{"id":19223,"date":"2019-12-12T15:35:34","date_gmt":"2019-12-12T13:35:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=19223"},"modified":"2019-12-14T13:13:49","modified_gmt":"2019-12-14T11:13:49","slug":"unmatched-battle-of-legends-volume-one","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/unmatched-battle-of-legends-volume-one\/","title":{"rendered":"Unmatched: Battle of Legends- Volume One"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autoren<\/strong>: Die Vorlage <em>Star Wars Epic Duels<\/em> stammt von Rob Daviau und Craig van Ness. Diese neue Version wurde von JR Honeycutt bearbeitet, in Zusammenarbeit mit Rob Daviau und Justin Jacobsen. Dies ist trotz der L\u00e4nge und den vielen Personen noch nicht der Abspann.<br \/>\n<strong>Verlag<\/strong>: Restoration Games<br \/>\n<strong>Spieleranzahl<\/strong>: 2 (und theoretisch * auch 4) Spieler<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 9 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 20-40 Minuten<\/p>\n<p><em>Unmatched<\/em> ist im Grunde genommen nicht nur ein einfaches Spiel, sondern gleich ein ganzes Spielsystem. <em>Restoration Games<\/em> machen keinen Hehl daraus, dass sie sehr viel Zeit und\u00a0 Geld auf dieses Pferd gesetzt haben: Angek\u00fcndigt sind u.a. Erweiterungen unter Lizenz von Bruce Lee und Jurassic Park. Um die IPs zu bezahlen, wird sich das Spiel (nehme ich an) schon sehr gut verkaufen m\u00fcssen- und anfixen kann man die Leute erst einmal mit dem hier besprochenen Grundspiel, dass gemeinfreie Figuren enth\u00e4lt: Medusa, Alice (die aus dem Wunderland), King Arthur und Sindbad. Statt in die IP wurde das Geld hier sichtbar in Ausstattung (insbesondere in das geniale Inlay) und Artwork investiert &#8211; vom Cover und dem Spielbrett abgesehen ist die Grapische Gestaltung schlichtweg topp. Was bleibt neben &#8220;Cover und Spielbrett&#8221; noch \u00fcbrig? Viele, viele Karten vor allem, aber auch alle Seiten der Spieleschachtel, die nicht vorne sind.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke des Spieles ergibt sich gleich von Start weg:\u00a0 <em>Unmatched<\/em> spielt sich einfach und schnell: Charakter w\u00e4hlen &#8211; individuelles Deck mischen &#8211; loslegen! Der Zugspieler bewegt entweder seine Figur(en) oder er spielt eine Karte. Wer sich bewegen will, muss eine Karte nachziehen. Kann man das nicht, weil alle Karten verbraucht sind, gibt es Schaden. Das Deck ist also (wie bei <em>Gloomhaven<\/em>) auch eine Art Ersch\u00f6pfungsmesser. Dennoch wird man Schaden in erster Linie durch Karten generieren &#8211; vor allem durch Angriffe, die der Gegner allerdings potentiell durch Verteidigungskarten kontern kann (was aber die Karte kostet und so Ersch\u00f6pfung generiert). Wer den anderen umhaut, gewinnt. Zum Nahkampf m\u00fcssen die beiden Figuren benachbart stehen, im Fernkampf auf gleichfarbigen Feldern. Das sind im Prinzip die Regeln. Einfacher geht es kaum!<\/p>\n<p>Dennoch spielen sich die Charaktere extrem unterschiedlich: W\u00e4hrend Arthus wie ein Panzer \u00fcber den Spielplan kriecht, in der Hoffnung EINMAL zuzuschlagen &#8211; dann aber richtig!- bewegt sich Sinbad \u00fcber den Plan wie eine Ballerina, setzt aber gerade zu Beginn eher Nadelstiche, als effektive Angriffe. Alice \u00e4ndert ihre Gr\u00f6\u00dfe und damit Angriffs- und Ausweichverm\u00f6gen, Medusa hat als einzige Fernkampfangriffe mit der Durchschlagskraft einer chinesischen Wasserfolter. Dem Team hinter <em>Unmatched<\/em> muss ich hier ein klares Lob aussprechen: Die Decks sind sowohl asymmetrisch als auch thematisch, aber doch so klar, dass wir keine einzige Regelfrage nachschauen mussten &#8211; f\u00fcr ein Spiel, dessen Kern in den Kartentexten steckt eine beachtenswerte Leistung!<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/imagepage\/img\/veiNy2Jxq_MeWli6ssQEOtUrNPU=\/fit-in\/900x600\/filters:no_upscale()\/pic4621582.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Das meine ich mit &#8220;Topp-Artwork&#8221; und das meine ich mit &#8220;Kartentexten&#8221; Alle vier Karten befassen sich mit der Alice<\/em><\/p>\n<p>Also: Die Zeit zwischen \u201eSpiel aus Schrank geholt\u201c und \u201elosgespielt\u201c ist minimal, die eigentliche Spieldauer auch angenehm kurz. \u201eAngenehm\u201c, weil es als kartenbasiertes Spiel nat\u00fcrlich das Problem hat, dass es eine Portion Nachziehgl\u00fcck braucht, um zu gewinnen. Einiges l\u00e4sst sich zwar mit Bluffen und gutem Positionsspiel rausholen, aber wenn die besten Karten im Deck stecken oder die Variabilit\u00e4t am Anfang fehlt oder die Reihenfolge bestimmte Karten nicht stimmt, wird es schnell eng. Zudem ist es\u00a0 ein Charakteristikum dieser Art von Spielen, dass man prinzipiell die Decks kennen muss, um wirklich gut zu spielen. Die ersten Partien sind daher recht experimentell und eher von Bauchentscheidungen als von strategischen \u00dcberlegungen gepr\u00e4gt. Ich hatte aber nicht das Gef\u00fchl, dass ich dadurch viel verpassen w\u00fcrde &#8211; \u00e4hnlich wie bei Netrunner, hat man durchaus das Gef\u00fchl, dass man auch als Anf\u00e4nger Gewinnchancen hat und nicht gespielt wird.<\/p>\n<p>Zumindest das Grundspiel ist allerdings ein reiner Zweier &#8211; zu viert spielt man im Team, aber Teampartien zerfallen schnell in zwei 2 gegen 2 parallel ablaufenden Einzelpartien &#8211; au\u00dfer es gelingt zwei Partnern gemeinsam auf einen Einzelgegner einzuhauen und dann ist die Partie schnell zu Ende. Weitere Koordinationsm\u00f6glichkeiten gibt es nicht und so f\u00fchlt es sich nicht wirklich wie ein Teamspiel an. Einige Erweiterungen sollen besser f\u00fcr das Teamspiel geeignet sein, aber die lagen mir nun mal nicht vor.<\/p>\n<p>Insgesamt ziehe ich pers\u00f6nlich im Genre \u201eSchnelle kartenbasierte Pr\u00fcgelei\u201c aus den genanten Gr\u00fcnden <em>Wildlands<\/em> bzw. das regeltechnisch noch einen Tick elegantere <em>Judge Dredd &#8211; Helterskelter<\/em> vor: Die sind besser zu mehrt und da es zwei verschiedene Spielziele gibt, halte ich sie von der Dramaturgie her f\u00fcr interessanter: Anders als bei <em>Unmatched<\/em> haut man eben nicht nur drauf, bis einer umklappt, die \u00dcberraschungen sind nicht auf die Karten beschr\u00e4nkt. Ich spiele allerdings auch noch nicht gut genug, um absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, wie ein echter Unmatcherer strategisch vorgeht, um gegnerische Schw\u00e4chen zu nutzen. Wer ein bestimmtes Level erreicht hat, mag dies <em>Wildlands<\/em> vorziehen, dass eher topologische Entscheidungen statt Kartenspiel vorzieht.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall hat\u00a0 <em>Unmatched<\/em> aber den k\u00fcrzeren Weg zwischen Schrank und Spielsieg und vor allem locken mich die Erweiterungen. Ich bin unglaublich gespannt darauf, was die neuen Decks wohl zu bieten haben. Das ist zugegebenerma\u00dfen eine sehr Vielspielerzentrierte Sichtweise, ein Impuls der dem Kaufen von <em>Magic<\/em>-Boostern, <em>Keyforge<\/em>-Decks oder \u00dc-Eiern nicht un\u00e4hnlich ist. Aber auch diesen Impuls muss man erst einmal zu bedienen wissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>*Theoretisch funktioniert auch der Kommunismus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autoren: Die Vorlage Star Wars Epic Duels stammt von Rob Daviau und Craig van Ness. Diese neue Version wurde von JR Honeycutt bearbeitet, in Zusammenarbeit mit Rob Daviau und Justin Jacobsen. 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