{"id":18402,"date":"2019-04-30T14:08:59","date_gmt":"2019-04-30T12:08:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=18402"},"modified":"2019-04-30T14:08:59","modified_gmt":"2019-04-30T12:08:59","slug":"villainous","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/villainous\/","title":{"rendered":"Villainous"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Ravensburger<br \/>\nAutor: Keine Autorenangabe<br \/>\nSpieleranzahl: 2-6<br \/>\nAlter: ab 10 Jahre<br \/>\nSpieldauer: ca. 60 Minuten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>In jeder Stadt<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>geht es auf und ab<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Und das Volk<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>ist trotzdem froh<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Doch nicht in Nottingham<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Kennen Sie diese Zeilen? Dann geh\u00f6ren Sie zur Zielgruppe von <em>Villainous<\/em>! Das ist ein Disney-Zeichentrickklassiker-Fanprodukt: Jeder Spieler darf einen der ikonischeren Disney-B\u00f6sewichte spielen (aus allen Generationen: Captain Hook ist ebenso dabei wie die b\u00f6se Fee aus Dornr\u00f6schen oder Dschafar aus <em>Aladdin<\/em>) und bekommt ein eigens auf ihn zugeschnittenes Deck und ein eigens zugeschnittenes Ziel und ein eigenes zugeschnittenes Spielbrett mit vier eigens zugeschnittenen \u00d6rtlichkeiten, auf denen man sich bewegt und generische Aktionen durchf\u00fchren kann. Das eigentliche Spiel steckt dabei in erster Linie in den Karten: So muss Ursula aus Arielle z.B. fast ohne Kampfkarten auskommen und daher die bl\u00f6den Helden mit Knebelvertr\u00e4gen besiegen, w\u00e4hrend Captain Hook auf schlagkr\u00e4ftige Piraten zur\u00fcckgreifen kann und Prinz John am besten nur das n\u00f6tigste gegen Helden unternimmt, da er diese besteuern und so quasi finanziell ausnehmen kann.<\/p>\n<p>Ins Spiel kommen diese Helden\/Gegenspieler\/Nervt\u00f6ter durch die Mitspieler: Eine der oben erw\u00e4hnten Aktionsm\u00f6glichkeiten ist das \u201e\u00c4rgern\u201c, bei dem man aus dem gegnerischen Heldendeck nervige Gutmenschen spielen kann &#8211; und da auch diese Decks personalisiert sind, wird die Herzk\u00f6nigin vom M\u00e4rzhasen ge\u00e4rgert und Dschafar vom fliegenden Teppich. Alle Karten wunderbar gestaltet mit den Originalgraphiken \u00fcbrigens.<\/p>\n<p>Zusammengefasst: <em>Villainous<\/em> ist ein toll gestaltetes Spiel mit originellem, thematisch sehr passendem Spielverlauf und relativ wenigen Regeln. Das ist super!\u00a0 Das ist genau das richtige f\u00fcr mich!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Das W\u00fcnschen weiterer W\u00fcnsche ist nicht w\u00fcnschenswert<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In der Praxis ist das Spiel allerdings f\u00fcr mich eine riesige Entt\u00e4uschung; Alle Croquette-Tore sind richtig aufgestellt, aber der Abschlag wurde verpasst, der Ball von Tick-Tock gefressen.<\/p>\n<p>Es f\u00e4ngt schon damit an: Mit wem genau soll ich <em>Villainous<\/em> eigentlich spielen? Idee und Konzept stellen es ideal f\u00fcr ein Familienspiel auf: Mit Oma, Opa und meinen Kindern am Spieletisch sitzen und gemeinsam Disney-Filme nachspielen. Was kann es sch\u00f6neres geben? Doch f\u00fcr diese Idylle spielt sich <em>Villainous<\/em> zu verquer &#8211; die Regeln m\u00f6gen einfach sein, aber das liegt nur daran, dass die eigentlichen Feinheiten auf die Karten \u00fcbertragen wurden. Zwar kann ich schnell die Regeln erkl\u00e4ren, aber wie man eigentlich <em>spielt<\/em>, muss jeder selbst herausfinden &#8211; zumindest bis der Erkl\u00e4rb\u00e4r alle Rollen einmal selbst gespielt hat. Zwar gibt es f\u00fcr jeden ein kleines Booklet mit wichtigen Sonderregeln und Tipps, aber vor einer Partie erst einmal 10 Minuten Lesepause einzuplanen killt jede Motivation. Und ob das Erstspielern hilft, sei auch mal dahingestellt &#8211; der recht abstrakte Ablauf verwirrt Spielunerfahrene (dass man vom <em>jeden<\/em> Ort aus Karten an jeden beliebigen Ort spielen, aktivieren und bek\u00e4mpfen kann, ist erstaunlich unintuitiv) genauso wie einige Interaktionen der Karten. Die nicht spielunerfahrenen Kinder im Alter zwischen 10 und 14 \u00e4u\u00dferten gleich mehrfach, dass sie keine Ahnung h\u00e4tten, was sie eigentlich tun und machten dann irgendwas ungezieltes. Den Erwachsenen erging es kaum besser. Insbesondere Ursula erfordert einen sehr diffizilen Umgang mit den eigenen Karten, so diffizil, wie man es sonst in einem sogenannten \u201eVielspielerspiel\u201c erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Aber: Vielspieler erwarten deutlich mehr Spielkontrolle in ihrem Spiel. Die meisten Charaktere sind von ihrem Deck abh\u00e4ngig (einige aber noch mehr als andere) &#8211; liegen ben\u00f6tigte Karte unten, hat man Pech gehabt. Aber selbst wenn einem der hohe Gl\u00fccksfaktor nicht \u00fcbel aufst\u00f6\u00dft: Die m\u00f6glichen Strategien halten sich in sehr engen Grenzen. Man macht meistens das, was man kann und was einem irgendwie weiterhilft oder zumindest nicht behindert. Oft genug macht man sogar gar nichts au\u00dfer Karten abwerfen, weil abwarten tats\u00e4chlich am wenigsten behindert. Knifflige Entscheidungen sind eigentlich kaum welche zu treffen. Gro\u00dfartige Strategien, au\u00dfer das m\u00f6glichst direkte Ansteuern des Zieles sind kaum zu fahren. Spiele ich ein zweites Mal mit derselben Rolle, spiele ich vermutlich schneller, weil ich wei\u00df, was ich machen kann und wie die Karten wirken. Ich spiele aber nicht wirklich <em>anders<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Ab mit dem Kopf!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das liegt auch daran, dass jeder praktisch alleine spielt. Interaktion beschr\u00e4nkt sich auf die gelegentliche Karte, die man au\u00dferhalb des eigenen Zuges spielen darf, wenn eine bestimmte Bedingung erf\u00fcllt wurde. Da man a) diese Karte erst einmal haben muss und b) dann ein Mitspieler auch eben diese Bedingung erf\u00fcllen muss, passiert dies auch in Vollbesetzung viel zu selten, um spielspa\u00dfrelevant zu sein. Es sind nur weitere Karten, mit Regelfragen f\u00fcr Neueinsteiger.<\/p>\n<p>Apropos: Spielt nicht in Vollbesetzung! Es dauert zu lange bis man dran ist und was die anderen machen, interessiert nur sehr peripher.<\/p>\n<p>Das \u00c4rgern, auf dem Papier gr\u00f6\u00dfte Interaktionsquelle, ist im Prinzip nur ein Automatismus, ein gelegentliches, ungezieltes \u00c4rgernis um mehr Thema ins Spiel zu bringen. Tats\u00e4chlich w\u00e4re es sogar besser gewesen, wenn die Helden irgendwie selbstst\u00e4ndig ins Spiel kommen w\u00fcrden, denn dann k\u00f6nnte man <em>Villainous<\/em> solo spielen &#8211; und als solches Solospiel w\u00e4re es vermutlich ganz reizvoll, weil dann Zeit- und Gl\u00fccksfaktor im angemessenen Verh\u00e4ltnis zueinander liegen und man auch im Multiplayermodus sowieso zu 95% sein eigenes S\u00fcppchen kocht. So gibt es das zus\u00e4tzliche Problem, dass niemand den Captain Hook angreifen m\u00f6chte, da dieser Peter Pan aus dem Heldenstapel zum Gewinnen braucht. Zu zweit oder zu dritt l\u00e4sst sich gelegentliches \u00c4rgern kaum vermeiden, in Vollbesetzung muss man mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um in Hooks Heldenstapel zu wildern.<\/p>\n<p>Kein Familienspiel, kein Vielspielerspiel, <em>Villainous<\/em> setzt sich zwischen alle St\u00fchle der Teeparty. Schade. Es gibt kaum ein Spiel, dass ich so gerne gemocht h\u00e4tte, wie <em>Villainous<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>In jedem Spiel<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>geht es auf und ab<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>und der Peer <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>ist trotzdem froh<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Doch nicht mit Villainous.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Ravensburger Autor: Keine Autorenangabe Spieleranzahl: 2-6 Alter: ab 10 Jahre Spieldauer: ca. 60 Minuten &nbsp; &nbsp; In jeder Stadt geht es auf und ab Und das Volk ist trotzdem froh Doch nicht in Nottingham Kennen Sie diese Zeilen? Dann geh\u00f6ren Sie zur Zielgruppe von Villainous! 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