{"id":15395,"date":"2015-06-24T11:54:28","date_gmt":"2015-06-24T09:54:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=15395"},"modified":"2015-06-24T11:55:19","modified_gmt":"2015-06-24T09:55:19","slug":"donnerloch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/donnerloch\/","title":{"rendered":"Donnerloch"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Eigenverlag<br \/>\nAutor: Armin Schmidhuber<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4 (mit Erweiterung bis zu 6)<br \/>\nAlter: ab 16 Jahren (geht auch schon ab 8)<br \/>\nSpieldauer: 40-120 Minuten (je nach Mitspieleranzahl)<\/p>\n<p>Es kommt selten vor, aber manchmal passiert es eben doch: Ein Kleinverlag fragt an, ob wir nicht sein Spiel testen k\u00f6nnten, weil dem Verlag sonst die M\u00f6glichkeiten fehlen, dem Spiel irgendwie Pr\u00e4senz zu geben. Wenn es vorkommt, gucke ich mir die Spiele schon ein bisschen genauer an, denn es sind gerade Leute au\u00dferhalb der Spieleszene, die so an die Spielbar herantreten und da ist viel Zeugs dabei, f\u00fcr das ich nicht meine kostbare Spielzeit opfern m\u00f6chte. Armin Schmidhuber hat nun noch ein Bier draufgelegt und das hat dann den Ausschlag gegeben. Das Leben kann so einfach sein.<br \/>\nAllerdings bin ich &#8211; so viel sei vorweggeschickt &#8211; nicht sicher, ob die Rezension hier so richtig ist. Denn die Zielgruppe der <em>Spielbar<\/em> ist nicht unbedingt die Zielgruppe des <em>Donnerlochs<\/em>.<br \/>\nAber mal ganz von vorne: Was sind Donnerl\u00f6cher \u00fcberhaupt? Das sind L\u00f6cher, die sich pl\u00f6tzlich im Erdreich auftun, insbesondere am Kienberg. Aber das ist letztlich irrelevant &#8211; im Spiel tauchen die Donnerl\u00f6cher nur am Rande als zus\u00e4tzliches \u00c4rgernis auf.<\/p>\n<p>Im Prinzip geht es um Grundst\u00fccke und um Einkommen, das diese bescheren. Au\u00dfer eben, es schl\u00e4gt gerade ein Donnerloch zu. Dabei ist die Struktur des Spieles durchaus originell: Erst kauft man Grundst\u00fccke. Dann folgt die zweite Phase, in der ein W\u00fcrfel vorgibt, welche Grundst\u00fccke man kaufen kann und f\u00fcr welche Farben man Einkommen erh\u00e4lt. Da man jetzt zudem nur Grundst\u00fccke kaufen darf, die an eigene Grundst\u00fccke angrenzen, kommt eine topologische Komponente ins Spiel. Sind alle Grundst\u00fccke verkauft beginnt die letzte Phase: Hier wird nur noch gew\u00fcrfelt und man erntet, was man ges\u00e4t hat (oder auch nicht, wenn man W\u00fcrfelpech hat und\/oder die Donnerl\u00f6cher zuschlagen). Interessanter Aspekt sind zahlreiche Grundst\u00fccke mit Sonderfertigkeiten, die durchaus auch als Verhandlungsmasse dienen k\u00f6nnen &#8211; \u00e4hnlich wie bei <em>Monopoly<\/em> darf auch hier gehandelt werden. Was aber zumindest in meinen Runden deutlich seltener vorkommt als beim Klassiker.<\/p>\n<p>Ohne jetzt auf die Details eingehen zu wollen: Man merkt den Kleinverlagscharakter dem Spiel doch irgendwie an. Zwar sind einige Dinge echt originell, andere wirken aber doch noch unterentwickelt &#8211; allen voran die Ereigniskarten, die insgesamt einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf das Spielgeschehen haben, als der eigentliche Grundst\u00fcckskauf. Und das ist schade &#8211; das Spiel hat in einigen Runden durchaus Spa\u00df gemacht. Aber l\u00e4ngst nicht in allen. Wichtig ist zuallererst die Haltung: <em>Donnerloch<\/em> ist letztlich ein Gl\u00fccksspiel. Entsprechend bedarf es einer stoischen Grundeinstellung gegen\u00fcber den Unbill des Lebens. Wer <em>Donnerloch<\/em> ernst nimmt, hat gleich verloren. Dann steht es und f\u00e4llt es mit der Spieldauer: Spieldauer kurz = Gut. Aber wehe es dauert zu lange! Irgendwann nervt der fehlende Einfluss nur noch (daher sollte man auch die dritte Phase unbedingt verk\u00fcrzen!) &#8211; und das ist insbesondere ein Problem der h\u00f6heren Spielerzahlen. Das wiederrum ist schade, denn <em>Donnerloch<\/em> will ja ein Stimmungsspiel sein, ein Spiel, bei dem alle Bier trinken und sich zuprosten, wenn dem Nachbarn wieder einmal alle Waldvorr\u00e4te abgebrannt sind (Wald dient hier als zweite W\u00e4hrung) und er somit alle Siegchancen dahinschwinden sieht. Aber gerade in den gro\u00dfen Runden ist das Spiel bei mir gefloppt, da die Wartezeiten schlicht zu lang sind. Vielleicht waren wir auch nur nicht bierselig genug.<\/p>\n<p>Ich bin wieder am Anfang angekommen: Die Spielbar ist nicht unbedingt die beste Seite f\u00fcr diese Rezension. Rein regeltechnisch w\u00e4re es mir ein leichtes, dieses Spiel total zu verrei\u00dfen. Aber das w\u00e4re nicht gerechtfertigt. <em>Donnerloch<\/em> ist kein Eurogame der Art, wie es hier normalerweise besprochen wird. <em>Donnerloch<\/em> ist Spiel, dass vom Lokalkolorit lebt. Vom Material (es kommt in einer sch\u00f6nen Holzbox daher und die Steine sind aus Porzellan oder so). Vom Flair. <em>Donnerloch<\/em> ist ein Gesellschaftsspiel im klassischen Sinne: Nicht das Spiel soll im Mittelpunkt stehen, sondern die Gesellschaft. Das Bier. Der Schnaps (beides auf der <a href=\"http:\/\/donnerloch.com\/\">Webseite <\/a>zu bestellen). Mit verk\u00fcrzter dritten Phase kann das Spiel das leisten, was es will: Stimmung machen. Aber eben gerade in Runden, die moderne Spiele gew\u00f6hnt sind, Spiele, die Entscheidungen verlangen, die wirklich etwas bewirken und wo nicht das Auftreten einer Ereigniskarte die H\u00e4lfte der Punkte ausmacht (bzw. einen die H\u00e4lfte der Punkte kostet), wird <em>Donnerloch<\/em> eher kritisch be\u00e4ugt werden. Mit anderen Worten: Spieler, die diese Seite lesen.<\/p>\n<p>Ich hab schon meinen Spa\u00df gehabt mit <em>Donnerloch<\/em>, das ist was z\u00e4hlt. So viel Spa\u00df, dass ich mir nach der ersten Partie (zu zweit) die Erweiterung auf 6 Spieler zugelegt habe (*). Empfehlen kann ich es aber aus eben genannten Gr\u00fcnden leider nur mit starken Vorbehalten. Wer es dennoch bestellt &#8211; zum Beispiel als Geschenk f\u00fcr den Kegelclub &#8211; Unbedingt das Bier mitbestellen! Das hat jedenfalls extrem gute Kritiken bekommen!<\/p>\n<p>(*) F\u00fcr die volle Transparenz: Ich <em>wollte<\/em> sie mir kaufen, aber der Autor hat sie mir dann kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt. Im nachhinein ein Fehler, denn zu sechst werde ich <em>Donnerloch<\/em> garantiert nie wieder spielen. Zu zweit oder zu dritt schon eher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Eigenverlag Autor: Armin Schmidhuber Spieleranzahl: 2-4 (mit Erweiterung bis zu 6) Alter: ab 16 Jahren (geht auch schon ab 8) Spieldauer: 40-120 Minuten (je nach Mitspieleranzahl) Es kommt selten vor, aber manchmal passiert es eben doch: Ein Kleinverlag fragt an, ob wir nicht sein Spiel testen k\u00f6nnten, weil dem Verlag sonst die M\u00f6glichkeiten fehlen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":66,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-15395","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15395","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15395"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15395\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15403,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/15395\/revisions\/15403"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/66"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15395"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}