{"id":17279,"date":"2018-05-06T21:13:03","date_gmt":"2018-05-06T19:13:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=17279"},"modified":"2018-05-07T08:21:36","modified_gmt":"2018-05-07T06:21:36","slug":"was-ne-frage","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/was-ne-frage\/","title":{"rendered":"Was \u00b4ne Frage!"},"content":{"rendered":"<p>Verlag:\u00a0CGE\/Asmodee<br \/>\nAutor:\u00a0AVlaada Chv\u00e1til<br \/>\nSpieleranzahl: 3-6 (in Wirklichkeit bestenfalls 4-6)<br \/>\nAlter: ab 15 Jahre<br \/>\nSpieldauer: ca. 30 Minuten<\/p>\n<p><em>Was \u00b4ne Frage<\/em>! ist eine gute Gelegenheit, etwas zu tun, was ich sehr gerne tue: Kurz \u00fcber Spielegeschichte zu schreiben:<\/p>\n<p>1989 kam ein Spiel heraus, das in der Kategorie \u201eHat schon Partnerschaften beendet\u201c ziemlich weit oben stehen d\u00fcrfte: <em>Therapy<\/em>. Ich wei\u00df nicht, ob es das erste Brettspiel war, bei dem man seine Mitspieler einsch\u00e4tzen musste (und damit meine ich: \u201eEinsch\u00e4tzen was private Dinge betrifft\u201c, nicht \u201eSpielstrategien vorhersehen\u201c), aber es war das erste kommerziell erfolgreiche. Spielerisch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss setzte es sich in seiner Zielgruppe aufgrund der damals ungew\u00f6hnlichen Spielmechanik durch &#8211; es gab sogar Fernsehwerbung! Und ja, ich kenne mindestens zwei P\u00e4rchen, die sich bei Therapie zerstritten haben (ich habe aber nicht mitgespielt\u2026)<\/p>\n<p>Wie dem auch sei: Anfang der 90er folgte eine ganze Reihe dieser \u201ePsychologie\u201c-Spiele: <em>Skrupel, Black Box<\/em> (auch: <em>Farbe bekennen<\/em>) und die Ravensburger-Reihe mit <em>Lifestyle<\/em>, <em>Herzklopfen<\/em> und <em>Astrotime<\/em> um einige zu nennen. Eine ganze Reihe davon habe ich auch gespielt &#8211; einige nur einmal, andere kamen in meinen damaligen Studenten- und Seglerspielerunden gut an. Hier haben wir Spiele, die man gut mit Freunden spielen kann, weil man die ein bisschen einsch\u00e4tzen kann, aber nicht so sehr. Die eigene Familie kennt man zu gut und entsprechend oft ergeben sich dann Situationen, bei denen das Einsch\u00e4tzen zu leicht f\u00e4llt. Spielt man mit Fremden, sind solche Spiele oft reines Gerate.<\/p>\n<p>Wie bei den meisten der eben genannten, geht es auch bei <em>Was \u00b4ne Frage<\/em>! darum, jemanden eine Frage zu stellen und die Antwort vorherzusagen. In diesem konkreten Fall ist die Frage eine Ja-Nein-Frage und alle <em>anderen<\/em> Spieler (au\u00dfer dem Fragensteller) m\u00fcssen versuchen herauszufinden, was wohl geantwortet wird. Der Fragesteller selbst bekommt Punkte f\u00fcr falsche Antworten, versucht also eine m\u00f6glichst schwierig einzusch\u00e4tzende Frage zu w\u00e4hlen (und deswegen ist das Spiel zu dritt eher albern, da nur einer die Antwort des Gefragten zu raten versucht. Zu viert ist es nur wenig besser). Dieser Kniff gibt <em>Was \u00b4ne Frage<\/em>! jetzt aber keine gro\u00dfartig andere Wendung gegen\u00fcber den anderen genannten Spielen. Auch dass die Spieler genau genommen gar keine Fragen ausw\u00e4hlen, sondern die beiden Alternativen f\u00fcr eine der drei Standardfragen stellen, ist Detail. Selbst der gelungene Mechanismus, der daf\u00fcr sorgt, dass nicht immer dieselben Spieler gefragt werden (Kurz: Wer keine Nuss hat, darf nicht gefragt werden. Wer gefragt wird, gibt dem Frager eine Nuss) ist gutes Handwerk, aber keine Alleinerstellungsmerkmal. Nein, der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zu den anderen Spielen dieser Kategorie ist, dass sich <em>Was \u00b4ne Frage<\/em>! sich selbst nicht so ernst nimmt.<\/p>\n<p>Die erste Generation der Psychospiele wollte noch gezielt Erwachsene ansprechen und entsprechend bieder kamen die daher &#8211; oder es wurde (wie bei <em>Skrupel<\/em>) betont, wie fies die Mitspieler ganz tief drinnen eigentlich sind und wie fies das Spiel, dass diese dunkle Seiten offenlegt. Selbst bei neueren Psychologiespielchenen wie <em>Privacy<\/em> steckt der Spa\u00df zwar im Spiel, aber nicht im \u00c4u\u00dferen. Bei <em>Was \u00b4ne Frage<\/em>! dagegen geht es um Fragen wie \u201eW\u00fcrdest du eher auf Youtube oder Gedichte verzichten?\u201c und die Spieler verk\u00f6rpern Eichh\u00f6rnchen, die eine Punkteleiste im Populus-Stil erklettern. Das ist originell und sorgt f\u00fcr die richtige Stimmung. Schlie\u00dflich wird hier in erster Linie <em>geraten<\/em> und auch wenn die Regel von \u201etaktischen Fragen\u201c quasselt, wird der Sieger eher von Gl\u00fcck als von Menschenkenntnis bestimmt. Und das ist OK: Das Spiel will nicht mehr sein, als ein kleiner Zeitvertreiber mit ein paar lustigen Spr\u00fcchen und ohne viel Tiefgang. Das klappt: Bei meinen Partien wurde immer viel gelacht. Das ist gut. Doch nach dem Spieleabend wurde dann doch immer von anderen Spielen geredet. <em>Was \u00b4ne Frage<\/em>! bleibt nicht im Ged\u00e4chtnis, es ist kein Spiel, das man immer wieder spielen m\u00f6chte. Das kann daran liegen, dass man \u2011 anders als bei anderen Spielen des Genres \u2011 nichts tiefgreifendes erf\u00e4hrt, anschlie\u00dfend keine moralischen Fragen diskutieren kann, man ob der Antworten niemals wirklich geschockt ist. \u00a0Das ist eben die Kehrseite\u00a0 des Humors: Die Fragen sind lustig, aber selten tiefgreifend. F\u00fcr ein paar Spr\u00fcche sind die Fragen gut, aber wenn ich erfahre, dass mein Gegen\u00fcber lieber T\u00e4nzer als Kuchenb\u00e4cker werden w\u00fcrde, ist das keine Antwort, an die ich mich l\u00e4nger als 10 Minuten erinnere &#8211; egal ob ich das vorher h\u00e4tte vielleicht wissen k\u00f6nnen oder nicht.<\/p>\n<p>Immerhin trennt sich aber auch niemand wegen <em>Was \u00b4ne Frage<\/em>!, da bin ich fast sicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B0779DQC85\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;tag=spielbar-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;linkCode=as2&amp;creativeASIN=B0779DQC85&amp;linkId=6be9b73b45c635f69cdc176d40c65eb7\"><em>Amazon-Partnerlink f\u00fcr Was ne Frage!<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag:\u00a0CGE\/Asmodee Autor:\u00a0AVlaada Chv\u00e1til Spieleranzahl: 3-6 (in Wirklichkeit bestenfalls 4-6) Alter: ab 15 Jahre Spieldauer: ca. 30 Minuten Was \u00b4ne Frage! ist eine gute Gelegenheit, etwas zu tun, was ich sehr gerne tue: Kurz \u00fcber Spielegeschichte zu schreiben: 1989 kam ein Spiel heraus, das in der Kategorie \u201eHat schon Partnerschaften beendet\u201c ziemlich weit oben stehen d\u00fcrfte: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":17297,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-17279","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17279"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17279\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17301,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17279\/revisions\/17301"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17297"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}