{"id":18684,"date":"2019-06-30T12:00:33","date_gmt":"2019-06-30T10:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=18684"},"modified":"2019-07-01T12:33:01","modified_gmt":"2019-07-01T10:33:01","slug":"the-estates","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/the-estates\/","title":{"rendered":"The Estates"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>: Capstone Games, Simply Complex<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>: Klaus Zoch<br \/>\n<strong>Spieleranzahl<\/strong>: 2-5<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 10 Jahren<br \/>\n<strong>Dauer<\/strong>: 40-60 Minuten<\/p>\n<p><a href=\"#Fussnote\">The Estates*<\/a> von Klaus Zoch (Autor von Zicke, Zacke, H\u00fchnerkacke) ist ein einfach verst\u00e4ndliches Bietspiel welches vor allem dadurch gl\u00e4nzt, dass die kluge Verkn\u00fcpfung der einzelnen Spielschritte immer wieder zu kniffligen Entscheidungen f\u00fchrt. Es bleibt aber auch in Erinnerung, weil diese Entscheidungen sp\u00fcrbare Konsequenzen haben.<\/p>\n<p>Visuell hat The Estates eher den Charme eines hochwertigen Kinderspiels. Die Holzw\u00fcrfel, auf die im Laufe des Spiels vornehmlich geboten wird, sind in kr\u00e4ftigen Farben gehalten. Die Zahlenwerte, die gro\u00df auf ihnen zu sehen sind, erinnern an Rechenspielzeug aus dem Kindergarten. Ein Holzw\u00fcrfel (der eine Etage eines Geb\u00e4udes darstellt) wird vom aktiven Spieler ausgesucht, es wird reihum darauf geboten und anschlie\u00dfend darf der Bietsieger diesen Stein auf dem Spielbrett platzieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Spielablaufs ertappt man sich jedoch schnell dabei mit ziemlicher Intensit\u00e4t auf die Gebote und Entscheidungen der anderen Spieler zu reagieren. Denn The Estates ist ein Spiel bei dem man gemein sein muss, gemein sein kann und gelegentlich gemein sein will. Das vertraute Ringen um Siegpunkte findet hier in deutlich versch\u00e4rfter Form statt. Zum einen k\u00f6nnen errungene Siegpunkte sp\u00e4ter noch von anderen abgenommen werden. Zum anderen kann es passieren, dass man zum Spielende die Vorzeichen eben jener Siegpunkte umdreht. Aus den 14 Siegpunkten k\u00f6nnen auf einmal -14 Siegpunkte werden.<\/p>\n<p>Dadurch ist The Estates \u00fcber weite Strecken ein sehr spannendes und unter Umst\u00e4nden auch nerven-aufreibendes Spiel. Punkte, die man sicher w\u00e4hnt und die man sich teuer erkauft hat, k\u00f6nnen im Handumdrehen von einem Konkurrenten gestohlen werden. Das weckt bei manchen Spielern Ehrgeiz und Spielfreude, bei anderen aber eher Verbissenheit und Frustration. The Estates ist kein Spiel, welches man ohne Vorwarnung oder Vorbereitung mit jeder Gruppe spielen kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18706\" aria-describedby=\"caption-attachment-18706\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18706 size-medium\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-700x394.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-370x208.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-270x152.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-570x321.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-889x500.jpg 889w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190630_115642-740x416.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18706\" class=\"wp-caption-text\">Wie gemein kann so ein brav aussehendes Spiel schon sein?<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dabei schlummert unter dem Bieten und Schachern um Wohnh\u00e4user ein beeindruckend elegantes Regelwerk. Mit hoher Pr\u00e4zision werden den Spielern Entscheidungsm\u00f6glichkeiten gegeben, welche sich sp\u00fcrbar auf die Spielsituation auswirken. Jeder zur Versteigerung frei gegebene Spielstein beeinflu\u00dft die Punktebalance zwischen den Spielern merklich. Jeder Sonderspielstein versch\u00e4rft das Risiko aller das Spiel mit Minuspunkten zu beenden. Jede Bietrunde liefert den Spielern eine kurze Knobelaufgabe in der man nicht nur einsch\u00e4tzen muss wie wichtig ein Stein einem selbst ist, sondern auch wie wichtig er den anderen sein wird. The Estates ist ein Spiel bei dem der Kopf nie zur Ruhe kommt.<\/p>\n<p>Denn ein weiteres Detail, welches The Estates zu so einem runden Design macht, ist der geschlossene Geldfluss mit dem die Versteigerungen stattfinden. So beginnt jeder Spieler mit der gleichen Summe an Geld (bzw. von Kickstarter-Backern unterschriebenen Schecks) und bezahlt den Versteigerer bzw. den H\u00f6chstbietenden selbst, wenn es um das Recht geht den n\u00e4chsten Spielstein zu platzieren. Der politische Seitenhieb der sich in dem Zusammenspiel zwischen Regelmechanismus und Spielthema versteckt, z\u00fcndet vermutlich am Ehesten bei Gruppen, die zumindest ein rudiment\u00e4res Verst\u00e4ndnis von Sozialwirtschaft besitzen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie bei High Society \u2013 einem \u00e4hnlich kniffligen aber sehr viel leichtf\u00fc\u00dfigeren Bietspiel von Reiner Knizia \u2013 zielt jedes Gebot darauf einen anderen Spieler herauszufordern, basiert auf strategischem Kalk\u00fcl und ist von der Gier nach Siegpunkten angetrieben. In diesem Spiel jedoch steuern alle Spiele mit offenen Augen auf das Spielende zu. Das Ende zeichnet sich einige Z\u00fcge im Voraus ab. Nicht selten wird am Ende deshalb noch versucht sich gegenseitig in den Dreck zu ziehen und Minuspunkte zu erschaffen. Dieses Piesacken kann f\u00fcr viel Gel\u00e4chter sorgen, es kann aber auch demotivieren, wenn die eigenen Vorhaben immer wieder durchkreuzt werden.<\/p>\n<p>The Estates ist trotz seiner Aufmachung kein entspanntes Spiel. Es ist trotz seiner Thematik kein Spiel, bei dem das effizienteste H\u00e4user bauen am Ende belohnt wird. Aber es sind gelungen entworfene 40-60 Minuten in denen allein der hemmungslose Wettkampf zwischen dem Spielern im Mittelpunkt steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p id=\"Fussnote\">* &#8211; Bei diesem Spiel handelt es sich um die aktuelle, durch Kickstarter erm\u00f6glichte, Neuauflage von Neue Heimat, welches erstmalig 2007 erschien. Die Unterschiede zwischen den beiden Version sind vernachl\u00e4ssigbar und auch visuell ist die neue Version sehr nahe am Original.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Capstone Games, Simply Complex Autor: Klaus Zoch Spieleranzahl: 2-5 Alter: ab 10 Jahren Dauer: 40-60 Minuten The Estates* von Klaus Zoch (Autor von Zicke, Zacke, H\u00fchnerkacke) ist ein einfach verst\u00e4ndliches Bietspiel welches vor allem dadurch gl\u00e4nzt, dass die kluge Verkn\u00fcpfung der einzelnen Spielschritte immer wieder zu kniffligen Entscheidungen f\u00fchrt. 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