{"id":15278,"date":"2015-03-22T15:26:23","date_gmt":"2015-03-22T13:26:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=15278"},"modified":"2015-04-04T14:00:20","modified_gmt":"2015-04-04T12:00:20","slug":"abyss","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/abyss\/","title":{"rendered":"Abyss"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/abyss.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Bombyx \/ Asmodee<br \/>\nAutoren: Bruno Cathala und Charles Chevallier<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 14 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 45-60 Minuten<\/p>\n<p>Schnell merkt man, dass etwas Typisches fehlt. Das Bombyx hier einen anderen Weg gegangen ist. Dass jemand mutig war. Man mag es kaum glauben, aber die Hintergrundgeschichte steht tats\u00e4chlich nicht in der Regel, sondern nur auf der Schachtelr\u00fcckseite.<br \/>\nAber das ist egal, denn es ist sowieso nur die \u00fcbliche \u201eEinfluss gewinnen, um der Nachfolger des alten K\u00f6nigs zu werden\u201c- Geschichte. Nur unter Wasser. Denn <em>Abyss<\/em> spielt mal nicht im Mittelalter, nicht einmal in einem UNESCO-Kulturerbe, sondern auf dem Boden des Ozeans. Warum auch nicht?<\/p>\n<p>Um Einfluss zu gewinnen, wird man in erster Linie gro\u00dfe Karten anwerben, die nebenbei meistens noch Spezialf\u00e4higkeiten bescheren. Bezahlt werden die gro\u00dfen Karten mit kleinen Karten, die vorab gesammelt werden m\u00fcssen. Diese kleinen Karten geh\u00f6ren einer von f\u00fcnf Sorten an und haben einen Wert. F\u00fcr einen Kauf muss der Gesamtwert stimmen <strong>und<\/strong> die Anzahl der verwendeten V\u00f6lker ist ebenfalls vorgeben. Das reicht schon, um zumindest ein bisschen anders zu sein, als andere \u201eGebe Kombination X ab\u201c \u2013 Spiele. Und knifflig ist es auch noch.<br \/>\nUm die kleinen Karten zu bekommen gibt es zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder man fischt spezielle Karten ab oder nimmt alle verschm\u00e4hten Karten einer Sorte. Beim Abfischen deckt der Zugspieler nacheinander Karten auf. Wer eine Karte kaufen will, bezahlt diese (mit Perlen). Der Zugspieler kann eine Karte umsonst bekommen, das beendet aber seinen Zug. Nimmt er die letzte Karte, bekommt er eine Perle gratis. Was niemand will, wird beiseite gelegt und kann (siehe oben) sp\u00e4ter eingesammelt werden.<br \/>\nAuch kann es sein, dass man beim Fischen \u201eMonster\u201c zieht. Das klingt spektakul\u00e4rer als es ist, denn defacto kann der Zugspieler einfach seinen Zug beenden, um eine andere Belohnung zu bekommen, als eine Karte- z.B. Siegpunkte oder Perlen.<\/p>\n<p>Also: Kleine Karten nehmen, gro\u00dfe Karten kaufen. Neben dem Fischen gibt es zwei clevere Ideen: Die erste ist, dass \u2013wie gesagt \u2013 viele gro\u00dfe Karten Sonderf\u00e4higkeiten haben. Manche davon sind permanent und recht stark. Nun der Gag: Hat man drei davon, so bekommt man einen \u201eOrt\u201c, der bei Spielende f\u00fcr besondere Dinge (etwa bestimmte Adlige) Sonderpunkte beschert. Gleichzeitig gehen aber die Sonderf\u00e4higkeiten der beteiligten drei Adligen fl\u00f6ten. Das ist echt geschickt, denn ohne Ort wird man kaum gewinnen k\u00f6nnen \u2013 man muss sich aber gut \u00fcberlegen, wann man auf seine Sonderf\u00e4higkeiten am ehesten verzichten kann.<br \/>\nDie zweite clevere Idee: Wer einen Ort w\u00e4hlt kann einen offenen nehmen oder bis zu vier verdeckte ziehen und davon einen w\u00e4hlen. Soweit so bekannt, aber die nicht gew\u00e4hlten werden offen ausgelegt \u2013 also erh\u00f6ht man so auch die Auswahl der Mitspieler. Ich erwarte diesen Mechanismus bald auch in anderen Spielen!<\/p>\n<p>Das gesamte Spiel ist also Ziehen und Ausspielen von Karten. Das ist im Prinzip alles und das ist v\u00f6llig in Ordnung, denn das macht das Spiel gut. Die gro\u00dfen Karten sind so verschieden, dass jedes Spiel anders l\u00e4uft, je nachdem, wann welche F\u00e4higkeiten ins Spiel kommen. Was man kauft will gut \u00fcberlegt sein. Rein mechanisch ist <em>Abyss<\/em> so mindestens ein solides Spiel, dass mir mehr Spa\u00df macht, als so manches Regelmonster. Nun ist es aber ein Fehler <em>Abyss<\/em> nur auf den Mechanismus zu reduzieren, denn die graphische Gestaltung ist schlicht umwerfend. Man mag da argumentieren, dass alles ist nur Blendwerk, aber ich sehe das anders: Graphik ist ja gerade dazu da, dass sie inspiriert und f\u00fcr Spielspa\u00df sorgt. Von mir aus d\u00fcrfen gerne mehr Spiele zu solchen Blendern aufgepumpt werden &#8211; es d\u00fcrfte dann deutlich leichter werden, andere Leute an den Spieltisch zu bringen.<br \/>\nNun darf man aber nicht den Fehler machen, die Graphische Einbindung mit Thema zu verwechseln. Was man innerhalb der Spielgeschichte tut, ist doch ziemlich unklar. Das man den Rat besucht, wenn man einen Kartenstapel nimmt ist albern, dass man gegen ein gezogenes Monster \u201ek\u00e4mpft\u201c wenn man sich einfach eine Belohnung aussucht, ist fast schon entt\u00e4uschend. Und was es bedeutet, wenn ,man sich mit einer verb\u00fcndeten Qualle \u201evereint\u201c, wenn man deren Karte vor sich ablegen darf, m\u00f6chte ich lieber gar nicht so genau wissen. Nein, Graphik sorgt zwar f\u00fcr Athmosph\u00e4re, macht aus <em>Abyss<\/em> aber keine Simulation. Aber das ist v\u00f6llig in Ordnung \u2013 sie macht aus dem soliden <em>Abyss<\/em> ein durchaus <strong>erlebens<\/strong>wertes Spiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Bombyx \/ Asmodee Autoren: Bruno Cathala und Charles Chevallier Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 14 Jahre Spieldauer: 45-60 Minuten Schnell merkt man, dass etwas Typisches fehlt. Das Bombyx hier einen anderen Weg gegangen ist. Dass jemand mutig war. 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