{"id":15064,"date":"2014-12-29T10:43:25","date_gmt":"2014-12-29T08:43:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=15064"},"modified":"2014-12-29T10:43:25","modified_gmt":"2014-12-29T08:43:25","slug":"origin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/origin\/","title":{"rendered":"Origin"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/origin.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Matagot<br \/>\nAutoren: Andrea Mainini<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 8 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 45 Minuten<\/p>\n<p>Kennen Sie <em>Ninja-Spiele<\/em>? Damit meine ich keine Spiele \u00fcber Ninjas, sondern Spiele, die wie Ninjas sind: Egal wie oft man das Spiel auf den &#8220;Vorschlagsstapel&#8221; legt, wie oft man das Spiel zu einem Spieleabend mitbringt, es wird immer etwas anderes gespielt. Irgendwie entziehen sich Ninja-Spiele der Aufmerksamkeit ihrer Kunden. Dabei ist es nicht so, dass Ninja-Spiele nichts taugen w\u00fcrden oder h\u00e4sslich sind oder so. Nein, streng genommen gibt es keine objektiven Gr\u00fcnde, sie nicht zu spielen. Aber man greift immer woanders hin. Das Ninja-Spiel weicht geschickt allen Angriffen aus.<\/p>\n<p>Origin ist so ein Ninjaspiel. Es hat ewig gedauert, bis ich es doch mal festnageln konnte. Und es scheint nicht nur mir so zu gehen: Trotz gro\u00dfer St\u00e4nde auf sogar zwei Internationalen Spieletagen liest man erstaunlich wenig im Netz \u00fcber <em>Origin<\/em>. Der Ninja bleibt im Schatten.<\/p>\n<p>Jedenfalls ist das meine Theorie. Optisch macht <em>Origin<\/em> n\u00e4mlich einiges her: Die Schachtel hat einen eigenen Stil, der mir durchaus gut gef\u00e4llt und sich vom Einerlei der Konkurrenz wohltuend abhebt. Das Spielmaterial kann ebenfalls mithalten. Und auch spielerisch hat <em>Origin<\/em> einiges zu bieten:<\/p>\n<p>Es ist originell: Wer dran ist, setzt normalerweise einen neuen Stein ein (und nimmt diesen auch in Besitz). Die Steine kommen in drei Farben, drei Gr\u00f6\u00dfen und drei Dicken. Beim Einsetzen m\u00fcssen zwei dieser drei Charakteristiken mit einem Nachbarstein \u00fcbereinstimmen, die dritte kann nach oben hin um maximal eine Stufe abweichen (<em>nach oben hin<\/em> = der neue Stein muss gr\u00f6\u00dfer\/dicker sein als der Nachbar). Alternativ darf man auch einen eigenen Stein gem\u00e4\u00df der Reichweite versetzen und zwar entweder auf ein leeres Feld oder auf ein gegnerisches &#8211; der andere tauscht dann einfach die Pl\u00e4tze mit dem Zugspieler. Derart verdr\u00e4ngen kann man aber nur d\u00fcnnere Steine. Dieser Mechanismus ist interessant und intuitiv. Und es passt sogar thematisch zum Thema der Stammesausbreitung: Am Anfang entstehen viele St\u00e4mme mit eigenen Eigenschaften, sp\u00e4ter wandern diese St\u00e4mme eher, als dass neue entstehen. Nomaden wandern \u00fcber das Brett, Dicke Krieger verdr\u00e4ngen eher.<\/p>\n<p>Dabei hat <em>Origin<\/em> noch mehr zu bieten: Egal wie, man erreicht immer ein neues Feld. Das bietet Siegpunkte (gr\u00fcne Felder) oder Speere verschiedener G\u00fcte, die aufsteigend gesammelt werden k\u00f6nnen oder Karten oder beides. Bei den Karten gibt es drei Typen: Gr\u00fcne Karten geben starke Einmalvorteile, orangene\u00a0 Dauervorteile (ben\u00f6tigen aber eine Mindestanzahl an Speeren) und violette Auftr\u00e4ge, deren Erf\u00fcllung Siegpunkte bringen. Dies klingt nicht spektakul\u00e4r (Karten und Pl\u00e4ttchen, halt), aber diese Elemente erm\u00f6glichen einige grundlegende Strategien und vor allem interessante Taktiken &#8211; Man knobelt schon ein bisschen, um die SP-Ausbeute zu optimieren. Und anders als bei anderen modernen Spielen geschieht das durchaus interaktiv und der Blick zum Nachbar wird belohnt.<\/p>\n<p>Nein, spielerisch l\u00e4sst sich <em>Origin<\/em> nichts vorwerfen: Es ist regeltechnisch klar, es ist abwechslungsreich, es bietet Raum f\u00fcr \u00fcberraschendes, f\u00fcr geniale Z\u00fcge und die Spieldauer ist genau richtig f\u00fcr das Gebotene. Warum wurde es bislang so wenig wahrgenommen?<\/p>\n<p>Ganz ehrlich: Keine Ahnung! Vielleicht lag es an der unklaren Vertriebssituation. Vielleicht an der Junior-Variante, die wirklich eher f\u00fcr die Partie mit Kindern ist, als f\u00fcr Erwachsene (hier fehlen die Karteneigenschaften, die das Salz in der Suppe sind), vielleicht an der verdruckten Karte (Der Navigator erlaubt das Durchqueren von Meeren, nicht von Meerengen &#8211; die darf man ja eh \u00fcberqueren). Vielleicht ist Origin den &#8220;echten Spielern&#8221; nicht <em>heavy<\/em> genug. Statt Dreihundert Arbeitern und 200 Siegpunktquellen ist Origin eher \u00fcberschaubar. Zwar darf man hier durchaus clever sein (ein erfahrener Spieler wird immer gegen einen Anf\u00e4nger gewinnen), aber es f\u00e4llt nicht so auf, wie bei den Komplexeren Vielspielerspielen.<\/p>\n<p>Oder vielleicht stimmt meine Ninja-Spiel-Theorie ja doch und die <em>Origin<\/em>-Spiele verstecken sich lieber, als dass sie gespielt werden. In diesem Fall, blase ich zur Jagd auf sie! Es lohnt sich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Matagot Autoren: Andrea Mainini Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 8 Jahre Spieldauer: 45 Minuten Kennen Sie Ninja-Spiele? Damit meine ich keine Spiele \u00fcber Ninjas, sondern Spiele, die wie Ninjas sind: Egal wie oft man das Spiel auf den &#8220;Vorschlagsstapel&#8221; legt, wie oft man das Spiel zu einem Spieleabend mitbringt, es wird immer etwas anderes gespielt. 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