{"id":16060,"date":"2016-09-06T10:53:10","date_gmt":"2016-09-06T08:53:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=16060"},"modified":"2016-09-06T10:53:10","modified_gmt":"2016-09-06T08:53:10","slug":"yinsh","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/yinsh\/","title":{"rendered":"Yinsh"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/yinsh.jpeg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Huch and Friends<br \/>\nAutor: Kris Burm<br \/>\nSpieleranzahl: 2<br \/>\nAlter: ab 9 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 30-60 Minuten<\/p>\n<p>Gibt es denn wirklich noch neue Ideen?\u00a0 Ist nicht alles irgendwie schon einmal dagewesen?<\/p>\n<p>Ja, nat\u00fcrlich &#8211; aber das macht nichts! Nehmen wir einmal ganz unwillk\u00fcrlich <em>Tic-Tac-Toe<\/em>. Ein einfacheres Spiel gibt es kaum. Jeder kennt es, jeder d\u00fcrfte es schon gespielt haben. Sch\u00fcler spielen es immer noch. Kein Wunder, dass man das Spielprinzip ganz unbedenklich als Grundlage nehmen und daraus ein gutes Spiel zaubern kann.<em> Mind Fitness Games<\/em> hat das letzte Jahr in Essen mit dem Kleinod <em>Hack-Trick<\/em> gezeigt. Etwas weniger deutlich hat sich Kris Burm bereits vor \u00fcber einem Jahrzehnt an diesen Spielprinzip herangewagt &#8211; und dessen Ergebnis <em>Yinsh<\/em> ist gerade in einer Neuauflage erschienen.<\/p>\n<p>Genau genommen handelt es sich nicht um <em>Tic-Tac-Toe<\/em> (\u201e3 in einer Reihe\u201c), sondern um ein \u201e5 in einer Reihe\u201c, aber dann h\u00e4tte ich eine andere Einleitung schreiben m\u00fcssen und das wollen wir ja alle nicht. Auch 5-in-einer-Reihe ist ja nun erst einmal nicht originell. Der bekannteste Vertreter d\u00fcrfte <em>Gomuku<\/em> sein (aus der <em>Gobang<\/em>-Familie). Das ist schon interessant genug, um lange zu fesseln, aber in der Reinform ist es ziemlich gut analysiert und es gibt einen Vorteil f\u00fcr den Anziehenden. Wie hat Burm dies jetzt bearbeitet?<\/p>\n<p>Er hat zwei wesentliche Teile ge\u00e4ndert: Erstens muss man dreimal 5 in eine Reihe bekommen, um zu gewinnen. Jedes Mal, wenn man das schafft, verliert man Spielsteine. Das Brett wird also wieder leerer und man geht mit einem kleinen Handicap in die n\u00e4chste Runde &#8211; das sorgt f\u00fcr einen sch\u00f6nen Spannungsbogen und f\u00fcr einen kleinen Aufholmechanismus.<\/p>\n<p>Aber vor allem setzt man nun nicht einfach Steine ein. Vielmehr beginnt man mit Ringen auf den Brett. Einen davon setzt man nun in gerader Linie weg und auf das Ursprungsfeld des Ringes wird eben jener \u00a0Spielstein gesetzt, von dem man f\u00fcnf in eine Reihe bekommen soll. Da die Ringe sich gegenseitig blockieren, nutzt man die Bewegung gleich doppelt: Einmal um den Gegner mit dem Ring in seiner Bewegung zu behindern und einmal um einen Stein zu platzieren. Und das Behindern ist wichtig, denn wie bei z.B. bei <em>Uisge<\/em> wird jeder Stein, den der Ring in seiner Bewegung \u00fcberspringt umgedreht und wechselt so seine Zugeh\u00f6rigkeit &#8211; auch so kann man wie bei <em>Othello<\/em> sein Ziel erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Diese dreifache Funktion sorgt f\u00fcr ein dynamisches Spiel, aber man muss auch immer um die Ecke denken &#8211; Was kann ich mit dem Zug direkt erreichen und was im n\u00e4chsten Zug? Dabei kann man gleich mehrere Sachen auf einmal blockieren und so die Pl\u00e4ne des Gegners gut durchkreuzen. Da sich aber der Spielplan mit jedem Zug mehr und mehr f\u00fcllt, strebt <em>Yinsh<\/em> immer dem Ende zu &#8211; Blockaden sind nicht dauerhaft m\u00f6glich, ebensowenig wie ein rein defensives Spiel funktionieren wird.<\/p>\n<p><em>Yinsh<\/em> ist pfiffig, keine Frage! Es kommt allerdings nicht ganz an meine pers\u00f6nlichen Favoriten im abstrakten-Zweier-Segment heran (das w\u00e4ren eher die etwas herk\u00f6mmicheren <em>Kamisado<\/em> oder <em>Hive<\/em>) &#8211; zu verquer muss gedacht werden, zu sehr indirekt, ums Eck. Mir sind geradlinige Z\u00fcge lieber, aber das ist nat\u00fcrlich zu 100% Geschmackssache. Von der gerade neu vitalisiert werdenden <em>Gipf<\/em>-Reihe habe ich leider bislang nur <em>Gipf<\/em> und <em>Zertz<\/em> gespielt (beide in der damigen Ausgabe). Es liegt m.E. genau zwischen den beiden. Es ist etwas interessanter als <em>Gipf<\/em> und hat in meinen Augen einen interessanteren Spielverlauf. <em>Zertz<\/em> ist aber direkter, intuitiver und auch origineller. Wir sprechen hier aber \u00fcber ein sehr hohes Niveau was abstrakte Zweier betrifft!<\/p>\n<p>Und die Neuauflage? Die ist gelungen. Das Format geht jetzt in Richtung Kosmos und ist damit vielleicht etwas zu gro\u00df f\u00fcr einen Zweier. Aber das Material ist gelungen und hat nichts von seiner Eleganz eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Huch and Friends Autor: Kris Burm Spieleranzahl: 2 Alter: ab 9 Jahre Spieldauer: 30-60 Minuten Gibt es denn wirklich noch neue Ideen?\u00a0 Ist nicht alles irgendwie schon einmal dagewesen? Ja, nat\u00fcrlich &#8211; aber das macht nichts! Nehmen wir einmal ganz unwillk\u00fcrlich Tic-Tac-Toe. Ein einfacheres Spiel gibt es kaum. 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