{"id":116,"date":"2006-06-10T12:41:49","date_gmt":"2006-06-10T11:41:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/fiese-freunde-fette-feten\/"},"modified":"2010-09-23T17:10:13","modified_gmt":"2010-09-23T15:10:13","slug":"fiese-freunde-fette-feten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/fiese-freunde-fette-feten\/","title":{"rendered":"Fiese Freunde, Fette Feten"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/ffff.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: 2f<br \/>\nAutoren: Friedemann Friese, Marcel-Andr\u00e9 Casasola Merkle<br \/>\nSpieleranzahl: 2-6<br \/>\nAlter: ab 12 Jahren<br \/>\nSpieldauer: ca. 30-60 Minuten<\/p>\n<p>Vor meiner ersten Partie hab ich zwei Meinungen eingeholt: \u201eDas ist Friedemanns bestes Spiel soweit!\u201c war die erste. \u201eDas ist Friedemanns schw\u00e4chstes Spiel bisher\u201c die zweite. Was wohl Marcel-Andr\u00e9 dazu sagt? Er wird kaum dar\u00fcber gl\u00fccklich sein, da\u00df irgendwie jeder \u00fcbersieht, da\u00df das neueste 2F-Spiel einen Co-Autoren hat.<\/p>\n<p>Kern des Spieles sind Karten mit Lebenserfahrungen (<em>Karneval, One-Night-Stand<\/em> etc.) und Lebenszielen (<em>Sex Maniac, Mit dem Rauchen aufh\u00f6ren, Spieleautor werden<\/em> etc.). Ziel ist es, mit Hilfe von ersteren, letztere zu erreichen. Dazu hat jeder Spieler einen Charakter, dargestellt auf einem kleinen Tableau. Hier ist des Spielers Weisheit, Fettsucht, Krankheit und noch so allerhand einzusehen, genauso wie hier eine Z\u00e4hlung der Sexpartner und der gescheiterten (und gl\u00fccklichen) Beziehungen stattfindet. Man sieht: Pr\u00fcde Naturen sollten von vornherein einen Bogen um dieses Spiel machen.<\/p>\n<p>Als erstes bekommt jeder 5 Ziele, die zu erreichen sein Lebensgl\u00fcck (sprich Spielsieg) darstellen und schon geht\u2019s mit der Pubert\u00e4t los. Die unterscheidet sich vom restlichen Leben nur in dem Punkt, da\u00df es hier Erfahrungen noch gratis gibt. Diese liegen n\u00e4mlich aus und jeder darf reihum immer eine (durch)machen. Eine Erfahrung hat zwangsl\u00e4ufig Auswirkungen auf den Charakter des Spielers und somit auch auf die M\u00f6glichkeit ein Lebensziel zu erreichen. So bekommt man bei der \u201eKlassenreise\u201c eine Beziehung und bei \u201eDas erste Mal, aber ohne Pille\u201c nicht nur einen Sexmarker (wie bei \u201eHeavy Petting\u201c) sondern auch gleich ein Kind. Andere Ereignisse ver\u00e4ndern die Eigenschaften &#8211; die Scheidung der Eltern macht reicher und depressiver gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Wer keine Erfahrungen mehr gebrauchen kann, steigt aus und bekommt Zeit (je mehr, desto fr\u00fcher er ausgestiegen ist). Und Zeit ist bekanntlich Geld: Ab der n\u00e4chsten Runde gibt\u2019s dann keine Erfahrungen mehr umsonst, sondern jede wird versteigert. Und die Zeit dient hier als W\u00e4hrung. Au\u00dferdem gibt\u2019s jetzt nicht nur Auswirkungen, sondern auch Bedingungen &#8211; wer sich Fett absaugen lassen will, mu\u00df zuerst welches haben.<\/p>\n<p>Also: Ausw\u00e4hlen, Ziel erf\u00fcllen oder passen. Ein Ereignis nehmen (wenn man die Vorraussetzungen erf\u00fcllen kann und die Versteigerung gewinnt) und seinem Charakter die Auswirkungen sp\u00fcren lassen. So einfach ist das?<br \/>\nVon wegen Im Leben ist nichts einfach!<\/p>\n<p>Die gewollten und ungewollten Probleme beginnen mit den regelrechten Beziehungsgeflechten der Spieler. So ein Spielercharakter ist ja nicht alleine auf der Welt, sondern kann die anderen Spielercharaktere anrufen und sie so zwingen, einem am Leben teilzuhaben. So l\u00e4dt man ratzfatz 2 Freunde zum Karneval ein &#8211; die Auswirkungen bekommen alle Beteiligten zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Hier ist der Kern des Spieles! Andere dazu zwingen Sachen zu machen, die diese gar nicht wollen ist ebenso drin, wie sich irgendwo ranzuh\u00e4ngen, um Zeitmarker zu sparen. Hier liegt auch der Witz des Spieles: Wenn zwei Spieler miteinander eine Beziehung anfangen und ein dritter mit dem ersten fremd geht &#8211; da kommt schon Stimmung auf. Von den Parallelen (real oder fiktiv) zwischen Wahn (bzw. Spiel) und Wirklichkeit lebt das Spiel noch mehr als von den \u00fcberaus witzigen Karten.<\/p>\n<p>Die Interaktionen sind aber auch die Quelle f\u00fcr das Hauptproblem dieses Spieles: Es will ein lustiges Bier &#038; Bretzelspiel sein, aber die Regeln spiegeln das nicht wieder: St\u00e4ndig \u00fcberlegt man \u201eWie ist diese Auswirkung jetzt zu verstehen?\u201c, \u201eWie war das mit dem anonymen Sex?\u201c, \u201eKann ich das jetzt so mit dem machen oder ist das wieder eine der Ausnahmen?\u201c&#8230;&#8230; etc. pp.<\/p>\n<p>Eigentlich w\u00e4r\u2019s gut, wenn die Spielrunde auf die genauen Regelauslegungen pfeift und einfach munter improvisiert, doch die Wirklichkeit sieht nat\u00fcrlich anders aus &#8211; man will schon einigerma\u00dfen \u201erichtig\u201c spielen.<\/p>\n<p>Man merkt dem Spiel an: Die Autoren wollten viel reinpacken und sind dabei etwas \u00fcber das Ziel hinaus geschossen. So steht sich das Spiel selbst ein bi\u00dfchen im Wege: Zu quer, zu viel Wirrwarr f\u00fcr ein Funspiel, zu wenig Kontrolle des Spielers \u00fcber sein Schicksal f\u00fcr ein Taktikspiel.<\/p>\n<p>Verstehen Sie mich nicht falsch: MIR gef\u00e4llt das Spiel. Ich hebe meinen Hut f\u00fcr die tollen Illustrationen von Maura und die tolle Grundidee des Spieles. Ich setze ihn aber gleich wieder auf, denn es h\u00e4tte noch um so viel BESSER sein k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: 2f Autoren: Friedemann Friese, Marcel-Andr\u00e9 Casasola Merkle Spieleranzahl: 2-6 Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: ca. 30-60 Minuten Vor meiner ersten Partie hab ich zwei Meinungen eingeholt: \u201eDas ist Friedemanns bestes Spiel soweit!\u201c war die erste. \u201eDas ist Friedemanns schw\u00e4chstes Spiel bisher\u201c die zweite. Was wohl Marcel-Andr\u00e9 dazu sagt? 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