{"id":19100,"date":"2019-11-22T20:49:10","date_gmt":"2019-11-22T18:49:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=19100"},"modified":"2019-12-04T12:45:30","modified_gmt":"2019-12-04T10:45:30","slug":"guess-club","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/guess-club\/","title":{"rendered":"Guess Club"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Broadway<br \/>\nAutor: Sky Huang<br \/>\nSpieleranzahl: 2-8<br \/>\nAlter: ab 10 Jahren<br \/>\nSpieldauer: 20-30 Minuten<\/p>\n<p>Manchmal gibt es sie noch, die Argumente: \u201eDu musst das Spiel auf die und die Art und Weise spielen &#8211; dann macht es auch Spa\u00df!\u201c. Das Problem: Wenn ein Spiel nicht kommuniziert, wie es gespielt werden will, dann ist es ein Problem des Spieles, nicht der Spieler.<\/p>\n<p><em>Guess Club<\/em> kommuniziert eigentlich klar, wie es gespielt werden will: Schon der Titel deutet an, dass es um Raten, ja ums Wetten geht, nicht ums Wissen. Die Regeln machen eigentlich auch deutlich, wie es zu spielen ist. Und dennoch haben wir<em> Guess Club<\/em> in der ersten Partie v\u00f6llig falsch interpretiert und das Ergebnis war entsprechend merkw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Formal legt ein Spieler jede Runde eine Kategorie fest &#8211; z.B. \u201eInsekten\u201c &#8211; und alle schreiben 6 passende Begriffe auf. Eine Regel hilft denjenigen, die sich vielleicht nicht so mit \u201earomatisch duftenden Lippenbl\u00fctlern\u201c auskennen und diese Regel liefert schon einen Hinweis, darauf, dass diese Begriffsbildung eben nicht das Spiel ist, sondern das \u00c4quivalent des Karten mischens und ausgeben beim pokern. Wer hier durch sein Wissen gl\u00e4nzen will, dem sei ernsthaft <em>Haste Worte?<\/em> empfohlen, immer noch eines der besten Spiele im &#8220;Begriffe aufschreiben&#8221;-Genre. <em>Guess Club<\/em> ist jedenfalls eher nicht das richtige. Hier geht es um etwas anderes:<\/p>\n<p>Das eigentliche Spiel besteht aus der Jahrhunderte alten Frage: \u201eWetten oder Zeigen?\u201c Diese Frage muss jeder aktuelle Zugspieler beantworten! Zeigt er einen seiner Karten, dann bekommt er den Pott, wenn irgendjemand anderes den gleichen Begriff aufgeschrieben hat und zahlt ein, wenn nicht. Ist er unsicher, ob seine Begriffe vielleicht doch etwas zu abseitig sind, dann wettet er, wie oft insgesamt der Zugspieler einen Begriffspartner findet. Wer bei Rundenende hier richtig liegt, kassiert noch einmal richtig. Gezeigte Karten sind aus dem Spiel und die Runde endet, wenn irgendjemand keine Karten hat.<\/p>\n<p>In der ersten Partie spielten wir fast kooperativ &#8211; die Begriffe waren die offensichtlichsten ihrer Art und bei einigen merkw\u00fcrdigen Kategorien interpretierten wir bestimmte Dinge recht gro\u00dfz\u00fcgig &#8211; \u201eHey! wir haben einen Treffer!\u201c. Entsprechend flogen die Karten nur so aus ihren Kartenhaltern.<\/p>\n<p>Nur darum geht es hier gar nicht.<\/p>\n<p>Als Hintensitzer hat man bei <em>Guess Club<\/em> prinzipiell gar kein gesteigertes Interesse daran, dass die zuerst ausspielenden Personen die Begriffe auf den eigenen Karten treffen &#8211; denn dann kassieren die und man selber hat nichts davon, ist aber eine Karte los. Also macht es sinn, etwas abseitigere Insekten aufzuschreiben &#8211; Lieber die Gottesanbeterin statt die Honigbiene. Nur: Was macht mann dann, wenn man selbst an der Reihe ist?\u00a0 Hat vieleicht noch jemand &#8220;Steinlaus&#8221; geschrieben? Aber wenn nicht, zahle ich ein!\u00a0 Vielleicht also doch wetten? Aber worauf? So viele Insekten gibt es ja nicht &#8211; da wird es schon den einen oder anderen Treffer geben, oder? Treffer sind ja eigentlich gut, wenn man der treffenden ist&#8230; Und wenn alle Wetten, hat niemand Informationen. <em>Guess Club<\/em> ist mehr <em>Dixit<\/em> als <em>Haste Worte<\/em>: Bei letzterem dominiert die Frage: \u201eHabe ich ausreichend viele oder zumindest ausreichend originelle Begriffe aufgeschrieben?&#8221; hier muss ich den Balanceakt gehen zwischen \u201eNicht, den Erstbesten Begriff, aber vielleicht den Zweitbesten. Au\u00dfer alle denken so, dann vielleicht doch den Erstbesten? Oder was ganz anderes?\u201c Tats\u00e4chlich wird in diesem Club viel geguessed! Und anders als oben behauptet verlagert sich das Spiel potentiell dann doch pl\u00f6tzlich schon in die Begriffschreibphase, zumindest wenn die Kategorien mehrere Graut\u00f6ne erlauben. Pl\u00f6tzlich macht dann auch die Regel sinn, dass der Kategoriengeber entscheidet, ob tats\u00e4chlich der genaue Wortlaut getroffen werden muss, oder nur so in etwa. Und man merkt, dass &#8220;Ameise&#8221; und &#8220;Blattschneideameise&#8221; durchaus unterschiedliche Wirkungen auf den Spielverlauf und auf das Wettergebnis haben.<\/p>\n<p><em>Guess Club<\/em> kommuniziert klar, was es ist: \u00dcber die Regeln, \u00fcber den Titel, \u00fcber die ganze Aufmachung, bei dem der Wettcharakter in den Vordergrund gestellt wird. Das man dennoch in das Spiel hineinfinden muss, liegt einfach daran, dass die Kombination aus Wett- und \u201eBegriffe aufschreiben\u201c eine recht ungew\u00f6hnliche Kombination ist. Mit jeder Partie bewundere ich Autoren Sky Huang aber mehr daf\u00fcr, wie geschickt er diese Genres miteinander verbunden hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Broadway Autor: Sky Huang Spieleranzahl: 2-8 Alter: ab 10 Jahren Spieldauer: 20-30 Minuten Manchmal gibt es sie noch, die Argumente: \u201eDu musst das Spiel auf die und die Art und Weise spielen &#8211; dann macht es auch Spa\u00df!\u201c. 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