{"id":15643,"date":"2015-11-26T21:56:24","date_gmt":"2015-11-26T19:56:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=15643"},"modified":"2015-11-26T21:56:24","modified_gmt":"2015-11-26T19:56:24","slug":"imperial-settlers","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/imperial-settlers\/","title":{"rendered":"Imperial Settlers"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/imperialsettlers.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Pegasus Spiele<br \/>\nAutor: Ignacy Trzewiczek<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 10 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 45-90 Minuten. Oder mehr. Siehe unten.<\/p>\n<p>Als ich die ganzen Vorberichte und Lobpreisungen \u00fcber die englische Originalausgabe von <em>Imperial Settlers<\/em> las, dachte ich bei mir: \u201eDa holt sich Pegasus ein k\u00fcnftiges Kennerspiel ins Boot!\u201c Der Grund: Trzewiczek hat hier gnadenlos reduziert. <em>Imperial Settlers<\/em> ist ein Spiel mit sehr einfacher Grundstruktur: Man bekommt Handkarten und Rohstoffe. Man spielt Handkarten in die Auslage oder aktiviert Karten aus der Auslage oder zerst\u00f6rt Karten aus der eigenen Hand oder (teurer) aus der gegnerischen Auslage, um daf\u00fcr Rohstoffe zu bekommen, mit denen man Karten auslegen kann. Oder man tauscht Rohstoffe in andere Rohstoffe, mit denen man Karten auslegen kann. Oder man tauscht Rohstoffe in Karten, um mehr Auswahl beim Auslegen zu haben. Alles wird man sowieso nicht bauen k\u00f6nnen und das w\u00e4re auch nicht sinnvoll. Wer nichts machen kann, passt und ist vor Angriffen sicher. Wenn alle passen, sind alle nicht verbrauchten Rohstoffe (bis auf eine Sorte) futsch. Nach f\u00fcnf Runden werden Siegpunkte gez\u00e4hlt, wobei insbesondere gebaute Karten z\u00e4hlen. Das ist schon alles. Viele Details kommen nicht dazu. Ich sagte doch, es ist einfach!<\/p>\n<p>Das sch\u00f6ne und geniale daran: Neben den allgemeinen Karten hat jeder Spieler ein eigenes, privates Deck. Und jeder hat ein anderes Grundeinkommen und jeder darf etwas anderes mit in die n\u00e4chste Runde nehmen: Der R\u00f6mer kann z.B. die Chips, die Angriffe erm\u00f6glichen ansammeln und der Barbar sein Personal, mit dem Karten aktiviert werden k\u00f6nnen behalten.<\/p>\n<p>Diese Unterschiede sorgen bereits daf\u00fcr, dass sich die vier V\u00f6lker ziemlich unterschiedlich spielen. Obwohl das stimmt nicht ganz: Spielen tun alle in etwa gleich (da die Grundstruktur dieselbe ist), aber sie spielen unterschiedliche Strategien. Der R\u00f6mer wird z.B. aggressiver spielen als der \u00c4gypter, der eher baut. Der Japaner hat m.E. st\u00e4rkere Karten, ist aber anf\u00e4lliger gegen\u00fcber Angriffen. Er freut sich also, wenn er in Ruhe gelassen wird. Und so bestimmen auch die Mitspieler die eigene Taktik ein wenig mit &#8211; aber nur ein wenig, denn <em>Imperial Settlers<\/em> ist (gerade in den ersten Kennenlernpartien) eine eher solit\u00e4re Angelegenheit, da alle erst einmal die Karten kennenlernen m\u00fcssen und herausfinden wollen, wie sie diese am sinnvollsten und effizientesten nutzen.<\/p>\n<p>Und damit sind wir beim Grund, warum ich meine Meinung bez\u00fcglich des Kennerspieles mittlerweile leicht ge\u00e4ndert habe:<\/p>\n<p><em>Imperial Settlers<\/em> ist ein Kombospiel: Man versucht im Rahmen des Spielsystems seine Karten optimal einzusetzen. Vieles h\u00e4ngt von der Reihenfolge der Karten ab und nat\u00fcrlich davon, wann man was baut &#8211; und wieder abrei\u00dft. Denn das Bauen eines der Geb\u00e4ude aus den eigenen Decks erfordert meistens, dass eine gebaute eigene Karte aus dem allgemeinen Deck abgerissen wird. Daher muss man oft vorbauen, um dann das eigentliche Ziel auslegen zu k\u00f6nnen. Das erfordert ein gewisses Gef\u00fchl f\u00fcr die Karten und den Rhythmus des Spieles. Das ist v\u00f6llig OK und f\u00fcr ein solches Spiel auch normal &#8211; <em><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/elysium\">Elysium<\/a><\/em> ist ja im Prinzip auch ein Kombospiel.<\/p>\n<p>Allerdings verlangt das Spielsystem eigentlich auch, dass man sich mit den Karten der Mitspieler auseinandersetzt. Zumindest gelegentlich. Immerhin sollte man ab und an mal angreifen (gerade den Japaner), man kann am Anfang der Runde eine Karte aus einer Auslage w\u00e4hlen und will vielleicht nicht den anderen gerade das \u00fcbrig lassen, was sie am sinnvollsten brauchen. Bestimmte Karten erlauben das Stehlen von Rohstoffen oder das Abrei\u00dfen von gegenrischen Geb\u00e4uden oder \u00e4hnlichem. Mit anderen Worten: Es ist durchaus vorgesehen, dass man mehr macht als nur auf die eigene Auslage zu schielen. Da sind aber gerade Anf\u00e4nger schlicht \u00fcberfordert &#8211; Zwar ist das Grundsystem einfach, die optimalen Z\u00fcge und das Potential einer Kartenhand zu erkennen aber nicht. Und das Einsch\u00e4tzen der gegnerischen Infrastruktur erst recht nicht. Anf\u00e4nger k\u00f6nnen das nicht leisten, die haben mit sich selbst schon genug zu tun. Aber selbst mit erfahrenen Spielern bremst das \u00dcberpr\u00fcfen der anderen Auslagen das Spiel bei Vollbesetzung stark aus. Zumindest wenn die Spieler ehrgeizig sind.<\/p>\n<p><em>Imperial Settlers<\/em> kann durchaus locker gespielt werden, also so dass man sich prim\u00e4r um sich selbst k\u00fcmmert und ab und an mal bei den anderen vorbeischaut. Ehrgeizigen Spielern reicht das aber nicht und die wollen schon wissen, was die anderen Spieler gerade so anstellen und das kann eine Viererpartie zeitlich ziemlich ausufern lassen. Aber verbieten kann man das ja nun auch nicht &#8211; ein Spiel sollte den Mitspielern nicht vorschreiben, wie sie zu spielen haben. Zu dritt l\u00e4uft alles noch einigerma\u00dfen in zeitlich geregelten Bahnen, aber ehrgeizige Spieler sollten vor allem zu zweit sein. In dieser Besetzung kann <em>Imperial Settlers<\/em> seine ganzen Kombo-Taktik-St\u00e4rken so richtig ausspielen, weil beide Spieler auch gut direkt gegeneinander spielen k\u00f6nnen. F\u00fcr mehr Spieler ist mehr Lockerheit vonn\u00f6ten, nicht optimal spielen zu wollen und sich mehr mit sich selbst besch\u00e4ftigen, Imperial Settlers also mehr als interessantes Puzzle zu begreifen, denn als komparatives Spiel. Und das ist f\u00fcr ein Kennerspiel vielleicht nicht die allerbeste Voraussetzung.<\/p>\n<p>Aber das ist auch OK. Schlie\u00dflich, ist<em> Imperial Settlers<\/em> ein sch\u00f6nes Kombospiel. Und ein erfolgreiches noch dazu. Da bedarf es keines Titels. Und vielleicht irre ich mich ja auch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Pegasus Spiele Autor: Ignacy Trzewiczek Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 10 Jahre Spieldauer: 45-90 Minuten. Oder mehr. Siehe unten. Als ich die ganzen Vorberichte und Lobpreisungen \u00fcber die englische Originalausgabe von Imperial Settlers las, dachte ich bei mir: \u201eDa holt sich Pegasus ein k\u00fcnftiges Kennerspiel ins Boot!\u201c Der Grund: Trzewiczek hat hier gnadenlos reduziert. 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