{"id":17519,"date":"2018-07-06T23:34:24","date_gmt":"2018-07-06T21:34:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=17519"},"modified":"2018-07-06T23:34:24","modified_gmt":"2018-07-06T21:34:24","slug":"ethnos","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/ethnos\/","title":{"rendered":"Ethnos"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: CMON (Vertrieb Asmodee)<br \/>\nAutor: Paolo Mori<br \/>\nSpieleranzahl: 2-6<br \/>\nAlter: ab 14 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 30-60 Minuten, je nach Mitspielerzahl<\/p>\n<p><em>\u201eMikrotargeting\u201c ist ja das Wort der Stunde und daher biete ich im folgenden gleich drei Rezensionen zu Ethnos an: Die erste f\u00fcr Eurogamer, die zweite f\u00fcr Freunde des Ameritrashes und die dritte f\u00fcr Kartenklopper:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Rezension f\u00fcr Eurogamer<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Am besten macht man beim \u00d6ffnen der Schachtel die Augen zu &#8211; denn das Cover hat gar nichts mit dem Inhalt zu tun! Statt grobschl\u00e4chtiger K\u00e4mpfe, bauen hier sechs (von insgesamt 12) V\u00f6lker filigrane T\u00fcrme in dem Lande \u201eEthnos\u201c, dass aber eigentlich nur als Bauplatz dient. Wie es sich f\u00fcr ein edles Eurogame, knizianischer Art geh\u00f6rt, geben nur die jeweils h\u00f6chsten T\u00fcrme auf den sechs verschiedenen Baupl\u00e4tzen bei einer\u00a0 Wertung Siegpunkte. Und Siegpunkte sind ja das Wichtigste \u00fcberhaupt in einem Spiel. Um T\u00fcrme zu bauen, werden Kartenkombinationen ben\u00f6tigt: F\u00fcr einen Turm mit n Stufen n Karten. Die Karten m\u00fcssen dabei alle derselben Sorte oder derselben Farbe zugeh\u00f6rig sein. Spielt man eine derartige Reihe (wobei n = 1 sein darf), darf man seinen Turm auf dem Bauplatz erh\u00f6hen, dessen Farbe mit der Farbe der obersten gespielten Karte korrespondiert. Und da ein gutes Eurogame immer mindestens zwei Verflechtungen bieten muss, bestimmt die oberste Karte auch gleich die Sonderaktion, die der Spieler au\u00dferdem durchf\u00fchren darf &#8211; wobei die 6 V\u00f6lker f\u00fcr die sechs Sonderf\u00e4higkeiten stehen (Eigentlich h\u00e4tte ich oben das Wort \u201eVolk\u201c auch gleich weglassen k\u00f6nnen, sowas interessiert uns Eurogamer ja gar nicht!). Da zudem alle Handkarten abgeworfen werden und alle Mitspieler diese Handkarten ihrerseits zum Sammeln nutzen k\u00f6nnen, haben wir hier ein gar vielf\u00e4ltiges Wirkungsgeflecht mit einfachen Regeln, aber trickreichen Entscheidungen: Welche Karten will ich spielen? Riskiere ich es mehr Karten zu sammeln, um noch den lukrativen Turm in Gelb zu sichern oder nehme ich die schnellen Punkte des zweiten Platzes mit? Da es immer dann zur Wertung kommt, wenn die dritte Drachenkarte vom Stapel kommt, muss man zocken. <em>Ethnos<\/em> liegt irgendwo zwischen <em>Zug um Zug<\/em> und <em>Union Pacific<\/em> &#8211; Was nichts schlechtes ist. Leider sind nicht alles Sonderf\u00e4higkeiten gelungen &#8211; die Halblinge zum Beispiel sorgen f\u00fcr weniger interessante Entscheidungen. Aber die kann man ja weglassen. Die immer neue Kombi an Sonderf\u00e4higkeiten h\u00e4lt das Spiel frisch und da die Spieldauer stimmt und auch die Spielerzahl zumindest im Bereich 3-5 sehr gut skalierbar ist, kann <em>Ethnos<\/em> locker mit den guten, schnellen Euros vergangener Zeiten mithalten. Wenn nur das Cover nicht w\u00e4re!<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Rezension f\u00fcr Freunde des Ameritrash<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Cover sagt schon alles! 6 Fantasyv\u00f6lker liefern sich epische Schlachten in Kartenform. Jede Armee einer Mindestgr\u00f6\u00dfe bringt eine Medaille und wer die meisten Medaillen in einem der sechs Kriegsschaupl\u00e4tze holt, gewinnt die Schlacht und wird mit fetten Siegpunkten belohnt (ein paar Punkte gibt es auch, wenn man besonders gro\u00dfe Armeen \u00fcberhaupt an den Start bringt). Das Besondere an <em>Ethnos<\/em> ist jetzt, dass die Schlacht gar nicht so im Vordergrund steht, sondern das Ausheben der Armeen: Wer die meisten Armeen in einem Gebiet ausheben konnte, gewinnt automatisch. Entsprechend trickreich ist das Zusammenstellen einer schlagkr\u00e4ftigen Truppe: Der General muss die Farbe des anvisierten Schlachtortes zeigen, da Armeen, einmal aufgestellt, nicht mehr bewegt werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem legt die Rasse des Generals fest, was diese spezielle Armee denn so kann: Manche k\u00f6nnen einen zweiten Kriegsschauplatz aufmachen, andere halten Einheiten zur\u00fcck (nicht verwendete Fu\u00dftruppen suchen sich einen anderen Dienstherren) oder erlauben das sofortige Ausheben einer zweiten Armee. Hier liegt der Schl\u00fcssel zum Erfolg! Nat\u00fcrlich m\u00fcssen weitere Truppen dem General \u00fcberhaupt folgen k\u00f6nnen, so dass nicht immer alles geht, was man sich w\u00fcnscht. Vor allem aber m\u00fcssen die Armeen immer gr\u00f6\u00dfer werden, denn w\u00e4hrend die erste Armee in einem Gebiet auch nur aus dem General bestehen kann, sollte die zweite schon aus zwei Karten bestehen, die dritte aus drei usw. Das Sammeln von Karten wird aber im Laufe einer Runde immer riskanter, so dass man sich genau \u00fcberlegen sollte, wo sich ein Einsatz \u00fcberhaupt noch lohnt. Der Reiz von <em>Ethnos<\/em> ist damit weniger <em>Conan<\/em>, sondern mehr Kartenkloppereien \u00e1 la <em>Magic<\/em> oder diversen LCG- Richtige Kombos aufstellen, und den Gegner abschie\u00dfen. Das ist mechanisch nicht ganz zutreffend, passt aber durchaus vom Spielgef\u00fchl.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Rezension f\u00fcr Kartenklopper<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie sch\u00f6n, dass auch aus dem guten, alten <em>Romm\u00e9<\/em> noch so viel gemacht wird! Hier sind es vor allem zwei Ideen, die aus dem Klassiker ein v\u00f6llig neues Spiel machen: Einmal Sonderaktionen, die beim Sammeln mit genutzt werden k\u00f6nnen und sollen und aus der Auslage kann man sich frei bedienen, man ist also nicht darauf angewiesen, dass ausgerechnet der Nebenmann das richtige abwirft. Zudem wird die Auflage unregelm\u00e4\u00dfig aufgef\u00fcllt: Statt mit jedem Zug immer dann, wenn ein Spieler eine Kombination auslegt, aber nicht alle seine Karten nutzt. Dadurch hat man es durchaus auch mit in der Hand wie viel Auswahl man den Mitspielern g\u00f6nnt und es erm\u00f6glicht u.U. auch, seine eigenen Handkarten wieder aufzunehmen, wenn die Mitspieler, diese gerade nicht sammeln.<\/p>\n<p>Der Rest ist genaugenommen Beiwerk: Kombinationen z\u00e4hlen Punkte, je nachdem aus wie vielen Karten sie bestehen und wessen Sonderaktionskarten besonders oft dieselbe Farbe hatten, bekommt Extrapunkte. Der Spielplan ist somit eigentlich nur Punkteanzeiger und erleichtert die \u00dcbersicht wer wie oft welche Farbe genutzt hat (F\u00fcr die erw\u00e4hnten Bonuspunkte). Das eigentliche Spiel steckt in den Karten: Im Sammeln von Karten, im Zusammenbasteln einer g\u00fcltiger Kombination, im Nutzen der Sonderf\u00e4higkeiten. Und da bietet Ethnos alle Tugenden, die man von einem guten Kartenspiel erwartet: Eine gewisse Unsicherheit, aber nicht zu viel. Eine gewisse Kontrolle \u00fcber das Kartenspiel, aber nicht zu viel. Interaktion mit den Mitspielern und Antizipation, welche Karten man benutzen k\u00f6nnte. F\u00fcr mich eines der Kartenspiele des Jahres, wenn auch als solches vielleicht etwas gro\u00df geraten!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: CMON (Vertrieb Asmodee) Autor: Paolo Mori Spieleranzahl: 2-6 Alter: ab 14 Jahre Spieldauer: 30-60 Minuten, je nach Mitspielerzahl \u201eMikrotargeting\u201c ist ja das Wort der Stunde und daher biete ich im folgenden gleich drei Rezensionen zu Ethnos an: Die erste f\u00fcr Eurogamer, die zweite f\u00fcr Freunde des Ameritrashes und die dritte f\u00fcr Kartenklopper: Rezension f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":17547,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-17519","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17519"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17544,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17519\/revisions\/17544"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17547"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}