{"id":16411,"date":"2017-04-07T15:01:06","date_gmt":"2017-04-07T13:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=16411"},"modified":"2017-04-07T15:01:06","modified_gmt":"2017-04-07T13:01:06","slug":"automania","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/automania\/","title":{"rendered":"Automania"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/automania.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Aporta Games<br \/>\nAutoren: Kenneth Minde, Kristian Amundsen \u00d8stby<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 12 Jahre<br \/>\nSpieldauer: laut Schachtel 60-90, m.E. eher 90-120 Minuten<\/p>\n<p>Meine werten Mitstreiter Matthias und J\u00fcrgen sind uneins \u00fcber dieses Spiel. Der eine finde es mittelm\u00e4\u00dfig, der andere toll. Das passt. Ich bin auch uneins \u00fcber das Spiel.<\/p>\n<p>Keinen Zweifel gibt es \u00fcber die Graphik: Die ist in allen Belangen misslungen. Keine Katastrophe, sicher nicht, aber weder ist sie irgendwie ansprechend, noch zum Spielablauf oder zur Zielgruppe passend. Aber gut, dies hier ist die Spielbar, nicht Arthouse Magazine, also springe ich mal zur <em>spielbar<\/em>keit.<\/p>\n<p>Ich vergleiche ja gerne willk\u00fcrlich zwei Spiele miteinander und <em>Automania<\/em> m\u00f6chte ich mal mit <em>Quadropolis<\/em> vergleichen &#8211; nicht weil, dort die Schachtelgraphik in etwa denselben G\u00e4hnfaktor hat, sondern, weil der Zentralmechanismus verwandt ist (wer <em>Quadrapolis<\/em> nicht kennt, sollte die Gelegenheit nutzen und die <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/quadropolis\">entsprechende Rezi<\/a> lesen!): Auch <em>Automania<\/em> verwendet eine quadratische Auslage, aus der ich ein Randfeld w\u00e4hle und dann ein Pl\u00e4ttchen aus der entsprechenden Reihe oder Spalte nutzen kann. Auch hier speist sich ein Gutteil des Spielspa\u00dfes daraus, dass man bestimmte Pl\u00e4ttchen haben will, die dazugeh\u00f6rigen Randfelder aber nicht passen oder besetzt sind. Hier wird man zwar nicht (wie bei <em>Quadropolis<\/em>) komplett blockiert, aber man muss mit Arbeitern \u00fcberbieten und das kostet defacto Geld und\/oder Aktionen, w\u00e4hrend der Mitspieler den Arbeiter erneut einsetzen kann (sich selbst kann man auch gar nicht \u00fcberbieten). Zu dritt w\u00e4hlt man diese Option nur, wenn es nicht anders geht, zu viert geht es regelm\u00e4\u00dfig nicht anders.<\/p>\n<p>Das Hauptding ist aber: Das Randfeld gibt an, welches Auto ich produzieren MUSS. Die drei Typen unterscheiden sich im Preis und in der Ausstattung, wobei es da leichte \u00dcberschneidungen gibt. Die Ausstattung bestimmt die G\u00fcteklasse des Autos und damit den potentiellen Gewinn (dazu gleich mehr). Nebenbei wollen noch Auftragskarten erf\u00fcllt werden, die besondere G\u00fcteklassen und\/oder Ausstattungsmerkmale bei bestimmten Autotypen verlangen. Mit anderen Worten: Es darf &#8211; wie bei <em>Quadrapolis<\/em> &#8211; fr\u00f6hlich gepuzzelt werden. Man wird kaum das Wunschpl\u00e4ttchen UND das Wunschauto auf einmal bekommen, also wie welche Kompromisse eingehen? Was riskieren? Ja, das kann bei Gr\u00fcblern auch schon einmal dauern. Aber hier liegt f\u00fcr mich der Schl\u00fcssel zum Reiz des Spieles.<\/p>\n<p>Wenn keiner mehr bauen will oder kann, werden produzierte Autos verkauft, wobei die besseren Autos zuerst verkauft werden und somit mehr Erl\u00f6s abwerfen, w\u00e4hrend die Rostlauben sich mit den Brosamen vergn\u00fcgen m\u00fcssen. Zudem ist man eingeschr\u00e4nkt, wie viele Autos man verkaufen kann, so dass man auch mal ein Auto in Hoffnung auf einen h\u00f6heren Erl\u00f6s f\u00fcr die n\u00e4chste Runde parkt.<\/p>\n<p>W\u00e4re das Spiel so kompakt wie hier beschrieben, f\u00e4nde ich es vermutlich \u00e4hnlich gut wie <em>Quadropolis<\/em>; Wie gesagt macht mir das Gepuzzle Spa\u00df; man hofft und bangt, dass die Mitspieler einen nicht zu sehr in die Suppe spucken, man freut sich, wenn was klappt und \u00e4rgert sich, wenn nicht.<\/p>\n<p>Das Problem ist: Das Spiel ist nicht so kompakt, wie hier beschrieben. Es gibt noch eine ganze Menge Kleinigkeiten, die alle nicht kompliziert sind. Die thematisch durchaus Sinn machen und die f\u00fcr sich genommen durchaus nett und bestimmt f\u00fcr einen funktionierenden Spielverlauf n\u00f6tig sind. Nur in der Masse erh\u00f6hen sie die Komplexit\u00e4t und den Gr\u00fcbelfaktor und ich bin nicht \u00fcberzeugt davon, dass sie die strategischen M\u00f6glichkeiten gleicherma\u00dfen erh\u00f6hen. Schlimmer: Ich bin nicht \u00fcberzeugt, dass sie auch den Spielspa\u00df erh\u00f6hen &#8211; zumindest was mich betrifft. F\u00fcr mich ist das Spiel dadurch nicht ganz so sch\u00f6n auf den Punkt wie es <em>Quadropolis<\/em> ist. Das liegt daran, dass ich den Puzzlefaktor als das spa\u00dfbringende Element empfinde. Wer eher eine Simulation eines Wirtschaftsbetriebes spielen will, empfindet m\u00f6glicherweise anders. Insofern liege ich mit meiner Meinung zwischen meinen Kollegen: Ich habe Spa\u00df, wenn ich es spiele und finde es auch irgendwo gut, aber ich habe auch immer das nagende Gef\u00fchl in meinem Hinterkopf, dass es h\u00e4tte besser sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt aber auch mit den Spielerzahlen zusammen: Zu dritt ist die Konkurrenz logischerweise kleiner. Man kann eher planen, sich mehr auf das Optimieren konzentrieren und geht sich insgesamt eher aus den Weg. Zu viert ist mehr los auf dem Brett, das Spiel ist deutlich interaktiver und gemeiner &#8211; ob das jetzt was Gutes ist, h\u00e4ngt von den eigenen Vorlieben ab. Allerdings ist es zu viert definitiv l\u00e4nger und es ist m\u00f6glich, dass der letzte Spieler in der Reihenfolge keine brauchbaren Pl\u00e4ttchen mehr vorfindet. Das kann frustrieren (ich habe aber auch schon die ersten zwei Runden hinten gesessen und dennoch gewonnen, gro\u00df ist der Nachteil also eher nicht).<\/p>\n<p>Ich versuche mir gerade abzugew\u00f6hnen, Rezensionen mit einem Fazit zu beenden, da ich der Meinung bin, dass der Leser sein eigenes Fazit aus den Beschreibungen zuvor ableiten k\u00f6nnen muss. Da ist es nur passend, dass ich f\u00fcr <em>Automania<\/em> gar kein Fazit schreiben k\u00f6nnte &#8211; das Spiel ist nicht nur Geschmackssache, es ist auch geschmacksachiger als die meisten anderen Spiele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Aporta Games Autoren: Kenneth Minde, Kristian Amundsen \u00d8stby Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 12 Jahre Spieldauer: laut Schachtel 60-90, m.E. eher 90-120 Minuten Meine werten Mitstreiter Matthias und J\u00fcrgen sind uneins \u00fcber dieses Spiel. Der eine finde es mittelm\u00e4\u00dfig, der andere toll. Das passt. Ich bin auch uneins \u00fcber das Spiel. 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