{"id":18810,"date":"2019-08-03T19:32:41","date_gmt":"2019-08-03T17:32:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=18810"},"modified":"2019-08-15T18:21:25","modified_gmt":"2019-08-15T16:21:25","slug":"quiztopia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/quiztopia\/","title":{"rendered":"Quiztopia"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Kosmos<br \/>\nAutoren: Maria und Marc-Uwe Kling<br \/>\nSpieleranzahl: 1-6 (Wer auch immer ein Quizspiel alleine spielen m\u00f6chte, kann das hier tats\u00e4chlich tun)<br \/>\nAlter: ab 16 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 45 Minuten<\/p>\n<p>Quizspiele teilen die Spieleszene in diejenigen, die sie m\u00f6gen und diejenigen, die das nicht tun. Das mag auch f\u00fcr alle anderen Genres gelten, aber selten ist die Einteilung so klar wie hier. Als Grund d\u00fcrfte sich in den meisten F\u00e4llen die Angst vor dem Nicht-Wissen festmachen lassen. Nicht umsonst war das kooperative <em>Kneipenquiz<\/em> ein riesiger Erfolg: Kooperativ kann man Wissen konstruktiv beisteuern oder eben auch nicht. Man ist Teil der Gruppe und das eigene Nicht-Wissen wird nicht so offen sichtbar. Wenn ich keine Ahnung von Opern habe, halte ich bei einer Opernfrage beim <em>Kneipenquiz<\/em> den Mund und niemand merkt es. Wenn ich eine Opernfrage bei einem anderen Quizspiel alleine beantworten muss -am besten garniert mit dem augenrollenden Kommentar, dass man ja wohl nur die leichten Fragen hat &#8211; kann einem das deutlich unangenehmer sein.<\/p>\n<p>Kein Wunder nun, dass auch andere Autoren und Verlage sich am kooperativen Quizgenre versuche &#8211; etwa Maria und Marc-Uwe Kling und Kosmos mit <em>Quiztopia<\/em>.<\/p>\n<p>Als wesentlicher Unterschied zum <em>Kneipenquiz<\/em> darf die eingeschr\u00e4nkte Kommunikation bei <em>Quiztopia<\/em> gelten: Darf man beim Kneipenquiz die Fragen gemeinsam l\u00f6sen, darf man bei Quiztopia gerade einmal gemeinsam die Kategorie aussuchen. Die Frage muss der Zugspieler alleine beantworten, Tipps kosten zum einen eine Tippkarte (die man zur\u00fcckgewinnen kann) und d\u00fcrfen zum anderen tats\u00e4chlich nur <strong>Tipps<\/strong> sein, keine L\u00f6sungen. Und sie d\u00fcrfen nur aus einem Wort oder einem Ger\u00e4usch oder einer Pantomime bestimmen. Das klingt lustiger, als es in der Praxis tats\u00e4chlich ist, denn in den meisten F\u00e4llen hilft ein Wort oder ein Ger\u00e4usch nicht wirklich weiter &#8211; n\u00e4mlich immer genau dann, wenn ein Eigenname gesucht ist. Es ist schon schwierig <em>Stendal<\/em> oder <em>Ganymed<\/em> mit einem Wort zu kommunizieren\u00a0 und wird daher auch gar nicht erst versucht. Freies Diskutieren kostet aber schon zwei Karten und so viele hat man nur selten zum Ausgeben.<\/p>\n<p>In der Praxis hei\u00dft das, dass der gro\u00dfe Vorteil der Kooperation wegf\u00e4llt, ja ins Gegenteil verkehrt wird: Jetzt muss ein einzelner wieder eine Frage alleine beantworten und diesmal h\u00e4ngt sogar DER ERFOLG ALLER von der Antwort ab. Man verkackt es nicht mehr nur f\u00fcr sich selbst, sondern auch f\u00fcr die Mitspieler, f\u00fcr die Freunde und enge Familie gleich mit. Sch\u00f6nen Dank auch! Der Druck auf den Einzelnen ist so ungleich gr\u00f6\u00dfer &#8211; und die Versuchung der Gruppe die Regeln zu beugen auch. Wenn der andere kurz davor ist die falsche Antwort zu geben, dreht man schnell eine Tippkarte um oder fragt noch mal nach oder hustet oder so\u2026 Ich habe kaum ein kooperatives Spiel erlebt, bei dem die Spieler so Schwierigkeiten hatten sich selbst zu disziplinieren &#8211; Immerhin lebt ein Quizspiel ja vom Wissen und wenns der Wahrheitsfindung dient? Vielleicht ist das Leben am legalen Limit hier ja sogar gewollt? Keine Ahnung!<\/p>\n<p>Das potentielle \u00dcberschreiten der Grenzen liegt aber auch daran, dass das Spiel durchaus spannend ist und den Ehrgeiz weckt. Der Schwierigkeitsgrad der Fragen (\u00fcbrigens immer gleich und somit -wie beim <em>Kneipenquiz<\/em> &#8211; unabh\u00e4ngig vom Schwierigkeitsgrad des Spieles) ist durchaus anspruchsvoll, auch f\u00fcr meine sehr Quizspielerprobte Runde, aber nicht frustrierend und damit gerade richtig. Das Ziel ist eine bestimmte Anzahl von Kategorien zu \u201egewinnen\u201c, was bedeutet, dass man je nach Ausgangslage 1-2 mal hintereinander eine Frage aus der Kategoire richtig beantworten muss, ohne sie -je nach Ausgangslage- 1-2 mal hintereinander falsch zu beantworten (dann ist sie verloren).<\/p>\n<p>Die Anzahl der zu gewinnenden Karten, die Anzahl der Karten, die man verlieren darf, ohne das Spiel zu verlieren und die Anzahl der zur Verf\u00fcgung stehenden Tippkarten stellen Variablen da, mit denen der Schwierigkeitsgrad eingestellt werden kann, so dass jede Gruppe sich ihre pers\u00f6nliche Herausforderung zusammenbasteln kann. Etwas unbefriedigend ist es an dieser Stelle allerdings, dass der Gruppe eine feste Fragenanzahl zur Verf\u00fcgung steht, nach der sie gewinnen muss (wohl um Endlosspiele zu vermeiden), wodurch es aber zu Szenarien kommen kann, bei der vorzeitig feststeht, dass die Spieler nicht mehr gewinnen k\u00f6nnen (Bei Computeradventures hie\u00df das treffend \u201eDead Man Walking\u201c) &#8211; hier w\u00e4re ein anderer Mechanismus besser gewesen, auch wenn die relative Enge der Zeit durchaus Spannung hervorruft &#8211; jede Karte die man gewinnt oder verliert oder im Fegefeuer zwischen diesen beiden Polen hin- und herpendelt z\u00e4hlt f\u00fcr Sieg oder Niederlage. Und sollte mal alles einfacher sein, als geplant, gibt es die spontane Herausforderung so lange zu spielen, bis alle Karten gewonnen wurden. Regelm\u00e4\u00dfige Quizrunden d\u00fcrfen sich sogar an der Kampagne versuchen, bei der verschiedene Kombinationen der oben erw\u00e4hnten Variablen bew\u00e4ltigt werden wollen und bei denen es bei Sieg oder Niederlage zus\u00e4tzliche Vorteile f\u00fcr Folgepartien zum freischalten gibt.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: <em>Quiztopia<\/em> bietet einer kooperativen Runde spannende Herausforderungen. Aber gerade dadurch f\u00fchlen sich die Kommunikationseinschr\u00e4nkungen zwischen den Spielern an wie Fremdk\u00f6rper.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Kosmos Autoren: Maria und Marc-Uwe Kling Spieleranzahl: 1-6 (Wer auch immer ein Quizspiel alleine spielen m\u00f6chte, kann das hier tats\u00e4chlich tun) Alter: ab 16 Jahre Spieldauer: 45 Minuten Quizspiele teilen die Spieleszene in diejenigen, die sie m\u00f6gen und diejenigen, die das nicht tun. 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