{"id":15472,"date":"2015-08-30T21:06:29","date_gmt":"2015-08-30T19:06:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=15472"},"modified":"2015-08-30T21:11:48","modified_gmt":"2015-08-30T19:11:48","slug":"gaia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/gaia\/","title":{"rendered":"Gaia"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/gaia.jpeg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Asmodee<br \/>\nAutoren: Olivier Rolko \/ Julien Castani\u00e9<br \/>\nSpieleranzahl: 2-5<br \/>\nAlter: ab 8 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 20-30 Minuten<\/p>\n<p>Mein erster etwas ernsthafterer Prototyp war ein Versuch, <em>Populous<\/em> auf&#8217;s Brettspiel zu bekommen. <em>Populous<\/em> war mal ein Computerspiel, das man mit Nullmodemkabel auch zu zweit spielen konnte (fragt eure Gro\u00dfeltern, was das war), was enorm viel Spa\u00df gemacht hat. Zumindest bis die Verbindung abbrach, was bei einem mehrst\u00fcndigen Spiel eigentlich immer fr\u00fcher oder sp\u00e4ter der Fall war. Meine Version hat nie so richtig funktioniert und irgendwie habe ich erst wieder daran gedacht, als ich <em>Gaia<\/em> in den H\u00e4nden hielt &#8211; denn auch hier geht es um G\u00f6tter, die versuchen, es ihren Untergebenen m\u00f6glichst recht zu machen und mit Katastrophen, um sich zu werfen. Und es funktioniert auch nicht viel besser, als mein Prototyp damals, ist aber wenigstens deutlich k\u00fcrzer.<\/p>\n<p>Eine Partie <em>Gaia<\/em> sieht in etwa so aus: Alle erfreuen sich an der sch\u00f6nen Kartengraphik der Karten (die das Spiel steuern). Und zwar so sehr, dass alle erst einmal Karten ziehen, wenn sie dran sind. Ziemlich bald ist das Handlimit erreicht und die Spieler m\u00fcssen Karten spielen. Also tun sie das und spielen diese in die gemeinsame Auslage. Da aber nur zwei Aktionen durchgef\u00fchrt werden d\u00fcrfen, man aber meistens mehr br\u00e4uchte, um keine Vorlage f\u00fcr den n\u00e4chsten zu geben, baut man die Auslage so weiter, dass m\u00f6glichst wenig damit anzufangen ist. Was die n\u00e4chsten Z\u00fcge nicht leichter macht, aber daf\u00fcr darf man ja auch wieder nachziehen. Wer Gl\u00fcck hat, bekommt die Landschaftskarten auf die Hand, f\u00fcr die es einen Bonus gibt &#8211; Ziel ist es, seinen Vorrat an Anh\u00e4ngern aufzubrauchen und wer die richtigen Landschaftskombis anlegt, darf diesen Vorrat abschmelzen. Nur wollen das alle und f\u00fcr alle gelten dieselben Zielkarten. Also erf\u00fcllt derjenige die Karten, der am meisten Nachziehgl\u00fcck hat.<\/p>\n<p>Eigentlich erf\u00fcllt die Auslage noch einen anderen Zweck: Man darf St\u00e4dte gr\u00fcnden. Und St\u00e4dte brauchen gl\u00fcckliche B\u00fcrger und gl\u00fccklich sind B\u00fcrger, wenn auf den Nachbarpl\u00e4tzen bestimmte Landschaftskarten liegen. Wer eine Stadt baut, darf dort einen B\u00fcrger einsetzen. Zwei, falls die Stadt besonders gl\u00fccklich ist und man die Fortgeschrittenen-Version spielt. Bei der d\u00fcrfen andere Spieler die Stadt \u00fcbernehmen, falls diese sie gl\u00fccklicher machen. Im Grundspiel kommen die einfach dazu, was langweilig ist. In beiden F\u00e4llen gibt es genau zwei Strategien: Warten, bis man eine Stadt sicher hat (weil alle vier Nachbarn gelegt sind) oder etwas riskieren, weil man das Spiel langweilig findet und will, dass endlich etwas passiert. Ob es klappt ist in beiden F\u00e4llen Gl\u00fcckssache. Wie \u00fcberhaupt das ganze Spiel Gl\u00fcckssache ist &#8211; und sogar noch schlimmer: Eine belanglose Gl\u00fcckssache. Niemand hat irgendeine emotionale Bindung zu irgendetwas, weil man keine Entscheidung trifft, die einen irgendwie fordern w\u00fcrde: Man legt Karten, weil man es muss und nicht weil man es will. Und dann kann sie jeder nutzen und man hat keinerlei Einfluss darauf, ob die Karte irgendeinen Zweck erf\u00fcllt oder nicht.<br \/>\nUnd die Katastrophen? Die kommen nur in der h\u00f6chsten Stufe vor und sind damit etwas f\u00fcr Profis. Sie machen aus dem belanglosen Gl\u00fccksspiel ein chaotischen Gl\u00fcckspiel. Ist es vorher Zufall ob man passende Landschaften oder St\u00e4dte bekommt, so ist es jetzt auch Zufall, ob man passende Katastrophen bekommt. Und das ganze wird noch egaler, denn wer wie von was getroffen wird ist nicht abzusehen.<\/p>\n<p><em>Gaia<\/em> zusammengefasst: Man zieht Karten und spielt irgendwas und am Ende gewinnt irgendwer und alle sehen sich an und fragen sich: War&#8217;s das? Und die Antwort ist: Ja. Wer 100 Partien <em>Gaia<\/em> hinter sich hat d\u00fcrfte GENAUSO spielen, wie bei seiner ersten. Seine Siegchancen d\u00fcrften sich nicht im geringsten verbessert haben. Da kann man aber genauso gut <em>Schere-Stein-Papier<\/em> spielen &#8211; das ist auch kurz und erweckt wenigstens nicht den Anschein als w\u00e4re es irgendetwas anderes als ein reines Gl\u00fccksspiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Asmodee Autoren: Olivier Rolko \/ Julien Castani\u00e9 Spieleranzahl: 2-5 Alter: ab 8 Jahre Spieldauer: 20-30 Minuten Mein erster etwas ernsthafterer Prototyp war ein Versuch, Populous auf&#8217;s Brettspiel zu bekommen. 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