Idee nichts, auf\u00b4s W\u00fcrfeln zu verzichten und mehrere Karten gleichzeitig zu spielen. Denn entweder darf man dann ein Huhn maximal 8 Felder vorsetzen oder man darf nur 2 Karten auf seine 2 H\u00fchner verteilen. Gro\u00dfe Spr\u00fcnge sind so nicht m\u00f6glich und damit auch kein dauerhaftes Absetzen. (Kurze Anmerkung: Diese Einschr\u00e4nkung ist sinnvoll, da dadurch reines Kartensammeln verhindert wird. Es verhindert aber daf\u00fcr auch recht erfolgreich ein taktisches Endspiel, wenn fr\u00fchzeitiges Absetzen nicht m\u00f6glich war)<\/p>\n<p>Krawall vorm Stall sind eigentlich zwei Spiele: Kartenerwerb und H\u00fcgelrennen. Das sorgt f\u00fcr etwas mehr Regeln als dem Spiel gut tut (Immerhin knapp 4 Din-A4-Seiten mit gro\u00dfer Schrift). Der W\u00fcrfelmechanismus ist dabei sogar ganz nett. \u201eGanz nett\u201c aber im Krawall-Vorm-Stall-Land, in dem der Rennmechanismus wenig durchdacht wirkt, die Graphik zumindest f\u00fcr mich und die (zielgruppenkompatiblen Testspieler, denen z.T. das Spiel \u00fcbrigens bereits zu schwierig war) \u00fcberhaupt nicht ansprechend ist, die Spieldauer nur bei geeigneter Spielweise, richtiger Mitspielerzahl und einer Portion Gl\u00fcck nicht ausufert und in dem sich schon bald ein geh\u00f6riges Deja V\u00fa-Erlebnis einstellt, ob des repetitiven Spielverlaufes einstellt. Insofern ist auch das also eine Kontextfrage.<\/p>\n<p>Letztlich waren meine Emotionen bei dem Spiel so:<br \/>\nSchachtel gesehen: \u201eOh, das ist doch bestimmt nur ein simples W\u00fcrfellaufspiel!\u201c<br \/>\nRegel gelesen: \u201e Oh, wie sch\u00f6n, das ist doch kein simples W\u00fcrfellaufspiel!\u201c<br \/>\nSpiel gespielt: \u201eW\u00e4re es doch ein simples W\u00fcrfellaufspiel!\u201c<br \/>\nSpiel mehrfach gespielt: Rezension geschrieben. Spiel verbuddelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Ravensburger Autor: Michael Feldk\u00f6tter Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 8 Jahre Spieldauer: 30-60 Minuten (offiziell sind\u00b4s nur 30) Es mag ja sein, dass man als Rezensent manchmal das Ohr zur Zielgruppe verliert. Aber findet tats\u00e4chlich jemand den Titel \u201eKrawall vorm Stall\u201c ansprechend? Oder die Schachtelgraphik? Oder das Thema \u201eH\u00fchner\u201c? 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