{"id":19928,"date":"2020-05-24T11:38:53","date_gmt":"2020-05-24T09:38:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=19928"},"modified":"2020-05-27T12:27:18","modified_gmt":"2020-05-27T10:27:18","slug":"koreanische-geschicklichkeitsspiele-coconuts-und-pile-up-rush","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/koreanische-geschicklichkeitsspiele-coconuts-und-pile-up-rush\/","title":{"rendered":"Koreanische Geschicklichkeitsspiele: Coconuts und Pile-up Rush"},"content":{"rendered":"<p><strong>Spiel<\/strong>: Coconuts (bei Pegasusspiele als \u201eCrazy Coconuts\u201c erschienen)<br \/>\n<strong>Verlag<\/strong>: Korea Boardgames<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>: Walter Schneider<br \/>\n<strong>Spieleranzahl<\/strong>: 2-4<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 6 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 5-10 Minuten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Spiel<\/strong>: Pile-Up Rush<br \/>\n<strong>Verlag<\/strong>: Korea Boardgames<br \/>\n<strong>Autoren<\/strong>: Pierre Compain, Fr\u00e9d\u00e9ric Guattari<br \/>\n<strong> Spieleranzahl<\/strong>: 2 Teams (optimal 2-4 Spieler, aber gr\u00f6\u00dfere Teams theoretisch m\u00f6glich) <strong>Alter<\/strong>: ab 7 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 20 Minuten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Korea Boardgames haben ein neues \u201egro\u00dfes\u201c Spiel herausgebracht und bevor ich das bespreche wollte ich zwei \u00e4ltere Spiele besprechen, die mir ebenfalls gro\u00dfz\u00fcgigerweise zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Dies zeigt dann auch den Unterschied zwischen dem bisherigen Programm und der Neuerscheinung Four Gardens\u2026 <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-19929\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200524_112905-2-300x296.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"296\" \/><br \/>\nGeschicklichkeitsspiele fallen zum Gro\u00dfteil in eines von zwei Lagern: \u201eSchnippsspiele\u201c (wie <em>Carabande\/Pitch Car<\/em>) und \u201eStapelspiele\u201c (wie <em>Jenga<\/em>). <strong><em>Coconuts<\/em><\/strong> geh\u00f6rt zu den wenigen Spiele, die in keines der beiden Gruppen geh\u00f6ren. Vielmehr werden hier mit Katapulten nussige Kugeln in Becher katapultiert. Oder zumindest versucht man das.<\/p>\n<p>Die Idee ist nicht v\u00f6llig neu &#8211; meine Eltern hatten bereits vor 40 Jahren eine Spielesammlung, bei der es auch ein kleines Plastikkatapult gab, mit dem man versuchen konnte, <em>Fang-den-Hut<\/em>-Kegel in ein vorgestanztes Loch einer Zielscheibe zu katapultieren (die Formulierung ist mit Bedacht gew\u00e4hlt).<\/p>\n<p>Obwohl das Prinzip dasselbe ist, k\u00f6nnten die Spiele kaum unterschiedlicher sein: W\u00e4hrend das alte v\u00f6llig dr\u00f6ge daherkommt \u2011 irgendwo zwischen Flohchips und einem dieser unm\u00f6glich zu gewinnenden Jahrmarktspiele halt \u2011 wirkt <em>Coconuts<\/em> schon alleine durch die gro\u00dfen Katapulte (in Affenform) und die \u201eechten\u201c Becher ansprechender und vor allem auch deutlich schaffbarer. Es wirkt auf Anhieb lustig und jeder der das aufgestellte Spiel sieht, wei\u00df sofort was zumindest prinzipiell zu tun ist. Die Details kommen beim spielen: Getroffene Becher kommen auf die eigene Seite. Das Treffen eines der wenigen roten Bechers erlaubt einen Freischuss. Wer einen gegnerischen Becher trifft, darf diesen klauen. Und wer will, kann noch Aktionskarten verwenden, die harmlose Sondereffekte haben, die nicht vom eigentlichen Spiel ablenken. Mehr muss man \u00fcber dieses Spiel eigentlich nicht wissen &#8211; es versteckt keine geheimnisvollen Tiefen im Spielsystem, sondern spielt mit offenen Karten, bzw. Bechern.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Spielgef\u00fchl ist hier der passende Vergleich tats\u00e4chlich nicht das alte Katapultzielschie\u00dfen, sondern\u2026 <em>Looping Louie<\/em>. H\u00fcben wie dr\u00fcben ist das Spiel simpel, schnell gespielt und direkt &#8211; dort schie\u00dft man sich H\u00fchner vom Dach, hier klaut man sich gegenseitig die Becher. Nichts ist entschieden bis zum Spielende. Eine Partie ist runtergespielt, Revanche wird schnell gefordert und schnell gew\u00e4hrt. Der spielerische Gehalt entspricht dem von Popcorn: Nicht belastend, durchaus s\u00fcchtig machend, aber nichts was ich zum Mittagessen verspeisen w\u00fcrde. Kinder und Erwachsene treffen sich hier auf demselben Level &#8211; Weder taktisch (Treffe die verdammten Becher!) noch geschicklichkeitsm\u00e4\u00dfig haben letztere hier einen Vorteil. Man muss sich nur mehr zur\u00fccknehmen, mit dem Aufsammeln der Querschl\u00e4ger bis nach Spielende zu warten &#8211; das fehlt unserer Altersgruppe etwas schwerer als Kindern. Dadurch sind wir abgelenkter &#8211; jedenfalls ist das meine Ausrede, falls ich mal wieder verloren habe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/imagepage\/img\/d6YzVZbc3QfqHfBVzDp612z6sFE=\/fit-in\/900x600\/filters:no_upscale()\/pic3723809.png\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"319\" \/><br \/>\nAuf den ersten Blick ist <strong><em>Pile-Up Rush<\/em><\/strong> \u00e4hnlich klar gestrickt: Ein teambasiertes Stapelspiel auf Zeit eben. Doch anders als bei <em>Coconuts<\/em> verbirgt sich hinter dem vermeintlich Offensichtlichem eine geradezu geniale Subtilit\u00e4t in den Regeln:<\/p>\n<p>Es scheint alles eindeutig zu sein: Beide Teams\/Spieler bekommen einen Satz Holzteile zum Stapeln. Ein Team beginnt und stapelt (als Startspieler maximal 3 Teile, sonst so viel wie man will) und dreht irgendwann die Sanduhr um. Dann stapelt das andere so viel es will (min. jedoch ein Teil) und dreht dann die Sanduhr erneut um. Und so weiter. Irgendwann bricht alles zusammen oder die Sanduhr l\u00e4uft ab oder eine Seite hat tats\u00e4chlich alles verbaut. Wer jetzt denkt \u201eja, mei, ist halt <em>Jenga<\/em> auf Zeit\u201c verkennt die tats\u00e4chlich existierenden taktischen M\u00f6glichkeiten: Es sind prinzipiell zwei Extremstrategien denkbar: Einerseits k\u00f6nnte man versuchen, den Gegner zum Fehler zu zwingen: Immer nur ein Bauteil schnell bauen und dann die Sanduhr sofort umdrehen, so dass die Zeit f\u00fcr den anderen knapp ist &#8211; wenn die Sanduhr abgelaufen ist, ist die Runde ja verloren. Und unter Stress baut es sich schlecht und es f\u00e4llt mal was runter &#8211; was ebenfalls in einer Niederlage m\u00fcndet. Das gilt aber auch f\u00fcr die Seite, die versucht die andere unter Druck zu setzen. Hier gilt es also eher die einfachen Teile einfach zu bauen.<\/p>\n<p>Umgekehrt k\u00f6nnte man auch versuchen, alle Teile zu verbauen. Das ist lukrativ, denn ein solcher Sieg z\u00e4hlt doppelt. Und er wird im Laufe des Spieles erreichbarer, denn wer verliert muss Bauteile abgeben &#8211; hat also tats\u00e4chlich weniger Krams, den es f\u00fcr einen Sieg zu verbauen gilt. Dies ist ein sehr cooler Catch-up-Mechanismus, der jede Partie knapp h\u00e4lt (das Spiel ist zu Ende, wenn eine Seite vier Bauteile abgeben musste). Hier wird man die Bauteile weniger gemein aufbauen, &#8211; aber das hilft auch dem Gegner.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich lernt man bei mehrfachen Spielen von <em>Pile-Up-Rush<\/em> das Gr\u00fcn zu lesen: Er\u00f6ffnet der andere mit Bauteilen, die es mir schwer machen \u00fcberhaupt was zu bauen? Dann versuche ich ihn unter Druck zu setzen. Versucht er Bauteile loszuwerden um das Spiel durch \u201eFertig bauen\u201c zu gewinnen? Dann baue ich meine Teile lieber wackelig ein &#8211; und riskiere mir selbst eine Grube zu graben. Ich habe schon sehr viele Stapelspiele gespielt, aber diese Form der direkten Aktion-Reaktion f\u00fchlt sich neu an. Hier wird mehr getan, als nur gestapelt, bis was runterf\u00e4llt &#8211; hier spielt man wirklich direkt <em>Gegeneinander<\/em>, statt nur gemeinsam an einem Turm. Hier ist weniger die eigene Ungeschicklichkeit der Gegner, sondern tats\u00e4chlich der andere Spieler\/ das andere Team. Das ein so unterschiedliches Spielgef\u00fchl in einem solchen klar abgegrenzten Genre wie den Stapelspielen mit wenigen Regeln gewinnt, ist eine designtechnische Leistung der Autoren, vor denen ich nur den Hut ziehen kann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spiel: Coconuts (bei Pegasusspiele als \u201eCrazy Coconuts\u201c erschienen) Verlag: Korea Boardgames Autor: Walter Schneider Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 6 Jahren Spieldauer: 5-10 Minuten &nbsp; Spiel: Pile-Up Rush Verlag: Korea Boardgames Autoren: Pierre Compain, Fr\u00e9d\u00e9ric Guattari Spieleranzahl: 2 Teams (optimal 2-4 Spieler, aber gr\u00f6\u00dfere Teams theoretisch m\u00f6glich) Alter: ab 7 Jahren Spieldauer: 20 Minuten &nbsp; Korea [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-19928","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19928"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19928\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19948,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19928\/revisions\/19948"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}