{"id":14787,"date":"2014-04-27T09:31:30","date_gmt":"2014-04-27T07:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=14787"},"modified":"2014-04-27T09:31:30","modified_gmt":"2014-04-27T07:31:30","slug":"abluxxen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/abluxxen\/","title":{"rendered":"Abluxxen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/abluxxen.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Ravensburger<br \/>\nAutor: Wolfgang Kramer und Michael Kiesling<br \/>\nSpieleranzahl: 2-5<br \/>\nAlter: ab 10 Jahre<br \/>\nSpieldauer: Je nach vereinbarter Runden- und Mitspielerzahl ziemlich frei zwischen 10 Minuten und 60 Jahrmillionen einstellbar<\/p>\n<p>Echte Vielspieler geben sich nicht mit schn\u00f6den Stichspielen wie <em>Skat<\/em> ab. Nein, es muss schon <em>Tichu<\/em> sein, denn <em>Tichu<\/em> ist etwas Besonderes. Und es stammt nicht von der westlichen Stichschule ab, sondern von der \u00d6stlichen \u201e<a href=\"http:\/\/www.pagat.com\/climbing\/bigtwo.html\">Big Two<\/a>\u201c-Schule, bei denen eine Stichrunde mehrmals um den Tisch gehen kann und es sowieso keine Stiche im herk\u00f6mmlichen Sinne gibt, sondern bei denen eher mit Romme\/Poker-\u00e4hnliche Kombinationen geboten wird, mit dem Ziel Karten loszuwerden. Aber wem erz\u00e4hle ich das? Das wissen Sie doch l\u00e4ngst! Naja, ich schwafele eben gerne vor mich hin.<\/p>\n<p>So gesehen (das bezieht sich jetzt auf die Liebe von Vielspielern zu Tichu, nicht auf meinen Hang zum schwafeln) ist es kein gro\u00dfes Wunder, dass <em>Abluxxen<\/em> so gut bei Vielspielern ankommt, denn es l\u00e4sst sich der letzteren Kartenspielfamilie einordnen. Dabei ist es eher ein entfernter Verwandter, denn das Spielgeschehen ist durchaus originell: Es gibt nur Zahlen, keine Farben, Symbole oder \u00e4hnliches (gut es gibt noch ein paar Joker). Wer an der Reihe ist, legt beliebig viele Karten einer Sorte (=Zahl) vor sich hin und am besten oberhalb von bereits liegenden Kombinationen. Hat jemand anderes am Tisch nun dieselbe Anzahl an Karten in seiner Auslage in der obersten Reihe (also als letztes ausgelegt), aber eine niedrige Ziffer, so verliert dieser Spieler diese Karten aus der Auslage. Und zwar entweder an den Zugspieler (wenn der die Karten will) oder an sich selbst (er nimmt sie wieder an sich) oder an den Ablagestapel. Nimmt er die Karten nicht selbst, so muss er entsprechend viele Karten aus der Auslage nehmen, was insofern wichtig ist, als dass eine Runde schlagartig endet, wenn ein Spieler seine letzte Karte gespielt hat und Handkarten dann negativ (je 1) und Karten in der Auslage positiv (auch je 1) z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Alles klar? Wenn nicht, ist das auch OK, ich hab das Prinzip auch nicht von Rezensionstexten verstanden. Es ist aber wirklich einfach, wenn man es tats\u00e4chlich spielt \u2013 und man merkt dass es vor allem aufs Timing ankommt: Wann spiele ich welche Karte? Anf\u00e4nger spielen am Anfang eigentlich immer ihre niedrigen Einzelkarten ab und warten mit den Kombinationen bis zum Schluss. Tats\u00e4chlich aber lohnt es sich, die Auslage zu beobachten. Wenn dort brauchbares liegt, sollte man so spielen, dass man potentiell \u00fcberboten wird und l\u00e4sst andere potentiell verhungern. Liegt dort nur Schrott sind hohe Karten oder lange Reihen gefragt. Auch das gezielte \u00dcberbieten der Mitspieler ist geschickt, will man sich dessen Karten einverleiben. Und schlie\u00dflich sichere ich mich gerne Kombinationen mit nur schwer (oder gar nicht) zu \u00fcberbietenden Karten wie einer hohen Einzelkarte &#8211; schlie\u00dflich z\u00e4hlen die Auslagenkarten ja Pluspunkte. Wann komme ich durch? Wann gehe ich in die Vollen? Das sind die Fragen von <em>Abluxxen<\/em> \u2013 ein Mitspieler verglich es durchaus nicht untreffend mit Poker, bei dem man auch wissen muss, wann man wieviel riskiert. Und es ist in beiden F\u00e4llen dramatisch, wenn man eine lange Kombination auslegt \u2013 und der Gegner diese abluxxt.<\/p>\n<p><em>Abluxxen<\/em> spielt sich tats\u00e4chlich wie ein gutes Stichspiel \u2013 es gibt viele Feinheiten, viele Winkelz\u00fcge, die man erst mit Spielerfahrung entdeckt. Man lernt sein Blatt zu lesen. Man ist aber auch von seinen Karten und von der Auslage abh\u00e4ngig \u2013 spielt man mehrere Runden (was absolut zu empfehlen ist), so l\u00e4uft es auch mal komplett an einem vorbei. Doch auf lange Sicht, sollte sich gutes Spiel durchsetzen. Naturgem\u00e4\u00df ist der Einfluss auch bei geringerer Mitspieleranzahl h\u00f6her. Zu zweit finde ich <em>Abluxxen<\/em> dennoch nicht so aufregend, bereits zu dritt ist es aber richtig spannend.<\/p>\n<p>Ich selbst bin kein <em>Tichu<\/em>spieler, freue mich aber, dass Kramer\/Kiesling zeigen, dass auch im Kartenspielbereich innovative Spiele mit kleiner Einstiegsh\u00fcrde und gro\u00dfen Tiefgang m\u00f6glich sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Ravensburger Autor: Wolfgang Kramer und Michael Kiesling Spieleranzahl: 2-5 Alter: ab 10 Jahre Spieldauer: Je nach vereinbarter Runden- und Mitspielerzahl ziemlich frei zwischen 10 Minuten und 60 Jahrmillionen einstellbar Echte Vielspieler geben sich nicht mit schn\u00f6den Stichspielen wie Skat ab. Nein, es muss schon Tichu sein, denn Tichu ist etwas Besonderes. 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