{"id":15581,"date":"2015-10-06T21:36:35","date_gmt":"2015-10-06T19:36:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=15581"},"modified":"2015-10-06T21:36:35","modified_gmt":"2015-10-06T19:36:35","slug":"space-cadets","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/space-cadets\/","title":{"rendered":"Space Cadets"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/spacecadets.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Asmodee<br \/>\nAutoren: Brian, Sydney und Geoff Engelstein<br \/>\nSpieleranzahl: 3-6<br \/>\nAlter: ab 8 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 60-120 Minuten (je nach Szenario)<\/p>\n<p>Sie kennen das: Da heckt man den perfekten Plan aus und vergibt einfache, klare Aufgaben an seine Mitspieler und dann das: Der Steuermann f\u00e4hrt den Karren an die Wand, der Bordsch\u00fctze trifft selbst Scheunentore nicht und je weniger man \u00fcber den Idioten an den Schilden sagt, desto besser. Wie soll man da ein Raumschiff f\u00fchren? Nat\u00fcrlich h\u00e4tte man den einzigen Positionen gerne mehr Energie zur Verf\u00fcgung gestellt, aber auch der beste Captain muss mit dem auskommen, was ihm das Schicksal zur Verf\u00fcgung stellt. Da k\u00f6nnen die anderen so viel meckern, wie sie wollen.<\/p>\n<p>Gemeinsam sollen die Spieler ein Raumschiff f\u00fchren, um Raumsektoren zu erkunden, Kristalle zu sammeln und Gegner abzuballern. Scheitern k\u00f6nnen die eigentlich nicht. Au\u00dfer das Schiff nimmt so viel Schaden, dass der Warpkern irreparabel besch\u00e4digt wird, aber das ist doch eher unwahrscheinlich. Au\u00dfer die Mitspieler stellen sich selten d\u00e4mlich an. Was sie \u00fcbrigens regelm\u00e4\u00dfig tun.<br \/>\nJede Station hat eine klare, unglaublich wichtige Aufgabe: Ohne Energie geht nichts. Ohne Steuerung erreicht niemand sein Ziel. Ohne Zielerfassung braucht man den Traktorstrahl nicht mal zu versuchen. Ohne den Traktorstrahl bekommt man nichts eingesammelt. Ohne Waffen ist man wehrlos. Ohne Schilde ist man bald kaputt. Ohne Schadenskontrolle ebenso. Und ohne Sprungantrieb kann man das Spiel nicht gewinnen.<br \/>\nJede Station wird von einem Mitspieler gesteuert, die meisten dabei gleichzeitig. Jede Station entspricht einem anderen Minispiel: Da m\u00fcssen Ubongo-\u00e4hnliche Aufgaben gel\u00f6st Pl\u00e4ttchen angelegt werden. Die Waffenbedienung erfordert Geschicklichkeit, der Traktorstrahl ein gutes Ged\u00e4chtnis. Der Spieler an der Steuerung sollte schon einmal <em>Robo Rally<\/em> gespielt haben, der am Sprungantrieb <em>Kniffel<\/em>. Und alles l\u00e4uft unter brutalem Zeitdruck.<\/p>\n<p>Ja, <em>Space Cadets<\/em> ist kein geruhsames Worker Placement, sondern liegt irgendwo zwischen Koop, Partyspiel und Ameritrash. Ein bisschen wie <em>Space Alert<\/em> nur als Zirkeltraining. Und wie beim Zirkeltraining muss man auch bei <em>Space Cadets<\/em> schon mit dem Herzen dabei sein.<\/p>\n<p>Als <em>Space Cadets<\/em> herauskam, stand es bei mir weit oben auf der Liste: Originelle Idee, gute Kritiken, witzige thematische Umsetzung und nat\u00fcrlich mit hohem potentiellen Spa\u00dffaktor. Und im Prinzip bietet <em>Space Cadets<\/em> auch alles, was ich wollte, aber es l\u00e4uft nicht immer so rund wie erhofft.<br \/>\nDas all die Stationen unterschiedliche Regeln haben und das daher der Einstieg relativ lange dauert (einfach weil der Erkl\u00e4raufwand hoch ist), war zu erwarten und ist zu verkraften. Aber auch jenseits der Stationen sind die Regeln etwas im Weg. Wo zum Beispiel <em>Space Alert<\/em> mit einem Stufensystem einen langsamen Einstieg in den Weltraum erm\u00f6glicht, wird man hier von Details leicht erschlagen: Was sind das f\u00fcr Hindernisse? Was verursachen die f\u00fcr einen Schaden? Wie funktionieren nochmal die Feinde? Wie fliegt die Nemesis? Alles keine schwierigen Regeln, aber eben viel und die muss man ggf. immer mal nachschlagen.<\/p>\n<p>Auch sind nat\u00fcrlich die Stationen nur dann interessant, wenn es etwas zu tun gibt. Gibt es keine Energie, weil der Schwerpunkt woanders liegt, guckt man zu. Und je nach dem, wie sehr man mitfiebert oder eben nicht, ist das Spiel an dem Punkt langweilig. Oder eben nicht. Siehe oben: Man muss sich hier schon ein St\u00fcckweit mit der gemeinsames Mission identifizieren.<br \/>\nEin bisschen ist das auch hausgemacht: In meiner ersten Partie waren wir \u00fcbervorsichtig und tuckerten mit angezogener Handbremse durchs All. Entsprechend hatte der Pilot nichts zu tun und langweilte sich. Sicher, das war unsere Schuld &#8211; aber das Spiel hat uns da auch nicht vorgewarnt. Wie gesagt, der Einstieg ist schwierig und das nicht nur wegen der Regeln. Wenn auch nur ein Spieler Spielerfahrung mitbringt, sieht die Sache schon deutlich interessanter aus -wenn alle dabei sind und mitfiebern. Jetzt dreht das Spiel auf &#8211; und bietet auch auf Dauer Herausforderungen, denn drei Schwierigkeitsgrade und zahlreiche Missionen wollen gemeistert werden\u2026 Aber auch hier stehen im Schnitt drei Br\u00fcllerpartien einer Partie entgegen, bei der alle das Gef\u00fchl haben, sie h\u00e4tten sich mit einem anderen Spiel besser unterhalten gef\u00fchlt. Und nicht immer ist klar warum eigentlich. Vielleicht liegt es daran, dass man manchmal mit viel Aufwand nur wenig zu leisten vermag. Vielleicht liegt es daran, dass vieles daran h\u00e4ngt, was f\u00fcr Schadenskarten gezogen werden &#8211; manchmal sorgen die daf\u00fcr, dass sich das Spiel mehr zieht als sonst. Vielleicht liegt es an der Spieldauer, die etwas am Rande dessen liegt, das f\u00fcr diese Art Spiel geeignet ist. Vielleicht liegt es aber auch schlicht an den Mitspielern, die mehr Spielkontrolle, mehr Strategie, ja mehr Eurogame wollen, als dass ein chaotisches, witziges, Kooperatives, von Situationskomik lebendes <em>Space Cadet<\/em> zu bieten vermag.<\/p>\n<p>Interessanterweise ist das Spiel m.E. mit vielen Spielern besser als mit wenigen &#8211; obwohl jeder weniger zu tun hat, weil sich die Stationen mehr verteilen. Aber vielleicht ist das genau der Grund: Man identifiziert sich mehr mit seiner Rolle. Und vor allem: Man versteht sie und muss sich nicht um mehr Fummelkram k\u00fcmmern als n\u00f6tig &#8211; und Fummelkram bietet das Spiel wahrlich genug. Damit ist eigentlich schon alles gesagt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Asmodee Autoren: Brian, Sydney und Geoff Engelstein Spieleranzahl: 3-6 Alter: ab 8 Jahre Spieldauer: 60-120 Minuten (je nach Szenario) Sie kennen das: Da heckt man den perfekten Plan aus und vergibt einfache, klare Aufgaben an seine Mitspieler und dann das: Der Steuermann f\u00e4hrt den Karren an die Wand, der Bordsch\u00fctze trifft selbst Scheunentore nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-15581","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15581"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15581\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15589,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15581\/revisions\/15589"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}