{"id":113,"date":"2006-06-10T12:33:03","date_gmt":"2006-06-10T11:33:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/petri-heil\/"},"modified":"2010-09-23T17:56:16","modified_gmt":"2010-09-23T15:56:16","slug":"petri-heil","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/petri-heil\/","title":{"rendered":"Petri Heil"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/petriheil.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Kosmos<br \/>\nAutor: Michael Rieneck<br \/>\nSpieleranzahl: 2<br \/>\nAlter: ab 10 Jahren<br \/>\nSpieldauer: 30-40 Minuten<\/p>\n<p>\u201eNeue Themen braucht das Land!\u201c schallt es regelm\u00e4\u00dfig durch die diversen Internet-Foren und Newsgroups. St\u00e4ndig mittelalterliche St\u00e4dte oder Piraten oder wasauchimmer sind auf Dauer doch langweilig. Da kommt der Kosmos-Verlag gerade recht, mit dem ziemlich unverbrauchten Thema <em>Angeln<\/em>. Ja, also da mu\u00df man jetzt schon ruhig sein, da kann man sich nicht mehr \u00fcber mangelnde Originalit\u00e4t beschweren. Sicherlich, packende Action oder auch nur Interaktivit\u00e4t werden sicherlich gemeinhin nicht unbedingt mit dem behaglichen Angelsport verbunden, aber das ad\u00e4quat hinzubekommen ist ja das Problem des Autors. Und der ist Michael Rieneck, bekannt geworden durch Kosmos-Spiele wie Druidenwalzer und Dracula, die ebenso originell wie umstritten waren.<\/p>\n<p>Angeln soll es also sein.<br \/>\nGeangelt wird auf einem sch\u00f6n quadratischen 4&#215;4-Felder-See und das gleich mit zwei Anglern. Wer jetzt davon ausgeht, da\u00df jeder der beiden Kontrahenten einen davon bekommt, ist schief gewickelt. <em>Petri Heil<\/em> ist n\u00e4mlich ein asymmetrisches Spiel: Der eine angelt, der andere kontrolliert den See, respektive dessen Inhalt. Nach einem Angeltag wird getauscht und der Angelerfolg verglichen. Damit es nicht zu den Genre-typischen (<em>angeln<\/em>, nicht Brettspielen) \u00dcbertreibungen kommt, hat jeder Fisch einen Punktwert zwischen 1 und 6, so da\u00df direkte Vergleiche m\u00f6glich werden. Wo bleibt denn da das Anglerlatein, fragen wir uns? Aber man mu\u00df als Spieler halt Opfer bringen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum See. Der Angler bewegt einen seiner Angler um mindestens einen Pier vorw\u00e4rts. Jeder Pier ist einer Reihe zugeordnet und aus dieser Reihe taucht ein Fisch oder ein St\u00fcck M\u00fcll auf &#8211; Umgedreht nach Wunsch des Seemonsters \u00e4h -Spielers. Der Angler kann nun das Angebotene entweder nehmen oder etwas anderes aus dieser Reihe oder auch gar nix, mu\u00df f\u00fcrs Nehmen aber ein passendes Zahlenpl\u00e4ttchen abgeben. So kann man w\u00e4hrend eines Spieles jeweils 3mal direkt am Pier fischen, dreimal 2 Felder entfernt, dreimal 3 Felder entfernt und dreimal (Sie ahnen es wohl schon) 4 Felder entfernt (also auf der anderen Seeseite). Vor Rundenende darf der Fisch-Spieler noch drei Fische (bzw. M\u00fcll) umorganisieren und so ggf. aus der Reichweite des Fischers schwimmen lassen.<br \/>\nSind beide Fischer einmal um den See gelaufen wird gez\u00e4hlt und getauscht. Zwischenzeitlich d\u00fcrfen noch Aktionspl\u00e4ttchen benutzt werden, die kleinere Auswirkungen haben, aber f\u00fcr das \u00d6kospielsystem <em>Petri Heil<\/em> nicht von epochaler Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Das Angeln an sich wird generell ja nicht gerade von strategischen \u00dcberlegungen dominiert und insofern bietet <em>Petri Heil<\/em> ein gutes Abbild. Das bedeutet aber nun auch nicht, da\u00df sich das Niveau auf dem des beliebten Magnet-Fischen bewegt: Ist erst einmal Platz im See kann man die Fische so arrangieren, da\u00df der Angler sie mangels passender Zahlenpl\u00e4ttchen nicht erreichen kann und da\u00df man nicht gezwungen wird, einen einzelnen Hecht aufzudecken (beliebter Anf\u00e4ngerfehler). Umgekehrt braucht der erfolgreiche Angler ein gutes Ged\u00e4chtnis, sollte versuchen m\u00f6glichst viele brauchbare Informationen zu sammeln und dorthin zu laufen \u201ewo die Fische sind\u201c. Aber: f\u00fcr ausgeglichene Partien bedarf es schon einen einigerma\u00dfen ausgeglichenen Start in den Tag &#8211; am Anfang fischt der Angler im Tr\u00fcben und kann gl\u00fccklicherweise was Dickes fangen oder Pech haben und den M\u00fcll entsorgen. Auch der Seemann hat hier nicht viel Einflu\u00df. Er kann bluffen und den einzig brauchbaren Fisch zeigen oder auch nicht und im Endeffekt ist es hier auch (noch) so ziemlich egal.<\/p>\n<p>Eigentlich wollt ich den Vergleich mit <em>Halali<\/em> ja vermeiden, aber au\u00dfer, da\u00df es gewisse Parallelen in der Namensgebung gibt und beide asymmetrische Spiele sind, ist das Spielgef\u00fchl tats\u00e4chlich vergleichbar; Beide sind nicht zu kompliziert, nicht zu ernsthaft, nicht zu taktisch aber auch nicht zu banal. Beide werden von meiner Frau deutlich lieber gespielt als von mir und bei beiden tritt bei h\u00e4ufigerem Spielen schon sehr bald ein gewisses S\u00e4ttigungsgef\u00fchl auf. Bei <em>Petri Heil<\/em> hatte ich sogar noch schneller das Gef\u00fchl, die Partien beginnen sich (nach einer gewissen Lernkurve) doch sehr zu \u00e4hneln. Wird durch die zuf\u00e4llige Anfangsverteilung bei <em>Halali<\/em> eine gewisse Varianz erzeugt, verf\u00e4llt das Fischen doch schon arg bald in eine gewisse Routine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Kosmos Autor: Michael Rieneck Spieleranzahl: 2 Alter: ab 10 Jahren Spieldauer: 30-40 Minuten \u201eNeue Themen braucht das Land!\u201c schallt es regelm\u00e4\u00dfig durch die diversen Internet-Foren und Newsgroups. St\u00e4ndig mittelalterliche St\u00e4dte oder Piraten oder wasauchimmer sind auf Dauer doch langweilig. Da kommt der Kosmos-Verlag gerade recht, mit dem ziemlich unverbrauchten Thema Angeln. 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