{"id":18969,"date":"2019-09-29T20:57:32","date_gmt":"2019-09-29T18:57:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=18969"},"modified":"2019-09-29T21:42:01","modified_gmt":"2019-09-29T19:42:01","slug":"deep-blue","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/deep-blue\/","title":{"rendered":"Deep Blue"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>: Days of Wonder \/ Sidekick Games<br \/>\n<strong>Autoren<\/strong>: Asger Harding Granerud und Daniel Skjold Pedersen<br \/>\n<strong>Spielerzahl<\/strong>: 2-5<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 8 Jahren<br \/>\n<strong>Dauer<\/strong>: 45 Minuten<\/p>\n<p>Nach der Fremdenlegion ist die See die gro\u00dfe Weite, in die sich Menschen fl\u00fcchten, um das Abenteuer zu suchen. Seeleute sind bereit in jeden Hafen einzukehren, aber wirklich daheim sind sie nirgends. So geht es irgendwie auch Deep Blue, einem wundersch\u00f6n anzusehenden Brettspiel, welches bei keiner Zielgruppe so richtig zu Hause ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18976\" aria-describedby=\"caption-attachment-18976\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-18976\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-700x467.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-370x247.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-270x180.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-570x380.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-750x500.jpg 750w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Tauchaktion-e1569783130930-740x493.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18976\" class=\"wp-caption-text\">Kleine Schiffe, gro\u00dfe Wirkung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als eine Days of Wonder Produktion ist Deep Blue visuell \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Stimmungsvoll gezeichnete Wracks gilt es auf einem detailreich illustrierten Spielbrett tauchend zu erforschen. Man tut das, um m\u00f6glichst lukrative Sch\u00e4tze zu bergen und den Gewinn in seiner uneingeschr\u00e4nkt funktionsbefreiten Plastiktruhe zu horten. Daf\u00fcr greift man frohen Mutes in den Stoffbeutel, fischt blind ein Steinchen heraus und hofft, dass man daf\u00fcr Geld bzw. Siegpunkte bekommt. Blaue und schwarze Steine will man vermeiden, da sonst die Tauchaktion zu gef\u00e4hrlich wird und vorzeitig abgebrochen werden muss. Von den sch\u00f6nen Siegpunkten sieht man dann herzlich wenig. Der flei\u00dfige Kennerspieler f\u00fchlt sich hier vielleicht an Quacksalber von Quedlinburg erinnert. Aber Deep Blue ist sp\u00fcrbar anders.<\/p>\n<p>Das liegt zum einen daran, dass Deep Blue gleich zu Beginn mehr Tiefe liefern will. Gro\u00dfe Teile des Designs sind vor allem daf\u00fcr da, einem kleine taktische Vorteile zu erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6ren vor allem die Crewmitglieder, die man sich mit Handkarten erkauft. Diese Taucher, Seeleute und Schiffskundigen sind ebenfalls wundersch\u00f6n und hochgradig divers illustriert. Manche erlauben es schneller zu reisen, um als erster und vielleicht einziger einen Tauchgang anzutreten. Andere strotzen mutig den Gefahren beim Tauchen und ignorieren einen schwarzen oder blauen Stein, der sonst zum Abbruch des Tauchgangs f\u00fchrt. Wieder andere Crewleute erlauben es schon w\u00e4hrend des Tauchens Siegpunkte zu sammeln, unabh\u00e4ngig davon ob der Tauchgang abgebrochen werden musste. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren hat durchaus seinen Reiz und will klug zum eigenen Vorteil genutzt werden. Dem Taktiker wird dieser Optionsreichtum aber dadurch versauert, dass das blinde Ziehen eben doch ein sehr gro\u00dfer Zufallsfaktor ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18974\" aria-describedby=\"caption-attachment-18974\" style=\"width: 527px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-18974\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-300x82.jpg\" alt=\"\" width=\"527\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-300x82.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-700x192.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-150x41.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-768x211.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-1536x422.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-2048x563.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-370x102.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-270x74.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-570x157.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-1818x500.jpg 1818w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Crewmitglieder-e1569783242526-740x203.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 527px) 100vw, 527px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18974\" class=\"wp-caption-text\">Diese Vielfalt sollte selbstverst\u00e4ndlich sein<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wem es gelingt besonders effizient zu spielen, kann eigene Aktionen sparen in dem er zu Tauchg\u00e4ngen anderer Spieler eilt und als Beifahrer punktet. Damit beraubt man sich jedoch eines wichtigen Spannungsmomentes von Deep Blue. Statt das eigene Gl\u00fcck auszureizen in dem man selbst wiederholt in den Beutel greift und hofft Sch\u00e4tze zu bergen, schaut man zu wie andere spielen und legt gelegentlich Karten hinzu, um selbst Punkte zu machen. Was anfangs an Quacksalber von Quedlinburg erinnert m\u00fcndet dann doch schnell in Bingo.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18973\" aria-describedby=\"caption-attachment-18973\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-18973\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-300x221.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-700x515.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-150x110.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-768x565.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-1536x1130.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-2048x1506.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-370x272.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-270x199.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-570x419.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-680x500.jpg 680w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-740x544.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Ausbeute-e1569783335117-80x60.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18973\" class=\"wp-caption-text\">Bunt sind die Steine und granatenstark<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Spannung beim Ziehen sorgt in einer leichtherzigen Runde noch f\u00fcr Gel\u00e4chter und Freude am Spieltisch. Aber unter ehrgeizigen Strategen verkommt das eher zum Frustfaktor, durch den sorgf\u00e4ltig \u00fcberlegte Entscheidungen als wertlos empfunden werden. Deep Blue fehlt hier die Flexibilit\u00e4t, um Taktik und Gl\u00fccksfaktor nach eigener Fasson und Spielleistung zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise funktioniert das Spiel aber auch ohne sich ausgiebig mit den taktisch-strategischen Optionen zu befassen, die durch vorausschauenden Kartenkauf und kluges Positionieren der Schiffe freigeschaltet werden. Der Reiz des Gl\u00fccksspiels, den jeder Tauchgang mit sich bringt, hat bereits bei Co-Designer Daniel Skjold Pedersens vorherigem Spiel Gold Fever gut funktioniert. Bei Deep Blue l\u00e4uft dieses leichtf\u00fc\u00dfige Spielkonzept leider auf Grund, denn das Spiel begeht die vielleicht gr\u00f6\u00dfte S\u00fcnde, die man mit Blick auf den Massenmarkt begehen kann: es ist einfach zu langsam.<\/p>\n<p>Deep Blue ist ein Spiel, das zwar nicht lang ist, aber sich leider so anf\u00fchlt. In jeder Runde stehen vier unterschiedlichen Aktionen zur Verf\u00fcgung. Drei davon sind sehr schnell abgehandelt, aber lediglich die Tauchaktion f\u00fchlt sich an als w\u00fcrde man aktiv am Spiel teilnehmen. Die restlichen Aktionen sind zwar knapp gehalten, aber auch praktisch unvermeidbar. So f\u00fchlt sich der Spielflu\u00df so an, als w\u00fcrde man vor allem Aussetzen (um Karten aufzunehmen oder eine neue Karte in die Hand zu nehmen). Denn nachdem man bei einem besonders erfolgreichen Tauchgang erstmal seine punktebringenden Karten ausgespielt hat, muss man sie erst m\u00fchsam einzeln (bzw. 3 je Spielzug) nachziehen. Die Aktion selbst ist schnell ausgef\u00fchrt. Die neu erhaltenen Optionen sind auch durchaus wirkungsvoll. Sie sind aber auf so niedriger Flamme gehalten, dass Deep Blue es nicht schafft, die Aufmerksamkeit zu halten, die die Aufmachung auf sich zieht. Die Schiffe legen meist nur kurze Strecken zur\u00fcck. Jedes neue Crewmitglied kostet in der Regel zwei Handkarten, die man sp\u00e4ter erst langsam nachziehen kann.<\/p>\n<p>Unterm Strich rettet die opulente und sch\u00f6n anzusehende Aufmachung Deep Blue davor sofort wieder vom Tisch verbannt zu werden. Man will dem Spiel immer wieder eine Chance geben, eben weil man hofft dass es diesmal flinker, spannender und befriedigender l\u00e4uft. In der Praxis jedoch ist Deep Blue zu langatmig um bei Laune zu halten, und zu zuf\u00e4llig um sorgf\u00e4ltiges Spiel zu belohnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Days of Wonder \/ Sidekick Games Autoren: Asger Harding Granerud und Daniel Skjold Pedersen Spielerzahl: 2-5 Alter: ab 8 Jahren Dauer: 45 Minuten Nach der Fremdenlegion ist die See die gro\u00dfe Weite, in die sich Menschen fl\u00fcchten, um das Abenteuer zu suchen. 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