{"id":18678,"date":"2019-06-29T22:28:47","date_gmt":"2019-06-29T20:28:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=18678"},"modified":"2019-06-29T22:28:47","modified_gmt":"2019-06-29T20:28:47","slug":"kreative-bilder-geschichten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/kreative-bilder-geschichten\/","title":{"rendered":"Kreative Bilder-Geschichten"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Ravensburger<br \/>\nAutor: Wolfgang Kramer<br \/>\nSpieleranzahl: 1-6 (naja, eher 1-3 Spieler, mehr Leute hei\u00dft, weniger Sprechzeiten f\u00fcr den Einzelnen)<br \/>\nAlter: 6-10 Jahre<br \/>\nSpieldauer: H\u00e4ngt komplett von den Spielern ab, 5-20 Minuten erscheint realistisch, irgendwann st\u00f6\u00dft auch der Stift an seine Grenzen<\/p>\n<p><em>Ben\u00f6tigt wird ein Tiptoi-Stift mit Aufnahmefunktion<\/em><\/p>\n<p>Was ist ein Spiel?<br \/>\nDas ist eine schwierige Frage, aber eigentlich interessiert sie uns gar nicht so sehr &#8211; hier auf der <em>Spielbar<\/em> geht es ja bereits um eine Unterkategorie: Um sogenannte \u201eRegelspiele\u201c, also Spiele, die feste Regeln haben (Das Gegenteil von \u201efreiem Spiel\u201c) und selbst diese Kategorie ist noch zu weit gefasst, denn Rollenspiele und Erz\u00e4hlspiele sind ja ebenfalls Regelspiele, aber etwas ganz anderes als die hier \u00fcblicherweise besprochenen Spiele, die z.B. als \u201eZielorientierte Spiele\u201c oder &#8211; tats\u00e4chlich h\u00e4ufiger &#8211; als \u201eStrategiespiele\u201c bezeichnet werden. Dabei ist \u201eStrategie\u201c f\u00fcr einen Brettspieler tats\u00e4chlich verwirrend, denn auch <em>Mensch-\u00c4rgere-Dich-Nicht<\/em> ist nach der Definition ein \u201eStrategiespiel\u201c &#8211; der Begriff bedeutet nur, dass es ein fest definiertes Spielziel gibt und die Spieler innerhalb eines festen Regelwerkes Entscheidungen treffen, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten &#8211; Das die Entscheidungen bei M\u00c4DN marginal sind, ist f\u00fcr die Definition uninteressant (Spiele ohne Entscheidungen &#8211; also reine Roll&amp;Moves oder <em>Bingo<\/em> &#8211; fallen nicht in diese Kategorie, sind aber noch \u201ezielorientierte Spiele\u201c, da es ja ein konkretes Spielziel gibt. Es ist kompliziert).<br \/>\n<em>Kreative Bilder-Geschichte<\/em>n ist nun schon einmal definitiv kein Strategiespiel nach dieser Definition, nicht einmal ein zielorientiertes Spiel, denn es gibt kein Spielziel, das zu erreichen ist. Vielmehr ist es ein Werkzeug, um Geschichten zu erz\u00e4hlen. F\u00e4llt es damit schon in den Bereich \u201eErz\u00e4hlspiele\u201c oder ist dieses Spiel \u201enur\u201c ein Spielzeug?<br \/>\nNun, es gibt zumindest feste Regeln: Die Geschichte besteht aus genau sechs Karten. Ob die Karten und deren Reihenfolge vom Spiel vorgegeben werden oder ob sich die Kinder beides selbst aussuchen ist den Kleinen selbst \u00fcberlassen (ergo: Einstellbar). Die Bilder dienen dabei als Hooks der Geschichte &#8211; wie viel die Kinder dem Tiptoi-Stift (nicht enthalten) erz\u00e4hlen ist denen \u00fcberlassen. Aber das Set hei\u00dft eben auch \u201eKreative Bilder-Geschichten\u201c und darum geht es: Kreative Geschichten mit Bildern zu erz\u00e4hlen. Wer weniger kreativ ist, kann sich die Bilder vorgeben lassen, sonst erz\u00e4hlt man was man will. Das Besondere ist jetzt, dass man sich die Geschichten anschlie\u00dfend vom Tiptoi-Stift vorlesen lassen kann. Und\/oder man speichert die ab und h\u00f6rt sich die sp\u00e4ter nochmal an. In Zeiten des Handys vielleicht nicht mehr so beeindruckend wie vor 10 Jahren, aber dennoch f\u00fcr die Kinder sehr motivierend. Kann man <em>Kreative Bilder-Geschichten<\/em> damit schon als &#8220;Regelspiel&#8221; bezeichnen? Ich glaube kaum &#8211; eine einzelne Regel (Es m\u00fcssen genau sechs Bilder sein, die eine Geschichte vorgeben) macht noch keinen Sommer. Selbst wenn die Geschichtenerz\u00e4hler bestimmte Karten raussuchen und die in einer festen Reihenfolge auslegen befolgen Sie nur Anweisungen, sie &#8220;spielen&#8221; nicht wirklich, da dieser Teil nicht der Teil ist, der Spa\u00df erzeugt. Das macht das Geschichten erz\u00e4hlen und das ist, nunja, das Erz\u00e4hlen einer Geschichte anhand von Bildern. Ist das Hinreichend anders als bei Erz\u00e4hlspielen? Ich denke schon, da hier gemeinsam erz\u00e4hlt wird und die Geschichte weder strukturiert ist noch ein festes Ende o.\u00e4. hat. Dies ist genauso wenig ein Spiel wie &#8220;Storyboard&#8221;. Ich bin da aber kein Experte.<\/p>\n<p>Gehen wir zur zweiten Frage \u00fcber: Ist das Set brauchbar?<\/p>\n<p>Ja, durchaus. Es gibt wirklich viele Bilder,\u00a0die auch viele M\u00f6glichkeiten erlauben &#8211; konkret genug um Anregungen zu geben, allgemein genug, um vielseitig einsetzbar zu sein.<\/p>\n<p>Der Gegner ist dabei allerdings der Tiptoi-Stift selbst. Auch im Jahre X nach Erfindung dieses prinzipiell coolen Ger\u00e4ts, hat es Ravensburger nur partiell geschafft die Kinderkrankheiten abzuschaffen. Es gibt immer noch H\u00e4nger und Fehler und manchmal erkennt der Stift nicht, was er erkennen soll und weigert sich z.B. trotz mehrmaligem Tippen eine Aufnahme zu wiederholen.<br \/>\nDie Erkl\u00e4rfunktion ist nach wie vor sehr tr\u00e4ge und auch wenn man abk\u00fcrzen kann, muss doch eine ganz bestimmte Reihenfolge eingehalten werden, in der Best\u00e4tigungen und OKs getippt werden m\u00fcssen, bevor die Kinder erz\u00e4hlen d\u00fcrfen. Ungeduldige Geschichtenerz\u00e4hler sind da schnell genervt. Au\u00dferdem ist die Qualit\u00e4t der Aufnahme und damit des Abspielens nicht gerade grandios. Man merkt eben dass der Tiptoi-Stift nicht prim\u00e4r ein Diktierger\u00e4t ist.<br \/>\nDamit ist das Set insgesamt mehr eine gute Idee als ein gutes Was-Auch-Immer-\u201eSpiel\u201c. Genutzt wird es in meinem Haushalt aber dennoch. Sicherlich nicht so oft wie von Ravensburger intendiert, aber es landete bislang auch nicht in der Ecke &#8211; dazu ist das Werkzeug zu gut. Insbesondere erlaubt es auch meiner Sechsj\u00e4hrigen, die erst im kommenden Jahr Lesen und Schreiben lernt, eine Geschichte zu kreieren. Und daf\u00fcr ist das Set ja da.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Ravensburger Autor: Wolfgang Kramer Spieleranzahl: 1-6 (naja, eher 1-3 Spieler, mehr Leute hei\u00dft, weniger Sprechzeiten f\u00fcr den Einzelnen) Alter: 6-10 Jahre Spieldauer: H\u00e4ngt komplett von den Spielern ab, 5-20 Minuten erscheint realistisch, irgendwann st\u00f6\u00dft auch der Stift an seine Grenzen Ben\u00f6tigt wird ein Tiptoi-Stift mit Aufnahmefunktion Was ist ein Spiel? 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