{"id":14791,"date":"2014-04-27T09:46:58","date_gmt":"2014-04-27T07:46:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=14791"},"modified":"2014-04-27T09:46:58","modified_gmt":"2014-04-27T07:46:58","slug":"12-realms","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/12-realms\/","title":{"rendered":"12 Realms"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/12realms.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Mage Company<br \/>\nAutor: Ignazio Corrao<br \/>\nSpieleranzahl: 1-6<br \/>\nAlter: ab 12 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 40 Minuten<\/p>\n<p>B\u00f6sewichter sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.<\/p>\n<p>In <em>12 Realms<\/em> stehen sie herum und tun\u2026. nichts. Ob sie sich Sozialleistungen erschleichen? Keine Ahnung. Eher nicht. Sie stehen n\u00e4mlich einfach nur da. Stehen gen\u00fcgend B\u00f6sewichter herum, kommt irgendwann der Oberb\u00f6sewicht. Aber auch der tut nichts. Nur dass alle Spieler verlieren, wenn der zu lange rumsteht und alle gewinnen, wenn alle Oberb\u00f6sewichte in allen L\u00e4ndereien besiegt sind. Also m\u00fcssen die weg. Obwohl die nichts machen. Das Leben ist ungerecht.<\/p>\n<p>In meiner ersten Kennenlern-Solopartie hatte Siegfried es nicht n\u00f6tig, die B\u00f6sen beim meditieren zu st\u00f6ren. Denn Siegfried kann sich auch ohne Broterwerb (in unserem Spiel hei\u00dft das: <em>Sch\u00e4tze sammeln<\/em>) jede Runde bis zu zwei Gegenst\u00e4nde leisten. Und das tat er auch. Zwischendurch verlie\u00df er das Einkaufsparadies mal, um sich die Beine zu vertreten, und um die Artefakte zu sammeln, die n\u00f6tig sind, um gegen den Oberb\u00f6sewicht antreten. Dann ging es zur\u00fcck zum shoppen. Schon bald trat der Obermotz auf dem Plan und Siegfried ihm entgegen. Dank seines mit Gegenst\u00e4nden hochgepowerten K\u00f6rpers, war Siegfried erfolgreich. \u00dcbererfolgreich sogar \u2013 Probleme hatte er keine.<\/p>\n<p>Der Aussagewert dieser Partie war eher klein, aber drei Dinge konnte ich schon lernen:<\/p>\n<p>1.)\u00a0\u00a0\u00a0 Das Spiel ist ab Werk fast unspielbar. Und damit meine ich nicht, dass die \u201eMiniaturen\u201c aus billigem Plastik st\u00e4ndig umkippen. Nein, die Regel ist eine Katastrophe. Bereits der Aufbau ist eine Qual, weil die diversen Spielmaterialen nirgendwo mit Bild vorgestellt werden und man raten muss, was jetzt die Oberb\u00f6sewichtkarte, was die Geb\u00e4udekarten und was die Stadtkarten sind und welche Marker \u00fcberhaupt zu welchen der 4 (statt 12) K\u00f6nigreiche geh\u00f6ren. Aber auch sonst: In jedem Zug eine Regelfrage, nach jeder Karte erst einmal Besuch in diversen Onlineforen, um die eigene Interpretation zu verifizieren. Bilanz: 90 Minuten Besch\u00e4ftigung, f\u00fcr vielleicht 15 Minuten Nettospielzeit. Das ist um so \u00e4rgerlicher, als dass <em>12 Realms<\/em> eigentlich ein total einfaches Spiel ist.<\/p>\n<p>2.)\u00a0\u00a0\u00a0 Die Charaktere sind unausgewogen. Das hat sich bei weiten Partien best\u00e4tigt, aber was Siegfried betrifft, ist es nicht schwer zu sehen, warum: Eine Hauptschwierigkeit des Spieles ist es, das Geld zusammenzubekommen, um sich die Gegenst\u00e4nde leisten zu k\u00f6nnen, die man ben\u00f6tigt, will man einen B\u00f6sewicht besiegen. Denn das Sammeln von Sch\u00e4tzen kostet Aktionen und damit Zeit \u2013 man muss den Mittelweg finden, die B\u00f6sen zu besiegen (damit die Zeit nicht so schnell abl\u00e4uft) und sich f\u00fcr den Endkampf zu r\u00fcsten. Siegfried braucht mit Sch\u00e4tzen keine Zeit zu verschwenden und kann sich auf das Durchw\u00fchlen der Gegenstandskarten beschr\u00e4nken. Resultat: Er rettet das eine oder andere K\u00f6nigreich selbst im Mehrpersonenspiel mal eben im Alleingang. Zudem auch noch auf besonders langweilige Art und Weise , denn au\u00dfer \u201eKaufe ich A oder B\u201c muss er nichts gro\u00df entscheiden.<\/p>\n<p>Das andere Ende des Spektrums ist D\u00b4Atagnon (hier als Katze dargestellt. Warum auch immer). Der ist zwar schnell, kann aber nichts, so dass ihm seine Schnelligkeit nicht viel n\u00fctzt. Im Mehrpersonenspiel kann er immerhin Gegenst\u00e4nde von anderen bekommen, so dass er dort etwas sinnvoller eingesetzt werden kann. Aber warum die Charaktere so unausgewogen sind, erschlie\u00dft sich mir nicht. Vergleiche da einmal <em>Pandemie<\/em>, bei denen die Charaktere wirklich alle gleich gut sind. Jenseits dieser Extrembeispiele ist die Charakterauswahl zudem ein wichtiger Bestandteil des Spieles \u2013 wer Charaktere ausw\u00e4hlt, dessen St\u00e4rken nicht zu den B\u00f6sewichtern passen, macht es sich unn\u00f6tig schwer.<\/p>\n<p>3.)\u00a0\u00a0\u00a0 Das Spiel bietet jetzt nicht so die wahnsinnige Taktiktiefe: Die Frage beschr\u00e4nkt sich auf: Wann nutze ich meinen Zug zum Einkaufen und wann ernte ich mal ein paar Monster ab? Alle Informationen sind offen, au\u00dfer welche Karte (ob Monster, gro\u00dfes Monster oder was zur Monsterbek\u00e4mpfung) als n\u00e4chstes kommt. Alleine liegen die M\u00f6glichkeiten und sinnvolle Z\u00fcge daher meist auf der Hand. Ob sie erfolgreich sind, ist weitestgehend fremdbestimmt.<\/p>\n<p>Letzterer Punkt gibt sich gl\u00fccklicherweise mit erh\u00f6hter Mitspieleranzahl, denn es spielt immer ein K\u00f6nigreich pro Spieler mit (bis maximal 4). Da die K\u00f6nigreichkarten aber immer zusammengemischt werden, f\u00fcllen sich die Reiche i.A. unterschiedlich schnell, daher kann nicht jeder einfach in seinem Reich Abwarten und Tee trinken, sondern muss ggf. mal aushelfen. Aber das Wechseln des Reiches kostet einen ganzen Zug, will also \u00fcberlegt sein. Nun ist es so, dass bei zwei Reichen die Sache berechenbar bleibt: Wird erst ein Reich \u00fcberproportional gef\u00fcllt, dann folgt das andere zwangsl\u00e4ufig nach. Mit vier Reichen ist die Sache dann nicht mehr so leicht zu \u00fcberschauen und man muss schon ein bissen \u00fcberlegen, wo man aushilft und wo man Ballungen von Monstern erlaubt, die man dann gemeinsam und hochger\u00fcstet entfernt. Auch kommt der sch\u00f6ne Mechanismus, dass ein besiegtes Monster mit einem Fluch den Spieler nach dessen Erledigung zus\u00e4tzliche Schwierigkeiten aufl\u00e4dt (etwa ein zus\u00e4tzlicher Eindringling) etwas besser zur Geltung (wenn die Fl\u00fcche auch ruhig etwas origineller h\u00e4tten ausfallen d\u00fcrfen). Wenn man denn <em>12 Realms<\/em> spielt, dann also unbedingt mit mindestens vier Leuten. Dann sind allerdings zwangsl\u00e4ufig gr\u00f6\u00dfere Wartezeiten mit einzuplanen, au\u00dfer alle planen immer und \u00fcberall mit. Oft gibt es aber wenig zu planen \u2013 siehe oben \u2013 weil man auf eine passende Gegenstandskarte wartet oder weil das entscheidende Artefakt noch nicht aufgetaucht ist oder weil der Oberb\u00f6sewicht, denn man bek\u00e4mpfen k\u00f6nnte, sich Zeit l\u00e4sst. Vollends \u00fcberzeugen die 12 Reiche somit in keiner Besetzung. Leider, ich h\u00e4tte das Spiel gerne gemocht. Aber f\u00fcr ein gutes kooperatives Spiel braucht man eben doch ein bisschen mehr, als einen soliden Monstererzeugungs-Automatismus und viele Stretch Goals.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Mage Company Autor: Ignazio Corrao Spieleranzahl: 1-6 Alter: ab 12 Jahre Spieldauer: 40 Minuten B\u00f6sewichter sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. In 12 Realms stehen sie herum und tun\u2026. nichts. Ob sie sich Sozialleistungen erschleichen? Keine Ahnung. Eher nicht. Sie stehen n\u00e4mlich einfach nur da. 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