{"id":14683,"date":"2014-02-10T13:18:49","date_gmt":"2014-02-10T11:18:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=14683"},"modified":"2014-02-10T13:18:49","modified_gmt":"2014-02-10T11:18:49","slug":"drei-hasen-in-der-abendsonne","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/drei-hasen-in-der-abendsonne\/","title":{"rendered":"Drei Hasen in der Abendsonne"},"content":{"rendered":"<p>Johann R\u00fcttinger ist schon sehr lange Bestandteil der Spieleszene. Sein <em>Die drei Magier<\/em> geh\u00f6rt auch knapp 30 Jahre nach Erscheinen zu den sch\u00f6nsten Spielen in meiner Sammlung (wenn es auch leider spielerisch nicht so richtig \u00fcberzeugen mag). Erst etablierte er den nach diesem Spiel benannten Verlag und gr\u00fcndete einige Jahre sp\u00e4ter dann<em> Drei Hasen in der Abendsonne<\/em>. Aufgrund einer Karrenzzeit f\u00fcr Spiele erschienen dort zuerst B\u00fccher. Seit letzten Sommer darf er auch wieder Spiele produzieren und war so freundlich mir ein paar davon zu schicken. Hier meine Eindr\u00fccke der Spiele:<\/p>\n<p><strong>Name<\/strong>: Bim Bamm!<br \/>\n<strong>Autoren<\/strong>: Lukas Zach und Michael Palm<br \/>\n<strong>F\u00fcr<\/strong> 2 bis 5 Kinder <strong>ab<\/strong> 6 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 15 -20 Minuten<\/p>\n<p>Beginnen wir mit einem Kinderspiel: <em>Bim Bamm<\/em> besteht aus doppelseitigen Pl\u00e4ttchen, die jeweils eines von f\u00fcnf Tieren zeigen. 15 davon liegen aus. Jeder Spieler hat eine Karte, die ebenfalls ein Tier zeigt. Wenn dieses Tier f\u00fcnfmal zu sehen ist, dann ruft man &#8211; Na was wohl? &#8211; <em>Bim Bamm<\/em> nat\u00fcrlich (warum auch immer) und bekommt den Punkt. Es sei denn, jemand anderes ruft gleichzeitig Bim Bamm. Dann gibt es Streit. Oder auch nicht, wenn ein Erwachsener schiedsrichtet und manchmal beiden Punkte gibt, dann klappt das Spiel ganz hervorragend. <em>Bim Bamm<\/em> erinnert nicht nur optisch an Memory, auch die Zielgruppe ist dieselbe. Die Kinder unserer Testgruppe, die mit Begeisterung alle in <em>Memory<\/em> schlagen, lieben auch <em>Bim Bamm<\/em>. Die Kinder, die eher geschlagen werden, spielen lieber was anderes. Und die Erwachsenen? Also ganz ehrlich: Statt der drei\u00dfigsten Partie <em>Memory<\/em> spiele ich lieber <em>Bim Bamm<\/em>. Da habe ich auch mal ne Chance (weil ich die richtigen Tiere ziehe) und -vielleicht ist das auch der Reiz des Neuen- mehr Spa\u00df. Das Spiel landete nicht zu Unrecht bei der Jury auf der Empfehlungsliste.<\/p>\n<p><strong>Name<\/strong>: Der Isses!<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>: Alex Randolph<br \/>\n<strong>F\u00fcr<\/strong> 2 Spieler <strong>ab<\/strong> 10 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 10-20 Minuten (eher zehn)<\/p>\n<p>Im Hause R\u00fcttinger mag man Spiele mit Ausrufezeichen im Titel! Aber noch mehr ist man mit dem gro\u00dfen Alex Randolph verbunden und hat nicht zuletzt deshalb zwei Spiele von ihm Programm: Das eine ist <em>Jetzt fahren wir \u00fcbern See&#8230;<\/em>, ein Kinderspiel, dass so sch\u00f6n ist, dass ich es mir als kinderloser Student in der Erstaufgabe (von Drei Magier) kaufte. Das andere ist <em>Der Isses<\/em>, eine Neuauflage von <em>Xe Queo<\/em> und wer das Original kennt, braucht nicht weiter zu lesen.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re eh ganz gut, denn ich bin generell kein gro\u00dfer Fan von reinen Bluffspielen &#8211; aber <em>Xe Queo<\/em> galt damals als Weiterentwicklung von <em>Geister<\/em> und das ist eines der wenigen Bluffspiele aus der damaligen Zeit, das ich sehr gerne spiele. Leider habe ich keine Ahnung wo die Verbindung liegen soll. Sicher, auch <em>Der Isses\/Xe Queo<\/em> spielt man nur zu zweit. Aber sonst? Bei <em>Der Isses<\/em> k\u00f6nnen beide Spieler alle Figuren bewegen, suchen sich aber zu Beginn jeder Runde eine davon aus, die ihnen &#8220;geh\u00f6rt&#8221;. Zieht man mit dieser Farbe ins Ziel, hat man die Runde gewonnen&#8230; es sei denn, der Gegner hat dieselbe Farbe, dann gewinnt der andere. Auch kann man gewinnen, in dem man die Farbe des Gegen\u00fcbers err\u00e4t &#8211; aber man verliert, wenn man falsch r\u00e4t. \u00dcbergeordnetes Ziel allen Seins ist das Gewinnen von vier Runden.<\/p>\n<p>Nun, wo <em>Geister<\/em> sich vergleichsweise langsam mit jedem Schlagen, jedem Ziehen zum Finale aufbaut, dauert eine Runde <em>Der isses<\/em> nur wenige Z\u00fcge und l\u00e4uft dann immer auf einen Alles-oder-Nichts-Zug heraus. Dabei hat man in der Regel keinen Anhaltspunkt, wo es <em>alles<\/em> und wo es <em>nichts<\/em> zu holen gibt. Mal zieht man ins Ziel und gewinnt. Mal zieht man ins Ziel und der andere gewinnt. Mal zieht man nicht ins Ziel und gewinnt. Mal zieht man nicht ins Ziel und gewinnt nicht. Mal r\u00e4t man richtig, mal falsch. Das mag ein Blufffreund spannend finden, mir wird das bald zu zuf\u00e4llig. Ich schie\u00dfe aber auch nicht gerne im Dunkeln auf Briefmarken (ich schie\u00dfe \u00fcberhaupt nicht gerne, vielleicht ist diese Metapher daher doch nicht so gelungen, wie ich dachte). Vielleicht ist das Spielbrett zu klein, um Taktik und Bluff genug Raum zu geben. Vielleicht ist das auch einfach nur nicht mein Spiel. Vielleicht war das Material von <em>Geister<\/em> zu aufwendig f\u00fcr eine Neuauflage. Vielleicht bespreche ich jetzt lieber das n\u00e4chste Spiel.<\/p>\n<p><strong>Name<\/strong>: Pelican Bay<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>: Jacques Zeimet<br \/>\n<strong>F\u00fcr<\/strong> 2-4 Spieler <strong>ab<\/strong> 10 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: Etwa 15 Minuten pro Mitspieler.<\/p>\n<p>Jacques Zeimet bewundere ich ein bisschen. Er schafft es mit absoluten Simpelideen Hits zu fabrizieren, die unheimlich Spa\u00df machen. Im ernst: alleine f\u00fcr <em>Kakerlaken-Poker<\/em> geh\u00f6rt er in den Olymp der Spieleautoren &#8211; Die Idee zu haben ist ja das eine, aber auch zu merken, dass die toll ist\u00a0 ist das andere. Mir jedenfalls w\u00e4re die Idee (selbst wenn ich die gehabt h\u00e4tte) garantiert durch die Lappen gegangen. Nun bekommt Zeimet das Flagschiff (zumindest die gr\u00f6\u00dfte Box) des jungen Verlages, dass zudem fantastisch gestaltet ist. Die Erwartungen sind hoch.<\/p>\n<p>Leider kann bei dieser Fallh\u00f6he fast nur eine Entt\u00e4uschung herauskommen. Genau genommen sind es sogar zwei: Entt\u00e4uschung Nummer 1: Anders als die anderen Zeimet-Ideen ist <em>Pelican Bay<\/em> nichts gro\u00dfartig besonderes. Es ist ein Legespiel, bei dem man durch Gebietsvergr\u00f6\u00dferung Punkte bekommt. Hier sind Gebiete eben Inseln, aber dadurch wird das Spielprinzip nicht origineller. Solche Spiele gibt es viele und die meisten leiden an einem hohen Gr\u00fcbelfaktor. Und den gibt es auch bei <em>Pelican Bay<\/em>.<\/p>\n<p>Entt\u00e4uschung Nummer 2: Anders als bei anderen Zeimat-Spielen ist Pelican Bay nicht sehr <em>straight<\/em>. Als lockeres &#8220;Mal eben Anlegen&#8221;-Spiel w\u00e4re <em>Pelican Bay<\/em> gut gewesen &#8211; solche Spiele mag ich, solche Spiele mag die Zielgruppe des Verlages. Aber solche Spiele sollten \u00fcbersichtlicher sein und sollten keine Sonderf\u00e4lle beinhalten. So sitzt die Bay zwischen allen Pelikanen. Mit Sicherheit kein schlechtes Spiel, nur leider eben auch kein Gutes.<\/p>\n<p><strong>Name<\/strong>: Sonne und Mond<br \/>\n<strong>Autor<\/strong>: Jacques Zeimet<br \/>\n<strong>F\u00fcr<\/strong> 2-4 Spieler <strong>ab<\/strong> 8 Jahren<br \/>\n<strong>Spieldauer<\/strong>: 20-30 Minuten<\/p>\n<p>Kritik soll man ja immer zwischen wei Lobs verpacken und so kommt jetzt wieder was positives: <em>Sonne und Mond<\/em> ist mein Lieblingsspiel aus dem Verlagsprogramm. Das liegt mit an den Karten, die vermutlich die sch\u00f6nsten in irgendeiner Packung in meiner Spielesammlung sind. Und daran, dass Zeimet hier alles richtig gemacht hat: Die Regeln sind einfach, aber eing\u00e4ngig: Jeder nur ein Kreuz, \u00e4h, zwei Reihen: Eine Nacht, eine Tagreihe. Angelegt werden die Karten immer nur links oder rechts an bestehende (eigene wie fremde) und so, dass die Zahlen immer absteigend sind. Mondkarten k\u00f6nnen auf andere Karten gelegt werden, was gemein ist, denn Punkte gibt es f\u00fcr das Abr\u00e4umen von Reihen aus mindestens f\u00fcnf Karten. Was am Ende noch liegt, gibt Minuspunkte.<\/p>\n<p>Ich will nicht l\u00fcgen: <em>Sonne und Mond<\/em> ist gl\u00fccklastig. Aber das st\u00f6rt mich hier nicht, denn einmal spielt es sich locker-flockig runter, zum anderen ist es nicht ganz so trivial, wie man auf den ersten Blick denkt. Zwar kann es einen eine Runde mal b\u00f6s erwischen (oder man bekommt immer alles, was man braucht), aber \u00fcber mehrere H\u00e4nde gleicht sich das aus. Und dann greift auch das gezielte ins Korn nehmen der Gegner. Zu viert spielt man \u00fcbrigens im Team, was auch schick ist.<\/p>\n<p>Ich finde ja, dass Absacker oft zu gut wegkommen &#8211; wenn ein Spiel m\u00e4\u00dfig ist, wird es nicht dadurch besser, dass es kurz ist &#8211; aber <em>Sonne und Mond<\/em> ist das was einen guten Absacker ausmacht: kurz, einfach, gemein und wundersch\u00f6n obendrein. Das jedenfalls kann ich wirklich empfehlen, zumindest wenn es nicht immer <em>Skat<\/em> sein muss&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann R\u00fcttinger ist schon sehr lange Bestandteil der Spieleszene. Sein Die drei Magier geh\u00f6rt auch knapp 30 Jahre nach Erscheinen zu den sch\u00f6nsten Spielen in meiner Sammlung (wenn es auch leider spielerisch nicht so richtig \u00fcberzeugen mag). 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