{"id":17257,"date":"2018-04-22T22:04:21","date_gmt":"2018-04-22T20:04:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=17257"},"modified":"2018-04-23T07:43:42","modified_gmt":"2018-04-23T05:43:42","slug":"spynet","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/spynet\/","title":{"rendered":"Spynet"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Z-Man Games \/ Asmodee<br \/>\nAutor: Richard Garfield<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4 (eigentlich f\u00fcr 4 Spieler)<br \/>\nAlter: ab 10 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 30-40 Minuten<\/p>\n<p>Beim Schreiben dieser Zeilen ist <em>Spynet<\/em> nicht einmal bei Luding gelistet. Ich bezweifle, dass allzu viele deutschsprachige Rezensionen zu diesem Spiel erschienen sind. Z-Man Games haben sich aber auch alle M\u00fche gegeben, dass dieses Spiel ja keine Aufmerksamkeit gewinnt:<\/p>\n<p>Da haben wir ein Titelbild, bei dem ich eher eine<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinclair_ZX_Spectrum\"> Sinclair ZX Spectru<\/a>m Kassette in der Schachtel erwarten w\u00fcrde, als ein Kartenspiel von Richard &#8220;Magic &#8211; The Gathering&#8221; Garfield. Die Regel ist so vage, dass wir in der ersten Partie mehrfach die englischsprachige Regel und die Regel-Foren auf Boardgamegeek konsultieren mussten, um spielentscheidene Kernpunkte zu kl\u00e4ren wie \u201eDarf ich in meinem Zug <em>eine<\/em> Agentenkarte spielen oder<em> pro Bereich <\/em>eine (also bis zu 4)?\u201c (Ersteres). Das Beste, was sich \u00fcber die Karten sagen l\u00e4sst, ist dass die Graphik besser funktioniert, als auf dem Cover &#8211; aber leider sind sie so schlecht gelayoutet, dass Kartentexte und Siegpunkte (!) auf den Karten schlecht zu erkennen sind (von der Unsitte Kartenwerte nur auf einer Seite der Karte anzugeben, will ich gar nicht anfangen).<\/p>\n<p>Es ist an dieser Stelle Usus etwas zu schreiben wie: \u201eAber, was z\u00e4hlt, ist ja ob es Spa\u00df macht!\u201c. Das stimmt nat\u00fcrlich, und das Spiel macht auch Spa\u00df. Aber:\u00a0Wenn ein renommierter Verlag in der\u00a0heutigen Zeit derart dilettantisch vorgeht, ist das schon ziemlich fahrl\u00e4ssig. Sicher, keines der genannten Elemente ist jetzt <em>besonders<\/em> schlecht &#8211; ich habe jeweils deutlich schlimmere Vertreter in meiner Sammlung &#8211; aber es wirkt alles so <em>gedankenlos<\/em>. Es mag an den Besitzerwechseln des Verlages gelegen haben, dass man den Eindruck gewinnt, ein ungeliebtes Kind der Redaktion vor sich zu haben, aber am Ende des Tages gibt es einen Grund, wenn das Spiel irgendwann unbemerkt verschwinden sollte\u2026<\/p>\n<p>Was schade w\u00e4re, denn Richard Garfield versteht sein Handwerk.<\/p>\n<p>Das Spiel basiert auf dem sogenannten <em><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2016\/04\/25\/15897\">Winston Draft<\/a><\/em>, der schon von Matthias hier einmal vorgestellt wurde: Prinzipiell gibt es drei Haufen und den eigentlichen Nachziehstapel. Wer neue Karten aufnehmen m\u00f6chte, nimmt sich den ersten Haufen und sieht ihn sich an. Ist er zufrieden, nimmt er alle (!) Karten des Haufens auf die Hand. Wenn nicht, legt er ihn zur\u00fcck und verf\u00e4hrt analog mit dem zweiten Haufen und ggf. dem dritten. Ist er immer noch nicht zufrieden, nimmt er sich die oberste Karte des Stapels. Dann werden alle Haufen, die er sich angesehen hat, um eine Karte vom Stapel erg\u00e4nzt und der genommene ggf. durch eine Karte ersetzt.<\/p>\n<p>Das ist ein wirklich ungew\u00f6hnlicher und spannender Mechanismus &#8211; Nimmt man lieber mehr Karten, die man vielleicht nicht unbedingt gebrauchen kann, oder hofft, dass der n\u00e4chste Haufen eine bessere Karte bietet? Schwache Karten sammeln sich gerne im ersten Haufen, aber wenn man den nicht nimmt, bietet man dem n\u00e4chsten Spieler die Chance auf eine volle Hand. Sehr schick!<\/p>\n<p>Nimmt man keine Karten auf, so darf man welche ablegen: Eine Zahlenkarte in den farblich passenden Bereich, darauf &#8211; wenn man hat &#8211; graue Karten, um den Kartenwert zu erh\u00f6hen und zus\u00e4tzlich eine Siegpunktkarte in jeden Bereich, den man dominiert. \u201eDominieren\u201c hei\u00dft: Man hat eine h\u00f6here Gesamtsumme an Karten in dem Bereich ausliegen, als jeder Gegner. Zu viert ist das Besondere dabei, dass wirklich nur die Gegner z\u00e4hlen: Gegen\u00fcbersitzende Spieler bilden ein Team und der eigene Partner z\u00e4hlt bei der \u201eDominanz\u201c nicht. Das ist deswegen wichtig, als dass es in dem Spiel darauf ankommt, m\u00f6glichst oft Punktekarten ablegen zu k\u00f6nnen. Da man aber nur eine Karte pro Runde legen darf, ist es gut, wenn beide Partner Siegpunktkarten in ihren Z\u00fcgen legen k\u00f6nnen. Damit das besonders gut klappt, darf man dem Partner am Ende seines Zuges eine Karte geben &#8211; Vorausgesetzt man hat selbst eine Karte gespielt. Das Nehmen eines vollen Stapels wird so noch einmal attraktiver, auch wenn es u.U. zu lange dauert, jede einzelne Karte auch tats\u00e4chlich zu spielen.<\/p>\n<p><em>Spynet<\/em> hat einen ganz eigenen Rhythmus und spielt sich trotz einfacher Regeln erst einmal frisch und ungewohnt. Dabei ist der Draftmechanismus sicherlich der Star, aber der Rest des Spieles ist viel mehr als blo\u00dfes Anh\u00e4ngsel; Hier geht es um das richtige Tempo beim Ausspielen und Lesen der gedrafteten Karten. Dank einiger Sonderkarten k\u00f6nnen auch hohe F\u00fchrungen in einem Bereich mal durchbrochen werden. Und mit einem schn\u00f6den Gleichstand kommt man zwar selbst nicht zu punkten, blockiert aber immerhin auch den Gegner &#8211; ob sich das lohnt, h\u00e4ngt von der Spielsituation ab. <em>Spynet<\/em> ist erstaunlich kurzweilig. Dabei gilt prinzipiell: Gewinnt man, hat man clever gedraftet, verliert man, hatte man Pech. Das sorgt f\u00fcr Ehrgeiz und Stimmung am Tisch, aber nicht f\u00fcr B\u00f6ses Blut &#8211; so muss das!<\/p>\n<p>Hoffen wir, dass Garfields Name genug zieht, um die redaktionellen M\u00e4ngel auszugleichen.<\/p>\n<p>Amazon-Partnerlink<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B077N77N8W\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;tag=spielbar-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;linkCode=as2&amp;creativeASIN=B077N77N8W&amp;linkId=5569ec99bc29a1d9ea7b562a4e380c07\"> Spynet<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Z-Man Games \/ Asmodee Autor: Richard Garfield Spieleranzahl: 2-4 (eigentlich f\u00fcr 4 Spieler) Alter: ab 10 Jahre Spieldauer: 30-40 Minuten Beim Schreiben dieser Zeilen ist Spynet nicht einmal bei Luding gelistet. Ich bezweifle, dass allzu viele deutschsprachige Rezensionen zu diesem Spiel erschienen sind. 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