{"id":1374,"date":"2010-04-05T10:39:17","date_gmt":"2010-04-05T08:39:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=1374"},"modified":"2010-09-23T18:09:20","modified_gmt":"2010-09-23T16:09:20","slug":"vasco-da-gama","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/vasco-da-gama\/","title":{"rendered":"Vasco da Gama"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/vascodagama.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: What\u00b4s your Game?<br \/>\nAutor: Paolo Mori<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 12 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 80-120 Minuten<\/p>\n<p><em>Vasco da Gama<\/em> sollte als Inspiration f\u00fcr Spieleverlage dienen: Wenn die Ortsnamen ausgehen, sollte man lieber auf Entdeckernamen wechseln. Schlie\u00dflich sind die gro\u00dfen St\u00e4dte alle schon weg, w\u00e4hrend nur <em>Columbus<\/em> und <em>Magellan<\/em> bislang auch als Spieletitel Verwendung fanden \u2013  und jetzt eben <em>Vasco da Gama<\/em>. Dabei zeigt das Spiel auch deutlich, dass der Namenspatron im Spiel gar nicht vorkommen muss&#8230;<\/p>\n<p>Vasco da Gamas Leistung war der Seeweg nach Indien, um&#8217;s Kap der guten Hoffnung herum. Und genau das machen auch wir Spieler: Wir schicken Schiffe um den S\u00fcdzipfel Afrikas herum, mit dem Fernziel Indien. Das wird allerdings nur von den wenigsten Schiffen erreicht, aber das macht nichts. Um ein Schiff zu chartern braucht man nat\u00fcrlich als erstes einmal ein Schiff. Und das muss mit bis zu 5 Matrosen und einem Kapit\u00e4n bemannt werden, wobei die Besatzungsst\u00e4rke von der G\u00fcte des Schiffes abh\u00e4ngt.<br \/>\nUm was zu machen, schickt man seine Arbeiterscheiben auf die verschiedenen Spielplanbereiche (\u201eMatrosen anheuern\u201c, \u201eSchiffe\u201c, \u201eLossegeln, \u201eSpezialf\u00e4higkeiten\u201c). Die Reihenfolge in der die Spieler und die Handlungen abgewickelt werden, wird durch eine Zahl bestimmt. Diese darf der Spieler in der Auswahlphase selbst w\u00e4hlen. Dabei sind die sehr niedrigen Zahlen aber u.U. teuer: Ein Preismarker bestimmt die Zahl, ab der das Nehmen kostenpflichtig wird. Gemeinerweise wird der aber noch einmal NACH der Zahlenwahl bewegt, so dass ein Unsicherheitsfaktor bleibt. Das Dilemma ist klar: Niedrige Zahlen sind i.A. sehr viel besser, denn die garantieren den ersten Zugriff und damit eine freie Auswahl. Aber sie m\u00fcssen eventuell bezahlt werden und Geld ist knapp. Wer gar keines hat muss auf die Aktion ganz verzichten \u2013 was eventuell sp\u00e4tere Aktionen beeinflusst; Wer kein Schiff nehmen konnte, kann sp\u00e4ter auch keines zu Wasser lassen.<br \/>\nNach der Auswahlphase wird alles in numerischer Reihenfolge abgehandelt und hier merkt man sehr viele elegante Mechanismen: Bei der Schiffswahl darf man ein billiges Schiff nehmen, muss das aber noch bemannen. Oder man greift tief in die Tasche und bekommt ein Schiff, welches bis auf den Kapit\u00e4n segelfertig ist. Beim Matrosenkauf richtet sich der Preis nach der Anzahl der Sorten, nicht der Anzahl der Steine! Daf\u00fcr kostet der wichtige Kapit\u00e4n (den man f\u00fcr jedes Schiff braucht) so viel, wie man zuvor Matrosen eingekauft hat \u2013 0 bis 5 Gold (mehr als 5 Matrosen gibt es nicht). Beim Segeln schlie\u00dflich ist man im Zwiespalt: Pl\u00e4tze, die viele Siegpunkte garantieren, bedeuten i.A. dass das Schiff nur kurz im Spiel ist. Aber jedes Schiff wirft jede Runde, die es auf dem Plan ist, noch einen Bonus ab. Zudem sind die Pl\u00e4tze begrenzt und so kann man durch geschicktes Platzieren einen gegnerischen Kahn fr\u00fchzeitig nach Hause schicken. <\/p>\n<p>Auch wenn ich es gerade versucht habe: Das Spielgef\u00fchl von <em>Vasco da Gama<\/em> l\u00e4sst sich nur schlecht vermitteln: Alles h\u00e4ngt miteinander zusammen und alles ist wichtig. \u201eFein verzahnt\u201c nennt man das wohl. Dabei wirkt es \u2013 anders als viele andere italienische Spiele \u2013 nicht \u00fcberladen. Alles hat seine Berechtigung, jeder Mechanismus verbessert das Spiel (Eine Ausnahme gibt es: Die Sonderf\u00e4higkeiten der Spezialisten, die ich hier nicht erw\u00e4hnt habe; sie sind etwas kompliziert in der Anwendung).<br \/>\nWas man dem Spiel aber ankreiden muss, ist dass des doch etwas abstrakt ist. Sicherlich: Kapit\u00e4ne, Schiffe, Matrosen, das geh\u00f6rt schon zusammen. Doch das Abwickeln des eigentlichen Segelns ist nicht gerade intuitiv oder thematisch begr\u00fcndet. Wer ein echtes Entdeckungsspiel erwartet wird entt\u00e4uscht.<br \/>\nDoch:<em> Vasco da Gama<\/em> ist zweifelsohne ein Highlight des diesj\u00e4hrigen Spielejahrgangs, zumindest was uns Vielspieler betrifft: Die Strategien sind vielf\u00e4ltig, es gibt viel zu bedenken und optimieren, das Spiel ist spannend bis zum Schluss.<br \/>\nEin Klassiker wird es aber wohl auch nicht werden. Insbesondere macht man schnell mal einen Fehler, weil man etwas \u00fcbersieht. Und wer im Eifer des Gefechts versehentlich eine falsche Zahl w\u00e4hlt und so die Reihenfolge von zwei geplanten Aktionen vertauscht, wodurch die eine (etwa das Segeln) unm\u00f6glich wird, kann sich alle Siegchancen abschminken. Das ist dann doch f\u00fcr ein Spiel solcher L\u00e4nge zu hart (weswegen wir bei solch einem offensichtlichem Spielfehler durchaus auch mal eine Zugr\u00fccknahme erlauben, wenn noch nichts Relevantes passiert ist). Zudem ist die Zahlenauswahl nur bei drei Spielern richtig gelungen: Zu viert m\u00fcssen zu viele Zahlen deshalb gew\u00e4hlt werden, weil keine anderen mehr \u00fcbrig sind, was den taktischen Spielraum etwas einschr\u00e4nkt. Daf\u00fcr ist zu viert insgesamt mehr los, was dem Spiel gut tut. Zu zweit funktioniert <em>Vasco da Gama<\/em> zwar auch, ist aber nur ein Schatten seiner selbst.<br \/>\nZu dritt oder viert will ich es aber nicht mehr missen. Zumindest nicht bis zur n\u00e4chsten Spielemesse\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: What\u00b4s your Game? Autor: Paolo Mori Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 12 Jahre Spieldauer: 80-120 Minuten Vasco da Gama sollte als Inspiration f\u00fcr Spieleverlage dienen: Wenn die Ortsnamen ausgehen, sollte man lieber auf Entdeckernamen wechseln. 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