{"id":17314,"date":"2018-05-13T21:12:10","date_gmt":"2018-05-13T19:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=17314"},"modified":"2018-06-02T15:06:16","modified_gmt":"2018-06-02T13:06:16","slug":"woodlands","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/woodlands\/","title":{"rendered":"Woodlands"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verlag<\/strong>:\u00a0Ravensburger<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>:\u00a0Daniel Fehr<br \/>\n<strong>Spieleranzahl<\/strong>: 2-4<br \/>\n<strong>Alter<\/strong>: ab 10 Jahre<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 20-30 Minuten\u00a0(je nach Szenario)<\/p>\n<p>Es war einmal ein Fehr. Das ist so etwas wie eine m\u00e4nnliche Fee, nur dass er ein m\u00e4nnlicher Spieleerfinder ist und keine Fee, aber solche Details sollen uns nicht weiter aufhalten. Dieser Fehr zauberte, wie es gute Feen oder gute Spielerfinder so tun, gar au\u00dferordentliches: Ein Puzzlespiel, das eine Geschichte erz\u00e4hlt. So etwas gab es bislang nicht und der Fehr wusste, dass dies ein gro\u00dfes Vers\u00e4umnis darstellte. In der Zwischenzeit traf es sich, dass der Autor unseres M\u00e4rchens einsehen musste, dass eine ganze Rezension in diesem m\u00e4rchenhaften Stil, eine etwas anstrengende Angelegenheit sei, und beendete die Geschichte nach einem Absatz. Alle spielten gl\u00fccklich, bis an ihr Lebensende.<\/p>\n<p>Womit bewiesen ist: Nicht alles wird besser, wenn man es in eine Geschichte einbindet. Doch die Moral der Geschichte wird sein: Spiele werden so durchaus besser und daher bekommt <em>Woodlands<\/em> schon ganz vorab ein dickes Lob. Doch eine nette Geschichte allein, hat noch niemanden vor dem Wolf gerettet; auch der Rest des Spieles sollte dem b\u00f6sen Sheriff gefallen.<\/p>\n<p>Jede Geschichte ist in Kapitel unterteilt<u><sup>citations needed<\/sup><\/u>, und das gilt auch f\u00fcr eine Partie <em>Woodlands<\/em>. Dabei bietet jedes Kapitel (man darf \u00fcbrigens auch \u201eRunde\u201c dazu sagen) eine andere Wertung: Manchmal m\u00fcssen Figuren zueinander gebracht werden, manchmal m\u00fcssen andere Figuren explizit vermieden werden. Bonusedelsteine geben bei Spielende Extrapunkte. All das bietet jede Runde eine neue Herausforderung. Die Spieler stellen sich der Herausforderung gleichzeitig &#8211; der schnellste darf die Runde beenden und der Rest muss sehen, wo er bleibt (man hat noch eine Sanduhrl\u00e4nge Zeit um das Schlimmste zu verhindern). Dann wird mittels Folie \u00fcberpr\u00fcft, ob die L\u00f6sung g\u00fcltig ist: Die Folie mit den verschiedenen Figuren wird auf das eigene Tableau gelegt und jetzt muss alles stimmen. So geht das \u00dcberpr\u00fcfen schnell und ist spannend &#8211; Habe ich wirklich alles beachtet?<\/p>\n<p>\u201eMoment mal\u201c, h\u00f6re ich den Leser rufen: \u201eRunden mit wechselnden Punkteaufgaben, die gleichzeitig gel\u00f6st werden wollen und Folien zum \u00dcberlegen &#8211; ist das so wie <em>Looney Quest<\/em>?\u201c<\/p>\n<p>Ja. Prinzipiell schon &#8211; die Spielstruktur (Runden mit thematisch passenden Aufgaben, Gleichzeitigkeit\u2026) ist schon sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Und Nein: Eigentlich nicht, denn wo man bei <em>Looney Quest<\/em> mit einem Stift auf eine eigene Folie schreibt und die dann auf den Spielplan legt, baut man bei <em>Woodlands<\/em> aus Wegepl\u00e4ttchen (\u00e1 la <em>Verr\u00fccktes Labyrinth<\/em> etwa) ein 3&#215;3-Raster und legt zum \u00dcberp\u00fcfen quasi den Spielplan darauf. Der entscheidende Unterschied: Bei <em>Looney Quest<\/em> wei\u00df man in der Regel wo man langmalen muss, die Hand-Auge-Koordination entscheidet dann, ob man diesen Weg auch trifft. Schwierigere Level bedeuten hier weniger Fehlertoleranz: Man muss mit seinen Stift halt den richtigen \u201eKorridor\u201c treffen.<\/p>\n<p>Bei <em>Woodlands<\/em> dagegen ist der Weg die Aufgabe und das Ziel ist es den richtigen Weg zu puzzeln. Schwierigere Level bedeuten hier komplexere Aufgaben. <em>Woodlands<\/em> ist daher mehr ein Echtzeit-Knobelspiel, <em>Looney Quest<\/em> eher ein Geschicklichkeitstest.<\/p>\n<p>Was einen da nun besser gef\u00e4llt ist entsprechend eine Frage der Pr\u00e4ferenz. Beide haben ihre eigenen Vor- und Nachteile: W\u00e4hren <em>Looney Quest<\/em> insbesondere auf h\u00f6heren Leveln gerne frustriert, gibt es bei <em>Woodlands<\/em> oft die volle Punktzahl, so dass eine schwache Runde kaum aufzuholen ist. Dennoch f\u00fchlt sich <em>Woodlands<\/em> einfach konstruktiver an. Daf\u00fcr kann man <em>Woodlands<\/em> im Gegensatz zu <em>Looney Quest<\/em> l\u00f6sen &#8211; ist der optimale Weg einmal bekannt, kann man diesen jedes Mal erneut legen- Dem Wiederspielreiz helfen dann nur noch die Varianten. Zugegebenerma\u00dfen mag dieses Problem <em>Woodlands<\/em> zwar als Spiel f\u00fcr die Brettspielmeisterschaften disqualifizieren, schwer wiegt es aber wirklich nur, wenn <em>Woodlands<\/em> sehr viel und sehr kurz hintereinander gespielt wird &#8211; ich hoffe auf Erweiterungen. Ein gr\u00f6\u00dferes Problem ist, dass die Aufgabenstellungen f\u00fcr ein Familienspiel manchmal etwas zu kompliziert und zu verklausuliert geraten sind. Das Mindestalter kommt nicht von ungef\u00e4hr &#8211; Zumal auftretende Missverst\u00e4ndnisse w\u00e4hrend die Sanduhr l\u00e4uft kaum gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Meine Tochter hatte da schon ein, zwei Frusterlebnisse &#8211; wollte aber dennoch immer weitere Partien spielen. Die Aufgaben und die Geschichten reizen also. Durch die komplexeren Puzzles sind wir auch eher gewillt, die h\u00f6heren \u201eLevel\u201c zu spielen. Bei <em>Looney Quest<\/em> bleiben wir lieber im unteren Bereich, die herausfordernd genug sind, ohne zu frustrieren (und beliebig oft wiederholt werden k\u00f6nnen, denn der Geschicklichkeitstest bleibt ja).<\/p>\n<p>Und so habe ich die beiden Spiele doch miteinander verglichen, obwohl deren Spielgef\u00fchl unterschiedlich ist. Manche Geschichten leben eben von ihrem Narrativ.<\/p>\n<p><em>Update: Die Jury hat das Spiel auf die Empfehlungsliste gesetzt. Rein vom Spielspa\u00df her kann ich das verstehen. Aber der Vorsitzende Tom Felber hat in seiner Rede auch von vielen Spielen gesprochen, die wegen schlechter Regeln disqualifiziert wurden. Die Regel von <\/em>Woodlands <em>ist jetzt nicht katastrophal oder so, aber sie erh\u00f6ht die Einstiegsh\u00fcrde enorm. Als Beispiel: Es gibt Szenarios wo es Minuspunkte gibt, wenn bestimmte Figuren auf dem Weg liegen, andere Szenarios wo es nur Minuspunkte gibt, wenn Figuren auf dem Weg liegen UND man dar\u00fcberlaufen muss und wieder andere wo es Minuspunkte gibt, wenn Figuren auf dem Weg liegen und die eigene Figur erreichen k\u00f6nnten, also nicht in einem isolierten Teil des Waldes liegen. Dies sind drei sehr \u00e4hnliche F\u00e4lle und die Trennsch\u00e4rfe in den Formulierungen k\u00f6nnte besser sein, vor allem m\u00fcsste in der Regel\u00a0<\/em> a<em>uf diese FGenauigkeit besser eingegangen werden. Und das ist kein Einzelfall. Ohne zu wissen, welche Spiele jetzt hinten runtergefallen sind: Das dieses Spiel auf der Empfehlungsliste gelandet ist, ist angesichts der Regel und der Aussagen Felbers nicht unbedingt konsequent.\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B077VM7JNC\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;tag=spielbar-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;linkCode=as2&amp;creativeASIN=B077VM7JNC&amp;linkId=c8d991c067b4e158e04e75cdaeb8a691\">Amazon-Partnerlink zu Woodlands<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag:\u00a0Ravensburger Autor:\u00a0Daniel Fehr Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 10 Jahre Spieldauer: 20-30 Minuten\u00a0(je nach Szenario) Es war einmal ein Fehr. Das ist so etwas wie eine m\u00e4nnliche Fee, nur dass er ein m\u00e4nnlicher Spieleerfinder ist und keine Fee, aber solche Details sollen uns nicht weiter aufhalten. 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